Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, unter der etwa 10 % der Bevölkerung leiden. Die Statistik zeigt, dass Frauen dreimal häufiger von Migräneattacken heimgesucht werden als Männer. Hemikraira ist das Ursprungswort für Migräne, es stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die Halbköpfige“. Damit wird die Symptomatik auf den Punkt getroffen, denn neben anderen Begleiterscheinungen ist ein Migräneanfall durch halbseitige und pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet.

Der dröhnende Schmerz im Kopf ist nicht das einzige Übel einer Migräneattacke. Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sind für viele Menschen Bestandteil der Erkrankung. Bei manchen Patienten kündigt sich ein Migräneanfall durch eine sogenannte Migräneaura an. Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen, aber auch Lähmungserscheinungen sind charakteristische Anzeichen für einen beginnenden Migräneanfall mit Aura. Diese Beschwerden vergehen meist innerhalb einer Stunde und werden von dem quälenden Kopfschmerz abgelöst. Durch die Symptomatik wirkt eine Migräne mit Aura zwar sehr beunruhigend auf den Betroffenen, eine Schädigung auf das Hirngewebe wird jedoch nicht verursacht.

Migräne gilt als nicht heilbar, doch mit einer geeigneten Therapie und einer wirksamen medikamentösen Behandlung können die Beschwerden deutlich gelindert werden. Das oberste Ziel ist es, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren, denn Betroffene werden während einer Migräneattacke regelrecht außer Gefecht gesetzt und sind kaum in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen.

Migräne Ursachen

Migraene Symptome & UrsachenBisher ist es Mediziner und Forscher noch nicht gelungen, eine eindeutige Ursache für Migräne auszumachen. Eine Theorie deutet auf einen genetischen Faktor hin, da Migräne innerhalb einer Familie oft gehäuft auftritt. Eine weitere Theorie besagt, dass der Neurotransmitter Serotonin eine Hauptrolle bei der Entstehung einer Migräne spielt. Als Neurotransmitter werden die Botenstoffe bezeichnet, die Informationen zwischen den Nervenzellen hin und her transportieren.

Etliche Mediziner gehen davon aus, dass bei einem Migräne-Patienten zu viel Serotonin produziert wird. Diese Überdosis wird vom Körper sofort abgebaut, als Folge weiten sich die Hirnhautgefäße und werden durchlässig. Kleinere Entzündungen entstehen und verursachen den pochenden, pulsierenden Schmerz. Eine wichtige Rolle spielen neben den eigentlichen Ursachen die Auslöser. Es wird vermutet, dass komplexe Zusammenhänge von Triggerfaktoren einen Migräneanfall auslösen können. Stress, unregelmäßiger Schlaf, hormonelle Schwankungen, bestimmte Nahrungsmittel, etwa Käse, Schokolade oder der Geschmacksverstärker Glutamat stehen als Auslöser unter Verdacht. Auf der Liste der verdächtigen Genussmittel stehen Rotwein und Nikotin ganz oben.

Migräne Symptome

Bei einer Migräne wechseln sich die Symptome mit unterschiedlicher Heftigkeit ab. Viele Migräne-Patienten spüren bereits bis zu zwei Tage im Voraus, dass sich eine Attacke ankündigt. Manche klagen über eine für sie untypische Verstopfung oder sie haben regelrechten Heißhunger auf ein bestimmtes Nahrungsmittel. Andere sind dauernd müde und werden von ständigem Gähnen begleitet. Auch besonders schlechte oder extrem gute Laune gilt für viele Menschen als Vorbote zu einer beginnenden Migräne.

Bei einer Migräne mit Aura folgen meist Sehstörungen. Die Betroffenen sehen grelle Lichtblitze oder der Blick wird unscharf und verschwommen. In gleichem Maße berichten Migräne-Patienten über Sensibilitätsstörungen. Empfindungsstörungen in den Händen oder im Gesicht sind genauso typisch wie ein Schwindel, welcher zu einem unsicheren Gang führt. Diese Symptome dauern normalerweise bis zu einer Stunde und werden von dem eigentlichen Kopfschmerz abgelöst. Dieser ist einseitig, heftig pulsierend und nimmt bei körperlicher Betätigung zu.

Die Kopfschmerzphase kann durchgängig von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Der Patient ist kaum in der Lage, Licht oder laute Geräusche zu ertragen, dadurch werden seine Beschwerden verschlimmert. Jede Migräne ist individuell verschieden und eine Attacke dauert in der Regel zwischen einer und 72 Stunden. Als Letztes erfolgt die Rückbildungsphase, langsam nehmen die Beschwerden ab, bis sie vollständig abklingen. Der Patient fühlt sich schlapp und ausgelaugt. Diese letzte Phase kann sich bis zu 24 Stunden hinziehen, erst dann ist eine Migräneattacke überstanden.

