Sehnenscheidenentzündung

Eine Sehnenscheide ist die umgebende Schutzhülle einer Sehne. Die Sehne selbst zieht sich wie ein Elastikband von einem Gelenkende zum anderen. Im Gegensatz zu den Muskeln ist die Sehne nicht zur Kraftgebung konzipiert, sie ist für die Beweglichkeit des Gelenkes verantwortlich. Durch Strecken und Zusammenziehen der Sehne wird das Gelenk beweglich. Damit zwischen der Sehne und der Sehnenscheide keine Reibung entsteht, produziert der Körper ein fluides Kollagen, das als Gleitfilm zwischen Sehne und Sehnenscheide fungiert.

Kollagen besteht aus Proteinen (Eiweißsubstanzen) und wird körpereigen produziert. Die kollagenen Proteinmoleküle kommen unter anderem in der Haut, in den Knochen, im Knorpel und in den Sehnen vor. In welcher Menge dieses fluide Kollagen gebildet wird, hängt von der jeweiligen Aktivität ab. Sobald die Bewegungen zu einseitig und monoton ausfallen, kommt der Körper mit der Produktion dieses Fluids in ausreichender Menge nicht nach. Die Folgen sind Reibungen, die sich durch ein leichtes Ziehen und Stechen äußern. Sobald diese Anzeichen übersehen werden, entzündet sich die Sehnenscheide. Die betroffenen Personen empfinden diese Entzündung in Form von heftigen, ziehenden und stechenden Schmerzen. Die Schmerzempfindung kann sich so stark bemerkbar machen, dass sie Bewegungen einschränken und ab einem bestimmten Entzündungsgrad sogar unmöglich machen.

Sehnenscheidenentzündung Ursachen

Sehnenscheidenentzuendung Symptome und UrsachenSehnenscheidenentzündugen verursacht durch Bewegungsmonotonie: Umgangssprachlich ist die Sehnenscheidenentzündung auch unter den Begriffen Tennis- oder Sekretärinnenarm bekannt. In schreibenden Berufen trat diese Erkrankung sehr häufig auf, der Grund war die Handhaltung. Die stundenlang einseitig ausgeführte Bewegungsmotorik, mit welcher der Stift gehalten und über das Papier geführt wurde, ließ den Körper mit der Produktion des Gleitfluids nicht nachkommen. Der Tennisarm hingegen entsteht nicht allein durch die Umklammerung des Schlägers. Verantwortlich für die Entzündung ist die Beanspruchung des gesamten Arms, insbesondere des Unterarms. Der Unterarm wird abwechselnd in einer Vorwärts- und Rückwärtsbewegung aktiviert. Außerordentlich stark wird dabei das Ellenbogengelenk gebeugt, gestreckt und gedreht. Im Gegensatz zum sogenannten Sekretärinnenarm verbleit es beim Tennisarm nicht immer bei einer Entzündung innerhalb der Sehnenscheide, sie weitet sich bis in die Knorpelregion des Ellenbogenarms aus.

Die entzündliche Sehnenerkrankung befällt bei Bewegungsmonotonie auch den Fußbereich. Unter anderem tritt beim Walken und Skilanglauf dieses Phänomen auf. Der Grund dafür ist das sich stetig im Gleichtakt wiederholende Strecken und Beugen der Fuß- und Beinsehnen. Im Wandel der Zeit haben sich die Ursachen als Auslöser verlagert. Sehr häufig betroffen von einer Sehnenscheidenentzündung sind Computerfachkräfte. Der Volksmund spricht in diesem Fall vom „Mausarm„. Die Hand- und Armhaltung ist dabei stets dieselbe, während die Finger, meist der Zeigefinger, unentwegt den vorderen und mittleren Bereich der Maus anklicken. Privatpersonen und Berufstätige, die viel mit dem Handy arbeiten, spüren diese unangenehmen Anzeichen. Sie operieren fast ausschließlich mit dem Daumen, den sie über die Tasten führen.

Diese Einseitigkeit löst über längeren Zeitraum eine Sehnenscheidenentzündung aus. Als betroffener Personenkreis blieben bisher Berufsgruppen unbeachtet wie hinter Schaltern tätige Angestellte, Näherinnen oder Fließbandarbeiter. Ihre Bewegungsabläufe weichen kaum voneinander ab. Mitunter sind sogar Friseure davon betroffen, welche die Schere mit Daumen und Ringfinger halten. Sie legen die Schere während anderweitiger Tätigkeiten kaum ab, so dass ihre Handmotorik durch die Schere eingeschränkt wird.

Sehnenscheidenentzündung verursacht durch Infektionsherde: Die Symptome bei entzündlichen Ursachen werden meist missachtet, weil sie durch Verletzungen ausgelöst werden. Knochenbrüche, welche die Sehnenscheide in Mitleidenschaft ziehen und zu offenen Wunden führen, lassen Keime in den Knochen und in den Bereich zwischen Sehne und Sehnenscheide eindringen. Symptome, die sich daraufhin bemerkbar machen, werden oft nicht wahrgenommen, da sie vom Wundschmerz und von den Beschwerden während des Heilungsprozesses übertroffen werden. Eine weitere Art der Sehnenscheidenentzündung erfolgt konservativ über die Schleimhäute des Körpers. Die betroffenen Schleimhäute müssen sich dabei nicht entzünden, Krankheitserreger greifen dort an, wo sie auf den geringsten Widerstand stoßen. Nicht selten sind das überbelastete Gelenke, wie sie im Berufsleben, beim Sport oder während alltäglicher Arbeiten auftreten.

