Phlegmone

Phlegmone ist eine diffuse Entzündung der Weichteile, die bakteriell verursacht wird. Der Begriff Phlegmone kommt von Phlegma, was Schleim bedeutet. Phlegmone zeigt sich in der Regel zunächst durch eine pochende Hautrötung. Im Verlauf ist die Krankheit eitrig und breitet sich unterhalb der Haut in die angrenzenden Gewebe aus. Von Phlegmone können Hautgewebe, der hintere Teil des Bauchfells sowie Muskeln und Sehnen befallen sein. Eine spezielle Form der Phlegmone ist das phlegmonöse Erysipel, die Wundrose. Dabei handelt es sich um eine durch Bakterien hervorgerufene Infektion der Lymphwege und der oberen Hautschichten, die sich durch eine scharf begrenzte, deutliche Rötung zeigt. Während die deutsche Medizin diagnostisch das Erysipel von der Phlegmone abzugrenzen versucht, wird im englischsprachigen Raum nicht zwischen Erysipel und Phlegmone unterschieden.

Das Erysipel entsteht meist aus einer kleinen Hautverletzung und tritt beispielsweise im Gesicht, an den Gliedmaßen oder am Nabel auf. Im Allgemeinen befällt Phlegmone meist den unteren Körperbereich, weil dort kleine Verletzungen manchmal erst bemerkt werden, wenn bereits Beschwerden wie pochende Schmerzen und eitrige Entzündungen auftreten. Der Oberkörper ist seltener von einer Phlegmone betroffen. Relativ oft kommt jedoch die Handphlegmone vor, da an den Händen während des Alltags oft Verletzungen entstehen, die sich entzünden können. Handphlegmone zeigt sich meistens im Bereich der Sehnenscheiden oder in der Hohlhand. Mitunter tritt Phlegmone auch am Auge, als Folge einer Nasennebenhöhlenentzündung, auf. Dann spricht man von einer Orbitaphlegmone (Augenhöhlenphlegmone).

Eine weitere gefährliche Form der Phlegmone ist die Mundphlegmone. Von ihr können die Mundschleimhäute oder der Mundboden betroffen sein. Die Mundbodenphlegmone wird auch als Halsphlegmone bezeichnet. Eine Halsphlegmone entsteht oft durch eine Gaumenmandelentzündung oder eine Lymphknotenentzündung. Von ihr sind die Halsweichteile betroffen. Auch Rachenverletzungen, zu denen es beispielsweise durch bei der Nahrungsaufnahme verschluckte Fischgräten kommt, können zu einer Halsphlegmone führen. Die Halsphlegmone breitet sich mitunter bis auf das Ohr aus. Eine unbehandelte Halsphlegmone, von der auch die Gefäßscheide im Hals betroffen ist, kann in wenigen Tagen zum Tod führen.

Grundsätzlich birgt jede Phlegmone die Gefahr, tödlich zu enden.

Phlegmone Ursachen

Phlegmone SymptomePhlegmone entsteht für gewöhnlich durch Wunden. Erreger beziehungsweise Auslöser der Krankheit sind Streptokokken oder Staphylokokken. Schon kleinste Verletzungen, wie sie beispielsweise Nadeln von Spritzen verursachen, können dazu führen, dass Bakterien in den Körper eindringen, die eitrige Entzündungen hervorrufen. Weitere äußere Auslöser sind Schnittwunden, Bissverletzungen, Hautabschürfungen oder Haarbalgentzündungen.

Auch infolge einer Operation kann sich eine Phlegmone bilden. Besonders gefährdet sind Personen, die unter Diabetes, Wassereinlagerungen im Gewebe oder einer arteriellen Verschlusskrankheit leiden. Selbst Fußpilz kann Phlegmone verursachen, denn er verformt oft den Nagel und es kommt zu kleineren Verletzungen des Nagelbetts. So können Keime eindringen, die sich unter der Haut weiter verbreiten und eine Entzündung auslösen.

Symptome einer Phlegmone

Da bei der Phlegmone, anders als beim Furunkel, der Eiterherd nicht abgekapselt ist, breitet sich die Entzündung meist entlang der Unterhaut, Muskeln oder Bänder schnell aus. Symptome sind starke Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Druckempfindlichkeit und Überwärmung. Hinzu kommen oft Fieber, Schüttelfrost sowie ein allgemeines Unwohlsein und Abgeschlagenheit. Da eine Phlegmone am Bauchfell, am Mittelfell, in der Brusthöhle oder in der Nasennebenhöhle auftreten kann, sind auch Schmerzen in diesen Bereichen für die Krankheit symptomatisch.

