Unfruchtbarkeit

Als Unfruchtbarkeit wird in der Medizin der Zustand einer Zeugungs- und Empfängnisunfähigkeit beschrieben. So gilt ein Paar als steril, wenn innerhalb von ein bis zwei Jahren keine Schwangerschaft eintritt trotz bestehendem Kinderwunsch und regelmäßigen Geschlechtsverkehr, bei dem keine verhütenden Maßnahmen ergriffen werden. Die Ursachen können vielfältig sein und sowohl beim Mann als auch bei der Frau liegen.

Dabei beschreiben die Begriffe Infertilität bzw. Sterilität die Unfruchtbarkeit genauer. So bezieht sich die Sterilität auf beide Geschlechter während von Infertilität (Unfruchtbarkeit) bei der Frau und von Zeugungsunfähigkeit beim Mann gesprochen wird. Je nachdem ob bereits eine Schwangerschaft stattgefunden hat, wird von einer sekundären oder primären Unfruchtbarkeit gesprochen.

Unfruchtbarkeit Ursachen

Unfruchtbarkeit Symptome & UrsachenEiner Zeugungsunfähigkeit oder Unfruchtbarkeit und somit einer ungewollten Kinderlosigkeit können ganz verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Oft sind Männer zeugungsunfähig da die Bildung gut beweglicher, normaler Spermien eingeschränkt ist. So kann die Samenqualität durch Nikotin, Drogen- und Alkoholmissbrauch ebenso beeinflusst werden wie durch berufsbedingte Schadstoffexpositionen, Umweltschadstoffe und Ernährungsgewohnheiten zu denen beispielsweise östrogenähnliche Substanzen zählen. Ursachen der männlichen Zeugungsunfähigkeit können zudem Bauch- oder Leistenhoden, Krampfadern am Hoden (Varikozele), Mumps sowie eine Schädigung durch Strahlen- oder Chemotherapie im Rahmen einer Behandlung von bösartigen Erkrankungen sein.

Des Weiteren kann eine ionisierende Strahlung (z.B. bei Röntgenuntersuchungen oder Flugreisen) sowie Krankheiten wie die perniziöse Anämie, eine Form der Blutarmut bei Vitamin B12-Mangel, die Zeugungsunfähigkeit beim Mann verursachen. Mitunter ist die Spermienqualität auch zeitweise durch den Besuch von Whirlpool oder Sauna beeinträchtigt denn aufgrund der Hitze können Spermien zerstört werden. Allerdings sind Zellen, die nach der Hitzeeinwirkung gebildet werden, davon nicht beeinflusst. Auch zu häufiges Sitzen und zu enge Hosen gelten als mögliche Ursache für eine schlechte Qualität der Spermien.

All diese Aspekte können letztendlich zur Azoospermie oder zu einer krankhaften Veränderung der Spermien (OAT-Syndrom) führen. Untersuchungen haben darüber hinaus ergeben, dass die Samenqualität mit zunehmendem Alter abzunehmen scheint. Die erektile DysfunktionNeben den bereits erwähnten Faktoren, die in erster Linie die Spermienqualität beeinträchtigen, sind jedoch auch Kriterien für die Zeugungsunfähigkeit des Mannes von Bedeutung, die den Samentransport beeinflussen. Dabei geht es in erster Linie um die Fähigkeit ausreichend Sperma in die Gebärmutter der Frau einzubringen, um ein Ei zu befruchten. In diesem Fall spielt die erektile Dysfunktion, die auch unter dem Begriff Impotenz bekannt ist, eine wesentliche Rolle. Zusätzlich gibt es noch weitere Krankheitsbilder, zu denen die retrograde Ejakulation zählt, bei der das Sperma anstelle zur Penisöffnung in die Harnblase bei dem Samenerguss geleitet wird oder der Verschluss des Ductus Ejaculatorius. Ein weiterer Grund der männlichen Zeugungsunfähigkeit kann die Verlegung der Samenwege sein d.h. die Hoden bilden zwar genügend Samenzellen doch ihr Weg durch die Nebenhodengänge oder die Samenleiter sind versperrt aufgrund einer entzündlichen Verklebung der Samenleiter.

