Phobie

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Angst ist ein Urinstinkt des Menschen. Bei Angst werden die Sinnesorgane geschärft, das Adrenalin steigt und der Körper wird so auf Flucht, Angriff oder Verteidigung programmiert. Problematisch wird es aber dann, wenn die Angst oder auch Furcht unbegründet ist und sich sogenannte Angststörungen entwickeln. Wenn sich dann die Angst auf spezifische Dinge oder Situationen fokussiert, wird von Phobie gesprochen. Bekannt ist im Volksmund vor allem die Spinnen- und Hundephobie. Dies sind spezifische phobische Störungen, welche sich auf Objekte beziehen.

Als weitere soll aber auch die Agoraphobie und die soziale Phobie genannt werden. Die Agoraphobie wird oft mit der Klaustrophobie verwechselt. Ersteres ist die Angst vor großen Menschenmengen an öffentlichen Plätzen, Verkehrsmitteln oder Räumen. Zweites dagegen ist die Angst vor engen und zu kleinen Räumen, unabhängig, ob sich Menschen dort befinden; zum Beispiel im Fahrstuhl. Zudem gibt es die soziale Phobie, welche die Angst vor der Betrachtung oder auch Begutachtung von Menschen ist. So kommt es hier zur Vermeidung von sozialen Situationen mit Menschen und weniger zur Vermeidung von Örtlichkeiten.

Gleichgültig, welche Phobie der Mensch entwickelt hat, Fakt ist, es kommt zu einem übermäßigen Gefühl der Angst, welche meist unbegründet ist und dennoch zu Todesangst ansteigen kann. Dass die Angst unrealistisch ist, ist den Betroffenen zeitweise klar und verstärkt ihr Unbehagen noch mehr, was zu weiteren psychischen Problemen wie zum Beispiel Depressionen oder selbstunsichere Persönlichkeitsstörungen führen kann.

Phobie Ursachen

Phobie Symptome & UrsachenBei der Entstehung einer Phobie spielen mehrere Bedingungen eine Rolle. Eine Ursache allein kann nicht, wie bei jeder anderen psychischen Störungen auch, für die Entwicklung solcher starken Angststörungen verantwortlich sein. Es existieren viele psychologische und neurobiologische Entstehungsmodelle. Doch der multidisziplinäre Blickwinkel sorgt für ein umfassendes Krankheitsverständnis der Phobie.

Demnach wird von einer Vielzahl an Ursachenfaktoren ausgegangen, die sich gegenseitig bedingen und so die psychische Störung der Phobie aufrechterhalten. Zum einen kann schon in der Persönlichkeit des Betroffenen eine Art Grundängstlichkeit vorliegen, die eine Entstehung einer Phobie fördern kann. Dazu kommen noch lerntheoretische Faktoren, die schon während der kindlichen Entwicklung, zum Beispiel von Eltern, die selber Angst vor Spinnen oder Hunden hatten, gelernt wurden. Somit werden weitere Grundbausteine der Phobieentstehung gebildet.

Auch Kinder, die überbehütet aufgewachsen sind oder denen nichts zugetraut worden ist, können so ein geringes Selbstbewusstsein entwickeln und dadurch ebenfalls anfällig für eine Phobieentwicklung sein. In der Regel sind selbstunsichere Personen betroffen und weniger Menschen, die wirklich schlechte Erfahrungen mit entsprechenden Tieren oder Situationen, wie beispielsweise Steckenbleiben im Fahrstuhl, erlebt haben. Fakt aber ist, es gibt nicht die eine Ursache, sondern es handelt sich um ein mehrschichtiges Entstehungsmodell der Phobie.

Phobie Symptome

Die Symptome der Phobie berufen sich auf die typischen Erscheinungen der Angst. Der Unterschied ist nur, dass diese diversen Merkmale viel stärker und manchmal sogar mit Todesangst empfunden werden. In der Regel schlägt das Herz immer schneller. Es stellt sich ein Gefühl von Beklemmung ein. Der Betreffende atmet schneller oder verspürt zunehmend einen Kloß im Hals und Druck auf der Brust.

