Schlafapnoe

Als Schlafapnoe-Syndrom (SAS) wird in der Medizin eine ernstzunehmende Schlafstörung bezeichnet, bei der es immer wieder zu kurzen Atemstillständen kommt. Derzeit wird vermutet, dass ca. 5 Prozent der Gesamtbevölkerung von SAS betroffen sind. Zu unterscheiden ist zwischen der zentralen und der obstruktiven Schlafapnoe. Während bei der eher selten auftretenden zentralen Schlafapnoe von Schäden innerhalb des zentralen Nervensystems auszugehen ist, entwickelt sich das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) aufgrund von Verengungen der Atemwege (Obstruktionen).

Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen leidet an der obstruktiven Form der Schlafapnoe, die lange als reine Männerkrankheit galt. Charakteristisch für die OSAS ist meist ein starkes bis sehr starkes Schnarchen mit deutlichen Atempausen, das verstärkt bei Männern ab dem 40. Lebensjahr beobachtet wird. Bei Frauen tritt die obstruktive Schlafapnoe meist erst nach den Wechseljahren ein. Für die Betroffenen selbst bleiben die gefährlichen Atemaussetzer in der Regel unbemerkt. Solange nicht eine Partnerin / ein Partner die nächtlichen Atemstillstände bemerkt, äußert sich SAS allenfalls indirekt über Symptome, die durchaus auch eine Reihe anderer Ursachen haben können. Beide Formen der Schlafapnoe können inzwischen gut therapiert werden.

Schlafapnoe Ursachen

Schlafapnoe: Symptome und UrsachenDie genauen Ursachen für das Auftreten von SAS sind weitgehend unbekannt. Bei der zentralen Schlafapnoe werden Schäden innerhalb des zentralen Nervensystems vermutet, die dazu führen, dass die Impulse des Atemzentrums im Schlaf nicht oder nur unzureichend an die Atemmuskulatur in Brust und Zwerchfell weitergeleitet werden. Was diese Schäden verursacht ist bislang nicht eindeutig geklärt. Neben einer genetischen Disposition könnten Erkrankungen wie etwa die Borreliose, ein Schlaganfall oder auch eine Herzmuskelschwäche zur Ausbildung einer zentralen Schlafapnoe führen.

„Immerhin scheint jeder zweite bis dritte Patient mit Herzmuskelschwäche und eine sehr große Zahl von Patienten nach einem Schlaganfall mit Beteiligung des Hirnstamms eine zentrale Schlafapnoe zu entwickeln“ (Quelle: http://www.schlafmedizin-essen.de/schlafstoerungen/zsa.php)

Eine obstruktive Schlafapnoe wird hingegen durch Verengung (Obstruktion) der oberen Atemwege ausgelöst. Diese kann zwar durchaus physische Ursachen haben, wie etwa eine Nasenscheidewandverkrümmung oder Fehlstellungen / Fehlbildungen des Unterkiefers, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle spielen physische Faktoren aber nur eine untergeordnete Rolle. Ursache für die Obstruktion ist ein Erschlaffen der weichen Muskulatur des Gaumens während des Schlafs. Dies führt zu einer allmählichen Verengung in den oberen Atemwegen.

„Dies hat zur Folge, dass der Druck im Rachenraum sinkt und die Seitenwände des Atemtraktes, der Zungengrund und das Gaumensegel zu vibrieren beginnen, was zu den typischen Schnarchgeräuschen führt“ (Quelle: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linkrankheit/show.php3?p=1&id=90&nodeid=23)

Setzt sich die Verengung weiter fort, kommt es durch den entstehenden Unterdruck zu einem Kollabieren der Luftröhre und einer vollständigen Blockade der Atmung. Sowohl bei der zentralen wie bei der obstruktiven Schlafapnoe sorgt der mit dem Atemstillstand eintretende Sauerstoffmangel für eine Alarmreaktion des Körpers. Die Folge ist ein Aufwecksignal, das zu einer Steigerung von Herzfrequenz, Puls und Blutdruck und einer Stimulierung der Atemmuskulatur führt, so dass die Atmung wieder einsetzt. Daraus resultiert zwar nur selten ein echtes Aufwachen, da es im Verlauf der Nacht aber immer wieder zu Atemstillständen kommt, stört dies den Schlafrhythmus so nachhaltig, dass ein erholsamer Schlaf unmöglich wird.

Welche Faktoren zum Erschlaffen der weichen Gaumenmuskulatur führen, ist nicht vollständig geklärt. Darüber hinaus sind einige Risikofaktoren bekannt, die das Entstehen einer obstruktiven Schlafapnoe begünstigen können. An erster Stelle steht Adipositas, denn der Großteil der  SAS-Patienten ist deutlich übergewichtig. Weitere Auslöser können Alkohol- und / oder Nikotinkonsum sein. Auch die regelmäßige Einnahme von Schlaf- und/oder Beruhigungsmitteln scheint die Entstehung einer obstruktiven Schlafapnoe zu fördern.

