Meningitis

Meningitis (Gehirnhautentzündung) ist der medizinische Fachbegriff für die Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Meningitis wird durch Viren oder Bakterien verursacht, seltener durch andere Krankheitserreger wie Pilze oder aufgrund nichtinfektiöser Reize.

Die durch Viren verursachte Meningitis ist die häufigste Form. Die bakterielle Gehirnhautentzündung tritt deutlich seltener auf, dafür ist diese Form wesentlich gefährlicher. Sie wird vor allem durch Pneumokokken verursacht und gilt aufgrund der direkten Nähe der Entzündung zum Gehirn als lebensbedrohlich. Eine beginnende Meningitis äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen. Dazu kommen Nackensteifigkeit, Bewusstseinsminderung, Übelkeit, Licht-Überempfindlichkeit und Lärm. Ein charakteristischer Hautausschlag weist auf eine Meningokokken-Meningitis hin.  Eine Meningitis, die nicht rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt wird, kann tödlich enden oder zu schweren Folgeschäden wie Epilepsie, Taubheit oder kognitiven Beeinträchtigungen führen. Die Behandlung von Meningitis erfolgt durch Gabe von Antibiotika, wenn notwendig auch durch antivirale Substanzen. Im Winter und Frühjahr tritt die bakterielle Meningokokken-Meningitis gehäuft auf. Betroffen sind vor allem Kleinkinder sowie Jugendliche bis 19 Jahre. Derzeit gibt es in Deutschland eine Schutzimpfung gegen Meningokokken vom Typ C, gegen Pneumokkoken und gegen Haemophilus influenzae. In den Industrieländern kommt die gefährliche bakterielle Meningitis zum Glück sehr selten vor.

Meningitis Ursachen

Meningitis SymptomeDie Meningitis ist eine Infektionskrankheit, bei der Infektionen mit Bakterien, Viren oder Erregern anderer Art nachgewiesen werden. Die Erreger werden von Mensch zu Mensch übertragen und zwar hauptsächlich durch eine Tröpfcheninfektion. Dies kann beim Küssen, Niesen oder Husten geschehen. Pneumokokken sind die häufigsten Verursacher der bakteriellen Meningitis. Danach folgen die Meningokokken, die je nach Struktur verschiedene Unterarten, die so genannten Serogruppen bilden. Meistens sind es die Serogruppen B und C, die eine Meningitis auslösen. Einer rezidivierenden bakteriellen Meningitis können anatomische Defekte wie Schädelfraktur oder aber ein geschwächtes Immunsystem zugrunde liegen.

Die tuberkulöse Meningitis kann infolge einer Tuberkulose Infektion auftreten. Solche Fälle sind meistens in Ländern zu beobachten, in denen die Tuberkulose noch relativ verbreitet ist. Bei Menschen mit einer Immunschwäche wird ebenfalls die tuberkulöse Meningitis beobachtet. Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche sind anfälliger für Meningitis. Ein Sonderfall stellt die Neugeborenen-Meningitis dar. Sie wird vorwiegend durch Darmbakterien verursacht, die sich von einem Entzündungsherd in den Hirnhäuten absetzen. Nicht infektiöse Mechanismen können ebenfalls eine Meningitis verursachen. Formen von Meningitis, bei denen sich keine Bakterien oder Viren in der Hirnhaut finden, werden als aseptische Meningitis bezeichnet. Diese wird unter anderem durch Syphilis und Morbus Lyme Erreger ausgelöst. Auch Zecken können Krankheiten übertragen, die eine Entzündung der Gehirnhaut oder des Gehirns verursachen können.

Meningitis Symptome

90 % der Erwachsenen, die an bakterieller Meningitis erkranken, klagen über starke Kopfschmerzen. Meistens tritt begleitend dazu eine Nackensteifigkeit auf. Weitere häufige Symptome bei Meningitis sind Geräuschempfindlichkeit sowie Lichtscheu. Die drei typischen Symptome, die bei Meningitis gemeinsam auftreten sind Nackensteifigkeit, hohes Fieber und Bewusstseinsminderung. Dieses Symptom-Trio wird allerdings in nur circa 45% der Fälle einer bakteriell bedingten Meningitis beobachtet.

Zu einer lebensbedrohlichen Komplikation – die so genannte Sepsis (umgangssprachlich: „Blutvergiftung“) – kann es bei einer Meningokokken-Meningitis kommen. Auf eine Sepsis weisen Veränderungen der Haut hin, die sich von braunen Flecken bis hin zu großen dunkelroten Stellen und Bläschen entwickeln können. Die Sepsis wird in etwa einem Drittel der durch Meningokokken verursachten Meningitis-Fälle beobachtet. Bei Säuglingen und Kleinkindern, die an Meningitis erkranken, treten oft weniger charakteristische Beschwerden auf. Anstatt durch Nackensteifigkeit äußert sich die Erkrankung eher durch Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit, Trägheit und Krämpfe. Personen, die sich mit einem Meningitis- Erreger infizieren, bemerken erste Symptome nach drei bis vier Tagen (Inkubationszeit). Die ersten Symptome sind ähnlich wie die bei einer beginnenden Grippe.