Die Infertilität der Frau

Auch bei Frauen gibt es verschiedene Gründe die eine Unfruchtbarkeit hervorrufen oder fördern. Sind die Eileiter zum Beispiel aufgrund von Infektionen, Entzündungen, einer Endometriose oder Operationen verschlossen, verwachsen oder verklebt kann es zu einer starken Beeinträchtigung des Transportes der Eizelle durch den Eileiter kommen oder diesen ganz verhindern. Ein vollständiger Verschluss oder Verwachsungen der Eileiter entstehen oft durch infektiöse Geschlechtskrankheiten insbesondere bei einer Chlamydien-Infektion sowie durch Eileiterentzündungen. Weitere mögliche Ursachen können Follikelreifungsstörungen, Ovulationsschwierigkeiten und hormonelle Störungen sein zu denen Hyperprolaktinämie und Hyperandrogenämie ebenso zählt wie Hypothyreose. Neben Vitamin B12-Mangel (perniziöse Anämie), genetischen Defekten und einer Strahlen- oder Chemotherapie zur Behandlung bösartiger Erkrankungen führen auch Über- und Untergewicht, Stress, Drogen- und Alkoholmissbrauch zur Unfruchtbarkeit der Frau.

Unfruchtbarkeit Symptome

Die Symptome einer Zeugungsunfähigkeit oder Unfruchtbarkeit können sich vielseitig äußern verursachen jedoch im Allgemeinen keine besonderen Beschwerden. Bei einer Infertilität der Frau kann es zu Symptomen wie ausgeprägter Akne, übermäßiger Behaarung oder starken Zyklusschwankungen kommen, die ein Zeichen hormoneller Funktionsstörungen sein können.

Treten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie krampfartige Menstruationsbeschwerden auf dann kann eine Endometriose zugrunde liegen, die oft zu einer Sterilität führt. Eine mögliche Zeugungsunfähigkeit beim Mann kann sich durch Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme sowie durch Größenveränderung der Hoden zeigen.

Unfruchtbarkeit Diagnose

Bei unerfülltem Kinderwunsch sollten generell beide Partner mitwirken da die Ursachen sowohl bei der Frau als auch beim Mann oder bei beiden Liegen kann. Bevor jedoch die Diagnose der Unfruchtbarkeit durch einen Spezialisten gestellt wird, erfolgt zunächst eine umfassende Anamnese bei der Fragen zur Problematik beantwortet werden. Anschließend werden Untersuchungen durchgeführt die beim Mann in Form von Tast- und Ultraschalluntersuchungen, Hodenbiopsie und genetischen Untersuchungen (Karyogramm) erfolgt. Eine Hormonspiegeluntersuchung wird nur dann veranlasst, wenn eine geringe Anzahl Spermien im Spermiogramm zu finden sind.

Die Untersuchung bei Frauen gestaltet sich umfangreicher und beinhalten neben der Tast- und vaginalen Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung der Eierstöcke und Gebärmutter auch eine Gebärmutterspiegelung um Myome, Polypen oder auch Verklebungen in der Gebärmutter zu erkennen und Fehlbildungen auszuschließen. Es wird darüber hinaus eine Hormonwertuntersuchung und eine Bauchspiegelung zur Erkennung von Myomen oder Verwachsungen vorgenommen sowie eine Kontrastmittelsonografie, die Aufschluss über die Durchgängigkeit der Eileiter gibt. Ganz wichtig ist zudem eine Zyklusanamnese, bei der über 3 bis max. 6 Menstruationszyklen die Begleiterscheinungen dokumentiert und beobachtet werden. Denn so kann festgestellt werden, ob ein Eisprung überhaupt stattfindet oder ob eine Gelbkörperschwäche vorliegt.

