Milbenallergie

Eine Milbenallergie wird auch als Hausstauballergie bezeichnet. Betroffene haben allerdings streng genommen weder eine Milbenallergie noch eine Allergie gegen Hausstaub, sondern entwickeln im Laufe der Zeit allergische Reaktionen gegen den Kot der Hausstaubmilben. Dabei handelt es sich um wirbellose Tiere, die zu den Spinnentieren gehören. Hausstaubmilben sind weniger als 0,5 Millimeter groß, von weißlicher Farbe und besitzen 8 Beine. Wegen ihrer Winzigkeit und unauffälligen Farbe sind sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie ernähren sich von abgestorbenen Hautschuppen, von denen jeder Erwachsene pro Tag bis zu 2 Gramm verliert. Da Menschen gleichzeitig pro Tag mehrere Hundert Milliliter Feuchtigkeit in Form von Schweiß absondern, finden Hausstaubmilben in menschlichen Wohnungen und ganz besonders im Bett, ideale Bedingungen zum Leben und zur Vermehrung.

Milben sind sehr genügsam und können unter Umständen selbst jahrelang ohne Nahrung auskommen. In ihrem biologischen Umfeld existieren kaum natürliche Feinde, die in der Lage wären, die Population in Zaum zu halten. Das Auftreten von Hausstaubmilben hat übrigens nichts mit Unsauberkeit oder unhygienischen Bedingungen zu tun. Selbst in frisch gewaschener Bettwäsche finden sich immer noch einige Hausstaubmilben. Davon abgesehen können sie durchaus auch in handelsüblichen Matratzen leben. Da Hausstaubmilben schon seit undenklichen Zeiten Begleiter des Menschen sind, verursachen sie normalerweise kaum oder nur geringe gesundheitlichen Probleme. Trotzdem kann sich im Laufe der Zeit eine Milbenallergie entwickeln, die eine Überempfindlichkeit gegen den Kot der Tiere darstellt.

Milbenallergie Ursachen

Milbenallergie Symptome und UrsachenDie Ursache der Milbenallergie ist eine allergische Reaktion des Körpers gegen die Ausscheidungen der Parasiten. Es ist typisch für Allergien, darunter auch für die Milbenallergie, dass sie plötzlich, praktisch wie aus heiterem Himmel, auftreten können, obwohl die Betroffenen schon jahrelang den Allergenen ausgesetzt waren. Allgemein auslösende Faktoren, die auch auf eine Milbenallergie zutreffen können, sind beispielsweise Schwächung des Immunsystems durch Krankheit, Stress und/oder Belastung der Umwelt mit Schadstoffen. Hat sich erst einmal eine Milbenallergie entwickelt, klingt sie ohne therapeutische Maßnahmen nicht wieder ab.

Milbenallergie Symptome

Eine Milbenallergie äußert sich in ganz unterschiedlichen Symptomen. Am häufigsten sind Niesanfälle, die in ganze Niessalven ausarten können. Derartige Attacken treten besonders häufig am Morgen auf, weil der Körper beim Schlafen im Bett die ganze Nacht den Allergen der Hausstaubmilben ausgesetzt war. Bei fortschreitender Milbenallergie wird aus den Niesanfällen schnell ein chronischer Schnupfen. Andere Symptome einer Milbenallergie sind juckende, gerötete und anschwellende Schleimhäute der Augen und des Rachens. Dazu können sich unter Umständen auch Hals- und Ohrenschmerzen sowie Hustenreiz gesellen. Bleibt die Milbenallergie unbehandelt, kann sich nach einer gewissen Zeit Asthma ausbilden.

Milbenallergie Diagnose

Die Diagnose der Milbenallergie erfolgt am häufigsten durch einen sogenannten Hauttest. Falls der Verdacht einer Allergie besteht, werden normalerweise auf den Unterarm des Patienten Tropfen verschiedener wässriger Lösungen gegeben. Diese Lösungen enthalten bekannte Allergene, Allergien auslösende Stoffe. Durch die Tropfen hindurch wird mit einer speziellen Nadel die Oberfläche der Haut angeritzt. Der Stich ist oberflächlich und dringt nicht tiefer als 1 Millimeter ein. Liegt eine Allergie vor, zeigt sich schon nach wenigen Minuten eine Reaktion in Form einer Rötung, Schwellung und/oder Juckreiz an der Einstichstelle. Es gibt auch andere Nachweismöglichkeiten, die manchmal bei Verdacht auf Lebensmittelallergien angewendet werden. Auch eine Blutuntersuchung ist möglich, um spezifische Antikörper nachweisen zu können.

