Schweinegrippe

Was als eine v√∂llig unscheinbare Grippewelle im April 2009 in Mexiko begann, erfasste die ganze Welt in Form einer todbringenden Pandemie. Schon nach kurzer Zeit waren in Deutschland zehntausende Menschen mit dem gef√§hrlichen Erreger Influenza A-Virus H1N1 infiziert. Zuvor konnte der f√ľr den Menschen t√∂dliche Virus in den USA bei Schweinen nachgewiesen werden, weshalb diese spezielle Art eines Grippevirus als „Schweinegrippe“ in der √Ėffentlichkeit bekannt gemacht wurde.

Erstmals tauchte die Schweinegrippe im Jahr 1918 in Spanien auf. Von dort aus erfasste die Schweinegrippe die ganze Welt √ľberfallartig. Die damals ausgebrochene Pandemie gilt bis heute als erste Seuche der Neuzeit. Wie viele Menschen damals ihr Leben lassen mussten, konnte bislang nicht genau beziffert werden. Die Zahl der Todesopfer wird auf weit √ľber 25 Millionen gesch√§tzt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt offiziell Abstand vom Begriff Schweinegrippe und verlieh dem Virus, der Influenzaviren von Schweinen und V√∂geln sowie Bestandteile menschlichen Erbguts in sich tr√§gt, den Namen „neue Grippe“.

Bei der Schweinegrippe handelt es sich um einen heimt√ľckischen Virus, der zu Beginn lediglich Symptome einer normalen Grippe ausweist. Erst im sp√§teren Verlauf breiten sich die Erreger beispielsweise auf die Lunge aus und verursachen eine Lungenentz√ľndung, die – insbesondere bei √§lteren/j√ľngeren Menschen oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem – t√∂dlich verlaufen kann.

Schweinegrippe Ursachen

Schweinegrippe Symptome & UrsachenDie Ursache f√ľr die Infektion der neuen Grippe ist das A-Virus/H1N1. Die als Schweinegrippe bekannte Erkrankung besitzt ein extrem hohes Ansteckungspotential. Die Viren √ľbertragen sich per Tr√∂pfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Durch Sprechen, Husten oder Niesen √ľberwinden Speicheltr√∂pfchen die kurze Distanz zwischen zwei Menschen. K√ľssen geh√∂rt ebenfalls zum Bereich der Risikofaktoren. Zus√§tzlich konnten Wissenschaftler nachweisen, dass Tr√∂pfchenkerne √ľber einen verh√§ltnism√§√üig l√§ngeren Zeitraum in der Luft verharren k√∂nnen.

Eine weitere Ursache f√ľr eine Infektion mit der Schweinegrippe k√∂nne glatte Oberfl√§chen sein, wenn diese zuvor mit dem Virus verunreinigt bzw. in Ber√ľhrung gekommen sind. Dies trifft dann zu, wenn bereits infizierte Personen sich nach dem Niesen ihre Hand in ihr Gesicht halten und im Anschluss T√ľrklinken, Haltestangen in st√§dtischen Verkehrsmitteln oder √§hnlich beschaffene Gegenst√§nde anfassen. Die Gefahr einer Infektion ist in diesen F√§llen f√ľr bislang gesunde Personen enorm hoch.

Schweinegrippe Symptome

Die Medizin vergleicht die Symptome der Schweinegrippe mit denen einer herk√∂mmlichen Influenza. Nach einer Inkubationszeit von circa ein bis maximal vier Tagen treten die ersten Symptome in Form von Fieber, Husten und Halsschmerzen auf. Dar√ľber hinaus f√ľhlt sich die betroffene Person schlapp und ist √ľberwiegend √ľber den gesamten Tag hinweg m√ľde. √úbelkeit oder gar Erbrechen k√∂nnen neben Durchfall und Appetitlosigkeit mit dem Influenza A-Virus H1N1 einhergehen. Im Gegensatz zur Wintergrippe steigt dies jedoch bei der Schweinegrippe weiter an. Zudem intensiviert sich Husten sowie andere Beschwerden in den Atemwegen.

Diese eher diffusen Symptome können bis zu 14 Tage nach ihrem Auftreten Bestand haben. In Einzelfällen kommt Übelkeit und Erbrechen hinzu. Sollte also das Fieber trotz aller getroffenen Maßnahmen nicht sinken, sollte unbedingt ein Arzt zur weiteren Untersuchung aufgesucht werden. Die genaue Beschreibung der aktuellen Symptome ist bereits bei der Terminvereinbarung wichtig, damit die Praxis entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu Gunsten der anderen Patienten treffen und eine Ansteckung derer größtenteils vermieden werden kann.

Schweinegrippe Diagnose

Häuslich-traditionelle Mittel zur Feststellung einer neuen Grippe reichen bei Weitem nicht aus, weshalb der Besuch beim Arzt zur unumgänglichen Pflicht wird. Die neue Grippe lässt sich mittels Laboruntersuchung feststellen. Die dazu benötigte Probe wird mit einem Nasen- oder Rachenabstrich vom Patienten entnommen.

