Venenerkrankungen

Durchschnittlich jeder zweite Mensch leidet einmal in seinem Leben an Venenkrankheiten, die damit zu einer der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates gehören. Dabei unterscheidet man zum einen zwischen Besenreisern und Krampfadern bzw. auch Venenentzündungen und Thrombosen. Während erstgenannte häufig vorwiegend als kosmetische Probleme betrachtet werden, deren gesundheitliches Risiko jedoch nicht unterschätzt werden darf, sind sowohl Entzündungen der Venen als auch die Beckenvenenthrombose schwerwiegende Krankheitsformen, die in jedem Fall medizinischer Abklärung und Therapie bedürfen.

Venenerkrankungen Ursachen

Venenerkrankungen Symptome und UrsachenDie Ursache für Venenkrankheiten wie die Bildung von Krampfadern oder Besenreisern liegt in einem schwachen Bindegewebe. Dieses ist meist vererbt, kann aber durch gewisse Faktoren wie langes Sitzen, Übergewicht und ähnliche Ursachen verstärkt werden. Durch das schwache Gewebe kommt es zu Beeinträchtigungen der Funktionsweise bei den Venenklappen, die sich nicht mehr richtig öffnen bzw. schließen und so den Rückfluss des Blutes zum Herzen verhindern.

Vor allem bei Personen, die viel sitzen bzw. stehen, staut sich so das Blut in den Beinen und hat nach einiger Zeit die Veränderung der Venen zu Krampfadern zur Folge. Auch Übergewicht bzw. eine Schwangerschaft kann Venenkrankheiten auslösen, hier vor allem durch die Lockerung des Bindegewebes in Vorbereitung auf die Geburt. Ein sogenanntes sekundäres Krampfadernleiden liegt dann vor, wenn der Betroffene unter einer Abflussbehinderung, also einer Thrombose oder einem Tumor, von der Oberflächenvene zur Vene im tieferen Gewebe leidet.

Venenerkrankung Symptome

Personen, die an Venenkrankheiten leiden, klagen über eine Wasseransammlung im Gewebe und über entsprechende Hautveränderungen, die sowohl in Form einer Sklerose, also eine Hautverhärtung, als auch in der Störung der Hautfarbe, also einer Pigmentierungsstörung, sichtbar wird. Diese treten fast ausschließlich am inneren Unterschenkel bzw. im Bereich der Innenknöchel auf. Auch das sogenannte „offene Bein“ oder ein Unterschenkelgeschwür kann dadurch die Folge sein. Wer über längere Zeit ein Schweregefühl oder Empfindungsstörungen in den Beinen spürt, leidet höchstwahrscheinlich ebenfalls an Venenkrankheiten. Eine weit fortgeschrittene Krankheitsform ist dann erreicht, wenn sich die Venenstränge schmerzhaft verhärtet und gerötet haben. Ebenso eine Blaufärbung der Haut, die oft Ausdruck eines Gefäßverschlusses sein kann.

Venenerkrankungen Diagnose

Wer sich bezüglich Venenkrankheiten zum Arzt begibt, der wird sich dort in erster Linie einer ausführlichen Schilderung seiner Beschwerden und einer gründlichen Anamnese stellen müssen. Anschließend hat der Phlebologe, der Facharzt für Venenkrankheiten, unterschiedliche Untersuchungsmöglichkeiten. Die beiden wichtigsten Methoden zur Klärung von Venenkrankheiten sind der Doppler-Ultraschall bzw. die Phlebographie.

Als weitere Maßnahme kann eine Photoplethysmographie bzw. eine Phlebodynamometrie durchgeführt werden. Die Phlebographie zeigt das Venensystem mit Hilfe von Röntgenstrahlen und funktioniert dadurch, dass dem Patienten eine Vene auf dem Fußrücken punktiert und so ein Kontrastmittel in das Gefäß gespritzt wird.

Die Doppler-Ultraschalluntersuchung basiert auf dem gleichen Prinzip, nämlich dass der Patient instruiert wird, Atemmanöver durchzuführen, um eine eventuelle Schädigung der Venenklappen erkennen zu können. Darüber hinaus werden Röntgenaufnahmen erstellt, auf denen die erweiterten Gefäßabschnitte sowie eventuelle Verschlüsse und Einengungen gut zu erkennen sind.

Bei der Photoplethysmographie erfolgt die Untersuchung mittels Infrarot, bei der der Füllungszustand der Venen gut erkennbar wird. Diese Untersuchung gibt gleichzeitig Aufschluss darüber, wie weit eine Strippingoperation erfolgreich sein wird.

Venenerkrankungen Therapie / Behandlung

Die Therapie bei Venenkrankheiten richtet sich nach ihrer Schwere. In erster Konsequenz kann zur Linderung der Beschwerden ein Venenmittel in Form von Cremes und Salben zur äußerlichen Anwendung verordnet werden. Dabei basieren diese oft auf pflanzlichen Wirkstoffen wie der Rosskastanie, Hamamelis oder Auszüge aus rotem Weinlaub. Diese Venenmittel verringern den Flüssigkeitsaustritt bei geschädigten Venenwänden und verbessern den Rückfluss des Blutes zum Herzen. In der Folge geht auch die Schwellung zurück bzw. verringern sich die Schmerzen bzw. das Schweregefühl in den Beinen.

