Wunden

Wunden zieht man sich immer wieder zu, denn die menschliche Haut ist d√ľnn und wird leicht besch√§digt. Aber genau daf√ľr ist sie auch da: Sie soll den K√∂rper sch√ľtzen und stellt eine nat√ľrliche Barriere gegen alle √§u√üeren Einfl√ľsse dar. Sie ist widerstandsf√§hig genug, um Umwelteinfl√ľsse wie Wasser, Schmutzpartikel, K√§lte, Hitze und Fremdk√∂rper aller Art aus dem menschlichen K√∂rper heraus zu halten. Was die Haut alles leistet, wird den meisten Menschen erst bewusst, wenn sie es nicht mehr tut, weil sie verletzt oder krank ist. Wunden aller Art sind allt√§glich. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um kleinere und gr√∂√üere Verletzungen, die eher unter der Rubrik „nat√ľrlicher Verschlei√ü“ zu verbuchen sind.

Gereizte Haut an Fingern und Handfl√§chen nach ausf√ľhrlichem H√§ndewaschen weist ebenso kleinste Wunden auf wie das blutende Knie nach dem Sturz vom Fahrrad. Die meisten Wunden sind ungef√§hrlich. Im Laufe eines Menschenlebens zieht man sich unz√§hlige Wunden zu, die in den minder schweren F√§llen unbemerkt durchgehen. Wenn es nicht zu einer Infektion durch in den K√∂rper eindringende Erreger kommt und die Wunden klein ausfallen, sind sie harmlos.

Wunden Ursachen

Wunden Symptome & UrsachenWunden sind kleine und gr√∂√üere Verletzungen der Haut. Sie entstehen, wenn ein Fremdk√∂rper, eine Chemikalie, ein spitzer oder scharfer Gegenstand die nat√ľrlich sch√ľtzende Epidermis des K√∂rpers durchdringt. Ist dabei ein Blutgef√§√ü verletzt, blutet die Wunde. Andere, flache Wunden n√§ssen nur leicht, und manche Wunden sind so geringf√ľgig, dass tats√§chlich nur die √§u√üeren Hautschichten betroffen sind, der K√∂rper also nach wie vor perfekt gesch√ľtzt ist.

Verletzungen k√∂nnen viele Ursachen haben: Kinder beispielsweise fallen h√§ufig hin, sto√üen an Gegenst√§nde, W√§nde, Steine, stolpern und purzeln √ľber den Spielplatz. Jeder Sturz kann zu Wunden f√ľhren, wenn die Haut nicht durch dicke Textilien oder andere Polsterung gesch√ľtzt ist. Bei den ber√ľhmten blauen Flecken handelt es sich nicht um Wunden im eigentlichen Sinn, denn die H√§matome kommen meist ohne Verletzung der Haut zustande. Sie gehen auf durch Prellung geplatzte Blutgef√§√üe im Inneren des K√∂rpers zur√ľck, sind aber nicht minder schmerzhaft als Wunden.

Wunden Symptome

Wunden machen sich unmittelbar bemerkbar, und zwar durch Schmerzen, Blutverlust, Nässen.

  • Kleinere Wunden meldet der K√∂rper meist nur durch ein leichtes Jucken oder Brennen, gr√∂√üere Wunden k√∂nnen so schmerzhaft sein, dass eine Ohnmacht droht. Die betroffene K√∂rperstelle sieht auff√§llig aus: Die Haut fehlt ganz, h√§ngt in Fetzen herunter, ist sichtbar besch√§digt oder zumindest sehr stark ger√∂tet. Eine Blutung setzt bei schwereren Verletzungen durch den damit verbundenen Schock nicht immer sofort ein, sondern unter Umst√§nden erst nach einigen Sekunden. Das Gleiche gilt f√ľr den Schmerz: Der kann sofort da sein, wird aber normalerweise erst sp√§ter wahrgenommen.
  • Gr√∂√üere Verletzungen gehen mit Zittern, „weichen Knien“, Unwohlsein, Schw√§chegef√ľhl und eventuell Angst einher. Kinder und Jugendliche weinen oft, wenn sie eine Wunde bemerken. In seltenen F√§llen sind Wunden unmittelbar lebensbedrohlich. Bei Schussverletzungen, die die inneren Organe betreffen, schweren Kopfwunden und gro√üfl√§chigen, tiefgehenden Bauchwunden ist sofort ein Arzt zu rufen, denn diese Verletzungen sind lebensgef√§hrlich. Wunden im Inneren des K√∂rpers m√ľssen auf jeden Fall √§rztlich behandelt werden. Wunden, die die Haut, die Muskulatur und das Fettgewebe betreffen, sind vergleichsweise harmlos. Der K√∂rper kann diese eher oberfl√§chlichen Verletzungen selbst√§ndig heilen. Wichtig ist, dass die Wunden sauber gehalten werden, so dass keine Erreger, Fremdk√∂rper oder Schmutzpartikel √ľber die Wunde in den K√∂rper eindringen k√∂nnen. Vielen Betroffenen ist das nicht bewusst, obwohl sie instinktiv richtig handeln: Die Haut ist auch f√ľr den W√§rmehaushalt des K√∂rpers wichtig.
  • Gro√üfl√§chige Hautverletzungen sorgen also unter Umst√§nden daf√ľr, dass man leichter fr√∂stelt oder (bei sehr starker Au√üenw√§rme) √ľberhitzt. Ein Wundverband muss nicht nur Erreger und Fremdk√∂rper von der Wunde fernhalten und die Heilung f√∂rdern, sondern auch f√ľr ein angenehmes Klima sorgen.

