Tetanus

Tetanus ist eine akute Infektionskrankheit, die häufig tödlich verläuft. Ausgelöst wird sie durch das Gift von Bakterien (Clostridium tetani), die weltweit verbreitet sind. Die Sporen des Bakteriums sind ausgesprochen widerstandsfähig und kommen im Erdreich, im Staub und in Tierdärmen vor. Im Krankheitsverlauf werden die muskelsteuernden Nervenzellen geschädigt, wodurch Lähmungen und extreme Muskelkrämpfe auftreten. Aufgrund der hohen Durchimpfungsrate gingen die Neuerkrankungen in den letzten Jahren stark zurück, pro Jahr werden in Deutschland weniger als 15 Fälle von Tetanus gemeldet. Aussagekräftige Daten fehlen jedoch, da die Meldepflicht bereits 2001 aufgehoben wurde.

In zahlreichen Länder mit warmem, feuchtem Klima, schlechter medizinischer Versorgung und niedrigen Impfraten sind jedoch häufige Infektionen zu beobachten. Ein sehr hohes Risiko besteht in jenen Ländern auch für Säuglinge bereits kurz nach der Geburt. Mangelnde Hygiene und unzureichende Bedingungen aber auch das traditionelle Auftragen von Erdpasten auf den nicht verheilten Nabel führen zu Tetanusinfektionen, an denen Jahr für Jahr viele Säuglinge sterben. Mittlerweile ist aber auch die Anzahl dieser Infektionen rückläufig.

Tetanus Ursachen

Tetanus Symptome & UrsachenDie direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei Tetanus nicht möglich. Der Erreger kann nur über Wunden in den Körper eindringen. Oft reichen schon Dornen, Holzsplitter oder Nägel, um die Tetanus-Sporen unter die Haut zu bringen; selbst kleinste Bagatellverletzungen bergen eine reale Gefahr. Die Vermehrung des Bakteriums erfolgt unter anaeroben Bedingungen, also ohne Sauerstoff. Währenddessen werden Toxine abgesondert, welche die muskelsteuernden Nervenzellen schädigen und so Lähmungen und Krämpfe verursachen. Die Erreger verbreiten sich entlang der Nervenbahnen, bis sie schließlich die Vorderhörner des Rückenmarks erreichen. Durch den Angriff auf Proteine, ohne die keine Neurotransmitter freigesetzt werden können, kommt es schließlich zu heftigen Krämpfen in der willkürlichen Muskulatur.

Tetanus Symptome

Nach einer Inkubationszeit von drei Tagen bis drei Wochen – in Ausnahmefällen sogar von mehreren Monaten, treten grippeähnliche Symptome auf. Schwäche, Schwindel und Kopfschmerzen werden häufig von Unruhe und Gliederzittern sowie Schweißausbrüchen begleitet. Fieber gehört nicht zwingend zu den typischen Symptomen, viele Patienten leiden nur für kurze Zeit an leicht erhöhter Temperatur oder bleiben sogar vollständig fieberfrei.

Ein erhöhter Muskeltonus ist bereits im Anfangsstadium zu bemerken, auch das Schlucken und Sprechen ist für den Patienten beschwerlich. Unterschiedlichste äußere Reize können zudem Krampfanfälle auslösen. Eine Kieferklemme verhindert das Öffnen des Mundes, durch die Verkrampfung der Gesichtsmuskeln kommt es zu dem typischen Risus sardonicus („Teufelsgrinsen“). Bereits nach kurzer Zeit verkrampft sich auch die lange Rückenmuskulatur, was schmerzhafte Überstreckung bis hin zum Bruch von einzelnen Wirbeln mit sich bringen kann.

Im weiteren Verlauf folgen heftige Krämpfe in den Extremitäten sowie im Kehlkopf und Zwerchfell, die jeweils eine bis zwei Minuten andauern können. Schlussendlich tritt der Erstickungstod ein. Unbehandelt geht Tetanus mit sehr großem Leid einher, da durch die Krankheit weder das Bewusstsein noch das Empfinden getrübt werden.

