Morbus Crohn

Schon 1932 von dem US-amerikanischen Gastroenterologen Burrill Bernard Crohn entdeckt, deren Namensgeber er auch ist, stellt der Morbus Crohn noch heute für viele Magen-Darm-Spezialisten auf der ganzen Welt ein Rätsel dar. Zusammen mit der Colitis ulzerosa gehört er zu den sogenannten chronischen Darmentzündungen. Oftmals ist eine Differenzierung zwischen beiden Krankheiten aufgrund weitgehend gleicher Symptomatik nicht möglich, was in den meisten Fällen nicht weiter schwerwiegend ist, da die Therapie in beiden Fällen – zumindest in der ersten Krankheitsphase – dieselbe ist.

Morbus Crohn Ursachen

Morbus Crohn Symptome und UrsachenAcht Jahrzehnte sind seit der Entdeckung und Beschreibung durch Burrill Bernard Crohn vergangenen, doch bis heute konnte nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden, was eigentlich die Ursache des Morbus Crohn ist. Die herrschende Meinung in der Medizin geht davon aus, dass eine fehlgeleitete Funktion des körpereigenen Immunsystems Ursache chronischer Darmentzündungen ist. Im Darm, wo etwa 70 Prozent des gesamten Immunsystems organisiert sind, identifizieren Teile des Immunsystems irrig eigene Körperzellen als Fremdkörper und greifen sie an. Die folgende Körperreaktion kommt dann in den typischen Symptomen des Morbus Crohn zum Ausdruck. Was aber der Auslöser der fehlgeleiteten Immunreaktion ist, ist nach wie vor ungeklärt. Angenommen wird, dass das Vorkommen eines bestimmten Gens das Auslösen des Morbus Crohn begünstigt. Allerdings erkrankt nicht jeder Träger dieses Gens tatsächlich an Morbus Crohn, weshalb dieser Erklärungsansatz unter Medizinern umstritten ist.

Morbus Crohn Symptome

Zum klinischen Bild des Morbus Crohn gehören eine Reihe von Symptomen, wobei sie nicht immer alle kumulativ vorkommen. Vielmehr ist es von Patient zu Patient anders. Infolge blutender Entzündungen im Darm lassen sich im Stuhl von Betroffenen oftmals Blutreste sowie Schleim nachweisen. Ebenso gehören nicht näher lokalisierbare Bauchschmerzen zum typischen Bild des Morbus Crohn. Da sich die Entzündungen beim Morbus Crohn – anders als bei der Colitis ulezerosa – nicht ausschließlich auf den Dickdarm beschränken, sondern alle Abschnitte vom Rachen über die Speiseröhre bis zum Magen-Darm-Trakt befallen sein können, können sich auch hier entzündungsbedingt Schmerzen ergeben. Wegen der permanenten Entzündung des Darms entwickeln sich im Laufe der Zeit sogenannte Fisteln. Wie „wildes Fleisch“ bildet sich an der einen Darmseite ein Gebilde, das kontinuierlich weiterwächst, bis es irgendwann die andere Darmseite erreicht hat. Die Gefahr von Fisteln ist, dass es zum Darmverschluss kommen kann.

Morbus Crohn Diagnose

Äußerlich lässt sich der Morbus Crohn nicht feststellen. Die oben genannten Symptome können somit für den behandelnden Arzt nur erste Anzeichen für das Vorliegen eines Morbus Crohns sein. Die Feststellung der Krankheit erfolgt in mehreren Schritten. Nach der obligatorischen Anamnese nimmt der Arzt eine Blutprobe ab, um anhand der Anzahl der weißen Blutkörperchen erkennen zu können, ob im Körper überhaupt eine Entzündung vorliegt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird der Bauchbereich mit Ultraschall untersucht, um so mögliche Fisteln festzustellen.

Die bis heute sicherste Methode, um Morbus Crohn festzustellen, ist die Darmspieglung. Hierzu wird eine schlauchförmige Sonde vom Anus ausgehend in den Darm geschoben, um diesen von innen zu begutachten. Dieser Schritt wird von ausgewiesenen Darmexperten, den sogenannten Gastroenterologen durchgeführt. Werden entzündliche Läsionen entdeckt, nimmt der Gastroenterologe noch während der Darmspieglung Proben ab, die er anschließend histologisch untersuchen lässt. Werden sogenannte Granulome festgestellt, ist dies ein letztes Zeichen für das Vorliegen eines Morbus Crohns. Auch wenn die Darmspieglung wegen ihres Namens einen falschen Eindruck erweckt, kann nur der Dickdarm untersucht werden; ob Entzündungen auch im Dünndarm vorliegen, kann für gewöhnlich nicht untersucht werden, weil mit den gängigen Sonden nur bis zum termialen Ileum (nur das erste Stück des Dünndarms, der in den Dickdarm übergeht) vorgedrungen werden kann, nicht aber der ganze Dünndarm untersucht werden kann.

