Thrombose

Eine Thrombose ist eine Erkrankung der Blutgefäße, die durch ein Blutgerinnsel innerhalb einer Ader entsteht. Ein solches Gerinnsel kann in jedem Gefäß auftreten, am häufigsten tauchen Thrombosen jedoch in den Venen auf. Vor allem die tiefen Beinvenen sind betroffen. Arterielle Thrombosen sind seltener. Das Blutgerinnsel entsteht durch die Ansammlung der Blutplättchen (Thrombozyten), die durch verschiedene Faktoren im Blut freigesetzt werden und sich an den Gefäßwänden sammeln. In einer Art Netzstruktur sammeln sich immer mehr Thrombozyten an, wodurch das Blutgefäß sich in der Folge verengen oder gar verstopfen kann.

Thrombosen können lebensbedrohlich werden, denn löst sich ein Thrombus von der Gefäßwand, wird er über die Adern weitertransportiert und kann durch einen Blutstau in Herz, Lunge oder Gehirn einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall auslösen. Ursachen von Thrombosen können Gerinnungsstörungen, beispielsweise durch Erberkrankungen sein. Auch Schäden an der Gefäßwand durch Verletzungen oder Entzündungen, können Thrombosen hervorrufen. Eine Schwangerschaft, sehr langes Sitzen mit verschränkten Beinen oder Bettlägerigkeit können die Entstehung einer Thrombose ebenfalls begünstigen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was Mediziner auf die Einnahme der Anti-Baby-Pille und das erhöhte Thromboserisiko während Schwangerschaften zurückführen. Vorbeugende Maßnahmen wie ausreichende Bewegung, Kompressionsstrümpfe oder die Einnahme von prophylaktischen Medikamenten, die die Blutgerinnung vermindern, können der Entstehung eines Thrombus vorbeugen.

Thrombose Ursachen

Thrombose Ursachen + SymptomeDie Ursachen für die Entstehung von Thrombosen fassen Mediziner in den Virchowschen Trias zusammen. Einer der drei Faktoren bezieht sich auf die Änderung der Zusammensetzung des Blutes. Hierzu gehören Gerinnungsstörungen, die erblich bedingt sein kann oder durch Medikamente wie beispielsweise die Anti-Baby-Pille hervorgerufen werden kann. Auch Schwangerschaften können das Thromboserisiko erhöhen. Bestimmte Nahrungsmittel oder giftige Substanzen können ebenfalls Einfluss auf die Blutgerinnung nehmen.

Ein weiterer Faktor ist eine Verminderung der Strömungsgeschwindigkeit des Bluts. Ist der Blutfluss verlangsamt, weil Gliedmaßen eingeklemmt sind wie durch den Druck zweier übereinander geschlagener Beine, kann ein Thrombus entstehen. Langes Sitzen bei Flugreisen oder dauerhaftes Liegen beispielsweise nach einer Operation setzen die Flussgeschwindigkeit des Bluts ebenfalls herab und begünstigen die Ansammlung von Blutplättchen an den Gefäßwänden.

Der dritte Faktor beschreibt die Ursache von Thrombosen durch Schäden an den inneren Gefäßwänden von Venen und Arterien. Diese Verletzungen können durch Entzündungen hervorgerufen werden oder auch altersbedingt durch degenerative Verformungen entstehen. Weitere Risikofaktoren, die die Thrombosegefahr erhöhen sind Diabetes Mellitus und Gefäßveränderungen, die durch Kohlenmonoxid, also durch das Rauchen verursacht werden. Übergewicht und häufiger Flüssigkeitsmangel erhöhen das Risiko, einer Störung der Blutgerinnung und einer Verklumpung der Blutplättchen in den Gefäßen. Grundsätzlich ist das Risiko einer venösen Thrombose höher als die Entstehung von arteriellen Thrombosen. Dies ist auf den anatomischen Aufbau der Gefäßwände zurückzuführen. Venen sind feiner aufgebaut und die Fließgeschwindigkeit des venösen Blutes ist grundsätzlich deutlich geringer.

Thrombose Symptome

Die Ausprägung der Symptome bei Thrombosen kann mitunter stark variieren. Viele Patienten bekommen von der Entstehung eines Thrombus nichts mit und stellen die ersten Beschwerden fest, wenn die Thrombose bereits entstanden ist. Die häufigste Ausprägung sind die Venenthrombosen in den tiefer liegenden Beinvenen. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen und Spannungsgefühlen in den Fußknöcheln, der Wade oder den Kniekehlen. Auch eine Blaufärbung der Haut kann ein Zeichen für die Entstehung einer Thrombose sein. Bei Venenthrombosen ist das betroffene Bein in der Regel überdurchschnittlich warm und weißt eine deutliche Schwellung auf. Sind nicht die Beine sondern die Venen im Beckenbereich betroffen, sprechen Mediziner von einer Beckenvenenthrombose, die zwar seltener vorkommt, jedoch aufgrund der Größe der Gefäße sehr gefährlich sein kann. Bei Schwangeren kann sich eine Thrombose in den Beckenvenen nach der Entbindung zeigen. Durch den fehlenden Druck, der zuvor von der Gebärmutter auf die Gefäße ausgeübt wurde, löst sich nach der Geburt der Thrombus und kann in schweren Fällen zu einer Lungenembolie führen. Auch in den Armvenen kann sich ein Blutgerinnsel zum Beispiel als Folge eines Venenkatheters Bilden. Die beschriebenen Symptome treten dann im Arm auf.