Schweißausbrüche, Übelkeit bis hin zum Erbrechen können ebenfalls Reaktionen des Phobikers sein, wenn er mit Situationen oder Dingen seiner Angst konfrontiert wird. Manche phobische Patienten haben das Gefühl der Benommenheit, sind dementsprechend gelähmt und fühlen sich nicht in der Lage, auch nur annähernd irgendwie agieren zu können.

Phobie Diagnose

Die Diagnose kann ein Psychiater oder auch psychologischer Psychotherapeut stellen. Dabei müssen aber im Vorfeld sämtliche körperliche Ursachen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome zeigen, ausgeschlossen werden. Wenn folgende Kriterien vorhanden sind, kann von einer Phobie gesprochen werden. Die entstehende Angst muss an das Auftreten des bestimmten phobischen Objekts, zum Beispiel ein Tier oder einer entsprechenden Situation, gekoppelt sein. Die spezifischen Symptome der Angst müssen auftreten und solange anhalten, bis das Beängstigende weg ist.

Phobie Therapie / Behandlung

Die Phobie lässt sich in der Regel recht gut psychologisch behandeln. Vorausgesetzt, der Betroffene kann sich weitestgehend auf die Behandlung einstellen. Unterstützt werden kann die Psychotherapie in besonders schwierigen Fällen mit Hilfe von Medikamenten, die angstlösend und antidepressiv wirken und somit einen gewissen Zugang zum Patienten für die Behandlung gewährleisten. Weiterhin werden verschiedene Behandlungsmethoden angewandt.

Beginnend von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, die sich als sehr wirkungsvoll herausgestellt haben, über diverse Entspannungstechniken, die zur Regulierung von Angstgefühlen und Symptomen, wie zum Beispiel Unruhe oder Atemprobleme, dienen. Hier sei beispielsweise autogenes Training oder progressive Muskelentspannung benannt.

In der Regel werden Menschen mit Phobie in therapeutischer Begleitung mit dem angstauslösenden Objekt oder Situation konfrontiert, bis die Symptome abklingen. Dabei wird hierarchisch vorgegangen, das heißt, gemeinsam mit Patient wird eine Hierarchieleiter aufgestellt, die in der größten Angstvorstellung gipfelt. Diese Art Leiter wird nach und nach bildlich mit dem Patienten bestiegen. Dieses Verfahren der Verhaltenstherapie nennt sich Desensibilisierung und erweist sich als erfolgsversprechende, fundierte Methode der Phobiebehandlung. Zusätzlich können sich Betroffene auch Unterstützung von ihresgleichen holen, indem sie entsprechende Selbsthilfegruppen besuchen und sich dadurch stärken können, dass sie nicht allein mit ihrem Problem sind.

Phobie Verlauf

Sicher gilt, je früher eine Diagnose und entsprechende Behandlung erfolgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Genesung. Der Krankheitsverlauf der Phobie ist chronisch und bei Nichtbehandlung kann dies zu gravierenden privaten und beruflichen Einschränkungen führen.

Betroffene Menschen versuchen entsprechende Situationen oder Konfrontationen zu vermeiden und isolieren sich dadurch zunehmend von der Außenwelt und dem sozialen Umfeld, bis hin zur Vernachlässigung oder gar Verwahrlosung seiner selbst. Weiterhin sind zusätzliche Entwicklungen von anderen psychischen Erkrankungen dann nicht mehr ausgeschlossen. Es besteht unter anderem eine hohe Komorbidität mit Zwangsstörungen, Depressionen und Substanzmissbrauch.

Phobie Vorbeugen

Spezifisch fundierte Präventionsmaßnahmen sind nicht bekannt. Aber empfohlen wird, sich den Ängsten zu stellen. Vermeidung und Flucht sind keine gesunden Lösungsstrategien. Im Gegenteil, dadurch wird die gefühlte Angst nur größer und manifestiert sich. Eine spätere Behandlung wird dadurch nur erschwert. Ein Tipp für Eltern kann aber an dieser Stelle gegeben werden: Die Erziehung des Kindes zu einem selbstbewussten und selbstverantwortlichen Menschen kann gegen eine Phobieentwicklung förderlich wirken.

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