Pankreaskarzinom

Das Pankreaskarzinom, zu Deutsch Bauchspeicheldrüsenkrebs, ist die häufigste Krebsart der Bauchspeicheldrüse. Verglichen mit anderen Krebsarten tritt es eher selten auf, ist aber besonders gefährlich. Entstehungsort sind die Drüsenzellen des Pankreas, in den meisten Fällen entwickelt es sich am Kopf der Bauchspeicheldrüse. In Deutschland erkranken jährlich 18 von 100000 Menschen neu. Bei Männern steht es in der Häufigkeit der Krebsarten auf dem 9. Platz, bei Frauen auf dem 7. Platz.

Das Pankreaskarzinom entwickelt sich meist über viele Jahre ohne charakteristische Symptome, deshalb wird die Diagnose oft zu spät gestellt, was eine hohe Sterblichkeitsrate der Betroffenen zur Folge hat. So steht das Pankreaskarzinom bei den Krebstodesfällen in Deutschland an vierter Stelle, obwohl es statistisch gesehen weitaus seltener auftritt als beispielsweise Brust- oder Lungenkrebs. Männer erkranken häufiger als Frauen, wobei das das Risiko für die Bildung eines Karzinoms der Bauchspeicheldrüse mit zunehmendem Alter steigt. So sind Frauen bei der Entdeckung der Krankheit durchschnittlich 75 und Männer 68 Jahre alt.

Pankreaskarzinom Ursachen

Pankreaskarzinom SymptomeDie Ursachen für das Pankreaskarzinom sind noch nicht geklärt, bekannt ist jedoch eine Reihe von Faktoren, die das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, erhöhen. Dazu gehören chronische Erkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Diabetes und Adipositas. Verschiedene Tumore und einige seltene Erbkrankheiten spielen ebenfalls eine Rolle, so erhöht sich das Erkrankungsrisiko z. B. nach der Operation eines Tumors im Bereich des Magens um 3 bis 7%. Für die Entstehung eines Pankreaskarzinoms können auch genetische Faktoren verantwortlich sein. So tritt die Erkrankung in manchen Familien besonders häufig auf, meist leiden viele Mitglieder dieser Familien an einer erblich bedingten chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Bei den meisten Patienten liegt allerdings keine erbliche Belastung vor.

Medizinische Studien haben nachgewiesen, dass hoher Alkohol- und Tabakkonsum das Risiko, an einem Pankreaskarzinom zu erkranken, beträchtlich steigern. Fallen beide Faktoren zusammen, erhöht sich das Risiko noch mehr. Vermutet wird auch, dass die Ernährung bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Rolle spielt, so senkt eine fettarme, vitamin- und nährstoffreiche Ernährung wahrscheinlich das Erkrankungsrisiko, während es von einer fettreichen Ernährung erhöht wird.

Pankreaskarzinom Symptome

Ein Pankreaskarzinom im Anfangsstadium verursacht keinerlei charakteristische Schmerzen und Symptome, deshalb wird die Erkrankung oft viel zu spät entdeckt. Ein sicheres Indiz für Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine fortschreitende Gelbsucht, die nicht mit schmerzhaften Koliken einhergeht. Doch wenn dieses Symptom vorliegt, befindet sich das Karzinom meist schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium und hat wahrscheinlich bereits Metastasen gestreut.

Weitere häufige Anzeichen sind Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, Gewichtsverlust, Entstehung einer Diabetes, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Diese Symptome weisen jedoch nicht eindeutig auf ein Pankreaskarzinom hin, sondern können auch Zeichen für viele andere Krankheiten sein. Oft werden auch Thrombosen der Milzvene und anderer Venen festgestellt, diese Symptome treten jedoch ebenfalls in einem weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf.

Pankreaskarzinom Diagnose

Das Pankreaskarzinom kann durch eine Reihe von modernen Untersuchungsmethoden diagnostiziert werden. Dazu gehören Kernspintomographie, Ultraschall, Computertomographie, Endosonographie und ERCP. So wird die Endosonographie eingesetzt, um Lage, Form und Gänge der Bauchspeicheldrüse darzustellen.

