Röteln

Röteln zählen zu den acht typischen Kinderkrankheiten. Ist die durch das Röteln Virus verursachte Krankheit einmal ausgebrochen und ausgeheilt, besteht eine lebenslange Immunität. Zu den Röteln Symptomen der ansteckenden Infektionskrankheit zählen ein fleckiger Hautausschlag, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine Schwellung der Lymphknoten. Während einer Schwangerschaft kann eine Infektion zu schweren Fehlbildungen des Kindes führen.

Röteln Ursachen

Roeteln SymptomeRöteln werden durch das Röteln Virus ausgelöst, wobei der Mensch der einzige bekannte Wirt des Virus ist. Die Übertragung der Erreger erfolgt durch die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Dabei werden die Röteln mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent übertragen.

Röteln Symptome

Röteln können bei jedem Menschen sehr unterschiedliche Symptome zeigen. Deshalb sind die Röteln leicht mit anderen Erkrankungen zu verwechseln, zum Beispiel mit einem fieberhaften Hautausschlag. Bei der Hälfte aller Röteln Infektionen treten gar keine Symptome auf, was man auch stille Feiung nennt. Zu den typischen Symptomen der Röteln gehören rote Flecken im Gesicht, auf dem Rumpf und an den Armen und Beinen. Diese Flecken sind einzelstehend und leicht erhaben. Zudem tritt bei einer Röteln Infektion häufig Fieber auf, welches bis 39°C ansteigen kann. Weiterhin klagen Röteln Patienten in vielen Fällen über Glieder- und Kopfschmerzen und über eine Schwellung der Lymphknoten am Hinterkopf, hinter den Ohren und im Nacken. Auch eine leichte Entzündung der oberen Atemwege und eine Bindehautentzündung gehören zu der typischen Symptomatik der Röteln.

Je älter der Mensch ist, der sich mit Röteln infiziert, desto wahrscheinlicher treten bei Ausbruch der Krankheit Komplikationen auf. Diese können sein: Gelenkentzündungen (Arthritis), Enzephalitis (eine Entzündung des Gehirns) oder eine Abnahme der Zahl der Blutblättchen (Thrombozytopenie), wodurch es zu einer stärkeren Neigung von Blutungen kommt. Auch eine Bronchitis, eine Mittelohrentzündung oder Entzündungen des Herzmuskels und des Herzbeutels können vorkommen. Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft mit dem Röteln Virus, stellt dies eine besondere Gefahr dar. Mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit führt eine Röteln Infektion in den ersten acht Wochen der Schwangerschaft zu einer Schädigung des Embryos. Je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist, desto geringer wird das Risiko für das sich entwickelnde Kind. Es sinkt auf 25-30 Prozent ab.

Die Folgen einer Röteln Infektion für das ungeborene Kind können äußerst dramatisch sein. Infolge des Röteln Erregers kann es zu einem Spontanabort kommen, zu einer Frühgeburt oder zu schweren Fehlbildungen des Kindes. Diese Fehlbildungen können beinhalten: Herzfehler (Septumdefekte, Fallot-Teralogie und offener Ductus Botalli), einer Trübung der Augenlinse (Katarakt) und eine Innenohrschwerhörigkeit. Bei einer Röteln Infektion in der vierten Schwangerschaftswoche kommt es zu einer Schädigung des Kindes mit allen eben genannten Fehlbildungen (Gregg-Syndrom). Brechen die Röteln bei einer Frau in der 20. Woche der Schwangerschaft aus, kann eventuell nur eine isolierte Taubheit des Kindes ausgelöst werden. Weiterhin gehören zu der Liste der Schädigungen des Kindes durch den Röteln Virus folgende Auffälligkeiten und Krankheiten: sehr niedriges Gewicht bei der Geburt, verminderter Kopfumfang (Mikrozephalie), Enzephalomeningitis, Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Leberentzündung, Vergrößerung von Milz und Leber und Blutungsneigung infolge einer verminderten Anzahl an Blutblättchen (Thrombozytopenische Purpura). Aufgrund dieser massiven Schädigungsgefahr durch die Krankheit gehört die Untersuchung auf Röteln zur Mutterschaftsvorsorge.

Röteln Diagnose

Eine Röteln Diagnose aufgrund der Symptome ist – anderes als bei anderen Kinderkrankheiten – immer unsicher. Sehr leicht können die äußeren Anzeichen der Röteln mit anderen Krankheiten verwechselt werden: zum Beispiel mit den Masern, den Ringelröteln, dem Drei-Tage-Fieber, Scharlach, mit Entero- oder Adenovirus-Infektionen, mit Mykoplasmen oder mit einem fleckigen Exanthem. Der Nachweis des Röteln Virus im Speichel, im Urin oder in anderen Körpersekreten ist grundsätzlich in Speziallabors möglich, aber sehr aufwendig und im Rahmen der Routinediagnostik nicht sinnvoll.

Der Röteln Nachweis im Labor wird notwendig, wenn angeborene Röteln Infektionen auftreten. Werden angeborene Röteln nachgewiesen, besteht die Pflicht der Meldung (§ 7, Abs. 3 IfSG). Besteht der Verdacht, dass sich eine schwangere Frau mit Röteln infiziert hat, erfolgt die Diagnose, indem die Antikörper im Blut mittels Immunoassay (ELISA) untersucht werden. Werden bei diesem Vorgang IgM-Antikörper gefunden, gilt diese Tatsache als Hinweis auf eine Röteln Infektion, nicht aber als deren Nachweis. Durch Kreuzreaktionen mit Antikörpern gegen andere Viren kann dieser Test auch falsch-positiv ausfallen.

