Schuppenflechte

Die Schuppenflechte, vielen auch unter ihrem medizinischen Begriff Psoriasis bekannt, ist eine Erkrankung die sich durch punktförmige bis handtellergroße, stark schuppende Hautstellen manifestiert. Am häufigsten sind die Kopfhaut, die Knie und die Ellenbogen betroffen, allerdings kann es im Lauf der Krankheit auch zu Veränderungen an den Nägeln kommen. Bei der Psoriasis handelt es sich um eine entzündliche aber nicht ansteckende Dermatose, die zudem auch andere Organe, beispielsweise die Gelenke und deren Bänder, das Gefäßsystem oder die Augen befallen kann.

Warum es zu einer Schuppenflechte kommt, konnte noch nicht abschließend geklärt werden, allerdings werden multifunktionelle Ursachen, wie erbliche Disposition und eine Autoimmunreaktion vermutet. Bei den an Psoriasis erkrankten Arealen nimmt die Kopfhaut eine besondere Stellung ein, da sie sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu den am häufigsten betroffenen Stellen zählt und auch schwer zu behandeln ist. Aufgrund der deutlichen Symptome kann die Psoriasis vom Hautarzt in den meisten Fällen jedoch leicht erkannt und eine Behandlung eingeleitet werden. Die Behandlung der Schuppenflechte kann sich jedoch schwierig gestalten und keine Heilung, sondern nur Linderung verschaffen..

Schuppenflechte Ursachen

Schuppenflechte Symptome / UrsachenWarum genau Psoriasis entsteht, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden, allerdings werden eine Autoimmunerkrankung und erbliche Disposition als wahrscheinliche Ursachen angesehen.

Erbliche Disposition

Man geht davon aus, dass die Schuppenflechte zu einem großen Teil erblich bedingt ist, da eine familiäre Häufung beobachtet werden kann. In manchen Fällen werden allerdings mehrere Generationen übersprungen. Ob die Psoriasis rezessiv oder dominant vererbt wird, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Erkrankung durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Gene und Umwelteinflüsse entfacht wird.

In Mitteleuropa leiden rund 2-3 Prozent der Bevölkerung an der entzündlichen Hauterkrankung, in den Vereinigten Staaten ist der Prozentsatz allerdings fast doppelt so hoch. Indianer, Aborigines, Inuit und Schwarzafrikaner erkranken hingegen so gut wie nie an Psoriasis. Auch in der Volksrepublik China und in Japan ist die Erkrankungsrate mit 0,025 bis 0,3 Prozent sehr niedrig. Doch selbst bei Erbmalträgern muss die Schuppenflechte nicht zwangsweise zum Ausbruch kommen. Aus diesem Grund wird vermutet, dass noch weitere unbekannte Faktoren eine Erkrankung auslösen.

Fehlfunktion des Immunsystems

Als weitere Ursache für den Ausbruch der Schuppenflechte gilt eine autoimmune T-Zell-mediierte Immunreaktion. Bei dieser Immunreaktion wird das körpereigene Gewebe vom Immunsystem als körperfremd angesehen und angegriffen. Im Lauf dieser Immunreaktion entsteht in den betroffenen Geweben schließlich ein proinflammatorisches Milieu. In einer italienischen Studie wurde zudem eine Prävalenz mit latenter Tuberkuloseinfektion bei Psoriasiserkrankten festgestellt.

Schuppenflechte Symptome

Die Psoriasis manifestiert sich typischerweise mit rötlichen, monomorphen, meist rundlichen, inselförmigen, leicht erhabenen und scharf begrenzten Herden und ist somit in der Regel einfach zu erkennen. Überwiegend können Erkrankte die Effloreszenzen an den Ellbogen, den Kniescheiben, der Kopfhaut, aber auch um den After und um den Bauchnabel, an den Fingerknöcheln, unter den Ohrläppchen und über dem Steißbein feststellen. Allgemein werden also vor allem jene Hautpartien befallen, die häufig gedehnt oder mechanisch gestresst werden. Die Erkrankung der Kopfhaut nimmt allerdings eine Sonderstellung ein, denn der behaarte Kopf ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern am häufigsten befallen. Darüber hinaus gilt die Kopfhaut aufgrund der dichten Behaarung und der Sensibilität als besonders schwer zu behandeln.

Schuppenflechte Diagnose

Die Schuppenflechte kann vom Arzt in den meisten Fällen dank der typischen Symptome leicht erkannt werden. Wenn an den betroffenen Hautstellen gekratzt wird, lassen sich die folgenden charakteristischen Zeichen erkennen: Kerzenphänomen: Wird mit einem Holzspatel am Psoriasis-Herd gekratzt, fallen die silbrig-weißen Schuppen, auch Plaque genannt, ab und erinnern an das Abgeschabte einer Wachskerze. Phänomen des letzten Häutchens: Wird weiter am Psoriasis-Herd gekratzt, kann zuletzt ein dünnes Häutchen entfernt werden. Blutiger Tau: Wird nach dem dünnen Häutchen weiter gekratzt, kommt es zu punktförmigen Blutungen.

