Osteoporose

Das Wort Osteoporose, stammt aus dem altgriechischen und bedeutet Knochenpore. Sie ist die mitunter am h√§ufigsten auftretende Erkrankung im h√∂heren Alter. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung auch als Knochenschwund bezeichnet. Allerdings verschwindet der Knochen nicht, sondern die Dichte der Knochensubstanz nimmt ab. Ein schnellerer Abbau des Knochens, kann Frakturen (Br√ľche) zur Folge haben. Diese Knochenbr√ľche k√∂nnen an allen K√∂rperstellen auftreten. Am h√§ufigsten jedoch, treten sie auf, in Form von WK-Frakturen (Wirbelk√∂rpereinbr√ľchen, Sinterungen), Frakturen des Oberschenkels in der N√§he der H√ľfte (z.B. Schenkelhalsfrakturen), Frakturen der Speiche in der N√§he des Handgelenkes (dist. Radiusfrakturen), Frakturen des Oberarmkopfes (subcapitale Humerusfrakturen), sowie Beckenbr√ľchen.

Unterschieden werden primäre und sekundäre Osteoporosen. Die primäre Osteoporose tritt unabhängig von der Vorgeschichte des Patienten auf und nicht als Folge vorausgegangener Erkrankungen. 80% der Betroffenen sind Frauen in der postmenopausalen Phase, 30% der Frauen erkranken bereits in der Menopause (Wechseljahre). Die sekundäre Osteoporose tritt lediglich in 5% der Fälle auf, hervorgerufen durch Vorbestehen anderer Krankheiten (z.B. Metastasen bei Krebserkrankungen).

Osteoporose Ursachen

Osteoporose Symptome & UrsachenBis ca. Mitte zwanzig, baut der K√∂rper st√§ndig neuen Knochen auf, danach nimmt dieser langsam und stetig wieder ab. Werden in der Jugend nicht ausreichend Knochenstruktur aufgebaut oder im Alter zu schnell Knochen abgebaut, entsteht eine Osteoporose. 95% davon sind prim√§re Osteoporosen. Sie sind entweder idiopathisch, postmenopausal oder senil bedingt. Bei 5% handelt es sich um sekund√§re Osteoporosen. Sie entstehen in Folge von Hormonst√∂rungen, also √úber- bzw. Unterproduktionen (z.B. Schilddr√ľsen√ľber- oder -unterfunktion) und St√∂rungen im Magen-Darm-Trakt (z.B. bei Magersucht, durch die zu geringe Aufnahme an Nahrung, werden wichtige Vitamine und Mineralstoffe nicht aufgenommen).

Au√üerdem wird das Entstehen einer Osteoporose beg√ľnstigt, durch zu wenig oder eingeschr√§nkte Beweglichkeit (Immobilisation). Vorerkrankungen, z.B. ein Apoplex (Schlaganfall), rufen diese Bewegungseinschr√§nkung hervor. Auch unter Medikamenteneinfluss kann die Knochendichte leiden. Beispielsweise die l√§ngere Einnahme von Kortison, Heparin, Phenprocoumon (z.B. Marcumar), hochdosiert Schilddr√ľsenhormone, √Ėstrogenhemmer und Zytostatika, bewirken eine Verringerung der Knochensubstanz. Im √úbrigen, sorgen auch phosphathaltige Lebensmittel f√ľr den gleichen Effekt.

Osteoporose Symptome

Anhand vielerlei Merkmalen, kann eine Osteoporose vermutet, bzw. erkannt werden. Treten pl√∂tzliche, heftige Wirbels√§ulenschmerzen auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. M√∂gliche Wirbelk√∂rpereinbr√ľche k√∂nnen Ausl√∂ser dieser Schmerzen sein. Beobachtet man einen R√ľckgang der K√∂rpergr√∂√üe oder einen zwangsgeb√ľckten Gang, ist auch in diesen F√§llen an eine Erkrankung zu denken. Verd√§chtig sind auch, auftretende Wirbels√§ulenverkr√ľmmungen (Skoliosen) und Frakturen (Br√ľche), welche ohne eindeutigen Unfall entstanden sind.

