Rückenmarkstumor

Der Rückenmarkstumor ist eine sehr seltene Tumorerkrankung. Lediglich 10-20% der Krebserkrankungen des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark) fallen in diese Kategorie. Es handelt sich hierbei um entartete Zellen in der Rückenmarksregion. Die häufigsten Tumore in diesem Bereich sind das Ependymom und das Astrozytom. In vielen Fällen sind Tumore des Rückenmarks gutartig. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Man unterscheidet, je nach Ort ihrer Entstehung zwei Arten von Rückenmarkstumoren. Intra-medulläre Tumore entstehen direkt im Rückenmark. Extra-medulläre Tumore bilden sich außerhalb des Rückenmarks.

Die Symptome eines Rückenmarkstumors gehen auf dessen Wachstum und die daraus folgende Verdrängung des Rückenmarks zurück. Da beide Formen des Tumors mechanischen Druck auf das Rückenmark ausüben, kann man sie anhand der Symptomatik nicht unterscheiden. Hierzu sind genauere Untersuchungen notwendig. Rückenmarkstumore wachsen innerhalb des Wirbelkanals, durch den sie in ihrem Wachstum beschränkt werden. Durch die meist von der Mittellinie symmetrisch ausgehende Ausbreitung des Tumors erhöht sich der Druck auf das Rückenmark, welches ein Hauptbestandteil des menschlichen Zentralnervensystems bildet. Dadurch können selbst gutartige Tumore schwere Folgen für den Betroffenen haben. Oft sind Nervenfunktionen auch nach der erfolgreichen Behandlung eines Rückenmarkstumors dauerhaft beeinträchtigt. Erwachsene und Kinder sind unterschiedlich oft von dieser Erkrankung betroffen. Dies ist abhängig von der Art des Tumors.

Rückenmarkstumor Ursachen

Rueckenmarkstumor Ursachen + SymptomeBis heute sind die Ursachen von Rückenmarkstumoren nicht bekannt. Es besteht kein ursächlicher Zusammenhang zu einer möglichen erblich bedingten Vorbelastung. Rückenmarkstumore treten oft spontan und ohne ersichtlichen Grund auf. Auch Lebensgewohnheiten wie Ernährung, Schlaf und Bewegung oder auch Tabak- und Alkoholkonsum weisen keinen Zusammenhang zu dieser Form der Krebserkrankung auf.

Die Vermutung, dass Verletzungen oder Tumore in der Hirnregion begünstigend wirken können, ist bis heute nicht bestätigt. In jüngster Zeit wird spekuliert, dass eine übermäßige Belastung des Körpers mit elektromagnetischer oder radioaktiver Strahlung die Entstehung eines Rückenmarkstumors begünstigen kann. Einer erhöhten elektromagnetischen Strahlung ist der Körper beispielsweise bei übermäßigen Gebrauch von Mobiltelefonen ausgesetzt. Möglicherweise tumorbegünstigende radioaktive Strahlenbelastung kann zum Beispiel bei der Strahlentherapie einer Leukämie entstehen.

Rückenmarkstumor Symptome

Mit zunehmendem Wachstum des Tumors wird das Rückenmark mehr und mehr verdrängt. Schließlich bleibt nur eine dünne Schicht. Da das Rückenmark maßgeblich die Bewegung der menschlichen Extremitäten steuert, kommt es hier zu enormen Einschränkungen. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Querschnittslähmung führen. Allgemeine Symptome sind absteigende Lähmungserscheinungen der Extremitäten, Schmerzen und Sensibilitätsstörungen. In Verbindung mit einem Rückenmarkstumor tritt häufig ein Wurzelkompressionssyndrom auf. Grund dafür ist die Reizung der Nervenwurzel.

Typische Symptome hierfür sind Rückenschmerzen, die in angrenzende Bereiche der Haut ausstrahlen, Lähmungen und verminderte Eigenreflexe der Muskulatur. Auch das Brown-Séquard-Syndrom tritt häufig in Verbindung mit einem Rückenmarkstumor auf. Es beruht auf einer halbseitigen Schädigung des Rückenmarks. Sensibilitätsstörungen und Muskellähmungen sind die Folge. Beim Kaudasyndrom ist die cauda equina, eine Struktur innerhalb der Wirbelsäule, aufgrund des wachsenden Tumors gequetscht. Auch hier kommt es zu Lähmungen, Schmerzen und Sensibilitätsstörungen. Häufig sind dabei auch Blase und Mastdarm betroffen.

Rückenmarkstumor Diagnose

Oft ist eine Diagnosestellung schwierig, da es eine Vielzahl von Erkrankungen im Bereich des Zentralnervensystems gibt, die sich durch eine ähnliche Symptomatik auszeichnen. Gibt es jedoch bereits einen Verdacht auf einen Rückenmarkstumor, kann dieser durch das Röntgen der Wirbelsäule relativ schnell abgeklärt werden. Weitere Methoden zur Erkennung sind Computer- oder Kernspintomographie. In manchen Fällen wird Gewebe direkt aus dem Tumor entnommen (Biopsie), um mittels einer zytologischen Untersuchung genauere Angaben zum Tumor machen zu können und festzustellen, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Rückenmarkstumor handelt. Grundsätzlich ist eine frühe Diagnose eines Rückenmarkstumors vorteilhaft und verbessert die Heilungschancen erheblich.

Rückenmarkstumor Therapie / Behandlung

Die Behandlung eines Rückenmarkstumors erfolgt operativ. Hierbei wird der Tumor so gut wie möglich entfernt. Die Schwierigkeit bei dieser Operation ist es, die Nervenfunktionen zu erhalten. Hierbei ist der Grad der Nervenschädigung vor der Operation entscheidend. Je schlechter dieser ist, desto schlechter ist auch das zu erwartende Endergebnis. In manchen Fällen wird nach der operativen Entfernung des Rückenmarkstumors eine ergänzende Strahlentherapie der betroffenen Bereiche durchgeführt, um im Körper verbliebene Reste des Tumors zu beseitigen. Es gibt keine alternativen Behandlungsmethoden eines Rückenmarkstumors.

Rückenmarkstumor Verlauf

Aufgrund der Verdrängung der Rückenmarksstrukturen durch den Tumor kann es zu erheblichen Störungen der Nervenfunktionen kommen. Wird ein Tumor erst spät erkannt, kann eine Querschnittslähmung auftreten. Häufig kommt es hierbei zu irreversiblen Schädigungen der Nerven.

Die operative Entfernung des Tumors birgt ein hohes Risiko. Eine Operation am Rückenmark gilt als ein sehr schwieriger Eingriff, den nur sehr erfahrene Operateure vornehmen sollten. Häufig tritt danach eine dauerhafte Verschlechterung der Nervenfunktionen auf. In manchen Fällen kommt es nach der Entfernung des Tumors zu einer Schwellung des Rückenmarks oder zur Instabilität der Wirbelsäule. Dies muss wiederum operativ behandelt werden. In seltenen Fällen kann es nach der erfolgreichen Entfernung des Rückenmarkstumors zum erneuten Auftreten eines Tumors in diesem Bereich kommen.

Rückenmarkstumor Vorbeugen

Es gibt keine anerkannten Methoden, einem Rückenmarkstumor vorzubeugen. Um die Folgen einer solchen Krebserkrankung zu minimieren ist es notwendig, im Verdachtsfall einen Arzt aufzusuchen und eine mögliche Erkrankung so früh wie möglich abklären zu lassen.

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