Schlaganfall

Unter einem Schlaganfall versteht man eine Erkrankung des Gehirns, die plötzlich sowie aufgrund von kritischen Störungen der Versorgung des Gehirns mit Blut auftritt und häufig anhaltende Ausfälle von Funktionen des zentralen Nervensystems zur Folge hat. Synonym werden für Schlaganfall auch die Begriffe Gehirnschlag oder zerebraler beziehungsweise apoplektischer Insult gebraucht. Medizinische Fachbegriffe für dieses Krankheitsbild sind zudem auch Apoplexia cerebri und Ictus apoplecticus; verkürzend wird oft auch nur von einem Apoplex oder einem Insult gesprochen.

Die englischen Begriffe Stroke sowie Cerebrovascular accident (CVA) werden ebenfalls als Synonyme für Schlaganfall verwendet, dienen zum Teil aber auch als Oberbegriffe, unter denen verschiedene neurologische Krankheitsbilder subsumiert werden, die als gemeinsames Merkmal plötzliche Symptome nach auf das Gehirn beschränkten Durchblutungsstörungen aufweisen. Funktionsverluste dürfen dabei definitionsgemäß nicht durch primäre Erregbarkeitsstörungen von Nervenzellen, wie etwa bei konvulsiven Störungen oder bei Epilepsie, bedingt sein. Schlaganfälle zählen in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen und stellen zugleich die häufigste Ursache mittlerer und schwerer Behinderungen sowie die dritthäufigste Todesursache dar. Im Jahr 2006 registrierte das Statistische Bundesamt 65.133 auf Schlaganfall zurückzuführende Todesfälle; das entsprach 7,9 Prozent der Todesfälle jenes Jahres.

Schlaganfall Ursachen

Schlaganfall Ursachen + SymptomeDer Schlaganfall wird durch einen plötzlich auftretenden Mangel an Sauerstoff und anderen Substanzen in den Nervenzellen des Gehirns ausgelöst. Dieser Mangel entsteht durch eine unzureichende Blutversorgung der betreffenden Bereiche, entweder aufgrund einer Minderdurchblutung oder infolge einer Blutung. Dabei wird grob differenziert zwischen dem plötzlichen Auftreten einer Minderdurchblutung, dem sogenannten Ischämischen Schlaganfall oder Hirninfarkt, und einer akuten Hirnblutung, die auch als Insult oder hämorrhagischer Infarkt bezeichnet wird. Letztere führt allerdings sekundär ebenfalls zu einer Ischämie – zum einen wegen ihres raumfordernden Effektes und zum anderen, weil infolge der Blutung Blut in nachgeordneten Regionen fehlt. Umgekehrt sind auch bei einem primär ischämischen Hirninfarkt sekundäre Blutungen im Gebiet des Infarktes möglich, was auch als hämorrhagische Infarzierung bezeichnet wird.

Schlaganfall Symptome

Bei einem Schlaganfall können – je nach Schweregrad – mehrere unterschiedliche Symptome alternativ oder gleichzeitig auftreten. Zu den typischen Symptomen bei einem Schlaganfall zählen vor allem Sehstörungen, die sowohl ein Auge als auch beide betreffen können. Eventuell ist auch eine einseitige Pupillenerweiterung zu beobachten. Die Betroffenen berichten über Gesichtsfeldausfälle, Sehen von Doppelbildern oder darüber, dass sie einen Teil der Umwelt oder ihres eigenen Körpers nicht wahrnehmen können. Auch Schwindel und Übelkeit – bis hin zum Erbrechen – sowie Gleichgewichts-, Gang- oder Koordinationsstörungen kommen bei Schlaganfallpatienten häufig vor.

Weitere Symptome sind Taubheitsgefühle sowie Lähmungen oder Schwächen im Bereich des Gesichts, in einzelnen Gliedmaßen oder innerhalb einer gesamten Körperhälfte. Oftmals sind Patienten nach einem Schlaganfall verwirrt und haben Probleme sich zu orientieren. Das Sprechen und Schreiben fällt ihnen oft schwer oder gelingt gar nicht, ebenso das Finden der richtigen Worte in der Verständigung mit anderen Menschen. Umgekehrt treten oft auch Verständnisstörungen auf. Auch extreme Kopfschmerzen ohne offensichtliche Ursache, eventuell kombiniert mit einem entgleisten Blutdruck, sowie Schluckstörungen können auf einen Schlaganfall hindeuten.

Schlaganfall Diagnose

Die Diagnose eines Schlaganfalls sollte möglichst rasch erfolgen, da die Aussichten auf eine möglichst vollständige Heilung stark davon abhängen, wie schnell mit der Therapie begonnen wird. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass einfache Diagnoseverfahren auch in der Bevölkerung möglichst weithin bekannt sind, so dass selbst Laien in entsprechenden Situationen in der Lage sind, einen Verdacht auf Schlaganfall anhand typischer Symptome zu erkennen und so rasch wie irgend möglich medizinische Hilfe herbeirufen können.

