Windpocken

Windpocken, medizinische Bezeichnung „Varizella“, gehören zu den sogenannten Kinderkrankheiten, denn sie treten vorwiegend bei kleinen Kindern im Kindergartenalter auf. Verursacht werden die roten, stark juckenden und nässenden Bläschen durch die Varizella-Zoster-Viren, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Die Tröpfchen werden durch Niesen oder Spucken zuweilen mehrere Meter durch die Luft geschleudert und sind dann immer noch hochansteckend.

Vor der Entwicklung eines Impfstoffes mussten beim Auftreten von Windpocken häufig ganze Kindergartengruppen oder Vorschulklassen geschlossen werden. Durch die flächendeckende Impfung kommen solche gravierenden Fälle so gut wie nicht mehr vor. Windpocken, die auch Wasserpocken oder Schafsblattern genannt werden, sind nicht mit den gefährlichen Pocken, die durch das Orthopoxvirus ausgelöst werden, gleichzusetzen. Allerdings sind echte Pocken seit vielen Jahren nicht mehr aufgetreten, der letzte Fall wurde 1977 in Somalia bekannt. Dennoch sollten die Nebenwirkungen einer Varizella-Infektion nicht unterschätzt werden.

Die Windpocken-Viren können im Körper zu Hirnentzündungen, Lungenentzündungen oder Hautinfektionen führen. Bei Kindern treten Nebenwirkungen eher selten auf, Erwachsene haben ein höheres Risiko, Folgekrankheiten oder Multiinfektionen zu entwickeln. Gefährdet sind vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem und schwangere Frauen, die sich in der 8. bis 20. Schwangerschaftswoche befinden.

Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens meist nur ein Mal an der Virusinfektion, die in den meisten Fällen gut und folgenlos abheilt. Todesfälle kommen sehr selten bei Personen vor, die unter einer Abwehrschwäche leiden, Krankenhausaufenthalte werden nur bei einem sehr geringen Prozentsatz aller Krankheitsfälle erforderlich. Der Körper bildet Antikörper gegen den Erreger, die ihn vor weiteren Infektionen schützen. Allerdings setzen sich einige der Varizella-Viren in den Hirnganglien fest und können später bei Erwachsenen eine Gürtelrose, Herpes-Zoster, hervorrufen.

Windpocken Ursachen

Windpocken Symptome / UrsachenWindpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das ausschließlich Menschen infiziert. Das Virus, das zu den Herpesviren gezählt wird, umschließt dabei die DNA mit einer Proteinhülle. Die Viren werden durch Tröpfchen übertragen, die beim Sprechen oder Niesen in die Luft geschleudert werden. Dort dringen sie bei anderen Menschen in die Schleimhäute ein und nisten sich dann im Körper ein. Sie werden durch die in den Bläschen enthaltene Flüssigkeit oder die Blutbahnen weitergeleitet. Eine Ansteckung macht sich erst nach längerer Zeit bemerkbar, da der Weg der Viren im Körper recht lang ist. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 10 und 21 Tagen. Erst dann zeigt sich die Erkrankungen durch die charakteristischen Bläschen.

Windpocken Symptome

Besonders auffällig sind die roten, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die am ganzen Körper auftreten können. Manche Erkrankte haben nur sehr wenige Bläschen an wenigen Stellen, andere sind geradezu davon übersät. Der Juckreiz kann unerträglich werden. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können ebenfalls durch die Varizella-Viren ausgelöst werden. Eine allgemeine Mattigkeit kann ein weiteres Symptom sein. Viele Erkrankte, vor allem Kinder, fühlen sich überhaupt nicht krank, sondern leiden nur unter dem Juckreiz. Bei Erwachsenen machen sich die Symptome zuweilen sehr deutlich bemerkbar und führen zu starkem Unwohlsein.

Windpocken Diagnose

Die Diagnose der Windpocken ist meist recht einfach. Das Auftreten der stark juckenden Bläschen ist das Haupterkennungsmerkmal. Der Arzt wird den Patienten zu Erkrankungen im Umfeld und zu seinen Vorerkrankungen befragen. Sind im näheren Umfeld, im Kindergarten oder der Familie Windpockenfälle bekannt geworden, liegt der Verdacht nahe, dass der Patient ebenfalls daran erkrankt ist. Notfalls kann die Flüssigkeit in den Bläschen auf Varizella untersucht werden, um eine Diagnose zu fällen. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper ist ebenfalls möglich.

