Neurodermitis

Der Bezeichnung Neurodermitis setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern Neuron für Nerv und Derma für Haut zusammen. Der Begriff stammt aus dem Jahre 1891 und beschreibt die direkte Verbindung der Krankheit zwischen einer Haut- und einer Nervenentzündung. Dieser angebliche Bezug zueinander konnte nicht bestätigt werden, der Ausdruck wurde aber bis heute übernommen. Eine Dermatitis beschreibt eine entzündliche Hauterkrankung, auch Ekzem genannt. In diesem Zusammenhang wird die Neurodermitis in der Medizin auch als atopisches oder endogenes Ekzem bezeichnet. Alle Ausdrucke definieren eine chronische, allergische und nicht ansteckende Erkrankung der Epidermis, der so genannten Oberhaut. Die Neurodermitis gehört außerdem zu den psychosomatischen Erkrankungen und ist überwiegend in den Industrienationen weit verbreitet.

Neurodermitis Ursachen

Neurodermitis SymptomeDie Ursachen sind bislang weit umstritten. Es gibt eine Reihe von Indikatoren die eine Neurodermitis auslösen können. Dazu gehört eine erbliche Veranlagung zu Allergien, Asthma oder Heuschnupfen, äußere Umwelteinflüsse wie Klimaveränderungen und Ernährungsgewohnheiten, das körpereigene Immunsystem sowie die psychische Konstitution des Patienten. Auch sollen die verbesserten Hygienebedingungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich dazu beigetragen haben, dass das Immunsystem und damit die Haut zu einer vermehrten Hypersensibilisierung (Überempfindlichkeit) neigt.

Betroffen sind vorrangig Kinder, insbesondere Säuglinge und Kleinkinder. Diese Tatsache bestärkt eine These, dass durch ein zu frühes Abstillen, das körpereigene Immunsystem des Kindes nicht ausreichend ausgebildet werden kann, da die Muttermilch insbesondere Antikörper (Immunglobuline) und abwehrfördernde Enzyme enthält. Beobachtet wurde, dass mit dem Beginn der Pubertät sich die Symptome vermindern bis gänzlich ausbleiben können.

Neurodermitis Symptome

Bei der Neurodermitis leiden die Patienten vorrangig unter dem starken, kaum zu unterdrückenden Juckreiz. Hinzu kommt eine überempfindliche, trockene Haut, die zu Rötungen und Schuppenbildung neigt. Die am häufigsten betroffenen Stellen (Prädilektionsstellen) sind die Armbeugen, die Kniekehlen, Nacken sowie Hals- und Gesichtspartie. Die Schweißdrüsen in diesen Regionen neigen vermehrt zu einer Überproduktion, die wiederum die erkrankte Haut zusätzlich belastet.

Auch das Vorhandensein einer Hausstaubmilbenallergie kann eine Neurodermitis auslösen beziehungsweise die Symptome verschlimmern. Das Auftreten der Beschwerden erfolgt überwiegend in Schüben, die bis zu vier Wochen lang andauern können. Zwischen diesen Schüben sind die Patienten nahezu beschwerdefrei, das Hautbild verbessert sich. Soweit kein weiterer Auslöser die Symptome der Neurodermitis wieder ausbrechen lässt, verbessert sich das Hautbild weitestgehend.

Neurodermitis Diagnose

Neurodermitis lässt sich aufgrund der jahrelangen Erfahrungen und des vermehrten Auftretens der Krankheitsfälle zunehmend zweifelsfreier feststellen. Ausschlaggebend für die Diagnostik ist das Erscheinungsbild durch die sichtbaren Krankheitszeichen der Haut. Abgrenzungen zu ähnlichen Krankheitsbildern (Differentialdiagnose) sind durch die Symptome eindeutiger zu erkennen. Vergleichbar mit der Symptomatik der Neurodermitis sind akute allergische Reaktion der Haut (Allergische Kontaktdermatitis), Reaktionen nach einer Hautvergiftung (Toxisches Kontaktekzem) oder der ebenfalls weit verbreiteten so genannten Schuppenflechte (Psoriasis). Eine gleichzeitige Erkrankung an Neurodermitis und Schuppenflechte ist durchaus möglich. Um eine akute allergische Reaktion auszuschließen, werden zunächst alle möglichen Auslösefaktoren mittels eines simplen Allergietestes ermittelt.