Eine endgültige Bestätigung einer Röteln Infektion wird durch den Hämagglutinationshemmtest (HHT) hergestellt. In diesem Test werden die Antikörper gegen Röteln Viren nachgewiesen. Bei diesem Röteln Test müssen im Abstand von 14 Tagen Blutproben auf den Anstieg der Antikörpermenge (des Titers) untersucht werden. Der Röteln Erreger wird bei dem Patienten als nachgewiesen angesehen, wenn die Antikörpermenge im Blut in diesem Zeitraum um das Vierfache ansteigt. Eine weitere Methode Röteln nachzuweisen ist der Hämolyse-im-Gel-Test. Bei einem neugeborenen Kind ist der Nachweis von Röteln-IgM im Rahmen der STORCH-Serologie Beweis für eine Röteln Infektion, die während der Schwangerschaft erfolgt ist. Ist eine Schwangere wahrscheinlich oder sicher mit dem Röteln Erreger infiziert, kann dieser auch mithilfe einer Zellkultur, einer Polymerase-Kettenreaktion (PCR) im Fruchtwasser oder im Material einer Chorionzottenbiopsie, ab der 22. Schwangerschaftswoche im Fetalblut festgestellt werden. Auf diese Weise kann bereits pränatal eine Röteln Infektion des Kindes festgestellt werden.

Röteln Therapie / Behandlung

Eine Behandlung der Ursachen der Röteln existiert nicht. Lediglich eine symptomatische Behandlung erfolgt: Hierbei werden bei Röteln fiebersenkende Mittel verabreicht, sowie entzündungshemmende Schmerzmedikamente. Röteln Patienten und deren Eltern müssen unbedingt auf die Ansteckungsgefahr für Schwangere hingewiesen werden. Für Kinder, die die Röteln während der Schwangerschaft im Mutterleib erworben haben (Rötelnembryofetopathie), sind je nach Krankheitsgrad Operationen, umfassende Therapien und eine gute Betreuung notwendig. Gegebenenfalls müssen diese Kinder am Herzen oder den Augen operiert werden. Zudem sind eventuell Hörgeräte von Nöten. Auch eine logopädische Förderung ist in einigen Fällen angebracht.

Röteln Verlauf

Bei der Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch erfolgt die Übertragung der Röteln mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Hat sich eine Person mit dem Röteln Erreger angesteckt, dringen die Viren über die Schleimhäute der oberen Atemwege in den Körper ein. Sie vermehren sich zunächst im Gewebe des Lymphsystems. Darauf folgend werden die Röteln Erreger in die Blutbahn ausgeschüttet (Virämie). Steckt sich eine schwangere Frau mit dem Röteln Virus an, wird der Erreger über die Plazenta auf das sich entwickelnde Kind übertragen. Nach einer Inkubationszeit von 14-21 Tagen zeigen sich oftmals die ersten Symptome der Röteln. Es können sich zunächst im Gesicht rote Flecken zeigen, die einzelstehend und leicht hervorgehoben sind. Diese können sich später auf den Rumpf und die Extremitäten ausbreiten. Typisch ist eine Rückbildung der Flecken nach ein bis drei Tagen. Hinzu kommt eine erhöhte Körpertemperatur des Röteln Patienten, welche bis zu 39°C ansteigen kann.

Weitere Symptome der Röteln sind Kopf- und Gliederschmerzen, eine Schwellung der Lymphknoten, eine Bindehautentzündung und ein leichter Katarrh der oberen Atemwege. Bei älteren Röteln Patienten kann es zu Komplikationen kommen, die detailliert im Kapitel „Symptome“ beschrieben werden. Infiziert sich eine Schwangere mit Röteln, so kann das ein enormes Risiko für das ungeborene Kind bedeuten. Informationen dazu finden Sie ebenso im Kapitel „Symptome“.

Röteln Vorbeugen

Durch die Verabreichung des MMR-Impfstoff kann eine sichere Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln gewährleistet werden. Alle Kinder ab dem 12. Lebensmonat, sowie Erwachsene, die keine IgG-Antikörper gegen Röteln Virus im Körper haben, sollten eine Röteln Impfung machen lassen. Insbesondere Frauen sollten sich so vor Röteln schützen. Mit 95-prozentiger Effizienz gewährt diese Impfung eine lebenslange Immunität gegen Röteln. Einem Monat nach der ersten Impfung wird gewöhnlich eine Wiederholungsimpfung verabreicht, welche die Impflücke von 5 Prozent schließt.

Schwangere, die mit Röteln in Kontakt gekommen sind, können sich innerhalb von 72 Stunden eine Impfung mit Immunglobulinen geben lassen, welche aber nicht sicher vor einer Infektion mit Röteln schützt. Röteln Erkrankte sollen bis zu sieben Tagen nach Sichtbarwerden der roten Flecken öffentliche Einrichtungen, insbesondere Kindergärten oder Schulen, meiden. Im Krankenhaus werden Röteln Patienten aufgrund der Ansteckungsgefahr isoliert.

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