Trockenes Auge

Das Auge geh√∂rt zu den empfindlichsten Organen. Daher verwundert es nicht weiter, dass sie auf Ver√§nderungen ihres unmittelbaren Umfeldes besonders sensibel reagieren. Bei der Keratokonjunktivitis, besser bekannt als Syndrom des trocknen Auges, handelt es sich um eine Fehlfunktion in der Benetzung des Auges. Damit die obersten Schichten des Augapfels durch den permanenten Kontakt mit der Bindehaut nicht verschlei√üen, produzieren die Lider einen gleitenden Film, den sogenannten Tr√§nenfilm. Dieser besteht aus einer Emulsion, die √§hnlich wie das Motor√∂l in Motoraggregaten daf√ľr sorgt, die Reibung zwischen den Augapfel und den Lidern so gering wie m√∂glich zu halten. Kommt es bei der Benetzung der Augen mit dem Tr√§nenfilm zu Fehlfunktionen, weil beispielsweise die Zusammensetzung des Tr√§nenfilms nicht mehr stimmt oder einfach zu wenig davon produziert wird, entstehen die typischen Symptome, die unter trockenes Auge zusammengefasst werden.

Trockenes Auge Ursachen

Trockenes Auge Symptome und UrsachenAls Ursachen trockener Augen kommen unterschiedliche in Betracht. Unterschieden werden in einer ersten Differenzierung einerseits ein trockenes Auge infolge eines Befalles von krankheitserregenden Fremdk√∂rpern wie Bakterien und Viren sowie andererseits solche Symptome, die nicht auf einen k√∂rperfremden Erreger zur√ľckzuf√ľhren sind. Die h√§ufigste krankheitsbedingte Keratokonjunktivitis tritt infolge einer Blepharitis (Lidrandentz√ľndung) auf.

Bakterien (h√§ufig Staphylokokken) oder Viren befallen die Lidr√§nder und verursachen dort entz√ľndliche Reaktionen. Infolge der Entz√ľndung der Lider werden auch die dort gelegenen Meibom-Dr√ľsen in Mitleidenschaft gezogen, die f√ľr die Produktion des Tr√§nenfilms verantwortlich sind. Ein trockenes Auge, dass nicht von Krankheitserregern verursacht wurde, hat deutlich mehr m√∂gliche Ursachen. Medizinisch erwiesen ist, dass langes Arbeiten am Bildschirm die Augen austrocknen l√§sst, das hei√üt, wegen dem intensiven „Staren“ auf den Bildschirm mehr Tr√§nenfilmfl√ľssigkeit verbraucht wird, als die Meibom-Dr√ľsen herstellen k√∂nnen. Eine weitere m√∂gliche Ursache kann auch niedrige Luftfeuchtigkeit sein, die die vorschnelle Verdampfung des Tr√§nenfilms beg√ľnstigt.

Trockenes Auge Symptome

Das klinische Bild f√§llt je nach Intensit√§t der Symptome und Ursache unterschiedlich aus. Gemein haben sowohl die krankheitsbedingte als auch die nicht krankheitsbedingte Keratokonjunktivitis, dass bei beiden F√§llen die Augen mit zu wenig Tr√§nenfilm versorgt sind. Infolge permanenter Reibung des Augapfels und der Bindehaut kommt es zu R√∂tungen der Bindehaut und des Augenwei√ües, die nicht selten auch schmerzhaft sein k√∂nnen. Die Betroffenen k√∂nnen dann nicht mehr lange genug die Augen offen halten und m√ľssen h√§ufiger blinzen. Dies ist ein nat√ľrlicher Abwehrmechanismus des K√∂rpers, der versucht, durch h√§ufiges Blinzen wenigsten ein wenig Tr√§nenfilm aus den Meibom-Dr√ľsen herauszudr√ľcken. Ein trockenes Auge, dessen Ursache ein Krankheitserreger ist, f√ľhrt zu entz√ľndlichen L√§sionen im Augenbereich, was letztlich in brennende Schmerzen m√ľnden kann.

Trockenes Auge Diagnose

Um festzustellen, ob ein trockenes Auge durch zu geringe Tr√§nenfl√ľssigkeit bedingt ist, nimmt der Augenarzt den sogenannten Schirmer-Test vor. Hierbei legt er ein St√ľck speziell saugf√§higes Papier f√ľr etwa eine halbe Stunde in die Bindehaut. Danach kann er anhand der Markierungen des Papieres erkennen, welche Menge Tr√§nenfl√ľssigkeit die Augen binnen einer halben Stunde produzierten. Liegt sie unter der Norm, liegt ein trockenes Auge vor.

