Skoliose

Das Wort „Skoliose“ leitet sich aus dem altgriechischen ab und bedeutet „krumm“. Darum trägt auch das Krankheitsbild diesen Namen. Spricht der Arzt von einer Skoliose, handelt es sich um eine Verkrümmung, beziehungsweise Verbiegung der Wirbelsäule. Gelegentlich kommt auch eine Drehung der Wirbelsäule hinzu, dann spricht man von einer zusätzlichen Torsions- oder Rotationsskoliose. Eine gesunde Wirbelsäule besitzt immer eine leichte S-Form. Diese geringen Gegenschwingungen, helfen dem Körper, im physischen Gleichgewicht zu bleiben.

Zur Erstellung der Diagnose einer pathologischen, also krankhaften, über das Normalmaß hinausgehende Verbiegung, orientiert man sich an dem sogenannten Cobb-Winkel, welcher Aufschluss über das Ausmaß, der Schwere einer Skoliose gibt. Menschen mit gering ausgeprägten Skoliosen, haben in früheren Jahren meist keine Probleme oder Beschwerden. Trotzdem sollten diese Fehlformen beobachtet, beziehungsweise behandelt werden, um Spätschäden im höheren Alter zu vermeiden.

Skoliose Ursachen

Skoliose: Symptome und UrsachenDie Ursachen für eine skoliotische Fehlform der Wirbelsäule, sind vielfältig und hängen auch von der Art, beziehungsweise von der Schwere der Verkrümmung ab. Am häufigsten sind die Ursachen jedoch unbekannt. In diesem Fall spricht man von einer idiopathischen Skoliose. Sind die Auslöser und der Entstehungszeitpunkt bekannt, wird von symptomatischen oder sekundären Skoliosen gesprochen. Dazu zählen angeborene Miss- oder Fehlbildungen, durch Nerven- und Muskelerkrankungen (z.B. Lähmungen, Teillähmungen, Muskelschwund, Kinderlähmung,…) hervorgerufene Skoliosen, Fehlbildungen der Knochen, mögliche Nebenwirkungen ärztlicher Behandlungen (OP, äußere Einwirkungen, Bestrahlung), nach Unfällen oder Gewalteinwirkungen aufgetretene Verbiegungen, sowie statische Skoliosen, auf Grund einer Beinlängendifferenz.

Skoliose Symptome

Je nach Ausprägung einer Skoliose, werden Symptome manchmal gar nicht oder nur sehr unterschwellig wahrgenommen. In einigen Fällen, wird von den Betroffenen selbst, ein Beinlängenunterschied bemerkt. Andere Patienten, insbesondere bei stärkerer Wirbelsäulenverbiegung, klagen über Rücken- und/oder Kreuzschmerzen, sowie eventuelle Bewegungseinschränkungen. Optische Symptome sind, unter anderem Höhenunterschiede der Schultern oder der Schulterblätter.

Skoliose Diagnose

Bevor anhand einer Untersuchung und bildgebender Verfahren, eine Skoliose eingeteilt und diagnostiziert werden kann, ist es wichtig, durch die Vorgeschichte und das Alter des Patienten herauszufinden, um welche Art Skoliose, es sich handeln könnte. Rein optisch und durch Abtasten des Betroffenen, lässt sich eine Tendenz des Schweregrades einer Skoliose einschätzen. Diese erste Einschätzung ist Ausgangspunkt, für eventuelle, weiter notwendige, bildgebende Verfahren, wie Röntgen, CT (Computertomographie) oder eine MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie). Diese Entscheidung, ist auch abhängig vom Alter des Patienten.

Hauptkrümmungen werden benannt und angegeben nach „Lenke“. Der Krümmungsscheitel (Punkt, an dem die Krümmung am deutlichsten ausgeprägt ist), legt die Höhe der Skoliose fest. Skoliosen können in allen drei Wirbelsäulenabschnitten (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule) vorkommen. Man unterscheidet zusätzlich c-förmige, s-förmige und Doppel-S-Skoliosen, welche je nach Schwere, in römischen Ziffern von I-VI angegeben werden.

Bei einem Verdacht auf eine Skoliose, sollte während des Wachstums die Wirbelsäule in halbjährlichen bis jährlichen Abständen kontrolliert werden, gegebenenfalls auch durch Röntgen. Damit, sollte bei Kindern und Jugendlichen allerdings so sparsam, wie möglich umgegangen werden. Finden sich klinisch, per Untersuchung, keine Auffälligkeiten oder Anzeichen einer Verschlechterung, genügt es, alle zwei Jahre ein Röntgenbild anzufertigen. Auch bei Erwachsenen gilt es, den Strahlenschutz einzuhalten und nur dann mittels Bildgebung zu kontrollieren, wenn der Arzt es als Notwendigkeit erachtet. Ein Mediziner röntgt auch, um die Ausgangsposition der Wirbelsäule des Patienten zu kennen. Klinische Merkmale für den Arzt, zum Erkennen einer Skoliose sind, bei oberkörperfreier Rückansicht des Patienten, ungleiche Taillendreiecke, ein Schiefstand der Schultern und/oder Beckenkämme. Der Körper weicht nach einer Seite aus dem Lot.

