Lupus erythematodes

Wenn vom „Wolf im Schafspelz“ die Rede ist, denkt niemand an den vierbeinigen Vertreter im Wald. Auch der systemische Lupus erythematodes, um den es sich bei der hier behandelten systemischen Autoimmunerkrankung handelt, steht mit dem pelzigen Räuber auf vier Pfoten nur in mittelbarer Verbindung. Charakteristisch für die Hauterkrankung sind Rötungen, die in Schmetterlingsform auftreten, dem Schmetterlingserythem.

In früheren Zeiten wurden das Aussehen erkrankter Personen durch Rötungen und Furchen im Gesicht als dem Wolf ähnlich bezeichnet. Der Überbegriff Autoimmunerkrankung bezeichnet Krankheiten, die sich in einer Überreaktion gegen das Gewebe des eigenen Körpers richten, das als fremd betrachtet und daher bekämpft wird. Die Bezeichnung „systemisch“ kennzeichnet Erkrankungen, die nicht auf ein Organ beschränkt bleiben, sondern den ganzen Körper befallen.

Die Krankheit tritt meist in Schüben auf, das heißt Phasen hoher Krankheitsaktivität wechseln mit Besserung ab, die aber nicht endgültige Heilung bedeutet.

Lupus erythematodes Ursachen

Lupus-erythematodes Symptome & UrsachenDie Ursache für die Reaktion des Körpers gegen das eigene Immunsystem beim systemischen Lupus erythematodes sind nach wie vor unklar. Überwiegend trifft die Krankheit Frauen im gebärfähigen Alter. Es könnten für die Immundefekte genetische Veränderungen eine Rolle spielen, aber es handelt sich um keine Erbkrankheit. Die Autoantikörper, die gegen Immunzellen gebildet werden, können sich dauerhaft an Zell- und Gefäßmembranen festsetzen. Der Vielfalt und Menge von Antikörpern scheinen beim Lupus wenig Grenzen gesetzt. Neben dem Zellkern können auch rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren, sowie andere Organe betroffen sein.

Lupus Symptome

Obwohl sich die Zahl der Erkrankungen in den letzten 40 Jahren erhöht hat, liegt die Überlebensrate heute bei 90%. Die Schwankungsbreite der Symptome ist breit gefächert. So steht auf der einen Seite ein milder Verlauf, während die Krankheit unbehandelt auch zum Tode führen kann. Dem Lupus ähnliche Symptome, die durch die Einnahme von Medikamenten hervorgerufen werden können, verschwinden nach Absetzen der Mittel wieder. So individuell unterschiedlich die Krankheit verläuft, so unterschiedlich sind auch Anzeichen und Symptome. Ist die Haut befallen, zeigen sich die typischen schmetterlingsähnlichen Rötungen, das Schmetterlingserythem, hauptsächlich im Gesichtsbereich auf Nase und Wangen, so wie auch auf dem Dekolletee. Das sind die Partien, die der Sonnenbestrahlung verstärkt ausgesetzt sind.

Gelenke und Muskeln, die schmerzhaft entzündet sind, können „schwach“ werden. Steifheit und Schwellungen entstehen bevorzugt an der Hand. Entzündetes Bauchfell äußert sich durch Magenschmerzen, bis hin zu Übelkeit und Erbrechen. Flüssigkeit in der Lunge verursacht Schmerzen beim Atmen. Die erkrankte Lunge kann an Elastizität verlieren, das Luftholen wird zur Anstrengung. Ist die Entgiftungsfunktion der Nieren gestört, können Schwellungen in den Beinen und an den Augen auftreten. Auch ungewöhnlich dunkler Urin weist auf eine mögliche Nierenentzündung hin. Eine Nierenbeteiligung lässt sich mit Hilfe von Urintests feststellen. Betroffene Nieren können ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Der Patient muss in dem Fall zur Dialyse. Ist das zentrale Nervensystem geschädigt, kann es zu epileptischen Anfällen, Migräne und psychischen Veränderungen kommen. Das Blutbild jedes zweiten, betroffenen Patienten verändert sich und weist Blutarmut oder erhöhte Neigung zu Blutungen auf.