Eine weitere M√∂glichkeit zur Diagnose trockener Augen ist, einen Tr√§nentropfen isoliert zu untersuchen, wie sie beschaffen ist. Nicht selten ist der zu geringe Fettanteil des Tr√§nenfilms schuld an der Keratokonjunktivitis. Wegen des zu geringen Fettanteils verdampft der Wasseranteil zu schnell mit der Folge, dass die Augen nicht mehr mit ausreichend Tr√§nenfl√ľssigkeit benetzt sind, was letztlich zum trockenen Auge f√ľhrt. Sofern auch die Bindehaut sich entz√ľndlich ver√§ndert hat, liegt es nahe, dass der Hintergrund des trockenen Auges ein bakterieller bzw. viraler Befall ist. In diesem Fall nimmt der behandelnde Augenarzt einen Abstrich von der Bindehaut und l√§sst diese auf m√∂glichen Befall untersuchen.

Trockenes Auge Therapie / Behandlung

Im Fall eines durch Keimbefall bedingten trocknen Auges kann der Augenarzt anhand des Ergebnisses des Abstriches ein entsprechendes Antibiotikum (im Fall eines bakteriellen Befalles) bzw. ein Virostatikum (im Fall eines viralen Befalles) verschrieben, um den Erreger als Ursache zu bek√§mpfen. Zus√§tzlich kann je nach Intensit√§t der Beschwerden vor√ľbergehend noch ein besonderes Tr√§nenersatzmittel, welche die Funktion des nat√ľrlichen Tr√§nenfilms √ľbernimmt, sowie entz√ľndungshemmende Wirkstoffe wie Kortison verschrieben werden.

Bei nicht bakteriell bedingter Keratokonjunktivitis sollte der Patient selbst die Ursache anhand seines Tagesablaufes eruieren und Рsoweit möglich Рdiesem entgegenwirken. Beispielsweise kann die Arbeit am Bildschirm auf ein zumutbares Maß reduziert werden oder zumindest ein Tränenersatzmittel angewendet werden, um die Augen vor der Austrocknung zu bewahren. Sinnvoll kann auch ein Allergietest sein, um so herauszufinden, ob der mögliche Auslöser der trocknen Augen eine Unverträglichkeit bestimmter Stoffe ist, die der Betroffene fortan meiden sollte.

Trockenes Auge Verlauf

Sowohl die krankheitserregerbedingte als auch die nicht erregerbedingte Keratokonjunktivitis beginnen mit eher leichten Beschwerden, die sich im Laufe der Zeit immer weiter verschlimmern. Das liegt darin, dass zu Beginn nicht gleich alle Meibom-Dr√ľsen verstopft bzw. von Erregern befallen sind und insoweit die Tr√§nenproduktion nicht g√§nzlich eingestellt ist. Erst wenn die Beschwerden unbehandelt bleiben, die Meibom-Dr√ľsen weiter verstopfen bzw. komplett mit den Erregern befallen und entz√ľndlich ver√§ndert worden sind, erreichen die Beschwerden einhergehend mit Schmerzen ihren H√∂hepunkt. Sobald sie aber therapiert wird, liegt die Heilungschance in beiden F√§llen au√üerordentlich gut, binnen weniger Wochen Beschwerdefreiheit zu erlangen.

M√∂glich ist aber auch, dass sich die Meibom-Dr√ľsen dergestalt ver√§ndern, dass sie dauerhaft nicht mehr ausreichend Tr√§nenfilm bzw. nicht in der richtigen Zusammensetzung produzieren mit der Folge, dass die Beschwerden ein Leben lang behandelt werden m√ľssen. Allerdings reicht nach einer ersten, erfolgreichen medikament√∂sen Behandlung aus, wenn k√ľnftig t√§glich die Augen im Rahmen der sogenannten Lidhygiene auf spezielle Anweisung des Arztes gereinigt werden, um so der Verstopfung der Meibom-Dr√ľsen entgegenzuwirken. Da die richtige Zusammensetzung des Tr√§nenfilms nicht mehr wiederhergestellt werden kann, sind Betroffene insoweit auf lebenslange Anwendung von Tr√§nenersatzfilmpr√§paraten angewiesen, die allerdings f√ľr gew√∂hnlich nebenwirkungsfrei sind.

Trockenes Auge Vorbeugen

Wie bereits erwähnt, lassen sich das nicht erregerbedingte trockene Auge durch Meidung der auslösenden Faktoren vorbeugen. Bei erregerbedingten trockenen Augen sollten Betroffene sich vergegenwärtigen, dass die Augen besonders empfindlich sind, das heißt, sie sollten besonders geschont werden. Beispielsweise sollten die Augen Рauch wenn sie jucken Рnicht mit ungewaschenen Händen gerieben werden.

Grundsätzlich ist der Kontakt der Augen mit Gegenständen bzw. anderen Körperteilen zu unterlassen, um so das Risiko einer Ansteckung mit Erregern zu verringern. Chronische Keratokonjunktivitis infolge falscher Zusammensetzung des Tränenfilms lässt sich dagegen nicht verhindern.