Tetanus Diagnose

Tetanus wird anhand des klinischen Krankheitsbildes diagnostiziert. Der Nachweis des Erregers mittels Bakterienkulturen gelingt nur äußerst selten, im Zweifelsfall können jedoch zur Absicherung der Diagnose Toxine im Tierversuch nachgewiesen werden. Hierzu wird Wundmaterial des Patienten verwendet, um einen Neutralisationstest an einer Maus durchzuführen.

Tetanus Therapie / Behandlung

Bei Tetanus kann die Therapie nur symptomatisch erfolgen, da keine kausalen Behandlungsmöglichkeiten existieren. Selbst eine hoch dosierte Gabe fremder Antikörper zur passiven Immunisierung ist unter Experten umstritten. Als erste Maßnahme wird die Wunde großzügig ausgeschnitten, mitunter muss sogar ein Teil des Körpers amputiert werden. Dadurch kann die fortschreitende Vermehrung der Bakterien und die damit einher gehende Produktion von Toxinen unterbunden werden.

Bei einem milden Krankheitsverlauf wird der Patient in einem abgedunkelten, schalldichten Raum untergebracht und mit starken Sedativa ruhiggestellt. So sollen durch optische und akustische Reize ausgelöste Krämpfe vermieden werden. Ein schwer erkrankter Mensch hingegen ist auf maschinelle Beatmung in Kombination mit einer medikamentös herbeigeführten Muskelerschlaffung angewiesen. Die intensivmedizinische Überwachung muss in den meisten Fällen über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen aufrechterhalten werden.

Tetanus Verlauf

Nicht jede Infektion mit Tetanus verläuft genau gleich. Folgende Formen werden unterschieden: Generalisierter Tetanus, lokalisierter Tetanus und Neonataler Tetanus. Der generalisierte Tetanus ist durch anfängliche grippeähnliche Symptome, gefolgt von Krämpfen der Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet. Darauf folgen Kiefersperre und Schluckbeschwerden sowie schmerzhafte Verkrampfungen, die mitunter zu Knochen- und Wirbelbrüchen führen können. Im weiteren Verlauf treten Atemprobleme auf, die (unbehandelt) zum Tod durch Ersticken führen. Komplikationen in Form von Lungenentzündungen, Atemwegsverengungen, Blutdruckschwankungen und Durchblutungsstörungen können die Therapie zusätzlich erschweren.

Der lokalisierte Tetanus gehört zu den seltensten Formen dieser Krankheit. Dazu kommt es nur, wenn die letzte Impfung vor sehr langer Zeit verabreicht wurde, der Impfschutz also nicht mehr vollständig gegeben ist. Die Muskelkrämpfe treten in diesem Fall lokal begrenzt in der Umgebung der Verletzung auf, durch welche die Bakterien in den Körper eindringen konnten. Der Verlauf ist deutlich milder als beim generalisierten Tetanus. Vom neonatalen Tetanus können nur Neugeborene betroffen sein, deren Nabelschnur nicht steril versorgt wurde und deren Mütter zudem über keinen ausreichenden Impfschutz verfügen. Die Säuglinge leiden an Krämpfen, zudem sind sie meist zu schwach, um zu trinken.

Tetanus Vorbeugen

Die einzige mögliche Vorbeugung gegen Tetanus ist die Impfung. Die erste Impfdosis können Säuglinge bereits im Alter von zwei Monaten erhalten, nach insgesamt drei Gaben im Abstand von einem Monat und anschließend einem Jahr ist der Impfschutz komplett. Die erste Auffrischung wird im Grundschulalter durchgeführt, im Erwachsenenalter muss spätestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Bei unzureichendem Impfschutz wird im Falle einer Verletzung die sogenannte Simultanimpfung durchgeführt. Die Kombination aus aktiver und passiver Immunisierung bringt sowohl sofortigen als auch langfristigen Impfschutz. Die gründliche Reinigung und gegebenenfalls medizinische Versorgung der Wunde ist ebenfalls wichtig. Mitunter muss abgestorbenes Gewebe chirurgisch entfernt werden, um die Entstehung einer sauerstoffarmen Umgebung zu verhindern.

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