Migräne Diagnose

Um Migräne sachgerecht zu behandeln, ist eine sichere Diagnose wichtig. Anhand der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), der Schilderung der genauen Symptomatik durch den Betroffenen und einer körperlich-neurologischen Untersuchung wird durch einen Arzt die Diagnose gestellt. Eine sorgfältige Überprüfung dient dazu, andere Kopfschmerzformen auszuschließen. Dazu zählt beispielsweise der Spannungskopfschmerz oder der Cluster-Kopfschmerz. In diesem Zusammenhang werden auch Kopfschmerzen ausgeschlossen, die ihren Ursprung in einem Tumor, einer Verletzung oder entzündlichen Blutung haben könnten. Diagnostische Verfahren, wie die Magnetresonanztomographie, landläufig unter der Abkürzung „MRT“ bekannt, die Computertomographie (CT) oder Laboruntersuchungen werden nur dann eingesetzt, wenn Zweifel an der Diagnose bestehen.

Migräne Therapie / Behandlung

Das primäre Ziel einer Migräne-Therapie setzt daran an, die Anzahl der Attacken zu verringern, beziehungsweise die Schwere eines Anfalls abzumildern. Bei der Behandlung wird zwischen einer Akuttherapie und der Prophylaxe unterschieden. Bei einem leichteren, akuten Verlauf der Migräne zeigen sich Mittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen als äußerst wirksam. Eine Kombination der Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein ist für viele Patienten ideal. Diese Wirkstoffe sind rezeptfrei erhältlich und können bei gelegentlicher Anwendung durchaus als Mittel erster Wahl eingenommen werden.

Kalte Kompressen können ebenso helfen, wie ein Rückzug in ein abgedunkeltes Zimmer. Ein heftiger Migräneanfall wird hingegen mit Triptanen behandelt. Triptane wirken wie der körpereigene Botenstoff Serotonin und ihre Wirksamkeit erstreckt sich auch über die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Migräne. Patienten mit einer Aura dürfen Triptane erst nach dem Ende der Aurasymptome einnehmen. Eine Migräneprophylaxe wird nur angewendet, wenn Schwere und Häufigkeit die Lebensqualität des Patienten zu sehr einschränken. Am häufigsten werden Betablocker eingesetzt, aber auch Calciumkanalblocker mit dem Wirkstoff Flunarizin ist in der Migräneprophylaxe mit Erfolg behaftet.

Migräne Verlauf

Migräne verläuft oft in unterschiedlicher Intensität. Bei einigen Patienten kündigt sie sich bis zu zwei Tage vorher mit extrem schlechter oder guter Laune an, manche verspüren einen Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel. Nach diesen Vorboten folgt bei einigen Menschen die Auraphase mit Seh- oder Mobilitätsbeeinträchtigungen, gefolgt von der Kopfschmerzphase. Ein pulsierender, halbseitiger Schmerz im Kopf mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel haben ihren Höhepunkt erreicht. In der Rückbildungsphase nehmen die Schmerzen langsam ab, bis der Patient schmerzfrei ist, können bis zu 72 Stunden vergehen.

In der letzten Phase fühlen sich Migräne-Patienten schlapp und kraftlos. Von einer chronischen Migräne spricht man, wenn der Patient über einen Zeitraum von drei Monaten mehr als 15 Tage pro Monat Migräneattacken erleidet. Bei einigen Patienten geht ein Migräneanfall unmittelbar in den Nächsten über, diese Komplikationsform wird als Status migraenosus bezeichnet und wird meist stationär behandelt. Eine weitere Komplikation ist der migranöse Infarkt, bei dieser seltenen Komplikation bilden sich die Aurasymptome nicht innerhalb einer Stunde zurück. Dadurch besteht die Gefahr einer mangelnden Durchblutung einzelner Gehirnregionen und dauerhafte Schäden können nicht ausgeschlossen werden.

Mittels bildgebender radiologischer Verfahren können die Schädigungen nachgewiesen werden. Halten die Aurasymptome länger als eine Woche an, spricht man von einer persistierenden Aura ohne Infarkt. Bei dieser sehr seltenen Komplikation bleiben keine Schädigungen des Gehirns zurück und ein Hirninfarkt kann nicht nachgewiesen werden.

Migräne Vorbeugen

Mit ein paar Grundregeln können Anfälle zumindest gemildert werden. Ausdauersport erzielt sogar eine nachweisliche Besserung der Symptome, denn die Anfallshäufigkeit wird verringert. Dazu zählt neben Joggen auch Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking. Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson mildern die Häufigkeit oder die Schwere einer Migräne ebenfalls ab. Generell sollte jeder Migräne-Patient seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten auf den Prüfstand stellen.

Übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum verschärft einen Migräneanfall. Da Stress zu den Triggern gehört, sind gerade Entspannungsübungen eine sinnvolle Möglichkeit, damit umzugehen. Für viele Menschen hat sich Akupunktur als Mittel erster Wahl herausgestellt, denn die Wirksamkeit entspricht der einer medikamentösen Prophylaxe. Ein regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus ist für Migräne-Patienten enorm wichtig. Kneipp-Kuren tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei und können dadurch ebenfalls Milderung auslösen.

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