Windpocken Therapie / Behandlung

Eine spezielle Behandlung der Windpocken ist in den meisten Fällen nicht nötig, nur die Symptome werden gelindert. Da der Juckreiz unerträglich sein kann, kann hier die Gabe von Antihistaminika hilfreich sein. Diese Mittel, die auch bei Allergien eingesetzt werden, mildern den Juckreiz und machen zugleich so müde, dass der Patient trotz der juckenden Hautbläschen Ruhe findet. Bei kleinen Kindern sollten die Fingernägel ganz kurz geschnitten werden, damit sie die Bläschen nicht aufkratzen können. Sie entzünden sich sonst und führen zu hässlichen Narben gerade im Gesicht. Bettruhe ist dann angebracht, wenn der Kranke sich schlapp fühlt oder Fieber hat.

Da die Ansteckungsgefahr andauert, bis sich eine Kruste auf den Bläschen gebildet hat und neue nicht mehr auftreten. Regelmäßiges Waschen ist ganz wichtig, um eine Ausbreitung der Varizella durch die austretende Flüssigkeit zu verhindern. Liegt eine Immunschwäche vor, kann der Arzt Virostatika verschreiben, die den Körper bei der Bekämpfung der Viren unterstützen.

Gefährlich werden können die Viren für das ungeborene Kind im Mutterleib. Da sie über das Blut im ganzen Körper verteilt werden, besteht die Gefahr, dass auch das Kind infiziert wird. Für die Mutter besteht ein höheres Risiko, an Komplikationen zu erkranken, die zum Teil schwerwiegend sein können. Das Kind selbst kann je nach Zeitpunkt der Virenübertragung eine Infektion bekommen, sogar Fehlgeburten sind möglich. Bei der Behandlung der Schwangeren geht es deshalb in erster Linie darum, zu verhindert, dass die Viren den Mutterkuchen durchdringen. Die Mutter wird mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem stärken.

Windpocken Verlauf

In den meisten Fällen bemerken die Erkrankten das Auftreten von roten Stellen am Körper, die sich sehr schnell zu Bläschen entwickeln. Vor allem im Gesicht und am Rumpf werden die ersten Pusteln beobachtet, die sich im Verlauf der Krankheit bis auf die Kopfhaut ausbreiten können. Schleimhäute im Mund, an der Zunge oder den Genitalien können ebenfalls befallen sein. Die Bläschen bilden nach zwei bis drei Tagen eine Kruste und heilen dann ab. In den meisten Fällen erscheinen bis zu sechs Tage lang immer neue Pusteln.

Fieber, das meist nur leicht ist, eine allgemeine Mattigkeit und Schmerzen des Kopfes und der Glieder treten zu Anfang auf. Vor allem Kinder wirken allerdings oft abgesehen von den Hautbläschen völlig gesund. Gelegentlich wird eine Windpockeninfektion nicht einmal erkannt, weil das Kind überhaupt keine Symptome zeigt.

Windpocken Vorbeugen

Da die Windpocken zu den Erkrankungen gehören, die durch eine Impfung bekämpft werden können, wird die Impfung von Kinderärzten empfohlen. Häufig wird sie zusammen mit Impfstoffen gegen Mumps und Masern durchgeführt. Zu einer Impfung wird bei Kindern, bei schwangeren Frauen, die keinen Immunschutz haben, und bei Personen im Gesundheitsdienst geraten. Auch Menschen mit Hautproblemen wie Dermatitis sollten sich vorbeugend impfen lassen.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sollte der Kontakt mit Erkrankten vermieden werden. Vor allem Schwangere und Menschen mit schwacher Immunabwehr sollten großen Abstand halten. Da die Inkubationszeit allerdings sehr lang ist, lässt sich die Ansteckung nicht immer vermeiden. Wer an Windpocken erkrankt ist, darf weder den Kindergarten noch die Schule besuchen, um nicht gesunde Kinder oder Erwachsene anzustecken. Windpocken sind meldepflichtig, wenn sie in Kindergärten auftreten, einzelne Fälle müssen dagegen nicht dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

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