Verstopfung

Eine Verstopfung, die medizinisch als Obstipation bezeichnet wird, ist durch eine zu seltene oder nicht vollständige Entleerung des Darms gekennzeichnet. Experten schätzen, dass ungefähr ein Fünftel aller erwachsenen Deutschen gelegentlich oder regelmäßig von derartigen Problemen betroffen sind. Dabei leiden Frauen wesentlich häufiger unter einer Verstopfung als Männer, drei Viertel aller Patienten mit einer Obstipation sind weiblich.

Die Verstopfung darf nicht mit der Koprostase verwechselt werden, bei der es zu überhaupt keiner Darmentleerung mehr kommt. Die möglichen Ursachen für eine Obstipation sind vielfältig. Verwachsungen und andere krankhafte Veränderungen des Darmes können genauso zu einer Verstopfung führen wie verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Verstopfungen liegt häufig auch eine ungesunde Ernährungsweise oder ein Mangel an körperlicher Bewegung zugrunde.

Im Verlauf einer chronischen Darmerkrankung, wie zum Beispiel Morbus Crohn (Reizdarm), kommt es oft zu Verdauungsproblemen in Form einer Verstopfung. Nach Operationen im Bauchraum treten bei zahlreichen Patienten Verstopfungen auf. Auch psychische Erkrankungen sowie die absichtliche Unterdrückung des Stuhlgangs dürfen bei der Suche nach den Ursachen für eine Obstipation nicht außer Acht bleiben.

Verstopfung kann sich in verschiedenen Formen manifestieren, sie werden als akute, chronische, kologene, anorektale sowie idiopathische Obstipation bezeichnet. Darüber hinaus ist die Reiseobstipation weit verbreitet. In jedem Fall sollten die Ursachen einer Verstopfung sorgfältig abgeklärt werden, um eine geeignete Therapie auswählen zu können.

Verstopfung Ursachen

Verstopfung: Symptome und UrsachenFehlernährung beziehungsweise bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind häufig für eine Verstopfung verantwortlich:

  • Personen, die über einen längeren Zeitraum eine zu geringe Menge an Ballaststoffen oder Vitaminen zu sich nehmen, leiden oft an Verstopfung.
  • Genauso wirkt sich chronischer Bewegungsmangel negativ auf die Verdauung aus, Darmträgheit und Verstopfung sind die Folgen.
  • Auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann zu einer Obstipation durch einen zu harten Stuhl führen. Missbrauch von Drogen, Alkohol und Nikotin schädigen durch ihre toxische Wirkung die Nerven und führen so in vielen Fällen auch zu einer chronischen Verstopfung. Fruktoseintoleranz und Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) bewirken nicht selten Verstopfungen. Dasselbe gilt für Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Diabetes Mellitus.
  • Erkrankungen des Autoimmunsystems, wie zum Beispiel Multiple Sklerose, gehen oftmals mit Obstipationen einher. Entzündungen im Darm zählen ebenfalls zu den möglichen Ursachen einer Verstopfung, wie beispielsweise Morbus Crohn oder eine Dickdarmentzündung.
  • Eine chronische Verstopfung kann auch für kolorektale Karzinome symptomatisch sein, insbesondere wenn es abwechselnd auch zu Durchfällen kommt.
  • Eine Störung des Elektrolythaushaltes, insbesondere in Form einer Hypokaliämie (Kaliummangels) oder eines Mangels an Magnesiums, ist durch eine zu geringe Muskeltätigkeit des Darms häufig Auslöser einer Verstopfung.
  • Die Einnahme von Abführmitteln über einen längeren Zeitraum kann eine Verstopfung auslösen, da der Darm zunehmend unempfindlich für Reize wird.
  • Ebenso kann die längerfristige Einnahme von Medikamenten, die Opiate oder Opiodie als Wirkstoffe enthalten, eine Verstopfung auslösen.
  • Anatomische Anomalien und Veränderungen im Bereich des Enddarms und Afters sind häufige Ursachen einer Verstopfung.
  • Bei dieser anorektalen Obstipation kann es sich zum Beispiel um einen verengten Darmausgang oder um Aussackungen des Enddarms handeln.
  • Psychische Faktoren dürfen bei der Suche nach den Auslösern einer Verstopfung nicht vergessen werden.
  • Auch eine absichtliche Unterdrückung der Darmentleerung, wie sie bei Kindern nicht selten vorkommt, kann zu einer Verstopfung führen.

Verstopfung Symptome

Für eine Verstopfung ist eine zu seltene Darmentleerung charakteristisch. Normal ist es, mindestens drei Mal pro Woche Stuhlgang zu haben. Bei einer Verstopfung treten darüber hinaus auch oft Völlegefühle, Blähungen und Störungen des allgemeinen Befindens auf. Betroffene leiden meist unter Schwierigkeiten und Schmerzen bei der Darmentleerung. Der Stuhl ist oft hart und wird nur in äußerst kleinen Mengen abgegeben. Dementsprechend ist starkes Pressen beim Stuhlgang erforderlich.