Lupus erythematodes Diagnose

Die sichere Diagnose des Lupus erythematodes kann erst nach eingehender Untersuchung gestellt werden. Auf Grund der möglichen und ganz unterschiedlichen Symptome und Anzeichen beginnt die Krankheit oft schleichend und ist dementsprechend schwer erkennbar. Die konsultierten Fachärzte werden in der Regel mit einem Rheumatologen kooperieren, um anhand diverser Untersuchungsmethoden ein Ergebnis zu erhalten, das alle Faktoren berücksichtigt. Da die Krankheitsanzeichen vielfältig und oft schwer zu interpretieren sind, wurde vom American College of Rheumatology (ACR) ein Kriterienkatalog mit elf typischen Symptomen zusammen gestellt:

  1. Schmetterlingserythem
  2. Diskoider Lupus (scheibenförmig erhabener Hautausschlag)
  3. Lichtempfindlichkeit
  4. Gewebsdefekte an Mund und Nase
  5. Gelenksentzündung an zwei oder mehr Gelenken
  6. Lungenfell- oder Herzbeutelentzündung
  7. Nierenbeteiligung (Einweiß im Harn)
  8. Befall der Nerven und des Gehirns
  9. Typischer Blutbefund: bestimmte Form der Anämie, verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombopenie) und/ oder weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
  10. Typische immologische Befunde: Autoantikörper gegen DNS
  11. Antinukleäre (gegen Bestandteile des Zellkerns gerichtet) Antikörper

Erkennt der Rheumatologe vier Kriterien aus dieser Liste, besteht der dringende Verdacht, dass Lupus erythematodes diagnostiziert werden muss.

Lupus erythematodes Therapie / Behandlung

Die Behandlung einer chronischen Erkrankung, wie sie der Lupus erythematodes darstellt, erstreckt sich in der Regel über Jahre. Das individuelle Krankheitsbild entscheidet über die Form der Behandlung. Mittlerweile ist das überaktiv gewordene Immunsystem gut mit Medikamenten zu dämpfen. Zur medikamentösen Therapie werden Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verabreicht, die entzündungshemmend und damit schmerzstillend wirken. Basistherapeutika (Immundepressiva) verringern die Aktivität des Immunsystems. Ihre Aufgabe ist es, die fehlgeleitete Reaktion gegen körpereigene Strukturen zu hemmen.

Glukokotikoide entfalten ihre entzündungshemmende Wirkung bereits nach Stunden und eignen sich bei akuten Krankheitsschüben. Chloroquin wird eingesetzt, wenn Haut und Gelenke betroffen sind. Es wurde ursprünglich zur Vorbeugung bei Malaria entwickelt. Mit physikalischen Therapien, wie kurzfristige Ruhigstellung der Gelenke, örtlichen Kaltanwendungen, krankengymnastischen Übungen und Atemtherapie wird begleitend zur Linderung der Leiden gearbeitet.

Lupus erythematodes Verlauf

Symptomfreie Abschnitte von unterschiedlicher Länge können von akuten Krankheitsschüben unterbrochen werden. Grundsätzlich verläuft die Erkrankung in der Regel mit zunehmendem Alter milder. Eine vollständigen Heilung des systemischen Lupus erythematodes ist nicht zu erwarten. Dank dem Stand der Medizin kann aber heute von einer annähernd normalen Lebenserwartung ausgegangen werden. Die Chancen, ein normales Leben zu führen, stehen auch hier für den Patienten am besten, je früher die Erkrankung erkannt und therapiert wird. Meist dauert die Behandlung zeitlebens und Betroffene sollten sich alle 3 – 6 Monate untersuchen lassen. Ob die Behandlung nach lang anhaltenden, symptomfreien Phasen ausgesetzt werden kann, sollte jedenfalls nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt entschieden werden.

Lupus erythematodes Vorbeugen

Nachdem es über die Ursachen der Erkrankung keine Erkenntnisse gibt, können auch keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden. Leben mit systemischem Lupus erythematodes
Die Diagnose mag für viel Betroffene im ersten Moment ein Schock sein. Emotionen und Befürchtungen haben ihre Berechtigung, aber wie bereits ausgeführt, ist die Erkrankung nach dem aktuellen Stand der Medizin so erfolgreich zu therapieren, dass Betroffene ein normales Leben führen können.

Der Akzeptanz der Krankheit durch den Patienten kommt dabei entscheidende Bedeutung zu. Neben der ärztlichen Behandlung können Betroffene aktive Beiträge leisten, indem sie Stress und Überbelastung bewusst vermeiden, auf ausgewogene, fettarme Ernährung achten, sich vor intensiver Sonnenbestrahlung schützen, wozu auch der Besuch von Solarien gehört. Der systemische Lupus erythematodes ist nicht heilbar, aber Patienten haben heute eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität.

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