Allerdings behandeln diese Medikamente allein die Symptome der Venenkrankheiten und nicht die Erkrankung in ihrer Ursache. Deshalb ist in jedem Fall eine Kompressionsmaßnahme und Bewegungstherapie in Kombination mit den äußerlichen Therapieformen zu empfehlen. Diese Kompressionsbehandlung besteht im Wesentlichen aus dem Tragen entsprechender Strümpfe, die durch das enge Anliegen am Bein die oberflächlichen Venen zusammen pressen und damit das Blut in die tiefen Venen quasi umgeleitet wird. Diese Therapieform muss daher in jedem Fall mit einem Arzt abgestimmt werden.

Eine physikalische Therapie kann in professionellem Gehtraining bzw. entsprechender Krankengymnastik bestehen. Spezielle Lymphdrainagen verbessern zusätzlich die Durchblutung bei den Patienten, die an Venenkrankheiten leiden.

Eine medikamentöse Behandlung besteht im Wesentlichen aus der Verabreichung des Wirkstoffes Calciumdobesilat, das eine gefäßabdichtende Wirkung hat. Dadurch tritt weniger Flüssigkeit aus der erkrankten Vene in das umliegende Gewebe. Liegt zudem eine Venenentzündung vor, wird zusätzlich ein nicht-steroidales Antirheumatika wie Diclofenac verabreicht. Dieses hilft bei Venenkrankheiten am besten in Form von Salben oder Gelen und lindert den Schmerz.

Wer die Ursachen seiner Venenkrankheiten behandeln lassen möchte, der muss eine Operation in Kauf nehmen. Bei diesem Schritt ist es wichtig, im Vorfeld abzuklären, wo sich die oberste Venenklappe befindet, die nicht mehr funktioniert.

Neben dem klassischen Venenstripping, also dem Herausziehen der Vene, gibt es inzwischen moderne Operationsmethoden wie die, die mittels Laser oder Radiowellen durchgeführt werden. Diese verlaufen im Wesentlichen komplikationslos und verhelfen dem Patienten zu einer raschen Rehabilitation. Wer bloß ein kosmetisches Problem mit Besenreisern hat, kann diese ambulant durch Veröden entfernen lassen.

Venenerkrankungen Verlauf

Knapp 90% der deutschen Bevölkerung leidet im Laufe seines Lebens an Venenkrankheiten. Wenn sich die Gefäße an den Beinen erweitern oder sogar kleine Knoten bilden, wird dies im Hautbild sichtbar. Oft kommen zu dieser kosmetischen Beeinträchtigung Beschwerden wie Schmerzen an den betroffenen Stellen bzw. ein Schweregefühl in den Beinen. Werden die Venenkrankheiten nicht therapiert und werden so zu einer chronischen Erkrankung, kommt es zu einem permanenten Blutstau und damit einem eingeschränkten Blutaustausch in der betroffenen Vene. Dies hat chronische Schwellungszustände zur Folge, die bei Nichtbehandlung letztendlich zu venöser Geschwürbildung führen, also den sogenannten offenen Beinen. Wird eine Thrombose in einem Blutgefäß nicht behandelt, kann es zu einer lebensbedrohlichen Embolie, meist der Lunge, kommen. Dieser Krankheitsverlauf kann sich über wenige Stunden bis zu einigen Wochen hinziehen und darf keinesfalls unterschätzt werden.

Venenerkrankungen Vorbeugen

Auch wenn grundsätzlich die Neigung zu Venenkrankheiten meist erblich bedingt ist, steigert doch ein entsprechender Lebenswandel zusätzlich die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken. Ausreichende körperliche Bewegung und möglichst häufiges Hochlagern der Beine trägt ebenso zur Stärkung der Gefäße bei wie die bekannten Kneippgüsse, also kalte Wassergüsse an den Wanden.

Ebenso sollte langes Stehen und Sitzen sowohl bei der täglichen Arbeit als auch auf längeren Reisen, insbesondere Flugreisen, vermieden werden. Übergewicht fördert ebenso wie zu enge Beinkleidung die Entstehung von Venenkrankheiten und sollte deshalb unterbleiben.

Wer eine längere Flugreise geplant hat und zu den Risikopatienten gehört, sollte bereits im Vorfeld durch Thrombosespritzen bzw. entsprechende Medikamente Maßnahmen zur Vermeidung dieser Venenkrankheiten ergreifen. Wer im Alltag Krampfadern bzw. Venenerkrankungen vorbeugen möchte, der kann neben einer ausgewogenen Ernährung und entsprechender körperlicher Betätigung zusätzlich spezielle physikalische Übungen machen. Eine davon wäre, wenn der Patient die Oberschenkel- bzw. Wadenmuskeln jeweils anspannt und wieder lockert. Dies sollte mehrmals hintereinander in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Dadurch werden die Venen zusammengedrückt und das Blut nach oben gepresst. Damit wird vor allem der natürliche Pumpmechanismus in den Beinen trainiert und Ablagerungen in den Gefäßen, die über kurz oder lang zu Ablagerungen an den Gefäßwänden führen, vermieden.

Auch mit Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren tut man seinen Venen gutes und vermeidet langfristig Venenkrankheiten.

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