Unfruchtbarkeit Therapie / Behandlung

Bei Zeugungsunfähigkeit oder Unfruchtbarkeit ist die Therapie abhängig von der Ursache. Liegen hormonelle Störungen vor kommt eine Hormonbehandlung infrage. Sind hingegen verklebte Samenleiter beim Mann oder verklebte Eileiter bei der Frau für die Unfruchtbarkeit verantwortlich kann im Rahmen einer Operation diese Ursache behoben werden. Sind jedoch keine körperlichen Gründe für die ungewollte Kinderlosigkeit feststellbar, dann kann die Ursache seelisch bedingt sein. In diesem Fall helfen psychologische Beratungen, Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training, Gesprächsrunden in Selbsthilfegruppen und mitunter auch Behandlungen in Form einer Akupunktur.

Bei Zeugungsunfähigkeit oder Unfruchtbarkeit ist auch eine künstliche Befruchtung als Therapie möglich die alle Verfahren einschließt, bei denen ein Kind nicht auf natürliche Weise also durch Geschlechtsverkehr entsteht. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung wie die intrakorporale künstliche Befruchtung bei der aufbereitetes Sperma des Partners der Frau in den Gebärmutterhals eingeführt wird.

Eine andere Variante ist die extrakorporale künstliche Befruchtung (IVF, In-vitro-Fertilisation), bei der mehrere reife Eizellen der Frau entnommen werden um sie außerhalb des Körpers (in vitro) mit dem Samen des Mannes zu befruchten und sie anschließend in die Gebärmutter der Frau wieder einzusetzen.

Eine weitere Maßnahme der künstlichen Befruchtung ist, der intratubarer Gametentransfer (ein eileiterinterner Keimzellentransfer) bei dem Sperma und Eizellen in die Eileiter gepflanzt werden, wodurch die Befruchtung der Eizelle im Körper der Frau möglich ist. Während Spendersamen und eine Eizellenspende durch eine andere Frau ebenfalls eine Therapie darstellen kann, ist die Leihmutterschaft, bei der eine Frau für unfruchtbare Paare ein Kind austrägt in Deutschland strafrechtlich verboten.

Unfruchtbarkeit Verlauf

Der Verlauf und die Prognose bei einer Therapie, die eine Schwangerschaft trotzt Unfruchtbarkeit ermöglichen soll, ist abhängig von der jeweiligen Behandlungsmethode. Kam ein Verfahren der Reproduktionsmedizin als Therapie zur Anwendung, kommt es sehr häufig zu Mehrlingsschwangerschaften. Die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung betragen rund 15 Prozent was bedeutet, dass 15 Prozent aller Befruchtungsversuche einen positiven Verlauf nehmen und ein lebensfähiges Kind geboren wird. Die Erfolgschancen sinken allerdings mit zunehmendem Alter. Werden Hormone verabreicht, dann kann es langfristig aber auch zu Komplikationen kommen wie Zystenbildung oder Blutgerinnungsstörungen.

Unfruchtbarkeit Vorbeugen

Einer Unfruchtbarkeit kann frühzeitig mit verschiedenen Maßnahmen vorgebeugt werden. So ist neben einer gesunden, ausgewogenen Lebensweise, ein maßvoller Genuss von schwarzem Tee, Kaffee und Alkohol und die Vermeidung von zu viel Stress empfehlenswert. Es sollten darüber hinaus Schutzimpfungen gegen Masern, Röteln und Mumps sowie eine Kontrolle auf Hodeninfektionen erfolgen und Kondome beim Geschlechtsverkehr verwendet werden um eine Infektion (z.B. Chlamydien-Infektion) zu verhindern. Entzündliche Erkrankungen sollten rechtzeitig behandelt und die Auswirkungen chronischer hormoneller Störungen wie Funktionsstörungen der Nebennierenrinde oder Schilddrüsenerkrankungen vermindert werden.

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