Persönlichkeitsstörung

Als Menschen mit Persönlichkeitsstörung werden Personen bezeichnet, deren Verhaltensmuster nicht denen der Allgemeinheit entsprechen. Es gibt verschiedene Arten der Persönlichkeitsstörungen, nach ICD-10 werden diese als Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen klassifiziert und typisiert. Persönlichkeitsstörungen wurden ehemals als Psychopathien bezeichnet, dieser Terminus änderte sich erst im Jahr 1980.

Persönlichkeitsstörung Ursachen

Persoenlichkeitsstoerung: Symptome und UrsachenEs existieren keine gesicherten Ergebnisse bezüglich der Ursachen einer Persönlichkeitsstörung. Die Tiefenpsychologie geht von einer Prägung durch Entwicklungsstörungen im Kindesalter und andere äußere Faktoren aus, die dann den Krankheitsbildern der verschiedenen Arten von Persönlichkeitsstörungen begünstigend entgegenwirken.

Generell bewerten Psychologen die Wirkung der genetischen Veranlagung sowie des sozialen Umfelds als Auslöser für Persönlichkeitsstörungen. Natürlich werden die Vergangenheit und die Lebensumstände des Patienten in psychologischen Gesprächen genau betrachtet und fließen in die Anamnese mit ein. Im Übrigen wird davon ausgegangen, dass eine Persönlichkeitsstörung, bzw. die Veranlagung dazu, vererbt werden kann.

Symptome einer Persönlichkeitsstörung

Die Symptome bei Persönlichkeitsstörungen hängen stark von der Art der Störung ab. Grob unterscheidet die Psychologie drei sogenannte Cluster, in diesen werden die zehn häufigsten Persönlichkeitsstörungen eingegrenzt.

Zu unterscheiden gibt es in Cluster A die paranoide, schizoide und schizotypische Form der Störung laut ICD-10. Patienten wirken hier stark exzentrisch und ihr Verhalten wirkt nach außen sonderbar. Paranoide Persönlichkeitsstörungen machen den Patienten misstrauisch gegenüber seiner Umwelt, er verdächtigt Menschen in seinem Personenkreis ständig, ihm Schaden zufügen zu wollen. Er ist nicht mehr in der Lage gute Absichten zu erkennen. Meist sind die betroffenen Patienten streitsüchtig, bei Diskussionen schnell beleidigt und häufig aggressiv. Schizoide Patienten leben zumeist zurückgezogen.

Ein wichtiges Merkmal der Störung ist die Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen. Daher wirken schizoide Persönlichkeiten meist abweisend und kalt, ihre Mimik ist häufig erstarrt. Bei schizotypischen Personen steht die Exzentrik im Vordergrund. Das Auftreten ist durch Kleidung und Gestik auffallend, der Patient ist jedoch unfähig eine engere menschliche Bindung zu haben oder gar zu ertragen. Er ist ein Einzelgänger.

In Cluster B findet sich die Typisierung dramatisch, emotional und launisch. Diese Merkmale werden Persönlichkeitsstörungen narzisstischer, histrionischer und dissozialer zugeschrieben. Auch das Borderline-Syndrom fällt in das Raster von Cluster B.

Die narzisstische Störung ist der Umwelt des Patienten wohl bekannt, wird jedoch nur selten auf eine krankhafte Störung zurückgeführt. Die Störung gibt dem Erkrankten ein überdurchschnittlich hohes Selbstbewusstsein, gleichzeitig empfindet er für die meisten Menschen im näheren oder entfernteren Umfeld nur Verachtung. Trotz des nach außen gezeigten Selbstbewusstseins plagen den Patienten innerlich große Selbstzweifel über die er jedoch nicht mit ihm nahestehenden Personen redet. Die dissoziale Störung wird beiläufig auch als sogenannte antisoziale Störung bezeichnet. Der Patient ist häufig aggressiv, er verabscheut die Gesellschaft und deren Normen. Bei den Menschen seiner Umgebung gilt er als egoistisch und gefühlskalt.

Der Begriff der Histrione ist die veraltete Bezeichnung von Hysterie. Histrione Störungen äußern sich durch übertriebene Geltungssucht des Patienten. Er will immerzu der Mittelpunkt des Geschehens sein, sein Verhalten wirkt aufgesetzt und übertrieben. Das Borderline-Syndrom ist eine ebenfalls häufig auftretende Störung, die Symptome äußern sich bei den Patienten in gegensätzlichen Gefühlsausbrüchen. So kann tiefe Liebe in nur wenigen Augenblicken in abgrundtiefen Hass umschlagen. Für diese Gefühlsänderungen gibt es keine erkennbaren Gründe, für das menschliche Umfeld des Patienten kommen sie stets ohne Ankündigung. Häufig beginnen Borderline-Patienten sich selbst physisch zu verletzen und tragen sich mit Selbstmordgedanken.

