Oberschenkelhalsbruch

Der Oberschenkelhalsbruch (korrekt: Schenkelhalsfraktur; SHF) ist ein am Hals der Oberschenkelknochens lokalisierter, hüftgelenksnaher Bruch. Er entsteht durch äußere Gewalteinwirkung, häufig einem Sturz auf die Seite. Osteoporose kann das Risiko einer Schenkelhalsfraktur deutlich erhöhen. Schenkelhalsfrakturen werden je nach Lage der Bruchstelle eingeteilt in mediale und laterale Schenkelhalsfrakturen. Bei der am häufigsten auftretenden medialen Schenkelhalsfraktur liegt die Bruchstelle nahe am Hüftkopf, innerhalb der Gelenkkapsel. Bei der lateralen Schenkelhalsfraktur liegt die Frakturlinie außerhalb der Gelenkkapsel direkt am Trochanter major. Je nach zugrunde liegendem Trauma unterscheidet man Abduktionsfrakturen, Adduktionsfrakturen und Abscherfrakturen (siehe unten).

Oberschenkelhalsbruch Ursachen

Oberschenkelhalsbruch SymptomeDie häufigste Ursache für einen Oberschenkelhalsbruch ist ein Sturz aus geringer Höhe. Grund dafür kann ein Stolpern, ein Sturz aufgrund von Schwindel/Schwäche oder ein Fallen aus dem Bett sein. Das Bein wird dabei i.d.R. an das andere Bein angelegt, es entsteht eine sog. Adduktionsfraktur. Wird das Bein beim Sturz abgespreizt, entsteht eine Abduktionsfraktur. Abscherfrakturen sind selten und entstehen durch massive Gewalteinwirkung z.B. bei Autounfällen.

Stürze alleine lösen i.d.R. noch keinen Bruch des Oberschenkelknochens aus. Prädispositionierende Faktoren sind Osteoporose (Verlust der harten Knochensubstanz), reduziertes Weichteilgewebe (Muskeln, Unterhautfettgewebe) an der Hüfte sowie verlangsamte oder fehlende Schutzreflexe. Auch pathologische Faktoren, wie Knochentumore und Metastasen können eine Fraktur begünstigen.

Oberschenkelhalsbruch Symptome

Typisch für einen Oberschenkelhalsbruch sind starke Schmerzen in der Leistengegend und über dem Trochanter major. Bei einer medialen Schenkelhalsfraktur ist das betroffene Bein zusätzlich verkürzt und nach außen verdreht. Es gibt aber auch Fälle, die nahezu symptomlos verlaufen. Ist der Bruch eingestaucht (häufig bei Abduktionsfrakturen) und die Frakturenden nicht disloziert, ist das betroffene Bein belastungsfähig. Die Patienten vermuten aufgrund der dumpfen Schmerzen häufig eine Prellung.

Oberschenkelhalsbruch Diagnose

Der Befund ist aufgrund typischer Anzeichen (Verkürzung, Rotation) oft bereits mit bloßem Auge zu stellen. Im Röntgenbild sind der Frakturspalt und ggf. eine Dislokation des Hüftkopfes gut darstellbar.

Oberschenkelhalsbruch Therapie

Eine operative Versorgung ist bei einem Oberschenkelhalsbruch i.d.R. die Therapie der Wahl. Lediglich eingestauchte Abduktionsfrakturen können bei günstiger Prognose auch konservativ behandelt werden. Oft wird aber auch in diesen Fällen vorsorglich eine Osteosynthese vorgenommen. Ansonsten bestimmt bei medialen Frakturen das Alter des Patienten die Therapie der Wahl. Bei älteren Patienten besteht ein erhöhtes Risiko einer Hüftkopfnekrose. Daher erfolgt hier meist die Implantation einer Hüftgelenksprothese. Bei jüngeren Patienten wird dagegen meist hüftkopferhaltend operiert. Laterale Schenkelhalsfrakturen werden nach Möglichkeit gelenkerhalten mittels Osteosynthese versorgt. Die systemische Schmerztherapie wird so bald als möglich von zentral wirksamen auf lediglich peripher wirkende Analgetika umgestellt.