Durch die gängige PCR-Methode lässt sich die Schweinegrippe im Anschluss gegebenenfalls nachweisen. Bestätigt sich der Anfangsverdacht des Arztes, so spricht dieser umgehend die häusliche Quarantäne aus, um die Gefahr der Ansteckung anderer Menschen im Keim zu ersticken.

Schweinegrippe Therapie / Behandlung

Die Behandlung der Schweinegrippe orientiert sich an der Behandlung von bekannten Grippe-Arten (Influenza A oder B). Je nach auftretenden Symptomen wird von einem Arzt die entsprechende Behandlung mit Medikamenten vorgeschrieben. Ist etwa die K√∂rpertemperatur aufgrund von starkem Fieber erh√∂ht, wird vom Arzt eine strenge und lange Bettruhe, Fl√ľssigkeitszufuhr sowie die Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten verordnet. Insbesondere bei Kindern muss jedoch von Fall zu Fall entschieden werden, da einige Medikamente zur Behandlung aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen vollst√§ndig ungeeignet sind.

Zusätzlich muss im Einzelfall entschieden werden, ob Antibiotika vom Arzt als adäquate Behandlungsmethode dienen soll, um wahrscheinlich eintretende Komplikationen im Krankheitsverlauf zu verhindern. Personen mit Immunschwäche sollten sich innerhalb der ersten beiden Krankheitstage untersuchen lassen, um medikamentös schnellstmöglich gegen die Krankheit vorgehen zu können.

Schweinegrippe Verlauf

Grunds√§tzlich h√§ngt der Krankheitsverlauf einer Schweinegrippe vom Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Ist zum Beispiel eine schwangere Frau im zweiten Drittel ihrer Schwangerschaft von der Schweinegrippe betroffen, k√∂nnen erhebliche Komplikationen im Rahmen der Schwangerschaft selbst sowie f√ľr die Frau auftreten. Zu Beginn der Krankheit ist der Verlauf am ehesten mit einer saisonbedingten Grippe zu vergleichen. Nach den ersten vier Tagen nehmen die Schmerzen allerdings erheblich zu. Verl√§uft die Krankheit ohne weitere Komplikationen, ist eine Schweinegrippe nach durchschnittlich 14 Tagen g√§nzlich auskuriert. Treten hingegen Komplikationen auf, so kann die Virusinfektion unter anderem die Schleimh√§ute des Atmungssystems sch√§digen und f√ľr andere Krankheitserreger einen optimalen N√§hrboden bereitstellen.

Resultierend aus dieser durch die Schweinegrippe hervorgerufenen Sch√§digung kann sich deshalb eine sogenannte Zweitinfektion bilden. Eine Lungen- oder Mittelohrenz√ľndung oder auch die Entz√ľndung des Herzmuskels kann die Folge sein und f√ľr den Patienten lebensbedrohliche Ausma√üe annehmen. Besonders f√ľr Menschen, die ohnehin √ľber ein schwaches Immunsystem wegen anderer chronischer Erkrankungen, wie zum Beispiel HIV oder Diabetes haben, stellt der beschriebene Krankheitsverlauf eine ernsthafte Bedrohung f√ľr den K√∂rper dar.

Schweinegrippe Vorbeugen

Vorrangig gelten vor allem hygienische Maßnahmen als bestes Mittel, um das Risiko einer Erkrankung auf ein Minimum zu reduzieren. Das regelmäßige Waschen von Händen und Fingerkuppen sowie der dortigen Zwischenräume reicht vollkommen aus. Besonders nach Toilettengängen sowie vor jeder Mahlzeit wird die Reinigung der Hände empfohlen. Alternativ kann ein entsprechendes Desinfektionsmittel angewendet werden. Gefährdete Personen wie etwa medizinisches Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern, ältere Menschen, schwangere Frauen sowie Menschen mit chronischen Atemwegs- oder Nierenerkrankungen sollten sich einer Grippeimpfung unterziehen.

Die aktuell erhältliche Grippeimpfung enthält den Impfstoff gegen die 2009 ausgelöste Schweinegrippe.

Wesentlich schwerer umzusetzen, aber im Bereich des M√∂glichen ist die Meidung von gro√üen Menschenansammlungen. Sollte dies nicht zu verhindern sein, k√∂nnen potentiell gef√§hrdete Personen auf eine Hygienemaske, die Mund und Nase sch√ľtzt, zur√ľckgreifen. Ebenso wird von offiziellen Stellen seit geraumer Zeit empfohlen, beim Husten oder Niesen statt der Hand, den √Ąrmel vor das Gesicht zu halten. Durch diese Ma√ünahme soll die Streuung des Virus einged√§mmt oder gar vollst√§ndig verhindert werden.