Psychische Störung

Unter dem Begriff Psychische Störung versteht man alle Erkrankungen, die sämtliche abnormen Abweichungen im Verhalten, Empfinden oder Erleben eines Menschen zeigen, die sich auf sein Denken, sein Fühlen und sein Handeln auswirken können. Wobei der Begriff abnorm, also der Norm abweichend, schon nicht eindeutig definiert werden kann. Nicht zuletzt hat die Bedeutung dieser Definition in den letzten Jahrzehnten eine eigene Veränderung durchlebt. Hinzu kommen zahlreiche Abweichungen aufgrund der verschiedenen menschlichen Kulturen, Religionen und Wertvorstellungen. Die Tatsache ob es sich bei einer psychischen Störung um eine Krankheit im medizinischen Sinn handelt, ist bei einigen immer noch umstritten.

Laut Internationaler Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD), eines Diagnoseklassifikationssystems der Medizin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist die psychische Störung als Krankheit aufgeführt.

Zu den häufigsten und bekanntesten psychischen Störungen gehören:

Die Verbreitung von psychischen Störungen ist beträchtlich. Studien zufolge leidet mittlerweile weltweit jeder vierte Patient unter einer psychischen Störung. In Deutschland ist es zudem die vierthäufigste Ursache für Ärzte für die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinung. Die Gründe dafür liegen in der Entwicklung des sozialen Umfeldes. Während noch vor einigen Jahren bis Jahrzehnten sich die Menschen in den Industrienationen der Öffentlichkeit gegenüber nicht offenbart haben, sind die Berührungsängste gegenüber diesen Erkrankungen immer weiter zurückgegangen.

Psychische Störung Ursachen

Psychische Stoerung: Symptome und UrsachenJede einzelne psychische Störung kann eine Vielzahl von möglichen Ursachen haben. Die Gründe dafür können bereits eine erbliche Veranlagung, die individuelle körperliche und psychische Belastbarkeit oder Veränderungen im familiären oder sozialen Umfeld sein (Todesfall, Scheidung, Unfall, Krankheit). Ein relativ bekannter Auslöser als Ursache für eine psychische Störung ist ein persönlich erlittenes Trauma.

Als psychisches Trauma bezeichnete man eine seelische Verletzung die aufgrund einer erschütternden Erfahrung zurückzuführen ist. Bekannte potenzielle Ereignisse können etwa Naturkatastrophen, Geiselnahme, Vergewaltigung oder schwere Unfälle, aber auch fortlaufenden Erlebnisse wie Kriege, Missbrauch, Stalking oder Mobbing sein. Möglich sind hingegen auch weniger dramatische Erlebnisse, die sich ungeachtet dessen im weiteren Verlauf negativ auf die Psyche auswirken können. Die ersten Symptome können unmittelbar nach dem ursächlichen Ereignis oder erst nach Jahren beziehungsweise Jahrzehnten auftreten.

Psychische Störung Symptome

Die Symptome einer psychischen Störung sind ebenso vielfältig wie ihre Ursachen. Nicht selten erkranken Patienten zeitgleich an mehr als eine psychischen Störung. Einige Symptome lassen sich häufig nicht zweifelsfrei einer einzelnen Erkrankung zuordnen, da etliche psychische Störungen ähnliche Krankheitsbilder aufweisen.

Auffällige bekannte Warnzeichen sind Wahrnehmungsstörungen, Angst- und Panikzustände, innere Unruhe, Antriebsstörungen, dauerhafte Nervosität, Reizbarkeit und andauernde Aggression, Selbstverletzungsverhalten, Suizidversuche oder Schlafstörungen. Die Warnzeichen müssen nicht zwangsweise in einer derartigen Form auftreten und können unter Umständen weniger auffällig sein, allerdings in ihrer Intensität und in Kombination massiver auftreten.

Psychische Störung Diagnose

Die Diagnose Psychische Störung wird mehrheitlich von einem Psychiater erstellt. In Verbindung einer eingehenden Diagnose steht die individuelle Anamnese. Eine Anamnese kann wiederum auch durch einen Psychotherapeuten erfolgen. Die Anamnese, Fremd- und Sozialanamnese beschäftigt sich unter anderem mit der Vorgeschichte der Erkrankung, dem sozialen- und familiären Umfeld und ist Voraussetzung einer fachgerechten Therapie.