Phlegmone Diagnose

Die Diagnose der Phlegmone wird in der Regel klinisch gestellt. Die Krankheit ist an Symptomen wie Schmerzen, Überwärmung und Rötung des betroffenen Bereichs zu erkennen. Oft wird von der betreffenden Stelle ein Abstrich genommen, um den Erreger, der die Phlegmone ausgelöst hat, bestimmen zu können. Anhand dieser Analyse lässt sich die anschließende Behandlung optimieren. Nicht immer ist es möglich, eine Phlegmone von einem Erisypel (einer Wundrose) abzugrenzen, da die Krankheit oft auch in einer Mischform, der Erysipelphlegmone, auftritt.

Wichtig ist die Unterscheidung einer Phlegmone von der tiefen Beinvenenthrombose, die sich ebenfalls durch Schwellungen, Rötungen und Schmerzen bemerkbar macht. Auch mit einem Lymphödem kann die Phlegmone leicht verwechselt werden, da sich dieses durch eine starke Schwellung der Gliedmaßen zeigt. Darüber hinaus gilt es, auszuschließen, dass Rötungen infolge von Insektenstichen oder Zeckenbissen für Phlegmone gehalten werden.

Phlegmone Therapie / Behandlung

Eine Sofortmaßnahme zur Linderung der Beschwerden bei Phlegmone sind kühlende Umschläge, die mit desinfizierenden Substanzen getränkt sein können. Auch Bettruhe wird empfohlen. Explizit muss die Eintrittsöffnung der Bakterien medizinisch versorgt werden. Falls es bereits zu einer verstärkten Eiterbildung oder einer Nekrose (einem Absterben des Gewebes) gekommen ist, müssen der Eiter und die abgestorbenen Zellen vom Arzt entfernt werden. Meist macht es sich erforderlich, die Wunde zu spülen und zusätzlich eine Drainage zu legen, damit Eiter und Wundflüssigkeit abfließen können. Anschließend empfiehlt es sich, den betreffenden Körperteil hoch zu lagern und ruhig zu stellen.

Falls sich die Phlegmone nah am Körperstamm befindet, und eine Hochlagerung und Ruhigstellung deshalb nicht möglich ist, ist oft ein Krankenhausaufenthalt unumgänglich. Alle diese Maßnahmen werden durch eine antibiotische Behandlung ergänzt, um Komplikationen zu verhindern. Dabei ist das zum Einsatz kommende Medikament meist Penicillin. Im Falle einer Penicillinallergie kann man auf Cephalosporine zurückgreifen. Bei rechtzeitiger Behandlung und sofortiger Ruhigstellung der betroffenen Körperpartie stehen die Chancen einer vollständigen Heilung der Phlegmone sehr gut. Um Rückfällen vorzubeugen, müssen die Krankheitsherde beziehungsweise die Eintrittspforten der Erreger konsequent behandelt werden.

Phlegmone Verlauf

Nach einer 2- bis 5-tägigen Inkubationszeit zeigen sich oft Anfälle von Fieber oder Schüttelfrost. Danach machen sich deutliche Hautveränderungen bemerkbar. Zunächst sind allgemeine Entzündungszeichen wie Rötungen zu sehen. Im weiteren Verlauf kommt es zum eitrigen Einschmelzen des betroffenen Gewebes. Das kann zum weitflächigen Absterben von Gewebe führen.

Wegen ihres diffusen Ausbreitungsmusters geht die Entzündung oft in an den Entzündungsherd grenzende Muskeln und Weichteile über. Diese Erscheinung wird intramuskulöse Phlegmone genannt. Darüber hinaus kann an verschiedenen Stellen eine Abszessbildung stattfinden. Wird die Phlegmone nicht rechtzeitig behandelt, befällt die eitrige Entzündung möglicherweise auch Knochen und Gelenke und es kann zu einer gefährlichen Lymphgefäßentzündung, einer Lymphadenitis, kommen. Im schlimmsten Fall entsteht eine Sepsis (Blutvergiftung) die zum Tod führt.

Phlegmone Vorbeugen

Einer Phlegmone kann durch geeignete Hygienemaßnahmen vorgebeugt werden. Auch nach kleinen Handverletzungen sollte man nicht weiterarbeiten, sondern die Wunde desinfizieren und abdecken oder verbinden. Die Zwischenräume der Fußzehen sollten immer gut gesäubert werden, sodass es nicht zu Bakterien-Anlagerungen kommt. Sonst können bei Fußverletzungen die Bakterien sofort in die Wunde dringen.

Bei einem Verdacht auf Phlegmone muss man sich sofort in medizinische Behandlung begeben, um einer Ausbreitung der Krankheit vorzubeugen. Bei einer frühzeitig einsetzenden Behandlung stehen die Heilungschancen sehr gut. Durch eine Schonung und Hochlagerung des befallenen Körperteils nach dem Arztbesuch lässt sich ein Fortschreiten der Entzündung verhindern. Auch kühlende Quarkwickel oder Umschläge mit Kamillen- oder Arnikatinktur beugen weiteren Beschwerden vor, wenn der Krankheitsherd bereits behandelt wurde.

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