Ein von Ärzten in den USA entwickelter einfacher Test erlaubt es auch ungeübten Personen, einen Schlaganfall binnen einer Minute mit relativ hoher Sicherheit zu erkennen. Das Merkwort dafür lautet FAST (entsprechend dem englischen Wort für „schnell“), wobei die einzelnen Buchstaben für Face, Arms, Speech und Time stehen. Zunächst wird der Patient gebeten zu lächeln. Wird das Gesicht (Face) dabei infolge von Lähmungserscheinungen einseitig verzogen, so gelingt kein normales Lächeln. Als Nächstes wird die betreffende Person gebeten, beide Arme (Arms) gleichzeitig nach vorn zu heben, und zwar so, dass die Handflächen dabei nach oben zeigen. Liegt eine Lähmung vor, kann einer der beiden Arme entweder nicht gehoben werden, sinkt ab oder dreht sich – insbesondere bei gleichzeitig geschlossenen Augen. Zur Überprüfung der Sprechfähigkeit (Speech) wird der Patient um das Nachsprechen eines einfachen Satzes gebeten. Dieser muss von ihm in korrekter Aussprache wiederholt werden, wobei die Aussprache nicht verwaschen klingen darf. Auch wenn nur einer der drei Tests positiv ist, besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, und es sollte umgehend ein Notruf erfolgen – denn nun geht es um die Zeit (Time).

In medizinischen Einrichtungen kommen zur Diagnostik eines Schlaganfalls vor allem bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder Magnetresonanztomographie zum Einsatz, durch die eine Differenzierung zwischen einer Minderdurchblutung und einer Blutung überhaupt erst sicher möglich ist. Allerdings können die Resultate dieser beiden Untersuchungsverfahren innerhalb der ersten Stunden nach einem Schlaganfall noch unauffällig sein, vor allem bei einem primär ischämischen Hirninfarkt. Der Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung – etwa aus einer geplatzten Arterie oder aus einem gerissenen Aneurysma – lässt sich nur durch eine Lumbalpunktion und im Nervenwasser nachgewiesene Blutbestandteile sicher erhärten. Dies gilt vor allem dann, wenn sonstige Symptome nur gering ausgeprägt sind, wie beispielsweise allein auftretende Kopfschmerzen.

Schlaganfall Therapie / Behandlung

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, sollte die betreffende Person möglichst schnell von einem Arzt untersucht werden. Häufig kann durch intravenöse Gabe entsprechender Medikamente die Auflösung eventuell vorhandener Blutgerinnsel (Thrombolyse) bewirkt und somit eine dauerhafte Schädigung des Gehirns vermieden werden. Sobald der Notruf abgesetzt wurde, sollte der Patient weiter beobachtet und dabei so gelagert werden, dass der Oberkörper erhöht ist. Jegliche körperliche Belastung ist zu vermeiden; außerdem sollte der Patient wegen der bestehenden Aspirationsgefahr nichts essen oder trinken. Sobald der Rettungswagen eingetroffen ist, sollte ein schnellstmöglicher Transport in ein Krankenhaus erfolgen, idealerweise in eine sogenannte Stroke Unit, das heißt, eine auf die Behandlung von Schlaganfall-Patienten spezialisierte Abteilung. In der Klinik folgen dann die genaue Diagnostik und die möglichst unverzügliche Therapie zur Vermeidung möglicher Komplikationen.

Noch relativ neu ist das als Neurothrombektomie bezeichnete Verfahren, bei dem das Blutgerinnsel mittels eines Katheters mechanisch aus dem Gehirn entfernt wird. Nach einer solchen Behandlung sind mehr als sechzig Prozent der von einem großen Schlaganfall betroffenen Patienten schon drei Monate nach dem Schlaganfall wieder in der Lage, ihr Leben eigenständig zu führen, während dies bei medikamentöser Therapie nur etwa für fünfzehn Prozent der behandelten Patienten gilt. Die Thrombektomie ist besonders bei jenen Patienten wirkungsvoll, bei denen ein großes Gefäß im Gehirn von einem Blutgerinnsel verschlossen wurde. In etwa neunzig Prozent der Fälle lässt sich das Gefäß mit dieser Methode wieder eröffnen.

Ein wichtiger Teil der Therapie eines Schlaganfalls ist die Rehabilitation des Patienten. Deren Ziel besteht darin, eventuelle Ausfallerscheinungen wieder zu beheben oder zumindest abzumildern. Im Idealfall sollten die Rehabilitationsmaßnahmen möglichst postakut begonnen werden. Je nach Art der Ausfallerscheinungen werden Physiotherapie, Ergotherapie und logopädische Maßnahmen angewandt oder auch miteinander kombiniert.

Schlaganfall Verlauf

Der Krankheitsverlauf ist bei einem Schlaganfall individuell sehr unterschiedlich. Generell gilt jedoch, dass sich die für die Erkrankung symptomatischen Ausfallerscheinungen umso stärker ausprägen, je schwerer der Anfall war und je mehr Zeit bis zum Beginn effektiver Therapiemaßnahmen verstreicht. Besonders schwere Schlaganfälle können auch tödlich verlaufen. Häufig bleiben Ausfallerscheinungen wie Lähmungen oder Sprechstörungen zurück, in leichteren Fällen können Symptome auch ganz ausbleiben oder nur vorübergehend und in geringem Maße auftreten.

Schlaganfall Vorbeugen

Als Vorbeugung gegen einen Schlaganfall kommen grundsätzlich alle Maßnahmen infrage, die den typischen Risikofaktoren entgegenwirken beziehungsweise diese ausschalten. Zu den typischen Schlaganfall-Risikofaktoren zählen erhöhter Blutdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel, Übergewicht, Hyperlipidämie, Alkoholkonsum, die Einnahme der Pille oder Vorhofflimmern. Daraus folgt, dass sich als vorbeugende Maßnahmen vor allem eine verminderte Kochsalzaufnahme, die Normalisierung des Gewichts, eine Reduzierung des Alkoholkonsums, das Aufgeben des Rauchens und körperliches Training eignen.

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