Milbenallergie Therapie / Behandlung

Stellt der Allergologe eine Milbenallergie fest, wird diese Erkrankung sowohl medizinisch therapiert als auch andere Behandlungsmaßnahmen getroffen. Der Arzt führt meist eine Hyposensibilisierung durch. Bei dieser Therapie werden dem Körper in regelmäßigen Abständen Dosen des Allergens in Form von Spritzen verabreicht. Die Dosierung steigt dabei immer weiter an. Dadurch hat der Körper des Patienten Gelegenheit, sich an das Allergen zu gewöhnen. Der Körper lernt, dass das Allergen im Grunde genommen dem Körper nicht schadet.

Die Hyposensibilisierung bei einer Milbenallergie dauert mehrere Jahre. Am Ende der Behandlung verschwinden die Symptome im besten Fall oder schwächen sich wenigstens ab. Parallel zur Hyposensibilisierungstherapie verordnet der Arzt sogenannte Allergiker-Bettwäsche. Das sind staubdichte Überzüge für Matratzen, Kissen und Bettdecken. Die Überzüge sind staubdicht und verhindern, dass der Patient mit dem Kot der Hausstaubmilben, der die Milbenallergie auslöst, in Berührung kommt. Dadurch werden die Symptome gemildert. Wird eine Milbenallergie diagnostiziert, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Bettwäsche. Handelt es sich um Doppelbetten, müssen die Überzüge für beide Hälften benutzt werden.

Milbenallergie Verlauf

Obwohl eine Milbenallergie relativ leicht zu diagnostizieren ist, bleibt sie oft lange unerkannt. Das liegt daran, dass sie langsam und allmählich verläuft. Die typischen Symptome wie Niesen, tränende Augen, Schnupfen und geschwollene Schleimhäute im Rachen sind sehr unspezifisch und werden oft für eine chronische Erkältung gehalten. Es gibt Patienten, die ihr Leben lang an einer Milbenallergie leiden ohne es zu wissen. In späteren Stadien kann sich eine chronische Bronchitis oder Asthma entwickeln. Häufig wird erst dann bei gründlichen Untersuchungen eine Milbenallergie festgestellt.

Milbenallergie Vorbeugen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, der Entstehung einer Milbenallergie vorzubeugen. Zunächst empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise mit viel Sport bzw. aktiver Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung sowie ausreichend Schlaf. Dadurch werden die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers gestärkt und auch die Entstehung einer Milbenallergie erschwert. Durch verschiedene Maßnahmen kann die Zahl der Milben im Schlafzimmer verringert werden und so die Symptome der Milbenallergie abgeschwächt werden. Empfehlenswert ist beispielsweise die Verwendung von kochfester Bettwäsche, da die Parasiten erst beim Waschen mit hohen Temperaturen sicher abgetötet werden. Materialien, auf denen sich Staub ablagern kann, wie zum Beispiel Zierkissen, Polstersessel, Stofftiere und Teppiche werden am besten aus dem Schlafzimmer verbannt. Als Fußboden eignet sich eine glatte, harte Oberfläche (Laminat, Parkett) am besten

Zur Entfernung des Staubs ist ein Staubsauger besser als ein Besen, da ein Besen die feinen Staubteilchen nicht beseitigt, sondern nur aufwirbelt. Ein Staubsauger mit HEPA-Filter dagegen hält die Hausstaubmilben zuverlässig zurück. Der Filter verhindert, dass Parasiten und Keime einfach nur angesaugt und wieder ausgeblasen werden. Stattdessen verbleiben sie im Gerät. Die Luft, die aus dem HEPA-Staubsauger austritt, ist sogar sauberer als die Umgebungsluft, die eingesaugt wird. Zur Vorbeugung einer Milbenallergie sollten alle glatten Oberflächen regelmäßig feucht gereinigt werden. Abzuraten dagegen ist der übermäßige Gebrauch von Desinfektionsmitteln. sie schädigen nicht nur die Umwelt, sondern können langfristig die Abwehrkräfte des Körpers schwächen, da sie die Umgebung sterilisieren. Das Immunsystem muss aber in Kontakt mit Keimen bzw. äußeren Reizen kommen, um fit zu bleiben, ähnlich einem Leistungssportler, der auch trainieren muss, um seine Kondition zu erhalten.

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