Taubheit

Unter Taubheit versteht man die vollständige Gehörlosigkeit. Je nachdem, ob ein oder beide Ohren betroffen sind, handelt es sich um ein- oder beidseitige Taubheit. Das Krankheitsbild kann angeboren sein oder durch spätere Erkrankungen beziehungsweise Schädigungen des Gehörs erworben. Kinder, die vollständig taub sind, haben keine Möglichkeit zum normalen Spracherwerb. Hier war früher der Begriff der Taubstummheit gebräuchlich. Eine gezielte Frühförderung und Behandlung ist notwendig. Die Verständigung erfolgt mit Hilfe der Gebärdensprache. Bei einer nur einseitigen Hörbehinderung oder nicht vollständiger Taubheit gibt es dagegen Hilfe.

Abhängig von der Schwere können Implantate eingesetzt werden, die einen Teil des Gehörs wieder funktionsfähig machen. Die Voraussetzung dazu sind der Zustand der Hörschnecke (lat. Cochlea) und die Funktionsfähigkeit des Hörnervs. Dann ist es Kindern möglich, normal sprechen zu lernen. Auch Erwachsene haben mit der Implantation des Cochlea-Implantats gute Chancen, die Hörfähigkeit wieder herzustellen.

Eine einseitige Hörbehinderung wird oft nicht rechtzeitig erkannt, da das andere Ohr ausgleichend wirkt. Es fehlt dann aber die Fähigkeit zum Richtungshören, auch können die Entfernungen, aus denen die Geräusche kommen, nicht eingeschätzt werden. Das hat Auswirkungen im täglichen Leben und besonders im Straßenverkehr. Deshalb ist es wichtig, dass auch eine einseitige Taubheit diagnostiziert und falls möglich behandelt wird.

Zu einer im Kindes- und Erwachsenenalter auftretenden Gehörlosigkeit können verschiedene Ursachen führen. Dazu gehören chronische Mittelohrentzündungen, eine Überbelastung durch akustische Einflüsse von außen und in extremen Fällen der Hörsturz. Außerdem kann Taubheit im hohen Alter auftreten. Hier manifestiert sich meist zuerst eine zunehmende Schwerhörigkeit.

Taubheit Ursachen

Taubheit Symptome / UrsachenTaubheit hat mehrere mögliche Ursachen. Die Krankheit kann von Geburt an vorhanden sein. Hier liegen die Ursachen entweder in einer Schädigung während der Schwangerschaft, zum Beispiel Alkohol- und Nikotinmissbrauch. Für das Ungeborene gefährlich werden können auch Infektionen wie Röteln, Toxoplasmose, Syphilis und Zytomegalie. Die Einnahme bestimmter Medikamente, beispielsweise gewisse Antibiotika, Zytostatika und Diuretika können ebenfalls für eine pränatale Schädigung verantwortlich sein.

Des Weiteren kommt eine Vererbung in Frage. Wenn beide Eltern gehörlos sind, werden etwa 15 Prozent der Kinder ebenfalls gehörlos geboren. In diesen Fällen sind das Innenohr, das Mittelohr oder der Hörnerv nicht oder nur unvollständig ausgebildet. Die angeborenen Krankheiten Mondini-Dysplasie und Fourman-Fourman-Syndrom haben als Begleiterscheinung Taubheit. Bei einer späteren Schädigung im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter handelt es sich um eine erworbene Taubheit.

Ursachen dafür können chronische Mittelohrentzündungen, extreme akustische Einflüsse und in seltenen Fällen ein Hörsturz sein.

Taubheit Symptome

Taubheit erschwert in erster Linie die Kommunikation. Wer Geräusche und Töne nicht wahrnehmen kann, dem fehlt die Fähigkeit, auf den entsprechenden Reiz zu reagieren. Wenn die Ohren nicht funktionsfähig sind, ist es den Betroffenen auch nicht möglich zu erkennen, aus welcher Richtung die Geräusche und Töne kommen und wie weit sie entfernt sind. Bei Babys zählt deshalb der Hörtest zu den wichtigsten Untersuchungsmaßnahmen.

Je früher eine Taubheit erkannt wird, desto wirksamer ist die Förderung und Besserung der Situation. Eltern können an der ausbleibenden Reaktion des Kindes ebenfalls erkennen, ob eine Schädigung des Gehörs vorliegt. Angeborene Taubheit aufgrund einer Schädigung im Mutterleib kann mit weiteren Symptomen und Beeinträchtigungen einhergehen. Mit betroffen sind in solchen Fällen Augen, Knochen, Haut oder Nieren. Wenn die Beeinträchtigung erst später auftritt und nur ein Ohr betroffen ist, sind die Symptome diffuser und schwieriger festzustellen. Es kommt zu einer gewissen Orientierungslosigkeit, Nebengeräusche werden als sehr störend empfunden.

