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Tinnitus

Tinnitus aurium ist der vollständige Begriff, der Klingeln der Ohren bedeutet. Der Betroffene nimmt dabei Geräusche wahr, die von anderen Personen nicht gehört werden können. Diese Art des Tinnitus wird auch der subjektive Tinnitus genannt und kommt am häufigsten vor. Die andere Art ist der so genannte objektive Tinnitus, wo bei dem Betroffenen eine messbare körpereigene Schallquelle festgestellt werden kann. Diese Form ist jedoch sehr selten.

Ein Tinnitus kann ein- oder beidseitig wahrgenommen werden und ist eine zus√§tzliche akustische Wahrnehmung und kann als Brummen, Zischen, Klopfen oder Pfeifen vorkommen. Das Ger√§usch muss nicht gleichbleibend intensiv sein, sondern kann auf in verschiedenen Intensit√§ten vorkommen und einmal st√§rker und dann wieder schw√§cher vorkommen. Der Ausl√∂ser f√ľr einen Tinnitus muss nicht immer ein reales H√∂rereignis sein, sondern kann auch spontan auftreten. Wichtig ist die deutliche Abgrenzung des Tinnitus gegen√ľber akustischen Halluzinationen.

Ungefähr 10 Р20% der Bevölkerung leiden dauerhaft unter einem Tinnitus und zumindest 40% stellen einmal in ihrem Leben ein Ohrgeräusch fest. Es ist jedoch auch festzuhalten, dass bei einer Versuchsstudie 93,75% der hörgesunden Teilnehmer in einem schallisolierten Raum innerhalb von 5 Minuten Ohrgeräusche entwickelten.

Tinnitus Ursachen

Tinnitus Symptome und UrsachenBei den Ursachen zur Entstehung eines Tinnitus muss man zwischen objektiven und subjektiven Tinnitus unterscheiden.

Die seltene Form des objektiven Tinnitus wird durch eine körpereigene Schallquelle ausgelöst, die sich in der Nähe des Innenohrs befindet.

Die m√∂glichen Ursachen daf√ľr sind vielf√§ltig:

Wenn es zu Verengungen der Arterien kommt, nimmt der Betroffene pulssynchrone Ger√§usche wahr. Eine weitere Ursache k√∂nnen Verkrampfungen im Ohr oder der Gaumenmuskulatur sein, die sich durch ein Klicken im Ohr √§u√üern. In diesem Fall ist meistens nur ein Ohr betroffen und nicht beide. Ein objektiver Tinnitus kann auch durch Tumore im Mittelohr oder durch Kiefergelenksprobleme beim √Ėffnen und Schlie√üen des Mundes verursacht werden.

Der subjektive Tinnitus hingegen stellt kein eigenst√§ndiges Krankheitsbild dar und ist nur ein Symptom einer St√∂rung des H√∂rsystems. Aus diesem Grund heraus k√∂nnen die Ursachen f√ľr die Entstehung eines subjektiven Tinnitus sehr vielf√§ltig sein. Die Experten sind sich dar√ľber einig, dass ein subjektiver Tinnitus mit fast jeder Erkrankung einhergehen kann. Eine weit verbreitete Ursache ist ein krankhafter Prozess im Innenohr da dort der Schall in Nervenimpulse umgewandelt wird. Aufgrund einer gesteigerten √úberfokussierung auf das Ohrger√§usch kann dieses auch noch bestehen bleiben wenn die pathologische Ursache beseitigt wurde. Die Entstehung direkt im zentralen Nervensystem hingegen ist sehr selten.

Zu den m√∂glichen Faktoren, die Ausl√∂ser f√ľr die Entstehung der Ohrger√§usche sein k√∂nnen geh√∂ren viele verschieden M√∂glichkeiten. Eine bestehende Innenohrschwerh√∂rigkeit beg√ľnstigt die Entwicklung des Tinnitus, da die fehlende Aktivierung verschiedenster Frequenzen zu einer Kompensation mittels Ohrger√§usch f√ľhren kann. Weitere Ausl√∂ser k√∂nnen ein H√∂rsturz, Morbus Meni√®re oder auch eine akute Mittelohrentz√ľndung sein. Ebenso k√∂nnen Trommelfelldefekte oder Fremdk√∂rper im Ohr zu einem Tinnitus f√ľhren. Eine der h√§ufigsten Ursachen ist jedoch Stress und starke psychische Belastung, diese k√∂nnen auch zur Aufrechterhaltung und Verst√§rkung des Tinnitus f√ľhren.