ERCP ist ein endoskopisches Verfahren, welches Einblicke in das Gangsystem der Galle und der Bauchspeicheldrüse liefert. Mit der Computertomographie lässt sich das Karzinom darstellen. Liegen keine eindeutigen Befunde vor, wird eine Biopsie durchgeführt, dabei werden Gewebeproben entnommen und anschließend im Labor untersucht. Auch Blutuntersuchungen geben Aufschluss, ob ein Pankreaskarzinom vorliegt, da der Tumor den Tumormarker A 19-9 produziert, der im Blut nachweisbar ist.

Pankreaskarzinom Therapie / Behandlung

Beim Pankreaskarzinom hängen die Therapiemöglichkeiten davon ab, in welchem Stadium sich der Tumor bei Behandlungsbeginn befindet. Örtlich begrenzte Karzinome, die noch keine Metastasen gestreut haben, können operariv entfernt werden. Dabei werden, je nach Lage und Größe des Tumors, Teile der Bauchspeicheldrüse entfernt. Oft müssen allerdings die ganze Bauchspeicheldrüse sowie Teile umliegender Organe wie Galle und Magen entfernt werden. Im Anschluss an die Operation erfolgt eine Chemotherapie, die meist über sechs Monate durchgeführt wird. Durch den Verlust des Pankreas sind weitere Behandlungen notwendig, so müssen dem Patienten von der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormone wie Insulin künstlich zugeführt werden. Insgesamt bestehen jedoch gute Heilungschancen, wenn eine operative Entfernung des Tumors möglich ist.

Dies trifft jedoch nicht zu, wenn das Pankreaskarzinom zu spät entdeckt wurde und bereits umliegende Organe und Blutgefäße befallen sowie Metastasen gebildet hat. In diesem Fall ist nur noch eine palliative Behandlung möglich, die nicht auf vollständige Heilung, sondern auf Linderung der Symptome und Verlängerung der Lebenserwartung des Patienten abzielt. Zu den palliativen Behandlungsmethoden gehören ERCP, Schmerzmittel, Chemo- und Strahlentherapie. Durch palliative operative Maßnahmen wird der Durchfluss und die Ableitung der Gallenflüssigkeit gewährleistet und somit das Leiden der Patienten erleichtert.

Pankreaskarzinom Verlauf

Das Pankreaskarzinom bildet sich meist im Kopfbereich der Bauchspeicheldrüse, wo Hormone und Enzyme produziert werden. Durch die Ausbreitung des Tumors wird das Ableitungssystem der Pankreas- und Gallensekrete befallen. Dies führt zu einer Stauung der Galle, die Gallengänge werden erweitert. Daraus folgen wiederum Störungen der Leberfunktion. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs wächst sehr schnell und breitet sich durch Blut- und Lymphbahnen auf umliegende Organe aus. Er kann den Zwölffingerdarm einengen und Bauchwassersucht hervorrufen.

Eine operative Entfernung des Tumors ist nur in 10 bis 15% der Fälle möglich. Bei nicht mehr operablen Karzinomen bestehen nur geringe Heilungschancen bei der Durchführung einer Chemotherapie. In über 90% der Fälle endet der Bauchspeicheldrüsenkrebs tödlich, fünf Jahre nach der Diagnose sind noch 6% der Männer und 8% der Frauen am Leben.

Pankreaskarzinom Vorbeugen

Die genauen Ursachen für das Pankreaskarzinom sind nicht bekannt, dafür aber eine Reihe von Risikofaktoren. So kann durch den Verzicht auf Rauchen, geringen Alkoholkonsum und Vermeidung von Übergewicht der Entwicklung eines Karzinoms entgegengewirkt werden. Dies gilt besonders für Menschen, die von Risikofaktoren wie erblicher Belastung, Diabetes oder chronischer Pankreatitis betroffen sind. Forscher vermuten außerdem, dass man dem Bauchspeicheldrüsenkrebs durch Bewegung und gesunde, vitaminreiche und fettarme Ernährung vorbeugen kann.

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