Meningitis Diagnose

Eine virale Meningitis äußert sich ähnlich wie die lebensgefährliche bakterielle Gehirnhautentzündung. Wenn die Symptome für eine Meningitis sprechen, sollte der Betroffene daher sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Um die richtige Diagnose zu stellen, muss der Arzt ermitteln, ob die Erreger Bakterien, Viren oder anderer Art sind. Dafür muss er dem Patienten Blut abnehmen und es auf entzündungstypische Veränderungen untersuchen.

Durch die mittels Lumbalpunktion gewonnene Liquor-Flüssigkeit kann dann der Verdacht auf Meningitis bestätigt bzw. verworfen werden. Da eine Lumbalpunktion nicht risikofrei durchgeführt werden kann, ist im Vorfeld eine Computertomographie oder Kernspintomographie des Schädels angebracht. Bei Säuglingen und Kleinkindern trägt oft eine Ultraschalluntersuchung zur Diagnosestellung bei. Wenn eine bildgebende Untersuchung vor der Lumbalpunktion durchgeführt werden muss, wird eine antibiotische Behandlung als vorbeugende Maßnahme empfohlen, um den Behandlungsbeginn nicht zu verzögern.

Meningitis Therapie / Behandlung

Eine bakterielle Meningitis stellt immer einen Notfall dar. Je schneller diese erkannt und die Therapie eingesetzt wird, desto besser können lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Sepsis (Blutvergiftung) vermieden werden. Bei begründetem Verdacht auf bakterielle Meningitis verabreicht der behandelnde Arzt deshalb ein Breitband-Antibiotikum, noch bevor die genaue Diagnose gestellt wird. Wenn Komplikationen auftreten, wird ein Aufenthalt im Krankenhaus mit intensivmedizinischer Behandlung notwendig. Personen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, nehmen vorsorglich Antibiotika ein, um sich vor einer bakteriellen Meningitis zu schützen.

Wenn die Gehirnhautentzündung durch Viren verursacht wurde, so gibt es meistens keine spezielle Therapie. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung ohne Komplikationen innerhalb von zwei Wochen von alleine ab. Wichtig dabei ist Bettruhe. Schmerzlindernde oder fiebersenkende Mittel können die Symptome lindern. Während eine virale Meningitis meistens relativ mild abläuft und selten tödlich endet, verläuft eine unbehandelte bakterielle Meningitis fast immer tödlich. Eine Meningitis kann bei Kindern Folgeschäden verursachen. Dazu gehören Epilepsie, Verhaltensauffälligkeiten, Schwerhörigkeit, Intelligenzminderung.

Meningitis Verlauf

Bei der bakteriellen Meningitis kann es in circa 10 bis 20 Prozent der Fälle zu Komplikationen kommen. Dazu zählt die Meningoenzephalitis, bei der die Entzündung von der Hirnhaut auf das Gehirn übergreift. Bei der Meningoenzephalomyelitis betrifft die Entzündung die Hirnhaut und das Gehirn und greift auf das Rückenmark über. Bleibende neurologische und psychische Schäden können die Folge sein.

Bei einer Störung der Hirnwasserzirkulation verkleben die beiden Hirnhäute durch die Entzündung. Dadurch wird der Fluss des Hirnwassers gestört. Eine Sepsis (Blutvergiftung) tritt auf, wenn sich die Erreger im Blut vermehren. Dabei wird das Blut durch Toxine und Abfallstoffe der Erreger vergiftet. Schlimmstenfalls kann eine Sepsis zu einem Schockzustand führen, bei dem es zu einem akuten Kreislaufversagen kommt.

Meningitis Vorbeugen

Bakterielle und virale Meningitis lassen sich mit einer Schutzimpfung vorbeugen. Gegen die drei Bakterienarten, die eine Meningitis auslösen können – Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae, gibt es Impfstoffe. In Deutschland wird empfohlen, dass Kinder im ersten Lebensjahr gegen Haemophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken geimpft werden. Zu Beginn des zweiten Lebensjahres wird die Impfung gegen Meningokokken empfohlen.

Eine Impfung gegen Meningokokken wird empfohlen:

  1. Wenn eine gesundheitliche Gefährdung vorliegt, zum Beispiel bei einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche.
  2. Bei einem Langzeitaufenthalt in einem Land, für das eine entsprechende Impfempfehlung gilt.
  3. Wenn man einen engen Kontakt zu einer an Meningitis erkrankten Person hatte.
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