Cluster C fasst schließlich die Persönlichkeitsstörungen der Angstzustände, der Zwanghaftigkeit und der Dependenz zusammen. Die sogenannten anankastischen Persönlichkeitsstörungen fallen in den Bereich der zwanghaften Störungen und rauben dem Patienten jegliche Flexibilität in seiner Lebensweise, weil er alles akribisch genau und nach festgelegten Mustern erledigen muss. Die Handlungsweisen des Patienten wirken übertrieben in Ausführung und Häufigkeit. Patienten, die in ihrer Persönlichkeitsstörung unter permanenter Angst leiden, sind ständig in Sorge. Sie fürchten Standardsituationen oder das Ausführen von alltäglichen Handlungen. Selbstzweifel quälen die Patienten und das andauernde Gefühl als Person wertlos zu sein führt dazu, dass gesellschaftliche Kontakte gemieden werden.

Im Gegensatz dazu stehen Patienten von dependenten Persönlichkeitsstörungen. Diese suchen unbedingt den Umgang zu anderen Menschen, sind von diesen sozialen Kontakten abhängig und meinen, ohne Hilfe das alltägliche Leben nicht meistern zu können. Patienten dieser sogenannten asthenischen Persönlichkeitsstörung weisen keinerlei Willenstärke auf und sind allgemein darauf bedacht es ihrem sozialen Umfeld immer Recht zu machen und zu gefallen. Die vorgenannten Symptome sind fließend und können auch ineinander übergehen. Nicht selten weisen Patienten eine Vielzahl der Symptome auf, eine Diagnose ist somit nur durch sorgfältige Anamnese zu stellen.

Persönlichkeitsstörung Diagnose

Zunächst wird der Patient beim Besuch des Psychologen zu seiner Lebensgeschichte und den Lebensumständen befragt. Der Therapeut hält diese Gespräche akribisch auf einem Anamnesebogen fest. Hier verzeichnet er nicht nur den Gesprächsinhalt, sondern auch eventuelle Reaktionen des Patienten hinsichtlich Aggressivität, Depression oder anderen Gemütsschwankungen. Da bei einer vermuteten Persönlichkeitsstörung die Aussage des Patienten allein nicht reicht, werden auch Familienangehörige bzw. das nähere soziale Umfeld des Patienten befragt, man spricht hier von Fremd-Anamnese.

Besonderen Wert legt der Psychologe dabei auf durchlebte Konflikt- oder Stresssituationen mit dem Patienten in der Vergangenheit, oder allgemeine Verhaltensauffälligkeiten um die Persönlichkeitsstörung zu unterscheiden. Eine neurologische und / oder eine internistische Untersuchung schließen die Diagnose ab und verschaffen Klarheit darüber, ob eine körperliche Störung vorliegt. Eine Persönlichkeitsstörung kann durchaus physischer Herkunft sein, z. B. bei durch Unfälle bedingten Gehirnschäden oder bei Herz- und Kreislauferkrankungen. Auch kann durch diese Untersuchungen ausgeschlossen werden, dass die Persönlichkeitsstörung eine Folge aus Alkohol- oder Drogenmissbrauch ist.

Persönlichkeitsstörung Therapie / Behandlung

Eine Persönlichkeitsstörung wird im Rahmen von Psychotherapien behandelt. Grundsätzlich wird heute noch die Möglichkeit einer gänzlichen Heilung angezweifelt, so wird der Patient bereits zu Beginn der Behandlung darauf hingewiesen, dass die Therapie auf die Besserung der Persönlichkeitsstörung ausgelegt ist. In bestimmten Fällen wird neben der Psychotherapie noch eine medikamentöse Therapie durch sogenannte Psychopharmaka eingeleitet.

Doch auch hier mildern die Medikamente die Symptome nur ab und heilen den Patienten nicht. Es bleibt zu betonen, dass Psychotherapien viele Jahre andauern, manche Patienten befinden sich lebenslang in Behandlung. Die größten Erfolge in der Therapie wurden bisher bei den in Cluster B und C typisierten Persönlichkeitsstörungen erzielt. Als sehr schwierig und langwierig in der Therapie erweisen sich immer wieder die paranoiden, schizoiden und schizotypischen Persönlichkeitsstörungen.

Persönlichkeitsstörung Verlauf

Wegen der Vielzahl der verschiedenen Möglichkeiten einer Persönlichkeitsstörung ist ein genauer Verlauf nicht festlegbar. Nach aktuellen Untersuchungen weisen ca. 10% aller Menschen typische Ansätze von Persönlichkeitsstörungen auf. Zumeist ist der Ansatz bereits im Kindesalter zu suchen und verstärkt sich im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen. Grundsätzlich weisen Patienten einer Persönlichkeitsstörung eine starke Abweichung zum (sozialen) Normverhalten auf.

Persönlichkeitsstörung Vorbeugen

Ein Vorbeugen von Persönlichkeitsstörungen ist allgemein schwierig. Ist die Ursache nicht genetisch so liegt sie meist in der Vergangenheit des Patienten und den Erlebnissen, die dieser als Kind bzw. Heranwachsender gemacht hat.

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