Pankreatitis

Als Pankreatitis wird eine entzündliche Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bezeichnet. Das Pankreas befindet sich im Oberbauch und produziert Insulin und weitere Verdauungssäfte sowie Hormone. Grundsätzlich muss zwischen einem akuten und chronischen Verlauf unterschieden werden. Die akute Form äußert sich in einer plötzlich auftretenden Entzündung, die mit der Selbstverdauung durch körpereigene Verdauungsenzyme einhergeht. Vor allem Trypsinogen und Phospholipase A werden in der Bauchspeicheldrüse vorzeitig aktiviert. In Folge kommt es zu einer Aktivierung von weiteren proteolytischen und lipolytischen Enzyme wie zum Beispiel Phospholipasen und Lipasen, die zur Verdauung von Fett, Proteinen und Kohlehydraten benötigt werden. Diese greifen nun das Organ an und beginnen es zu verdauen. Zahlreiche Komplikationen können auftreten, sodass die akute Form durchaus lebensbedrohlich sein kann. Bei korrekter Behandlung ist die vollständige Genesung jedoch wahrscheinlich.

Die chronische Pankreatitis kennzeichnet sich durch eine fortschreitende Entzündung des Pankreas, die mit dem Umbau der Drüse zur bindegewebigen Fibrose einhergeht. Diese Veränderungen können in einzelnen Teilbereichen stattfinden oder das ganze Organ betreffen. Das Fortschreiten der Krankheit führt zu einem Funktionsverlust und der Entstehung zahlreicher Komplikationen. Durch die Veränderungen kann zum Beispiel Diabetes Mellitus oder auch eine Pankreasinsuffizienz entstehen, die einen Mangel an Verdauungsenzymen mit sich bringt.

Pankreatits Ursachen

Pankreatitis: Symptome und UrsachenDie häufigste Ursache für eine akute Pankreatitis sind Gallensteine. Etwa 45 % der Patienten sind davon betroffen. Die Mündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm ist auch jene des Bauchspeicheldrüsengangs. Wenn diese durch festklemmende Gallensteine blockiert ist, kann es zu einem Rückfluss des Verdauungssaftes aus dem Zwölffingerdarm kommen, wodurch der Pankreas geschädigt wird. Eine ebenfalls häufige Ursache liegt im Alkoholmissbrauch. Rund 35 % der Erkrankungen können direkt darauf zurückgeführt werden. Die Wirkung des Alkohols und seiner Abbauprodukte schädigen die Bauchspeicheldrüse, nicht zuletzt durch eine veränderte Zusammensetzung des Gallensafts und der weiteren Verdauungssäfte.

Wesentlich seltener wird die Pankreatitis durch Infektionen, Tumore oder Stoffwechselerkrankungen ausgelöst. Gelegentlich können auch stark erhöhte Blutfette, ein erhöhter Blutkalziumwert oder Bauchverletzungen als Ursache in Frage kommen. Sehr selten tritt die Pankreatitis infolge von Nebenwirkungen bestimmter Medikamente auf. Die chronische Pankreatitis steht häufig in direkter Beziehung zum Alkoholmissbrauch, als zusätzlicher, unabhängiger Risikofaktor wird auch das Rauchen angesehen. Auch chronische Niereninsuffizienz, Tumore, bestimmte Medikamente und Hyperlipidämie können zur chronischen Pankreatitis führen. Eine Regulationsstörung der Nebenschilddrüsen, welche zu einem erhöhten Calciumspiegel im Blut führt, gilt ebenfalls als mögliche Ursache, ebenso eine genetische Veranlagung. Die autoimmune chronische Pankreatitis tritt ausschließlich in Verbindung mit weiteren Autoimmunerkrankungen auf. Bei rund 15 % der Erkrankten lässt sich keine eindeutige Ursache bestimmen.

Pankreatits Symptome

Die ersten Symptome einer akuten Pankreatitis sind plötzlich auftretende, in den Rücken ausstrahlende, heftige Schmerzen im Oberbauch. Ein dem Hexenschuss ähnlicher Schmerz in der Wirbelsäule kann ebenfalls auftreten. Je nach Ursache der Erkrankung können auch Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung vorkommen; aber auch Gelbsucht, Bauchwassersucht und Pleuraergüsse sind möglich. Ein schwerer Verlauf kann auch mit den Anzeichen eines Schocks oder einer Sepsis verbunden sein, auch kleine, fleckenförmige Blutungen der Haut im Flankenbereich oder rund um den Bauchnabel können auftreten. Die chronische Pankreatitis wird von wiederkehrenden Schmerzen begleitet, die vom Oberbauch auf beide Seiten ausstrahlen. Übelkeit und Erbrechen sowie die Nahrungsverweigerung aus Angst vor neuerlichen Schmerzen verursachen häufig Gewichtsverlust. Die eingeschränkte Produktion von Verdauungssäften verursacht schließlich starke Blähungen, Fettstühle und Durchfälle.