Weitere Diagnoemethoden sind darüber hinaus die körperliche und neurologische Untersuchung, Computer- und Magnetresonanztomographie (CT, MRT), Elektroenzephalographie (EEG), ElektroMyo- und ElektroNeuroGraphie (EMG, ENG) sowie die Auswertungen von Laborwerten. Abgrenzungen zu anderen Erkrankungen oder Störungen (Differentialdiagnose) sind oft nicht einfach zu erkennen. Beispielsweise ist das Burnout-Syndrom keine anerkannte Krankheit, kann sich aber unter Umständen zu einer psychischen Störung weiterentwickeln.

Psychische Störung Therapie / Behandlung

Die Mehrheit der psychischen Störungen ist heutzutage mittels Psychotherapie und Psychopharmaka durchaus heilbar, wobei der Begriff Heilung in diesem Zusammenhang nicht ganz korrekt ist. Die Heilung im medizinischen Sinne setzt voraus, dass durch die Behandlung die Ursachen einer Krankheit beseitigt werden. Hingegen sind bei einer psychischen Störung in den überwiegenden Fällen die Ursachen als Auslöser nicht mehr vorhanden, beispielsweise nach einem psychischen Trauma (Unfall, Tod eines Angehörigen) und nicht mehr beseitigt werden können

Die Psychotherapie befasst sich, im Gegensatz zur Psychiatrie, mit allen Behandlungsformen, die ohne Einsatz von medikamentöser Mittel auskommen. Bei den Psychotherapeuten unterscheidet man zwischen Psychologischen Psychotherapeuten und Ärztlichen Psychotherapeuten. Letztere sind Mediziner mit einer Weiterbildung zum Facharzt für Psychotherapie. Die meisten von ihnen arbeiten analytisch oder tiefenspychologisch (eine Weiterentwicklung der traditionellen Psychoanalyse nach Siegmund Freud). Eine Psychotherapie wird nach einer entsprechende Zulassung des Therapeuten in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die medikamentöse Behandlung durch Psychopharmaka wird durch die Psychotherapie nicht ausgeschlossen, sie wird lediglich nicht von Psychotherapeuten verordnet. Der Einsatz und die Überwachung erfolgt nach eingehender Diagnose in der Regel durch einen Psychiater. Diagnostik und Therapie können, je nachdem wie ausgeprägt die Symptome sich abzeichnen, sowohl ambulant als auch stationär (Psychiatrische und Psychosomatische Kliniken) durchgeführt werden.

Psychische Störung Verlauf

Zwischen den auslösenden Faktoren, dem ursächlichen Erlebnis und Auftreten der ersten Anzeichen gibt es oft keinen Hinweis dafür, der auf eine Erkrankung hindeuten. Die Symptome können schleichend zum Vorschein kommen, aber auch unmittelbar durch einen scheinbar bedeutungslosen Vorfall auftreten. Je nach Ursache und der jeweiligen Form der psychischen Störung ist der Krankheitsverlauf individuell verschieden. Außerdem ist nicht im Vorfeld absehbar, wie sich der Verlauf bei jedem Patienten entwickelt. Bedeutend in diesem Zusammenhang ist die Beobachtung insbesondere durch den behandelnden Therapeuten, soweit dieser hinzugezogen wurde. Auch das familiäre oder soziale Umfeld könnte auf Veränderungen aufmerksam werden, insbesondere wenn die eigene Wahrnehmung gegebenenfalls gestört ist.

Psychische Störung Vorbeugen

Ein Vorbeugen vergleichbar wie beispielsweise bei Infektionskrankheiten ist auf psychische Erkrankungen nicht übertragbar. Entgegen mancher Vorstellung kann es geschehen, dass Lebensumstände sich abrupt ändern oder auch nicht vorhersehbare Ereignisse eintreffen, die letztendlich zu einer psychischen Störung führen können.

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