Die konservative Entzündungsform ist insofern sehr gefährlich, da sie wegen fehlender äußerer Verletzungen von den Betroffenen erst sehr spät wahrgenommen wird. Zudem werden Beschwerden eines permanent einseitig belastenden Gelenks als lästige Selbstverständlichkeit empfunden, denen keine weitere Beachtung geschenkt wird.

Sehnenscheidenentzündung Symptome

Bei einer reizbedingten Sehnenscheidenentzündung auf Grund von Bewegungsmonotonie sind die charakteristischen Symptome das quälende Stechen und Ziehen. Keimbedingte Sehnenscheidenentzündungen weisen die gleichen Beschwerden auf wie reizbedingte. Chronische Sehnenscheidenentzündungen äußern sich mit einem typischen Gelenksknirschen. Es entstehen lokale Druckstellen und unkontrollierbare Reaktionen des Gelenks, mitunter treten auch innerliche Vereiterungen auf.

Sehnenscheidenentzündung Diagnose

Personen, die von Sports oder Berufs wegen zu den betroffenen Gruppen gehören, werden von Ärzten auf ihre Arm- oder Beinmobilität untersucht. Die Mobilitätsgrenze und der Schmerzpegel geben dem Arzt den fortgeschrittenen Grad der Sehnenscheidenentzündung wieder. Nach einer Verletzung werden die Symptome von den Patienten meist als Nachbeschwerden missdeutet. Sobald diese schmerzhaften Erscheinungen nicht abklingen, werden Ärzte zurate gezogen. Nicht selten kommt es vor, dass auch Ärzte diese Symptome als ausklingende Beschwerden, die nach einer Verheilung auftreten, fehldiagnostizieren.

Erst wenn die Beschwerden nicht mehr abklingen oder zu Bewegungseinschränkungen führen, erkennen Ärzte die wahre Ursache. Nicht selten geht ein solch fortgeschrittener Entzündungsgrad in eine Arthritis über. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Beschwerden zeigen wie ein mehr oder minder starker Druckschmerz, wenn gerötete Schwellungen und eine unangenehme Überwärmung auftreten. Dies sind für den Arzt Anzeichen dafür, dass eine Sehnenscheidenentzündung eine Arthritis ausgelöst hat.

Sehnenscheidenentzündung Therapie / Behandlung

Keimbedingte Sehnenscheidenentzündungen, mit oder ohne Arthritisfolge, werden von Bakterien ausgelöst. Bei offenen Wunden handelt es meist um den bakteriellen Erregertyp der Staphylokokken, bei konservativen Infektionen greifen sehr häufig Chlamydien an. Sowohl bei entzündlichen wie bei reizbedingten Erscheinungsformen der Sehnenscheidenentzündung wird die betroffene Stelle ruhiggestellt. Einst wurde hierfür auf leichte Gipsverbände zurückgegriffen, die heute in der Regel nicht mehr eingesetzt werden, stattdessen werden Schienen oder Stützverbände angelegt. Die Ruhigstellung allein genügt für gewöhnlich nicht zum Abklingen der Entzündung, es werden zusätzlich entzündungshemmende Salben verschrieben. Bei mittleren bis starken Entzündungsgraden werden Salben mit Antibiotika verordnet. Der Rückgang der Entzündung und die Kompression der Schiene oder des Stützverbandes wirken sich schmerzstillend aus. Im Normalfall ist eine Sehnenscheidenentzündung nach zwei bis sechs Wochen abgeklungen. Danach sollte der Patient den Arm oder das Bein erst allmählich wieder zum Einsatz bringen.

Sobald die Beschwerden wiederholt auftreten, werden mitunter Ergotherapien empfohlen. Die therapeutischen Bewegungsabläufe wirken reizlindernd auf den Sehnenbereich. Chronisch Kranke werden mit Cortisonpräparaten behandelt und je nach fortgeschrittenem Stadium erhalten diese regelmäßig Lokalanästhetika, welche direkt in das Gelenk gespritzt werden.

Alterungsprozesse und die Gewöhnung an diese Präparate relativieren auf Dauer die Wirkung. Vermehrte Arbeitspausen, eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit oder eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit können die Folge sein.

Sehnenscheidenentzündung Verlauf

Das Frühstadium der Sehnenscheidenentzündung ist nicht wahrnehmbar, erst wenn ein Entzündungsherd durch den Kollagenmangel entstanden ist oder ein Infekt eine Entzündung verursacht hat, sind die charakteristischen Symptome spürbar. Bei sofortiger Behandlung verstärken sich die Symptome nicht, sondern klingen nach zwei bis sechs Wochen ab.

Die gleichbleibenden beruflichen Aufgaben sowie die Lebensgewohnheiten im Alltag lassen die geheilten Patienten dieselben Bewegungsabläufe wieder aufnehmen. Eine Rückfälligkeit ist in den meisten Fällen gegeben. Über die Jahre hinweg ist die Gefahr sehr groß, dass eine Sehnenscheidenentzündung chronisch wird.

Sehnenscheidenentzündung Vorbeugen

Nicht alle Menschen neigen gleichermaßen zu Sehnenscheidenentzündungen, einige erleiden sie trotz Bewegungsmonotonie zeitlebens nicht. Andere erkranken bereits bei alltäglichen Handgriffen. Keime, die eine entzündliche Sehnenerkrankung hervorrufen, lauern überall. Eine Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen, ist kaum möglich. Bei mobiler Einseitigkeit sollten gezielt Bewegungsabweichungen eingesetzt werden, am besten nach ergotherapeutischen Aspekten. Und nach Frakturen und Verletzungen, ist eine gründliche Blutbilduntersuchung ratsam.

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