Pankreatits Diagnose

Bei der körperlichen Untersuchung bemerkt der Arzt eine hohe Druckempfindlichkeit des Abdomens am sogenannten Pankreasdruckpunkt. Der aufgeblähte Bauch und eine gewisse Elastizität der Bauchdecke sowie abgeschwächte Darmgeräusche sind ebenfalls Anzeichen, die auf eine Pankreatitis hinweisen. Im Rahmen einer Blutuntersuchung werden die Pankreasenzyme Amylase und Lipase bestimmt, eine Stuhlprobe zur Messung von Chymotrypsin und Elastase zeigt die Pankreatitis zuverlässig auf. Bei Verdacht auf eine Pankreasinsuffizienz wird das Hormon Sekretin intravenös verabreicht. Anschließend wird über eine Dünndarmsonde das Zwölffingerdarmsekret entnommen und untersucht. Auch bildgebende Verfahren kommen bei der Diagnose zum Einsatz. Eine Ultraschalluntersuchung gibt sowohl über den Zustand des Pankreas Auskunft als auch über eventuelle Gallensteine. Die Computertomographie wird erst im weiteren Verlauf der Erkrankung eingesetzt, um eventuelle Nekrosen in der Bauchspeicheldrüse zu lokalisieren.

Pankreatits Therapie / Behandlung

Die Pankreatitis wird zuerst mit Infusionen behandelt, um einen eventuellen Volumenmangelschock zu verhindern. Die weitere Behandlung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung, so diese festgestellt werden kann. Bei Gallensteinen ist ein chirurgischer Eingriff angezeigt, Infektionen werden mit Breitbandantibiotika behandelt. Während des Krankheitsverlaufs können sich eventuell Zysten, Blutungen oder nektrotisches Gewebe bilden, die chirurgisch entfernt werden müssen.

Die Nahrungszufuhr kann über eine Ernährungssonde erfolgen, vor allem, wenn ein schwerer Verlauf mit einer Darmlähmung einhergeht. Langfristig steht die Schmerzbekämpfung im Vordergrund. Nach Bedarf werden verschiedene Schmerzmittel verabreicht oder Nervenblockaden eingesetzt. Wichtig ist die absolute Alkohol-Abstinenz, auch das Rauchen sollte aufgegeben werden. Fettarme Diäten werden heute nicht mehr empfohlen, die Nahrung sollte jedoch reich an Kohlehydraten sein. Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt werden besser vertragen als wenige große.

Pankreatits Verlauf

Die akute Pankreatitis verläuft in der Regel sehr gut. Bei rund 85 % aller Patienten heilt die Krankheit vollständig aus, Restbeschwerden treten nur selten auf. Solange kein Drüsengewebe abstirbt, funktioniert die Bauchspeicheldrüse nach der Erkrankung wie zuvor. Die Hormonproduktion normalisiert sich schon nach wenigen Wochen, bis die Verdauungsfunktion wieder hergestellt ist, können allerdings bis zu 12 Monate vergehen.

Bei einer schweren Verlaufsform kann das Pankreas unter Umständen bleibende Schäden davontragen. Ist die exokrine Funktion gestört, sind bleibende Verdauungsstörungen die Folge, eine Störung der endokrinen Funktion äußert sich in Diabetes. Fehlende Enzyme müssen für den Rest des Lebens oral zugeführt werden, um Durchfällen, Blähungen und Fettstühlen vorzubeugen.

Pankreatits Vorbeugen

Eine gesunde Lebensweise ist grundsätzlich die beste Vorbeugung. Alkohol sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden, Nikotin ist überhaupt zu meiden. Adipöse Menschen sollten ihr Gewicht reduzieren und sich regelmäßig sportlich betätigen, die Menge der täglichen Nahrung und ihre Zusammensetzung sollte an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Patienten, die bereits an einer Pankreatitis erkrankt und wieder geheilt wurden, müssen auf ihre Ernährung und ihren Lebensstil besonders achten, um eine neuerliche Entzündung zu vermeiden.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
2 Bewertungen, Ø: 4,00 von 5

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.