Oberschenkelhalsbruch Verlauf

Eine frühestmögliche Mobilisation des Patienten ist das wichtigste Ziel der Nachbehandlung. Idealerweise macht der Patient die ersten Schritte – unter krankengymnastischer Anleitung bereits am Tag nach der Operation. Ergänzt wird das ganze durch aktive und passive Bewegungsübungen im Bett. Der Klinikaufenthalt dauert üblicherweise 2 bis 3 Wochen.

Eine systematische Schmerzbehandlung unterstützt die Therapie, wobei lokal wirksamen Analgetika der Vorzug gehört, da sie nicht durch Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit die Frühmobilisation beeinträchtigen. Bei älteren Patienten ist daneben oft eine Behandlung zusätzlich vorliegender Begleiterkrankungen (z.B. Hypertonie) erforderlich. An den Klinikaufenthalt schließt sich i.d.R eine mindestens dreiwöchige stationäre Rehabilitation an. Komplikationen können bei hüftgelenksnahen Frakturen durch erheblichen Blutverlust auftreten. Diese Blutverlust-Anämie muss im Nachgang ebenso behandelt werden wie eine mögliche Nervenverletzung durch Dislokation.

Besonders häufig betroffen sind der Ischiasnerv sowie der Nervus femoralis. Umfangreiche Muskelverletzungen sind bei älteren Menschen eher selten, sie finden sich häufiger bei jungen Patienten, z.B. nach Verkehrsunfällen. Die häufigsten Komplikationen ergeben sich durch die unzureichende Durchblutung des Hüftkopfes nach einer Fraktur. Dies kann im weiteren Verlauf zu einer Hüftkopfnekrose führen, die im Nachgang die Implantation eine Hüftprothese erforderlich macht. Hüftkopferhaltende Operationsmethoden eignen sich daher nur für jüngere Patienten oder bei geringer Frakturdislokation. Dazu kommen Komplikationen, die bei längerer Bettruhe allgemein häufiger auftreten, wie Thrombosen und Embolien. Bei älteren Patienten ist besonderes Augenmerk auf ein mögliches Auftreten von Dekubitus zu richten, da diese für eine solche Komplikation allgemein anfälliger sind.

Oberschenkelhalsbruch Vorbeugen

Der Oberschenkelhalsbruch ist die häufigste Fraktur nach Stürzen bei alten Menschen. Wichtigste Vorbeugemaßnahme ist deshalb die Verhinderung von Stürzen ganz allgemein. Dazu gehört die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit. Alte Menschen trinken aufgrund nachlassendem Durstgefühls oft zu wenig, was zu niedrigem Blutdruck und Schwindelgefühlen führt. Auch falsch dosierte Herz-Kreislauf-Medikamente können Schwindel verursachen.

Auch orthopädische Probleme in Wirbelsäule oder Beinen können zu Gangunsicherheiten und damit zu einem erhöhten Sturzrisiko führen. Hier kann eine Gehhilfe wertvolle Hilfe leisten. Gut bewährt haben sich sog. Hüftprotektoren, die die Folgen von Stürzen erheblich abmildern können. Da in den meisten Fällen eine vorliegende Osteoporose die Frakturentstehung begünstigt, setzen neuere Vorbeugeprogramme hier an. Eine hormongestützte Therapie kann zusammen mit Bewegungstherapie und der Gabe von Kalzium den weiteren Knochenabbau verhindern

Kalzitonin kann einen Knochenabbau wirksam vorbeugen und eignet sich besonders für Frauen, die keine Hormone einnehmen dürfen. Allerdings kann es einen bereits eingetretenen Knochenabbau nicht rückgängig machen. Bisphosphonate (z.B. Etidronsäure oder Alendronat) dagegen erhöhen die Knochendichte nachweislich und sind seit 1996 zur Behandlung von Osteoporose zugelassen.

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