Morbus Crohn Therapie / Behandlung

Je nachdem, wie stark die Entzündungen und verbreitet sie sind, bestimmt sich die Therapie. An erster Stelle steht die Gabe von Mesalazin. Der Wirkstoff, dessen Funktion die Entzündungshemmung ist, kann dabei in unterschiedlicher Weise eingenommen werden. Bei einem Morbus Crohn, wo weite Teile des Darms von Entzündungen befallen sind, macht es Sinn, Mesalazin systemisch zu verschreiben. Durch die orale Einnahme wird der Wirkstoff im gesamten Körper freigesetzt. Ist dagegen beispielsweise nur das Rektum (der letzte Teil des Dickdarms, der zum Anus übergeht) befallen, kann Mesalazin, um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, lokal in Form von Zäpfchen oder Schaum verabreicht werden. Sollte Mesalazin den erwünschten Effekt der Entzündungshemmung nicht herbeiführen, stehen auf der nächsten Stufe kortisonhaltige Präparate. Sollte selbst Kortison nicht weiterhelfen, stehen als letztes medikamentöses Mittel diverse Immunsuppressiva bereit.

Da die herrschende Meinung der Medizin davon ausgeht, dass das körpereigene Immunsystem Schuld an den Entzündungen ist, wird mit Immunsuppressiva versucht, das körpereigene Immunsystem zu dämmen. Diese Methode hat den gravierenden Nachteil, dass der Betroffene zwar die Darmentzündungen wenigstens beruhigen kann, aber im Gegenzug aufgrund seines schwachen Immunsystems anderen Krankheitserregern gegenüber weniger geschützt ist. Auch muss bei der Beurteilung, ob Immunsuppressiva die richtigen Mittel sind, die teilweise nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Chirurgisch kann weniger geholfen werden. Denn anders als bei der Colitis ulzerosa beschränkt sich der Morbus Crohn nicht nur auf den Dickdarm. Die Folge dieser Erkenntnis ist, dass die chirurgische Entfernung des Dickdarms als Hauptquelle nicht zur endgültigen Heilung führt. Es können weiterhin Teile des Dünndarms und andere Abschnitte betroffen bleiben.

Morbus Crohn Verlauf

Das Besondere an chronischen Darmentzündungen ist, dass sie in Schüben verlaufen. In einem aktiven Schub zeigen sich die Symptome am stärksten. Wird der Morbus Crohn als solcher erkannt und möglichst schnell eine entsprechende Therapie eingeleitet, dauert es für gewöhnlich bis zu vier Wochen, bis sich die Symptome wieder zurückbilden und der Krankheitsverlauf in die sogenannte Remission eintritt. So wird die Phase ohne Auftreten von Beschwerden bezeichnet. Das Erreichen und Halten der Remission ist – aufgrund der Unheilbarkeit des Morbus Crohn – das Ziel einer jeden Therapie. Teil dieser Therapie ist nicht ausschließlich die Gabe von Medikamenten; mindestens ebenso wichtig ist das bewusste Verhalten des Betroffenen selbst.

Beispielsweise ist bekannt, dass Stress sich negativ auf den Verlauf auswirkt. Pilotstudien haben nachweisen können, dass Stress neben unausgewogener Ernährung tragende Gründe dafür sind, dass die Remission durch einen erneuten aktiven Schub unterbrochen wird. Was zur ausgewogenen Nahrung gehört, ist von Patient zu Patient höchst unterschiedlich. Als Grundlage dienen zwar auch hier die allgemeinen Empfehlungen einer gesunden Ernährung, allerdings ist zu beachten, dass viele Betroffene nach ihrer Erkrankung am Morbus Crohn auf diverse Lebensmittel allergisch reagieren. Bekanntes Beispiel ist die Laktoseintoleranz. Während viele Betroffene vor ihrer Erkrankung keine Probleme mit der in Milchprodukten vorkommenden Zuckerart hatten, reagieren sie auf Laktose nach ihrer Erkrankung außerordentlich allergisch. Mangels allgemeiner Diätpläne ist insofern jeder Patient auf sich selbst gestellt, herauszufinden, welche Lebensmittel ihm nicht bekommen. Sind diese erst einmal festgestellt, sollten sie künftig möglichst vermieden werden, da sie eine der entscheidenden Auslöser eines neuen aktiven Schubes sein können.

Morbus Crohn Vorbeugen

Wie sich der Morbus Crohn vermeiden lässt, ist wegen mangelnder Kenntnisse darüber, was überhaupt der Auslöser dieser Erkrankung ist, bis dato unbekannt. Sollte der Erklärungsansatz, dass das Vorliegen eines bestimmten Gens Auslöser des Morbus Crohn sein kann, richtig sein, würde sich der Morbus Crohn grundsätzlich nicht vermeiden lassen – zumindest nicht mit den Mitteln, die der Medizin derzeit zur Verfügung stehen.

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