Als Begleiterscheinungen einer Verstopfung können auch Völlegefühle, Verstopfungen und stärkeres Kälteempfinden auftreten.

Verstopfung Diagnose

Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese, mit der die möglichen Auslöser für eine Verstopfung identifiziert werden. Anschließend wird der Patient klinisch untersucht.

Urin und Blut werden analysiert, um eine mögliche Stoffwechselerkrankung beziehungsweise eine Störung des Elektrolyt- oder Mineralhaushaltes zu entdecken. Auch Hinweise auf einen Missbrauch von Abführmitteln können so gewonnen werden. Mit einem Test auf okkultes Blut im Stuhl kann ein Polyp oder ein Tumor im Darm entdeckt werden.

Bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen und eine Darmspiegelung liefern Darstellungen des Bauchraums und des Darms, so dass Unregelmäßigkeiten erkannt werden können. Weitere Spezialuntersuchungen wie der Kolontransit-Test mit Biomarkern, einer Magnetresonanztomographie (MRT), Elektromyografie (EMG) oder einer Computertomographie (CT) werden bei Bedarf durchgeführt, um die Ursache einer Verstopfung zu finden.

Verstopfung Therapie / Behandlung

Eine Verhaltenstherapie kann Patienten helfen, ihren Stuhlgang zu normalisieren und so eine Verstopfung zu verhindern. Geregelte Mahlzeiten mit ballaststoffreichen Nahrungsmitteln, viel Bewegung und mehr psychische Gelassenheit in Bezug auf den Stuhlgang sorgen oft für eine Normalisierung der Verdauung. Ist dies nicht der Fall, wird die Darmtätigkeit durch den Verzehr von Füll- und Quellstoffen als Abführhilfen angeregt.

Wenn auch diese Maßnahme erfolglos bleibt, verabreicht der Arzt starke Abführmittel, wie zum Beispiel Natriumpicosulfat. Allerdings sollten diese Medikamente nach Möglichkeit nicht permanent eingenommen werden. Auch warme Sitzbäder zur Entkrampfung, kalte Bauchwaschungen sowie Kniegüsse können helfen, eine träge Verdauung zu aktivieren. Eine vollständige Darmentleerung kann mit einem Klistier auf sehr schonende Weise herbeigeführt werden.

Wenn diese Therapieformen nicht die gewünschte Wirkung zeigen, wird ein digitales Ausräumen des Darms vorzunehmen sein. Bei einer hartnäckigen Verstopfung, insbesondere in anorektaler Form, kann auch eine Operation unumgänglich sein. Besonders häufig ist dies der Fall bei Verwachsungen oder Verschlingungen des Darms, zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung an Morbus Crohn.

Verstopfung Verlauf

Bei einer chronischen Verstopfung hat der Betroffene sehr häufig Beschwerden beim Stuhlgang. Er leidet darunter, dass es zu selten zu einer Darmentleerung kommt und diese oft nicht vollständig ist. Auch Schmerzen beim Stuhlgang aufgrund von dessen zu harter Konsistenz treten nicht selten im Zusammenhang mit einer chronischen Verstopfung auf. Ohne eine Behandlung entwickelt sich die chronische Verstopfung leicht zu einer massiven Belastung des Patienten, die auch seine Psyche betrifft. Eine akute Verstopfung ist wesentlich seltener. In ihrem Verlauf kann es zu sehr starken Bauchschmerzen, dem Erbrechen von Stuhl, einem angeschwollenen Bauch und einem akuten Schockzustand kommen.

Verstopfung Vorbeugen

Mit einer gesunden Lebensweise kann Verstopfungen wirkungsvoll vorgebeugt werden. Bei der Ernährung sollte man darauf achten, möglichst vollwertige Nahrungsmittel zu verzehren, die besonders viele Ballaststoffe enthalten. Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und getrocknetes Obst sind für ihre verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Das Gleiche gilt für Kleie, Rhabarber, Flohsamen und Sauerkraut.

Dagegen sollten Betroffene stopfende Lebensmittel, wie zum Beispiel Schokolade, Rotwein, Bananen und Weißbrot, meiden. Bei chronischer Verstopfung kann die Beratung durch eine Diätassistentin angezeigt sein, um gezielt die Ernährungsweise umstellen zu können. Genauso wichtig ist es, dass der Betroffene sich jeden Tag in ausreichendem Maße bewegt, um einer Verstopfung vorzubeugen.

Ausdauersportarten, wie Laufen oder Wandern, sind besonders empfehlenswert. Auch spezielle gymnastische Übungen können regelmäßig absolviert werden, um eine Verstopfung zu verhindern. Nicht zuletzt trägt auch ein regelmäßiger Tagesablauf dazu bei, den Stuhlgang zu normalisieren. Kommt es aufgrund von Stress und psychischen Belastung zur Verstopfung, sollten diese durch Entspannungsübungen, wie zum Beispiel Yoga, autogenes Training oder Meditation, so weit wie möglich abgebaut werden.

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