Generell kann ein Thrombus aber an jeder Stelle des Körpers entstehen, weshalb die Art und Ausprägung der Symptome sehr unterschiedlich sein kann. Ist eine Lebervene betroffen, kann es zu Gelbsucht und Bewusstseinsstörungen in Folge eines Leberversagens kommen. Eine Verstopfung in den Nierenvenen zeigt sich meist durch Schmerzen im unteren Rücken und durch Blut im Urin. Symptome wie Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit können Anzeichen für ein Gerinnsel im Gehirn sein.

Thrombose Diagnose

Die häufigste Form um Thrombosen zu diagnostizieren sind die sogenannten bildgebenden Verfahren, also Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT). Nach der Abklärung der Patientengeschichte (Anamnese), wie beispielsweise Vorerkrankungen, akute und chronische Beschwerden, kann der Arzt durch eine körperliche Untersuchung eine Thrombose entdecken. Er prüft hierbei die Venen auf Krampfadern oder andere sichtbare Veränderungen. Sind die tiefen Beinvenen von einem Thrombus betroffen, kann der Mediziner das Gerinnsel durch Ultraschalluntersuchungen lokalisieren.

Durch moderne Verfahren wie die Dopplersonografie können der Blutfluss und die Veränderung der Fließgeschwindigkeit sichtbar und hörbar gemacht werden. Ein Herzultraschall (Echokardiografie) gibt Aufschluss darüber, ob die Herzgefäße von einer Thrombose betroffen sind. Eine weitere Diagnosemöglichkeit ist die Feststellung von Thrombose-Abbauprodukten im Blut durch den sogenannten D-Timer-Test, der eine tiefe Beinvenenthrombose mit großer Sicherheit ausschließen kann. Thrombosen in Gehirn, Lunge oder Herz kann der Test aber nicht zuverlässig ausschließen.

Thrombose Therapie / Behandlung

Die erste Möglichkeit der Therapie einer tiefen Venenthrombose ist die Hemmung der Blutgerinnungsfähigkeit. Um das Risiko einer Embolie möglichst rasch zu senken, werden sogenannte Heparinpräparate oder Faktor-Xa-Hemmer eingesetzt, die mit einer Spritze unter die Haut gespritzt werden. In der Folge beginnt der Körper das Blutgerinnsel, dessen Wachstum durch die Gerinnungshemmer gestoppt wird, aufzulösen. Diese Auflösung (Thrombolyse) des Blutpfropfs kann außerdem mit speziellen Wirkstoffen angeregt werden, die intravenös, also direkt in die Vene, verabreicht werden.

Um gefährliche Risiken wie innere Blutungen zu verhindern, wird eine Thrombolyse nur in Kliniken durchgeführt. Die Kompression der betroffenen Körperteile durch Strümpfe oder Kompressionsverbände unterstützt den Heilungsverlauf und ist von Beginn an Teil der Therapie. Sind nur kleinere Blutgefäße oder Kapilarvenen betroffen, genügt in der Regel die Kühlung und Kompression der betroffenen Stelle aus. Die chirurgische, also operative Entfernung von erkrankten oder verstopften Venen ist eher die Ausnahme.

Thrombose Verlauf

Da eine Thrombose vielfältige Ursachen haben kann, ist auch der Verlauf der Erkrankung recht unterschiedlich. In der Regel bekommen Patienten einen Thrombus erst mit, wenn sich Schwellungen in den betroffenen Körperteilen, häufig in den Beinen, bilden. Die Waden und Knöchel schwellen an und die Temperatur der betroffenen Areale erhöht sich fühlbar. Eine solche akute Thrombose ist behandlungsbedürftig und sollte durch medikamentöse Therapie oder operativ behandelt werden.

In manchen Fällen reagiert der Körper selbst auf einen Thrombus und baut diesen um. Dabei entsteht in der Regel eine Entzündung dadurch, dass Zellen in das Blutgerinnsel einwandern und sich der Thrombus dadurch mit der Gefäßwand verbindet. Teile des Thrombus werden dann wieder für den Blutfluss durchgängig. Mediziner versuchen diesen natürlichen Heilungsverlauf in der Regel medikamentös zu unterstützen.

Thrombose Vorbeugen

Die beste Vorbeugung vor Thrombosen ist Bewegung. Auch auf langen Bus- oder Flugreisen sollte dafür gesorgt werden, dass vor allem die Beine in Bewegung bleiben und nicht über mehrere Stunden in einer Position verharren. Der Verzicht auf Rauchen und eine ausgewogene Ernährung verringern das Risiko von Kalkablagerungen in den Gefäßen und senken somit die Gefahr eines Gefäßverschlusses. Kompressionsstrümpfe nach Operationen, während der Schwangerschaft oder auf langen Reisen sind besonders für Risikopatienten empfehlenswert. Die prophylaktische Einnahme von Blutgerinnungshemmern sollte in jedem Fall mit einem Arzt abgesprochen werden.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3 Bewertungen, Ø: 4,67 von 5
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.