Im sogenannten Adamstest, bei durchgestreckten Beinen, vorgebeugtem Oberkörper und locker hängenden Armen, finden sich eventuelle Niveauunterschiede im Knochen- und Muskelbereich. Knöchern, fallen hervortretende Rippen oder Schulterblätter auf, im Muskelbereich spricht man in Höhe des Rückens von einem Rippenbuckel und im Lendenbereich von einem Lendenwulst. In der Regel folgt die Röntgendiagnostik, um Krümmungen über 10° Cobb festzustellen, bzw. auszuschließen. Bei dem Verdacht eines Beinlängenunterschiedes, sollte dieser vor dem Röntgen ausgeglichen werden. Das Röntgenbild dient auch der Ausschlussdiagnostik, angeborener Fehlbildungen, Verschleißerscheinungen und Wachstumsstörungen, wie z.B. M.Scheuermann. Zusätzlich, können in einer seitlichen Röntgenaufnahme, Kyphosen und Lordosen beurteilt werden. Übermäßige Kyphosen im Bereich der Brustwirbelsäule, werden auch als Buckel bezeichnet, starke Lordosen im Lendenbereich als Hohlkreuz. Sind weder geringe Kyphosen, noch Lordosen erkennbar, spricht man von einem Flachrücken. Bei Besonderheiten im Röntgenbild, wird häufig zur genaueren Beurteilung eine CT oder eine MRT angeschlossen.

Skoliose Therapie / Behandlung

Skoliosen unter 10° Cobb, sollten gegebenenfalls kontrolliert werden, sind aber nicht behandlungsbedürftig. 10-20° Cobb erfordern konsequent durchgeführte, spezielle sportliche Aktivität oder die Verordnung einer krankengymnastischen oder physiotherapeutischen Behandlung. Beides zielt darauf aus, die Wirbelsäulenmuskulatur zu stärken, damit sie ihrer eigentlichen Funktion, als natürlichen Halte- und Stützapparat für die Wirbelsäule dient.

Winkel über 20° Cobb, bedürfen einer Korsettbehandlung. Meist benutzt man in diesem Fall, ein individuell angefertigtes Cheneau-Korsett, welches das Wirbelsäulenwachstum in die richtige Richtung lenken soll. Hergestellt werden Korsetts durch Orthopädietechniker. Ein Korsett muss regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ständig nachgebessert oder erneut angepasst werden. Lediglich, für maximal zwei Stunden pro Tag, darf das Korsett abgenommen werden. Diese Art der Behandlung, ist nur während des Wachstums sinnvoll.

Nach Wachstumsabschluss und ausgeschöpften Therapiemöglichkeiten, sowie bestehenden Krümmungen über 80° Cobb, wird die operative Behandlung in Erwägung gezogen. Auch hier, ist mit den üblichen OP-Risiken, wie Thrombosen, Embolien, Wundinfektionen, sowie Gefäß- und Nervenschäden zu rechnen. Die Wahl der Therapie, richtet sich nach Alter, Beschwerden, körperlichen Einschränkungen und kosmetischen Aspekten.

Skoliose Verlauf

Fast jeder Mensch hat eine geringe, kaum erkennbare und keinerlei Beschwerden verursachende, leichte Skoliose (Krümmungen bis 10° Cobb). Idiopathische Skoliosen bei Kindern und Jugendlichen entstehen hauptsächlich während den Wachstumsschüben, sowie in der Pubertät. Wachsen Kinder schnell und viel, kann sich auch eine Skoliose rasch deutlich verschlechtern. Manchmal bleibt der Zustand auch auf gleichem Niveau stehen, abgefangen durch Therapien. Sehr selten, tritt eine deutliche Verbesserung ein. Je früher eine Skoliose erkannt, behandelt und kontrolliert wird, umso besser sind die Heilungschancen, beziehungsweise die Verbesserungstendenz.

Nach Wachstumsabschluss bei erwachsenen Männern und Frauen, sind mögliche Gründe für eine Skoliose, Haltungsfehler, sowie Verschleiß- und Abbau bedingte Krümmungen. Auch Wirbelkörpereinbrüche (hervorgerufen durch z.B. Osteoporose oder Metastasen) und hormonelle Veränderungen (z.B. Wechseljahre), können die Entstehung einer Skoliose fördern. In diesen Fällen, sollten ebenfalls regelmäßige Kontrollen beim Arzt erfolgen, da im schlimmsten Fall Lähmungen und lebensbedrohliche Zustände, wie Herz-Kreislauf-Beschwerden und Einschränkungen der Lungenfunktion drohen, ausgelöst durch Druck der Wirbelsäule auf die jeweiligen Organe.

Skoliose Vorbeugen

Vorbeugen lassen sich Skoliosen nicht gänzlich, lediglich lassen sich bei Formen, die mit den Jahren eventuell entstehen könnten, einen positiveren Verlauf ermöglichen und das Ausmaß der Schwere, etwas eindämmen. Prophylaktisch, ist die regelmäßige Stabilisierung, durch gezieltes Rückenmuskel- und Wirbelsäulentraining, sowie eine korrekte Haltung, die hilfreichste Methode. Auch das Vermeiden von Übergewicht ist förderlich, da die Wirbelsäule so, keine übermäßige Last zu tragen hat. Ansonsten lässt sich eine Skoliose prophylaktisch nicht sonderlich beeinflussen, da die Ursache in den meisten Fällen unbekannt ist.

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