Tinnitus Symptome

Ein Tinnitus verursacht individuell verschiedene Beschwerden, da er von jedem Betroffenem anders wahrgenommen wird. Oftmals ver√§ndert sich auch die Tonh√∂he und es k√∂nnen auch Ruhephasen vorkommen. Die Ohrger√§usche k√∂nnen je nachdem wie aufgepr√§gt sie sind zu verschiedenen Folgeerscheinungen, den sekund√§ren Symptomen f√ľhren. H√§ufig treten Ein- und Durchschlafprobleme, Konzentrationsst√∂rungen und Muskelverspannungen im Bereich der Halswirbels√§ule auf. Viele Betroffene klagen auch √ľber Kopfschmerzen, Schwindel und eine √úberempfindlichkeit des Geh√∂rs (Hyperakusis).

Bei schweren F√§llen kann es ebenso zu Angstzust√§nden, depressiven Verstimmungen und daraus resultierende zu einem sozialen R√ľckzug kommen. Der Tinnitus wird in 4 verschiedene Schweregrade eingeteilt. Beim ersten Grad, besteht kein Leidensdruck und das Ger√§usch ist gut kompensiert. Beim Grad 2 nimmt der Betroffene das Ger√§usch haupts√§chlich bei Stille war und ist nur in Stresssituationen belastend. Ein Gro√üteil aller Patienten ist in diesen beiden Schweregraden zu finden und hat keine Sekund√§r- bzw. Folgesymptome. Im Grad 3 kommt es zu einer dauernden Beeintr√§chtigung im Berufs- und Privatleben, da das Ohrger√§usch zu emotionalen und k√∂rperlichen St√∂rungen f√ľhrt. Im Grad 4 kommt es zu einer v√∂lligen Dekompensation im privaten Bereich und zur Unf√§higkeit einen Beruf auszu√ľben.

Tinnitus Diagnose

Die Grundlage der Diagnostik ist eine ausf√ľhrliche Anamnese des Patienten und detaillierte Fragen das Ohrger√§usch betreffend. Es folgt eine komplette Untersuchung des Hals-Nasen-Ohren Raumes und auch der Nasen-Rachenraum muss gespiegelt werden. Zudem wird ein H√∂rtest und eine Gleichgewichtspr√ľfung gemacht. Des Weiteren sollte eine Trommelfellmikroskopie durchgef√ľhrt werden um Trommelfellverletzungen auszuschlie√üen. Im Anschluss daran folgt die Analyse des Ger√§usches und des Maskierungslevels.

Die Bestimmung des Maskierungslevels ist besonders f√ľr die Therapie wichtig. Bei Bestehen der Symptome seit maximal 3 Monaten spricht man von einem akuten Tinnitus, bei einem l√§nger andauernden Ger√§usch von einem chronischen. Das Verschwinden des Ohrger√§usches ist aber nicht unbedingt abh√§ngig von der Dauer des Bestehens.

Tinnitus Therapie / Behandlung

Nach der Feststellung ob es sich um einen akuten oder chronischen Tinnitus handelt richtet sich die Behandlung nach den folgenden Kriterien: Ursache, Schweregrad und vorhandene sekundäre Symptome. Der akute Tinnitus sollte sofort behandelt werden und wird gleich wie ein Hörsturz gehandhabt. Es werden Rheologika als Infusion verabreicht, die die Sauerstoffversorgung des Innenohrs anregen und in schweren Fällen zusätzlich Glukokortikoide.

Eine alternative Behandlungsform insbesondere bei Knalltraumen ist die hyperbare Sauerstofftherapie in einer Druckkammer. Beim chronischen Tinnitus wird die Therapie hauptsächlich darauf abgestellt, dass der negative Stress der durch die ständige Geräuschbelastung entsteht vermindert wird. Eine Therapie die Heilung von einem chronischen Tinnitus verspricht ist aber als zweifelhaft anzusehen und daher abzulehnen.

Tinnitus Verlauf

Der Verlauf ist sehr variantenreich und bei jedem Patienten unterschiedlich. Es k√∂nnen somit keine allgemeinen Aussagen √ľber den Verlauf getroffen werden. Grunds√§tzlich sollte bei einem spontan auftretenden Ohrger√§usch, das mehr als 48 Stunden anh√§lt sofort ein HNO Arzt aufgesucht werden.

Tinnitus Vorbeugen

Eine 100% sichere Vorbeugungsma√ünahme existiert nicht bzw. konnte bis heute noch nicht festgestellt werden. Stress f√ľhrt zu einer Beg√ľnstigung der Entstehung von Ohrger√§uschen und daher k√∂nnte man in diesem Bereich am ehesten Vorbeugen. Zudem sollte in der N√§he von L√§rmquellen (bei Konzerten oder Diskobesuchen) Ohrst√∂psel getragen werden. Laute Musik √ľber Kopfh√∂rer sollte ebenso vermieden werden.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 12. Oktober 2020.
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