Schuppenflechte Therapie

Da es sich bei der Psoriasis um eine genetisch mitbedingte Krankheit handelt und eine Gentherapie noch nicht verfügbar ist, können die unterschiedlichen Behandlungsarten keine Heilung, sondern nur Linderung herbeiführen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schuppenflechte phasenhaft verläuft und eine spontane Besserung nicht zwangsläufig auf die Wirksamkeit der Behandlung zurückgeführt werden kann. Abhängig vom Schweregrad der Psoriasiserkrankung und der Beteiligung von Organen wird die Erkrankung unterschiedlich behandelt. Für die Nagelpsoriasis gibt es zwar noch keine offizielle Behandlung, allerdings hat sich eine Kombination von Calcipotriol und Betamethason bewährt.

Viele Psoriasiserkrankte kombinieren die Schulmedizin mit Diät-Regeln und Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin. In einigen Krankheitsfällen besteht zudem ein Zusammenhang zwischen Zöliakie und Psoriasis, weshalb ein Verzicht auf Nahrungsmittel mit Gluten zu einer Linderung der Symptome führen kann. Da sich die Schuppenflechte in vielen Fällen durch negative psychische Einflüsse noch verschlechtert, wirken sich Behandlungen, die Stress verhindern, positiv auf die Psoriasis aus. Darüber hinaus kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe helfen besser mit der Erkrankung zurechtzukommen und die Psoriasis zu akzeptieren. Die häufigste Behandlungsmethode bei einer weniger schweren Erkrankung ist jedoch die äußerliche Anwendung, die über mehrere Wochen oder gar Monate konsequent durchgeführt werden muss.

Zu den wichtigsten Wirkstoffen zur Linderung von Psoriasis zählen:

  1. Harnstoff zur Behandlung und Pflege als Beigabe in Salben, Ölen und Cremes.
  2. Salizylsäure zum Ablösen der Plaque.
  3. Steinkohlenteer lindert den Juckreiz und bremst die Zellteilung, da die verwendeten Teerstoffe inzwischen als krebsfördernd gelten, wird Steinkohlenteer jedoch nur mehr selten angewendet.
  4. Dithranol bremst die Zellteilung.
  5. Kortikoide reduzieren die entzündlichen Erscheinungen schnell, sollten aufgrund der Nebenwirkungen jedoch nur auf kleinen Hautpartien und kurzzeitig angewendet werden.
  6. Vitamin D-Derivate verringern die Zellteilung der Haut.

Besonders beliebt ist die Kombination der Vitamin D-Derivate mit einer UV-Lichttherapie. Zusätzlich zu den Wirkstoffen in Salben, Ölen und Cremes wird bei einer schwerwiegenden Psoriasis oft auch eine Lichttherapie in der Praxis des Hautarztes durchgeführt. Obwohl auch Sonnenlicht Linderung verschafft ist die Bestrahlung mit künstlichem Licht in einer bestimmten Wellenlänge vorteilhafter. Linderung bewirkt auch eine Badetherapie mit Vulkanwasser und schwefelhaltigem Natur-Fango und eine Fischtherapie mit rötlichen Saugbarben. Besonders gut verträglich ist zudem die Elektrotherapie, bei der die psoriatischen Areale mit Elektroden abgedeckt werden. Bei mittelschweren bis schweren Psoriasisfällen und einer möglichen Beteiligung anderer Organe kann der Arzt auch eine innerliche Anwendung verordnen.

Zu den bekannten Wirkstoffen der systemischen Therapie zählen:

  1. Methotrexat unterdrückt das Immunsystem, allerdings kann es sich negativ auf Leber, Nieren und Knochenmark auswirken.
  2. Retinoide werden gerne in Kombination mit einer UV-Bestrahlung eingesetzt, allerdings können sie bis zu zwei Jahre nach der Behandlung zu Missbildungen des Kindes im Mutterleib führen.
  3. Kortikoide in Form von Spritzen und Tabletten lindern die Erkrankung nur kurzfristig und wird heute nicht mehr empfohlen.
  4. Immunsuppressive Substanzen zur Unterdrückung des Immunsystems.
  5. Fumarsäureester eignet sich besonders gut zur Langzeittherapie und wird bei mittelschweren und schweren Erkrankungen eingesetzt.
  6. Bilogicals (TNF-Blocker und p40 Interleukin 12/23-Hemmer) für den Einsatz bei Patienten, für die klassische systemische Therapien oder Lichttherapie nicht infrage kommen oder keine Wirkung zeigt.

Schuppenflechte Verlauf

Schuppenflechte verläuft bei jedem Patienten anders. So kann es sein, dass sie bei einigen Patienten nur einmal im Leben auftritt und scheinbar ausheilt, andere wechseln hingegen zwischen Phasen mit fehlender, geringer und starker Psoriasisaktivität. Bei vielen Patienten tritt die Erkrankung das erste Mal nach schwerwiegenden psychischen oder physischen Belastungssituationen auf. Am häufigsten manifestiert sich die Psoriasis zwischen dem 20. bis 30. Lebensjahr, nur in Einzelfällen sind Kinder betroffen. Meist verschlimmerst sich die Psoriasis während der Herbst- und Wintermonate und verbessert sich im Sommer wieder.

Schuppenflechte Vorbeugen

Einer Schuppenflechte kann nicht mit speziellen Maßnahmen vorgebeugt werden, allerdings kann die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sowie das Auftreten eines neuen Schubs durch die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Stress verringert werden.

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