Taubheit Diagnose

Unmittelbar nach der Geburt eines Kindes wird ein Hörtest vorgenommen. Im Verlauf der weiteren Früherkennungsuntersuchungen wird der Kinderarzt ebenfalls regelmäßig das Gehör testen. Ihm stehen mehrere Diagnoseverfahren zur Verfügung. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden die gleichen diagnostischen Mittel angewendet: Der objektive Hörtest (BERA) dient zur Untersuchung des Hörnervs. Die Messung otoakustischer Emissionen gibt Aufschluss über eine Schädigung der Haarzellen im Innenohr. Beide Tests liefern objektive Ergebnisse. Zur Untersuchung gehört außerdem eine Gleichgewichtsprüfung, denn das Gleichgewichtsorgan hat seinen Sitz im Ohr.

Weiterführende Untersuchungen sind die Computertomografie und die Magnetresonanztomografie. Diese beiden bildgebenden Verfahren liefern exakte Daten über anatomische Veränderung des Hörnervs oder der Hörschnecke. Wenn ein Cochlea-Implantat geplant ist, wird mit dem Promontorialtest die Funktionsfähigkeit des Hörnervs überprüft. Bei Kindern mit Verdacht auf Taubheit werden weitere Untersuchungen genutzt, um eine stark verminderte Intelligenz oder eine herabgesetzte Wahrnehmungsfähigkeit als Ursache auszuschließen. Diese Untersuchungen führt ein Neurologe durch.

Taubheit Therapie / Behandlung

Bei nicht vollständiger Taubheit dienen Hörgeräte dazu, das Restgehör zu unterstützen. Kinder werden zusätzlich von einem Logopäden angeleitet. Unter gewissen Voraussetzungen kann auch ein Implantat in das Innenohr eingesetzt werden. Dazu wird zunächst mit Hilfe der Computertomografie geprüft, in welchem Zustand die Hörschnecke ist und ob der Hörnerv funktionsfähig ist.

Das sogenannte Cochlea-Implantat kann bei ein- und beidseitiger Taubheit zum Einsatz kommen. Damit ist es möglich, das Hörvermögen vollständig wiederherzustellen. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Wenn die Taubheit angeboren ist, soll das Implantat möglichst früh, etwa zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr, eingesetzt werden. Betroffene Kinder können damit ein vollständiges Hörvermögen erlangen. Das erleichtert dann auch das Erlernen der Lautsprache.

Nach der Operation ist die Rehabilitation entscheidend. Kinder und Erwachsene sollen ein intensives Hör- und Sprechtraining absolvieren. Je höher die Motivation ist, umso größer sind die Erfolge. Bei gehörlosen Kindern fördert und erleichtert das Erlernen der Gebärdensprache das spätere Erlernen der Lautsprache. Die Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache, die über eine eigene Grammatik verfügt.

Taubheit Verlauf

Taubheit kann einen positiven Verlauf nehmen, wenn der Einsatz von Hörgeräten oder eines Cochlea-Implantats möglich ist. Damit lässt sich zumindest die Sprachfähigkeit von Kleinkindern verbessern. Auch erwachsene Betroffene können damit die Fähigkeit des Hörens ganz oder teilweise wieder erlangen. Zu beachten ist jedoch, dass das Implantat nicht alle Frequenzen und Tonhöhen ausgleichen kann. Das Hörerlebnis gleicht eher einer metallischen Computerstimme, störende Nebengeräusche können nicht herausgefiltert werden. Ob mit oder ohne Implantat, Förderung ist in jedem Fall wichtig. Denn beidseitige Taubheit birgt das Risiko der Vereinsamung. Aus diesem Grund ist zumindest das Erlernen der Gebärdensprache unabdingbar. Wenn das Hörgerät oder Implantat jedoch das Hörempfinden verbessern kann, dann gelingt auch das Erlernen der Lautsprache.

Taubheit Vorbeugen

Während der Schwangerschaft ist eine wirkungsvolle Vorbeugung möglich, indem die Schwangere auf Genussgifte verzichtet. Gefährliche Infektionen wie Toxoplasmose, Röteln, Zytomegalie oder Syphilis können durch rechtzeitige Impfungen vermieden werden. Bei der Einnahme von Medikamenten ist darauf zu achten, dass die Verwendung von bestimmten Antibiotika, Diuretika und Zytostatika schwerwiegende Folgen haben kann.

Bei Babys, Kindern und Erwachsenen können chronische Mittelohrentzündung ein Auslöser für Taubheit sein. Es gilt: Rechtzeitig zum Arzt, damit Erkrankungen der Ohren nicht chronisch werden. Der Schutz gegen äußere akustische Einflüsse ist bei Berufen mit hoher Lautstärkebelastung unverzichtbar. Langzeitschäden können durch die Verwendung eines Gehörschutzes wirksam verhindert werden. Wenn schon eine Schwerhörigkeit vorliegt, kann der Einsatz eines Cochlea-Implantats mit einer anschließenden Reha-Maßnahme gegen einen weiteren Gehörverlust vorbeugen.

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