Osteoporose Diagnose

Der Arzt wird zun√§chst nach Risikofaktoren fragen. Hierzu z√§hlen Osteoporosef√§lle in der Familie, eine calciumarme Ern√§hrungsweise, fr√ľhe Wechseljahre (Menopause), sowie Mobilit√§tseinschr√§nkungen. Bei der klinischen Untersuchung wird er an erster Stelle die Wirbels√§ule abtasten und im Anschluss Funktionstests dieser, sowie der Gelenke durchf√ľhren. Bei einer Osteoporose im fortgeschrittenen Stadium, wird der Mediziner auch eine Abstandsverminderung zwischen der 12. (untersten) Rippe und der Spitze des seitlichen Beckenkammes tasten k√∂nnen. Meist, werden erg√§nzend R√∂ntgenbilder angefertigt, um m√∂gliche Frakturen, Eindellungen, Fissuren oder h√∂hengeminderte Wirbel zu erkennen, beziehungsweise auszuschlie√üen. Pathologisch sind auch Keilwirbelbildungen, eine transparent erscheinende Knochensubstanz und eine fleckige Entkalkung des Knochens. Man bedient sich auch der Technik der sogenannten Osteodensitometrie (Knochendichtemessung).

Ein T-Score und ein Z-Score, sind durch das Gerät statistisch ermittelte Werte, die das Frakturrisiko, in Hinsicht auf die Durchschnittswerte einer gesunden, nicht an Osteoporose leidenden, jungen Frau angeben. Am meisten verbreitet ist die DEXA-Messung (Dual-Röntgen-Absurptiometrie). Hierbei liegt der Patient auf einer Liege. Die Beine werden in unterschiedliche Positionen gebracht und es wird sowohl an der LWS (Lendenwirbelsäule), als auch an beiden Schenkelhälsen gemessen. Die Vorteile sind eine sehr geringe Strahlenbelastung und eine Messzeit von nur ca. 7 Minuten. Eine andere Methode ist die QCT (quantitative Computertomographie). Nachteil bei der QCT, ist eine hohe Strahlenbelastung.

Die dritte M√∂glichkeit die Knochendichte zu bestimmen, ist die Sonographie (Ultraschall). Es wird meist an der, im Wasser stehenden Ferse gemessen. Diese Methode gilt jedoch als umstritten in ihrer Aussagekraft und Genauigkeit. Wird hierdurch der Nachweis einer behandlungsbed√ľrftigen Osteoporose erbracht, lehnt die Krankenkasse die Kosten√ľbernahme f√ľr anfallende Medikamente ab. Die Messung selbst, wird Frauen ab dem 50. Lebensjahr und M√§nnern ab dem 70. Lebensjahr empfohlen. In der Regel m√ľssen die Kosten f√ľr eine Osteodensitometrie selbst getragen werden. Diese richten sich nach der Region, in der die Untersuchung durchgef√ľhrt wird. Von der Krankenkasse werden die Kosten f√ľr eine Messung nur √ľbernommen, wenn nachweislich eine Fraktur ohne vorheriges Unfallereignis vorliegt, welches durch ein bildgebendes Verfahren (z.B. R√∂ntgen, CT, MRT) nachgewiesen wurde. In diesem Fall, spricht man von einer pathologischen Fraktur, beziehungsweise einer Erm√ľdungsfraktur. Die Ergebnisse einer Messung, sind wie folgt zu verstehen: Ist der gemessene T-Score gr√∂√üer als -1, kann eine behandlungsbed√ľrftige Osteoporose ausgeschlossen werden. Bei einem Wert kleiner oder gleich -1 bis -2,5, wird bereits von einer Osteopenie (Vorstufe zur Osteoporose) gesprochen. Bei einem Ergebnis kleiner -2,5, bedarf es einer medikament√∂sen Osteoporosetherapie. Je nach Alter der/des Untersuchten, verschieben sich die Referenzwerte der DVO (Dachverband f√ľr Osteologie) etwas.

Bei jeder Art der Knochendichtemessung, kann es auch zu St√∂rungen oder Fehlerquellen kommen, welche erkannt und vermieden werden m√ľssen. Alte Menschen haben meist sogenannte Spondylarthrosen (verschlei√übedingte, knochen√§hnliche Ablagerungen, auch Falschknochen genannt) gebildet, welcher eine bessere Knochendichte vort√§uscht, als tats√§chlich vorhanden ist. Auch Osteochondrosen (das Knorpelgewebe der Bandscheibe wird in Knochen umgewandelt), Blockwirbelbildungen, L√§ngsbandverkalkungen, sowie Arteriosklerosen (Arterienverkalkungen), k√∂nnen einen solchen Effekt zur Folge haben. Bereits operativ versorgte Wirbels√§ulen oder H√ľften mit Implantaten (Platten und Schrauben), auch Osteosynthese genannt, zeigen falsche Messergebnisse. Das einliegende Metall √ľberstrahlt den Knochen.