Neurodermitis Therapie / Behandlung

Neurodermitis gilt bislang als unheilbar. Treten die Symptome nicht wieder auf, spricht man lediglich von einer beschwerdefreien Krankheitsphase. Infolgedessen zielt eine Therapie lediglich auf die Behandlung der Beschwerden und einer Verbesserung der Lebensqualität an. Dies ist insbesondere bei Kindern erschwerend. Nach wie vor gibt es keine einheitliche Therapiemethode zur Behandlung von Neurodermitis. Aufgrund der zwar ähnlichen Krankheitsverläufe der Patienten schlagen die Therapien nicht gleichermaßen an. Oft unterziehen sich die Patienten zahlreiche Behandlungen. Das Spektrum reicht von allgemeiner Schulmedizin, über diverse Naturheilverfahren und alternativen Heilmethoden. Bekannt sind unter anderem die Akupunktur, die Lichttherapie, die Homöopathie, die Urintherapie und in Verbindung die Psychotherapie. Patienten berichteten unter anderem, dass die Symptome während der Sommermonate weniger stark ausgeprägt sind als während der Winterzeit, was für die Lichttherapie spricht.

Zur akuten Behandlung der Haut im Anfangsstadium lindern wirkstoffhaltige Medikamente, wie Salben, Tinkturen oder Cremes die Beschwerden. Oft auch vorbeugend werden harnstoffhaltige (Urea), antimykotische bei Pilzinfektionen oder gerbstoffhaltige Wirkstoffe eingesetzt. Diese sind überwiegend nicht verschreibungspflichtig (apothekenpflichtig). Weitere unterstützende Arzneistoffe sind außerdem Zink und Dexpanthenol zur Förderung der Wundheilung.

Am umstrittensten aber auch am häufigsten werden nach wie vor so genannte cortisonhaltige (Glucocorticoide) Medikamente verschrieben. Cortison ist ursprünglich ein Wirkstoff welches aus selbigem Hormon, dass in der menschlichen Nebennierenrinde produziert wird, entwickelt wurde. Glucocorticoide wirken vorrangig entzündungshemmend, juckreizstillend und beschleunigen den Heilungsprozess. Die umstrittenen Nebenwirkungen insbesondere bei dauerhafter Anwendung sind unter anderem eine Verdünnung der Epidermis, Pigmentveränderungen, Gewöhnung und damit eine Unwirksamkeit des Wirkstoffes. Cortisonhaltige Präparate werden mittlerweile in unterschiedlichen Konzentrationen verordnet, je nach erwünschter Wirksamkeit und Ausmaße der Beschwerden.
Gegen den Juckreiz helfen zudem so genannte Antihistaminika zur inneren Anwendung. Auch bekannt zur Behandlung bei Allergien und Heuschnupfen.

Neurodermitis Verlauf

Die Schübe treten in unterschiedlichen Abständen unterteilt in drei verschiedenen Krankheitsstadien auf. Diese werden durch den hervorgerufenen Juckreiz vorangetrieben. Durch das Aufkratzen der betroffenen Hautstellen kommt es im akutem Stadium zunächst zu Rötungen. Die trockene und hochsensible Haut wird kontinuierlich gereizt und entzündet sich zu einem Ekzem. Wird der Juckreiz nicht gehemmt, entwickeln sich im zweiten Stadium die Rötungen fort und beginnen zu nässen.

Die entzündete Epidermis (Oberhaut) neigt durch das permanente Aufkratzen zu Rissbildungen, die darüber hinaus die Wundheilung fortlaufend unterbricht. Das dritte Stadium ist die Fortschreitung in den chronischen Zustand, der über Monate bis zu Jahre bestehen bleiben kann. Die Haut versucht sich fortwährend zu regenerieren, es kommt zu Krusten- und Schuppenbildung. Des Weiteren sind Hautveränderungen wie Pigmentstörungen (Veränderungen der Hautfarbe) oder Verhornungen bekannt. Die betroffenen Hautpartien bleichen aus, die Struktur verändert sich.

Neurodermitis Vorbeugen

Aufgrund der mit Neurodermitis auftretenden trockenen, hypersensiblen Haut ist eine vorbeugende Pflege unerlässlich. Viele Hersteller medizinischer und kosmetischer Marken bieten Pflegeprodukte speziell für Neurodermitispatienten an. Um das Auftreten der Krankheitsschübe zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern, versucht man alle potenziellen Auslöser weitestgehend zu umgehen. Das beinhaltet unter anderem gesundheitsbewusste Ernährung, das Vermeiden von allergieauslösenden Duft- und Reizstoffen, die Reduktion von Hausstaubmilben im Schlafbereich oder das Tragen von hautfreundlicher Kleidung. Die Kosten für Vorbeugemaßnahmen und Pflegeprodukte werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur in seltenen Fällen übernommen.

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