Wunden Diagnose

Die Diagnose der meisten Wunden erfolgt √ľber Sichtkontakt. Eine Wunde, also eine Verletzung der Haut, ist leicht zu erkennen. Bereits Kleinkinder bemerken, wenn sie nach einem Sturz am Bein bluten oder die Haut der Handfl√§chen abgesch√ľrft ist. Allerdings ist eine genaue Untersuchung auch einfacher Wunden manchmal sinnvoll, denn nur so kann man eventuell vorhandene Fremdk√∂rper bemerken und entfernen. Das geht sofort nach der Verletzung, wenn die Wunde noch frisch ist und nicht zu bluten angefangen hat, am einfachsten.

Gr√∂√üere und tiefgehende Verletzungen werden vom Arzt genau untersucht, unter Umst√§nden mithilfe einer starken Lampe, einer Lupe oder auch (bei offenen Knochenbr√ľchen beispielsweise) mithilfe von R√∂ntgenstrahlen. So wird das genaue Ausma√ü der Verletzung festgestellt, was wichtig ist, um die Therapie zu bestimmen.

Wunden Therapie / Behandlung

Wunden sollten zuerst vorsichtig, aber sorgf√§ltig gereinigt werden. Desinfizieren ist nicht immer n√∂tig, bei kleinen Verletzungen, die beispielsweise in der K√ľche, bei der Reparatur im Haushalt oder mit Kindern vorkommen, ist das Aussp√ľlen mit Wasser ausreichend. Das Leitungswasser ist in den meisten Teilen Deutschlands rein genug, um kleinere Schmutzpartikel sanft aus der Wunde zu sp√ľlen. Das Wasser sollte ungef√§hr K√∂rpertemperatur haben, um dem Patienten/der Patientin keine weiteren (unn√∂tigen) Schmerzen zuzuf√ľgen. Davon abgesehen zieht sich das K√∂rpergewebe bei starker Hitze und K√§lte zusammen (eine Schutzfunktion) und w√ľrde Schmutzpartikel schlichtweg einschlie√üen

Verletzungen, die in der K√ľche beim Umgang mit rohem Fleisch, Eiern oder Fisch entstehen, sollten desinfiziert werden. Das gilt auch f√ľr Wunden, die im Umgang mit Tieren oder anderen Menschen (Kratzer von N√§geln und dergleichen) entstehen. Hier besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger in den K√∂rper eindringen k√∂nnen, die Entz√ľndungen verursachen. Desinfektionsmittel h√§lt jeder Arzt parat, aber auch in der Hausapotheke sollte es vorhanden sein.