Osteoporose Therapie / Behandlung

Therapiert wird eine primäre Osteoporose mit sogenannten Bisphosphonaten (z.B. Alendronsäure), welche den Abbau der Knochenstruktur hemmen. Diese Bisphosphonate können allerdings auch Nebenwirkungen haben. Vor kieferorthopädischen Behandlungen, sollten sie abgesetzt werden, da durch den Wirkstoff eine Kiefernekrose (Absterben des Kieferknochens) ausgelöst werden kann. Immer in Kombination eingenommen werden, sollten ausreichend Calcium (1000mg pro Tag), sowie Vitamin D3.

Calcium st√§rkt den Knochen und Vitamin D3 beg√ľnstigt die Aufnahme des Calciums im Knochen. Menschen, die sich viel an der frischen Luft bewegen, bilden Vitamin D3 √ľber die Haut. Die Sonneneinstrahlung wandelt im K√∂rper vorhandenes, durch die Nahrung aufgenommenes Vitamin D (Vorstufe) in Vitamin D3 um. Mittlerweile gibt es fertige Kombipackungen, welche die Einnahmevorschriften vereinfachen. Auch √§hnlich wirkende Substanzen, k√∂nnen durch eine 3-Monatsspritze, beziehungsweise per Jahresinfusion verabreicht werden.

Osteoporose Verlauf

In der Regel verläuft die Krankheit zunächst schleichend und symptomlos. Treten keine Beschwerden auf, wird eine Osteoporose meist erst in einem deutlich fortgeschrittenen Stadium erkannt. Zum Beispiel durch das Auftreten einer Fraktur ohne vorausgegangenen Unfall. Frauen sind insgesamt häufiger betroffen, durch die Folgen der veränderten Hormonsituation in der postmenopausalen/postklimakterischen Phase. Erkranken Männer, dann meist an Altersosteoporose oder einer sekundären Osteoporose.

Wenn alte Menschen eine osteoporotisch bedingte Fraktur erleiden, heilt ihr Knochen schlechter und langsamer, au√üerdem ist bei schwierigen und komplizierten Br√ľchen, eine operative Versorgung behindert, da die verminderte Knochensubstanz, Implantaten nicht gen√ľgend Halt und ausreichende Festigkeit im Knochen bietet. Hinzu kommt das Risiko, besonders bei Beckenbr√ľchen und Schenkelhalsfrakturen, dass w√§hrend der Phase, in der die Patienten bettl√§gerig oder in ihrer Mobilit√§t eingeschr√§nkt sind, h√§ufig Lungenentz√ľndungen, Thrombosen oder Embolien auftreten. Im schlimmsten Fall, sterben Patienten an den Folgen dieser Begleiterkrankungen.

Osteoporose Vorbeugen

Bei noch nicht vorhandenem Osteoporoseleiden, ist prophylaktisch die k√∂rperliche Aktivit√§t an der frischen Luft, eine der sinnvollsten Ma√ünahmen. Auch Training mit kleinen Gewichten, st√§rkt die Knochenstruktur. Spezielle Ern√§hrungstabellen, informieren dar√ľber, in welchen Lebensmittel wenig Phosphat und viel Calcium enthalten ist. Mit der richtigen Ern√§hrung, kann auch √úber- oder Untergewicht vermieden werden, welches sich ebenfalls nachteilig auf die m√∂gliche Entstehung einer Osteoporose auswirken kann.

Da √§ltere Menschen oft nicht gen√ľgend Fl√ľssigkeit zu sich nehmen, sollte ein Mineralwasser, welches viel Calcium enth√§lt, getrunken werden. So ist man angehalten mehr zu trinken und nimmt gleichzeitig gen√ľgend Calcium auf. Vitamin D als Nahrungserg√§nzungsmittel, bewirkt in geringem Ma√üe eine nat√ľrliche Sturzprophylaxe im K√∂rper. Doch besonders, als bereits an Osteoporose erkrankter Mensch, sollten zuhause s√§mtliche Stolperfallen beseitigt und gegebenenfalls erg√§nzend Schutzprotektoren getragen werden, um Frakturen zu vermeiden.