Reisekrankheit

Die Reisekrankheit wird auch Kinetose genannt und bezeichnet die körperlichen Reaktionen, die bei Fortbewegung mit einem Verkehrsmittel auftreten. Durch das Einwirken von Beschleunigungskräften kommt es zu Blässe, Schwindel, Übelkeit und auch zu Erbrechen. Die Reisekrankheit tritt vor allem bei Schiffreisen auf, kann aber auch dem Auto fahren durch häufige Geschwindigkeitswechsel ausgelöst werden. Typisch für die Kinetose ist, dass der Lenker des jeweiligen Fahrzeuges so gut wie nie unter den Symptomen der Reisekrankheit leidet. Die Reisekrankheit kann aber auch in Flugzeugen, Helikoptern oder sogar Achterbahnen durch die passive Bewegung ausgelöst werden. Unbehandelt verschwinden die Symptome nach spätestens nach zwei bis drei Tagen oder wenn sobald die ungewohnte Bewegung aufhört.

Reisekrankheit Ursachen

Reisekrankheit: Symptome und UrsachenDas Innenohr beherbergt das Gleichgewichtsorgan, das aus den Bogengängen besteht, die in drei verschiedenen Ebenen angeordnet sind die auf Bewegungen des Kopfes reagieren. Unser Körper und das Gleichgewichtsorgan sind auf die Fortbewegung zu Fuß ausgelegt. Bei starken Beschleunigungen kann es zu einer Sinnestäuschung kommen und dadurch wird das System gestört. Es kommt zu einer Reizung des vegetativen Nervensystems das die Symptome der Reisekrankheit auslöst. Besonders häufig tritt die Reisekrankheit auf, wenn ungewohnte Reize auf das Gleichgewichtsorgan einwirken die nicht mit den visuellen Eindrücken übereinstimmen.

Reisekrankheit Symptome

Bereits im Vorstadium spürt der Betroffene ein leichtes Unwohlsein, fröstelt und hat kalte Schweißausbrüche. Zudem fühlt sich der Betroffene müde und schläfrig und reagiert langsamer. Weitere Symptome sind Blässe im Gesicht und Desinteresse. Bereits in diesem Stadium steigen die Stresshormone im Blut langsam an. Beim Fortschreiten der Krankheit kommen zusätzlich noch Gähnen, geistige Leere, Arbeitsunlust, Schwindel, Kopfschmerzen und schließlich Brechreiz bis hin zum Erbrechen hinzu. Es können dann sowohl Röte als auch Blässe vorkommen, da es zu einem gesteigerten Tonus der parasympathischen Anteile des vegetativen Nervensystems kommt. Durch das Erbrechen erfährt der Betroffene nur kurz Erleichterung und die Magen-Darm-Funktion ist reduziert.

Typisch für die Reisekrankheit ist auch, dass es zu einem wellenförmigen an- und abschwellen der Symptome kommt. In schweren Fällen halten die Symptome tagelang an. Besonders bei Schiffsreisen können besonders schwere Formen auftreten, die mit starken Depressionen und Selbsttötungsgedanken einhergehen können. In äußerst seltenen Fällen kann die Reisekrankheit bei Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Schwäche zum Tod führen. Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Ausnahme von Säuglingen und Menschen ohne Gleichgewichtsorgan an der Reisekrankheit leiden. Auch Seeleute, die bereits jahrelang ohne Beschwerden zur See gefahren sind können plötzlich Symptome ausbilden.

Reisekrankheit Diagnose

Die Kinetose kann immer dann diagnostiziert werden, wenn die oben beschriebenen Symptome auftreten, der Betroffene eine ungewohnte Bewegung erfährt und keine anderen körperlichen Ursachen erkennbar sind. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, wenn man selten mit einem Schiff fährt oder fliegt, dass man immer wieder an der Reisekrankheit leidet. Ein Gewöhnungseffekt an die ungewohnten Bewegungen tritt nach einigen Tagen ein.

Reisekrankheit Therapie / Behandlung

Das Auftreten der Reisekrankheit kann durch Medikamente verhindert oder abgemildert werden. Die Wirkstoffe können in verschiedenen Formen, wie Kaugummis, Tabletten oder Zäpfchen verabreicht werden. Verschreibungspflichtige Medikamente mit Scopolamin weisen die schnellste und beste Wirksamkeit auf. Der Nachteil sind die starken Nebenwirkungen, die zu starker Müdigkeit, Sehstörungen und Mundtrockenheit führen. Besonders Kinder und ältere Menschen vertragen Scopolamin schlecht und eine Kontraindikation ist beim Engwinkelglaukom gegeben. Zur Behandlung können auch H1 Anithistaminika wie Dimenhydrinat eingesetzt werden, da sie im Gehirn eine anticholinerge Wirkung haben. Die Wirkung ist jedoch schwächer als bei Scopolamin aber auch die Nebenwirkungen sind schwächer ausgeprägt. Für besonders schwere Fälle empfiehlt sich die Verabreichung der Arzneimittel mittels Injektion. Andere Wirkstoffe, die sonst bei Übelkeit Anwendung finden, haben sich als nicht hilfreich erwiesen.

Rezeptfreie Medikamente, die allerdings apothekenpflichtig sind, enthalten in den meisten Fällen Dimenhydrinat. Für die Reisekrankheit gibt es auch verschiedene alternative Behandlungsmöglichkeiten, die den Betroffenen Linderung verschaffen können. Ingwer hat eine antiemetische Wirkung. Er kann entweder in kleinen Scheiben oder in Pulver oder Tablettenform eingenommen werden. Mit der Einnahme sollte jedoch bereits am Vortag der Reise begonnen werden. Menschen, die an Magengeschwüren oder Gallensteinen leiden, sollten keinen Ingwer einnehmen. Durch die Einnahme von Ingwer kommt es fast keinen Nebenwirkungen und in einer Doppelblind Studie wurde die Wirksamkeit nachgewiesen. Für andere Hilfsmittel wie Brillen oder magnetische Armbänder gibt es keine nachprüfbaren Wirkungsnachweise.

Reisekrankheit Verlauf

Der Verlauf der Reisekrankheit ist in den meisten Fällen zwar sehr unangenehm aber nicht lebensbedrohlich. Nur in äußerst seltenen Fällen, wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, kann der Krankheitsverlauf lebensbedrohlich sein. Bei über 90 Prozent der Betroffenen, die ansonsten gesund sind verschwinden die Symptome ohne Behandlung, wenn die ungewohnte Bewegung aufhört. Bei längeren Seereisen erfährt der Betroffene nach zwei bis drei Tagen Besserung, da ein Gewöhnungseffekt einsetzt.

Reisekrankheit Vorbeugen

Wenn eine Empfindlichkeit gegenüber einer Reiseart bekannt ist, gibt es einige einfache Mittel, die der Reisekrankheit vorbeugen können. Die rechtzeitige Einnahme von Medikamenten verhindert mit großer Wahrscheinlichkeit das Auftreten von Symptomen. Des Weiteren sollte 24 Stunden vor Reisebeginn kein Alkohol getrunken werden und man sollte sich gut ausruhen. Vor Reiseantritt sollte der Magen nicht überlastet werden und nur fettarme, kohlenhydratreiche Kost eingenommen werden. Besonders wichtig ist, dass man während der Reise nicht liest, damit es zu keiner zusätzlichen Reizung des Gleichgewichtsorgans kommt.

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