F√ľr absolute Notf√§lle kann hochprozentiger (40 % oder mehr) Alkohol in recht reiner Form, also beispielsweise Wodka oder Rum, zur Desinfektion gebraucht werden. Alkoholhaltiges Rasierwasser eignet sich ebenfalls, da es nach der Rasur kleinste Verletzungen reinigen soll. Manchmal ist es n√∂tig, kleinere Fremdk√∂rper wie Holzsplitter, Steinchen, Sand oder √§hnliches aus einer offenen Wunde zu entfernen. Das kann jeder Allgemeinmediziner, aber wer eine ruhige Hand hat, kann das auch selbst erledigen. Allerdings braucht man dazu steriles Werkzeug. Eine Pinzette, eine einfache N√§hnadel, eine schmale Nagelfeile oder ein √§hnlich geformtes St√ľck aus Metall sind geeignet. Dieses Ger√§t muss auf jeden Fall steril sein, bevor es mit der Wunde in Kontakt kommt. Dazu kann man es kurz auskochen (10 Minuten in kochendem Wasser) oder in hochprozentigen Alkohol einlegen. Kurzes Ausbrennen in einer Feuerzeugflamme reicht f√ľr den Hausgebrauch oft auch aus. Es ist wichtig, beim Entfernen der Fremdk√∂rper unbedingt vorsichtig zu sein, um weitere Verletzungen zu vermeiden und dem Patienten/der Patientin keine Schmerzen zuzuf√ľgen.

Eine gereinigte Wunde, die recht klein ist, kann an der Luft gut heilen, solange keine Fremdkörper eindringen. Der menschliche Körper verschließt Wunden relativ schnell mit klebrigem, trocknendem Wundsekret, das Erreger draußen hält und eine Art temporäre Ersatzhaut darstellt. Größere Wunden und Wunden an den Händen (die ständig mit Gegenständen in Kontakt kommen) sollten mit einem leichten, luftdurchlässigen und gegebenenfalls wasserdurchlässigen Wundverband abgedeckt werden. Der Verband sollte ein- bis zweimal täglich sowie bei Nässe gewechselt werden. Schließt sich die Wunde, kann der Verband weggelassen werden.

Wunden Verlauf

Gut gereinigte und sauber gehaltene Wunden verheilen meist innerhalb einer Woche. Gr√∂√üere Verletzungen k√∂nnen l√§nger brauchen, bis sie sich wirklich vollst√§ndig geschlossen haben, und bei schwachen, gesundheitlich angeschlagenen Menschen verl√§uft die Wundheilung unter Umst√§nden auch langsamer. Bei Kindern geht es schneller: Sch√ľrfwunden bilden bereits nach zwei Tagen Grind aus und sind nach vier Tagen verschwunden, oberfl√§chliche Schnittverletzungen k√∂nnen nach drei Tagen verheilt sein.

Wunden in der N√§he von Gelenken und an stark bewegten K√∂rperstellen brauchen normalerweise etwas l√§nger, um zu verheilen. Das liegt daran, dass die Haut st√§ndig gedehnt und zusammengedr√ľckt wird, was die stabile Bildung von neuem Hautgewebe erschwert. Wird eine Wunde nicht ausreichend gereinigt oder schlecht gepflegt, k√∂nnen Erreger in den K√∂rper eindringen. Dann entz√ľndet sich der K√∂rper an dieser Stelle, was mit Hitze und R√∂tung, einer Schwellung und Schmerzen einhergeht.

Wird die Entz√ľndung nicht behandelt, kann sich die Infektion √ľber den Blutkreislauf im K√∂rper verteilen, es kann zu einer Blutvergiftung kommen. Wundinfektionen sind gef√§hrlich und sollten unbedingt vermieden werden. Das gilt auch f√ľr in der Wunde verbleibende Fremdk√∂rper. Der K√∂rper versucht zwar, diese √ľber die Bildung von Eiter, starkem Blutfluss und Wundn√§ssen herauszusp√ľlen, aber selten gelingt das vollst√§ndig, und vor allem sind diese kleinen Schmutzpartikel selten steril. Die Heilung von infizierten Wunden kann sehr lange dauern und erfordert √§rztliche Aufsicht.

Wunden Vorbeugen

Wunden kann man nicht vollst√§ndig vermeiden. Durch eine gut ausgebildete Motorik und Vorsicht im Umgang mit scharfen und spitzen Gegenst√§nden k√∂nnen viele Unf√§lle vermieden, und das regelm√§√üige Aus√ľben von Sport tr√§gt sicherlich zur motorischen Entwicklung bei.

√Ątzende Fl√ľssigkeiten und S√§uren sollten auf keinen Fall in Kontakt mit der Haut kommen, weil auch sie Wunden verursachen. Sachgem√§√üer Umgang mit Chemikalien ist also sinnvoll. F√ľr Werkzeug gilt das ebenfalls – durch sachgem√§√üen Umgang kann man viele Verletzungen vermeiden.