Schlafapnoe Symptome

Die meisten Symptome, die im Zusammenhang mit einer Schlafapnoe auftreten, lassen sich nicht eindeutig der SAS zuordnen. Während die obstruktive Form in vielen Fällen durch starkes Schnarchen mit Atempausen zwischen 10 und 30 Sekunden (vereinzelt auch bis zu 90 Sekunden) gekennzeichnet ist, fehlt dieses Symptom bei der zentralen Form praktisch völlig. Sowohl bei der zentralen wie der obstruktiven Schlafapnoe klagen die Betroffenen über Tagesmüdigkeit, fühlen sich schlapp, unkonzentriert und wenig leistungsfähig. Morgendliche Kopfschmerzen und / oder ein trockener Mund können ebenfalls Anzeichen für SAS sein. Ein weiteres Indiz kann der sogenannte Sekundenschlaf sein, bei dem Betroffene immer wieder für kurze Momente einnicken. Längerfristig kann SAS zu Depressionen und erektilen Funktionsstörungen führen.

Schlafapnoe Diagnose

Aufgrund der Vieldeutigkeit der Symptome wird SAS von den Betroffenen selbst meist nicht als mögliche Ursache erkannt. Auch das Schnarchen mit Atemaussetzern fällt meist nur den Lebenspartnern/innen auf. Da eine nicht behandelte Schlafapnoe zu ernsthaften Dauererkrankungen führen kann, ist eine frühzeitige Diagnose durch einen Arzt wichtig. Nach einer eingehenden Anamnese, zu der auch eine Befragung des/der Lebenspartners/Lebenspartnerin gehört, kann zunächst mit mobilen Geräten der Schlaf des Betroffenen zu Hause gemessen werden.

Bei akutem Verdacht auf eine Schlafapnoe erfolgt stets eine Überweisung an ein Schlaflabor. Die dort vorgenommenen umfangreichen Messungen (Herzrhythmus, Hirnströme, Sauerstoffgehalt des Blutes, Atembewegungen) sind sowohl für die Diagnose als auch die anschließende Therapie von Bedeutung. Ergänzende Untersuchungen durch Kiefernchirurgen, Neurologen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten runden die Diagnostik meist ab.

Schlafapnoe Therapie / Behandlung

Bei der obstruktiven Schlafapnoe gilt es zunächst Risikofaktoren wie Übergewicht, Alkoholkonsum oder den Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln so weit wie möglich zu reduzieren. Soweit physische Ursachen wie Polypen, vergrößerte Mandeln oder Fehlstellungen des Kiefers vorliegen, können operative Maßnahmen das Auftreten von Obstruktionen im oberen Atembereich verringern oder gar vermeiden.

Bei leichten Fällen einer obstruktiven Schlafapnoe reicht es unter Umständen schon aus, ein Schlafen in Rückenlage zu verhindern (etwa durch einen in den Schlafanzug eingenähter Tennisball), oder mittels einer Bissschiene Kiefer, Zunge und weichen Gaumen leicht nach vorne zu verlagern. Bei schwereren Fällen sowie bei der zentralen Schlafapnoe kommen Atemgeräte mit Nasen- (nCPAP) oder Gesichtsmaske (CPAP) zum Einsatz, über die die Patienten mit Raumluft beatmet werden. Die Geräte erzeugen einen konstanten Überdruck in den oberen Atemwegen, die eine Obstruktion und das Kollabieren der Luftröhre verhindern bzw. bei der zentralen Schlafapnoe dafür sorgen, dass die Lunge auch bei einem Ausfall der Atemmuskulatur mit Luft versorgt wird.

Schlafapnoe Verlauf

Eine nicht therapierte Schlafapnoe beginnt stets schleichend und äußert sich zunächst in Tagesmüdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu Sekundenschlafattacken, die im Straßenverkehr oder bei der Arbeit mit Maschinen schnell zu gefährlichen Unfällen führen können. Mitunter entwickeln sich ausgeprägte Depressionen und erektile Dysfunktionen. Auch Stresserkrankungen (Magengeschwür, Tinnitus, Hörsturz) können vermehrt auftreten. Langfristig kommt es zu chronischen Herz-Kreislauferkrankungen, vom Bluthochdruck bis zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. Auch steigt das Risiko, einem plötzlichen Herztod zu erliegen.

Schlafapnoe Vorbeugen

Da die Ursachen der Schlafapnoe nicht hinreichend geklärt sind, kommen präventiv vor allem Maßnahmen in Frage, die zu einer Senkung der bekannten Risikofaktoren führen. Dazu gehört in erster Line der Abbau von Übergewicht. Die körperliche Leistungsfähigkeit – vor allem der Atemmuskulatur kann durch Spaziergänge an der frischen Luft trainiert werden.

Auf den Genuss von Alkohol, Nikotin, Kaffee oder Schwarztee sollte mehrere Stunden vor dem Schlaf ganz verzichtet werden, da diese Mittel ebenso wie Schlaftabletten ein Erschlaffen der weichen Gaumenmuskulatur fördern können.

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