Typhus

Das Wort Typhus entstammt dem Griechischen und bedeutet Dunst oder Nebel. Typhus und Paratyphus (Paratyphus ist eine abgeschwächte Form von Typhus) sind meldepflichtige Infektionskrankheiten, welche durch bestimmte Salmonellen entstehen oder ein ähnliches Krankheitsbild hervorrufen. Eine Salmonellenerkrankung ist eine Magen-Darm-Entzündung, welche zu Brechdurchfällen führt. Über den Mund kann die Ansteckung übertragen werden. Salmonellen kommen in verseuchten Lebensmitteln oder bei Tieren vor. Salmonellenentzündungen treten einzeln oder gehäuft (in der Familie) auf und können auch ganze Altenheime oder Kindergärten infizieren.

Die typischen Symptome für eine Salmonellenvergiftung können Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen sein. Bei beiden Krankheiten können Auswirkungen auf den gesamten Körper entstehen. Der Typhus, auch Bauchtyphus genannt, stellt eine fieberhafte Allgemeinkrankheit dar, die ohne Behandlung schwerwiegend oder gar tödlich verlaufen kann. Der Paratyphus verläuft in aller Regel milder, jedoch muss in Deutschland sowohl die Erkrankung als auch der Tod gemeldet werden.

Weltweit sind Typhus und Paratyphus sehr verbreitet, jedoch in den allermeisten Fällen nur in Ländern mit unzureichenden hygienischen Bedingungen. Afrika, Südamerika und Südostasien gehören zu den Hochrisikogebieten. Pro Jahr treten weltweit ca. 22 Millionen neue Fälle von Typhus und 5,5 Millionen Fälle von Paratyphus auf. Dagegen sind in Deutschland jährlich 50 bis 100 Fälle zu verzeichnen, wovon es sich meistens um importierte Fälle von Fernreisenden handelt.

Typhus Ursachen

Typhus SymptomeSalmonellen sind Bakterien, die bei Menschen eine Salmonellose auslösen können. Die häufigste Ursache können Erreger sein, die sich bei verdorbenen Lebensmitteln bilden können. Sowohl mit als auch ohne Sauerstoff können sich Salmonellen vermehren. Zur Entstehung einer Salmonellose benötigt es eine recht hohe Anzahl an Keimen, denn der säuerliche Magensaft tötet in aller Regel die Erreger ab.

Bei Menschen mit einer geschwächten Körperabwehr oder bei Menschen mit wenig Magensäure ist das Ansteckungs- und Ausbreitung hoch. Die in den Magen und Darm gelangten Salmonellen verursachen eine Infektion des Dünndarms und des oberen Dickdarms. Dieses nennt sich eine Enteritis und bedeutet eine Darmentzündung. Die Erreger durchdringen die Darmschleimhaut, schädigen diese durch die Freisetzung der Giftstoffe, der Toxine. Aufgrund der Möglichkeit, dass sowohl Menschen als auch Tieren diese Erreger haben können, gehört die Salmonellosen zu den Zoonosen (übertragbare Krankheiten zwischen Mensch und Tier). Die Inkubationszeit – das ist die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung – ist sehr kurz. Je nach Anzahl der in den Körper gelangten Salmonellen beträgt diese wenige Stunden bis hin zu drei Tagen. In ganz seltenen Fällen kann es auch schon mal sieben Tage betragen.

Typhus Symptome

Eine ausgelöste Salmonellose setzten die Symptome recht plötzlich ein. Das typische Beschwerdebild ist vor allem wässriger Durchfall, Unwohlsein, sehr heftige Bauchschmerzen, Erbrechen und Kopfschmerzen. Durch Salmonellen kann Fieber ausgelöst werden, Schüttelfrost kommt aber sehr selten vor. Betroffene fühlen sind meist schon innerhalb weniger Stunden schwer krank. In der Regel lässt die Infektion nach zwei bis drei Tagen nach, selten dauert die Rekonvaleszenz eine Woche. Der Durchfall verschwindet und Betroffenen erholen sich rasch. Es muss jedoch für den Flüssigkeitsverlust ein Ausgleich erfolgen.

Typhus Diagnose

Eine ausgelöste Salmonellose kann schon aufgrund des Leitsymptom Durchfall und der Vorgeschichte diagnostiziert werden. Eine Vorgeschichte könnte eine plötzliche Erkrankung mehrerer Personen, welche die gleichen Speisen gegessen haben, sein. Zur Absicherung der Diagnose ist es nötig, die Erreger nachzuweisen. Mittels einer Stuhlprobe, einem Rektalabstrich, Erbrochenes oder verdächtige Speisereste können zur Diagnostizierung dienlich sein. In diesen Fällen sind die ursächlichen Salmonellen enthalten. Entsteht während des Krankheitsverlaufs Fieber, so wird zusätzlich noch eine Blutuntersuchung vorgenommen.

Typhus Therapie / Behandlung

Eine Therapie bei einer durch Salmonellen ausgelöste Salmonellose zielt darauf, den Flüssigkeitsverlust, welcher bei dem Brechdurchfall entstanden ist, auszugleichen. Im Fachjargon heißt das den Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen. Die Kreislauffunktionen müssen regelmäßig überwacht werden. Therapie unterstützend kann neben dem Ausgleich des Wasser- und Mineralhaushaltes, sorgfältige Pflege zur schnellen Genesung beitragen. Es ist nicht immer sinnvoll gegen Salmonellose Antibiotika einzunehmen, denn durch diese medikamentöse Therapie verlängert sich die Ausscheidung des salmonellendurchzogenen Stuhlgang.

Bei Säuglingen und Kleinkindern, älteren Menschen, sowie bei einer schwer verlaufenden Infektion ist es angezeigt, Antibiotika zu verordnen. Ein halbsynthetischer, antibiotisch wirksamer Arzneistoff aus der Gruppe der Lactam-Antibiotika oder antibiotische wirksamen Arzneistoffe, wie Trimethoprim und Sulfamethoxazol, können helfen.

Typhus Verlauf

Der Krankheitsverlauf von Typhus oder Paratyphus hängt von der gesamtkörperlichen Verfassung und den Anzeichen der Infektion ab. Trotz ähnelnder Symptome verläuft Paratyphus wesentlich günstiger als Typhus. Eine rechtzeitige Einsetzung von Antibiotika trägt dazu bei, dass die Prognose positiv bewertet werden kann, eine Sterblichkeitsrate unter einem Prozent. Jedoch in 20 Prozent aller unbehandelten Typhuserkrankungen endet der Verlauf tödlich. Die Tödlichkeit des Verlaufs ist vom Alter und dem Immunstatus des Patienten abhängig.. Dagegen stehen bei Paratyphus leichte bis mittelschwere Verläufe an. Rezidive (Rückfälle) und Komplikationen sind sehr selten.

Die Krankheitsdauer bei dieser Form beträgt zwischen 4 bis 10 Tage. Ist der Typhus oder der Paratyphus erst einmal überstanden, so ist man etwa für mindestens ein Jahr relativ immun gegen die jeweiligen Erreger. Bei einer hohen Erregerdosis kann jedoch eine Neuerkrankung hervorgerufen werden. In etwa 1 bis 4 Prozent scheiden trotz überstandener Erkrankung weiterhin Salmonellen aus. Diese Dauerausscheidung kann eine ständige neue Infektionsquelle bilden. Komplikationen treten bei unbehandelten schweren Fällen auf. Das gilt besonders bei Kindern.

Mögliche Komplikationen können schwere Darmblutungen, Darmgeschwüre, Bauchfellentzündung, entzündende Organe und Gewebe, Entzündungen der Harnröhren oder Thrombosen- oder Lungenembolien sein.

Typhus Vorbeugen

Bei Typhus kann mittels einer Impfung vorgesorgt werden. Die Schutzimpfung wird oral verabreicht und sorgt mindestens für ein Jahr lang vor. Ebenfalls sehr empfehlen ist diese Impfung für Reisende in gefährdete Gebiete. Dem Paratyphus kann nicht vorgesorgt werden. Es stehen aber auch Impfstoffe zur Verfügung, die mittels eine Spritze verabreicht werden, diese wird auf bei einer Impfauffrischung gereicht. Ohne Typhusimpfung kann unter Einhaltung gewisser Verhaltensregeln der Krankheit vorgegriffen werden, gleiches kann adäquat beim Paratyphus vorbeugen werden.

Die Übertragungserreger werden in den meisten Fällen über Wasser übertragen. So kann mit abgekochtem Wasser dem vorgebeugt werden. Rohe und nicht ausreichend gekochte Nahrung, sowie ungewaschenes Obst oder frische Fruchtsäfte sollten tabu sein. Auf jeden Fall sollte auch auf eine ausreichend hygienische Lagerung von Speisen achten. Durch das Infektionsschutzgesetz müssen in Deutschland alle Fälle von Typhus gemeldet werden und Dauerausscheider müssen regelmäßig überwacht werden.

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