Lungenemphysem

Mehrere chronische Lungenerkrankungen, die unter dem Begriff COPD (chronic obstructive pulmonary disease) zusammengefasst werden, können zur Ausbildung eines Lungenemphysems führen, bei dem es zu einer teilweisen Zerstörung des Lungengewebes kommt. Betroffen davon sind die als Alveolen bezeichneten Lungenbläschen, die sich am Ende des weitverzweigten Bronchialsystems in traubenförmiger Anordnung befinden.

Jedes der rund 300 Millionen Lungenbläschen ist mit einem feinen Netz winziger Blutgefäße durchzogen. Über diese Kapillargefäße wird der mit der Atemluft eingeatmete Sauerstoff ins Blut aufgenommen während Kohlendioxin abgegeben und über die Ausatmung entsorgt wird. Bei der Ausbildung eines Lungenemphysems kommt es zu einer dauerhaften Zerstörung solcher Lungenbläschen. Dies hat zur Folge, dass in den geschädigten Bereichen kein Gasaustausch mehr stattfinden kann. Gleichzeitig verändern sich die Druckverhältnisse, so dass die mit den geschädigten Alveolen verbundenen kleinen Bronchien beim Ausatmen kollabieren und die eingeatmete Luft nicht mehr vollständig ausgeatmet werden kann. Langfristig führt dies zu einer Sauerstoffunterversorgung und einer Überblähung der Lunge, die sich in einer chronischen Atemnot manifestiert.

Aufgrund der großen Zahl an Alveolen und der in der Regel nur langsam fortschreitenden Schädigung bleibt das Lungenemphysem meist über einen sehr langen Zeitraum unerkannt, da sich auch die damit einhergehende chronische Atemnot nur sehr schleichend entwickelt. Da es sich bei der Schädigung des Lungengewebes um einen irreversiblen Vorgang handelt, ist ein Lungenemphysem nicht heilbar.

Weltweit zählen die im Rahmen der COPD auftretenden Lungenschäden derzeit zu den vierthäufigsten Todesursachen

Quelle: (http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linkrankheit/show.php3?p=1&id=18&nodeid=22)

Lungenemphysem Ursachen

Lungenemphysem Symptome & UrsachenDie Ursachen für die Entstehung einer COPD-Erkrankungen und das Auftreten eines Lungenemphysem sind bislang nicht völlig geklärt. Da es sich bei den COPD-Patienten zum überwiegenden Teil um Raucher handelt, gilt die Inhalation von Tabakrauch – ob aktiv oder passiv – als eine der Hauptursachen für die Entstehung chronischer Atemwegserkrankungen und die Bildung eines Lungenemphysem. Warum nur etwa 15 – 20 Prozent aller Raucher tatsächlich eine COPD entwickeln, ist derzeit nicht geklärt, dennoch kann der schädliche Einfluss des Rauchens als gesichert gelten.

Eine weitere Hauptursache sind anhaltende Entzündungsprozesse, „etwa aufgrund einer schweren Virusbronchitis oder Lungenentzündung oder aufgrund einer nicht richtig behandelten chronisch obstruktiven Bronchitis“ Quelle: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linkrankheit/show.php3?p=2&id=18&nodeid=22

Inzwischen stehen aber auch Schadstoffbelastungen aus der Umwelt im Verdacht, das Risiko einer COPD-Erkrankung zu erhöhen. Dazu zählen bestimmte Mineralstaubpartikel, Schwefeldioxide oder Dämpfe, die von Biokraftstoffen oder Chemikalien ausgehen. Bei etwa einem Prozent der Betroffenen ist ein genetisch bedingter Alpha-1-Antitrypsin-Mangel die Ursache für die Ausbildung eines Lungenemphysems.

Lungenemphysem Symptome

Charakteristisch für ein Lungenemphysem ist eine sich über Monate und Jahre hinweg entwickelnde Atemnot. Diese tritt zunächst nur bei körperlicher Belastung auf. Im fortgeschrittenen Stadium besteht die chronische Atemnot auch im Ruhezustand. Zusätzliche Anzeichen bei verminderter Sauerstoffversorgung zeigen sich in einer bläulich-roten Verfärbung der Lippen sowie der Finger- und Zehenspitzen.

Da ein Emphysem in den meisten Fällen im Zusammenhang mit einer COPD steht, kommt meist noch ein quälender Husten mit einem gelb-bräunlichem Auswurf hinzu. Aufgrund der zunehmenden Überblähung der Lunge kann es im Spätstadium zu einer Veränderung des Brustkorps kommen, der ein fassförmiges Aussehen annimmt.

Lungenemphysem Diagnose

Neben einer gründlichen Anamnese und einer eingehenden Untersuchung, um andere mit Luftnot verbundene Erkrankungen wie etwa Asthma, Tuberkulose oder Lungenkrebs auszuschließen, sind die Hauptwerkzeuge in der Diagnostik eine Lungenfunktionsprüfung, mit der das Ausmaß der Atemwegsverengung und der Schweregrad der Überblähung ermittelt werden, sowie Röntgenaufnahmen des Thorax, um die für ein Emphysem typischen Anzeichen nachzuweisen.

Unter Umständen wird zusätzlich ein Computertomogramm oder ein Lungenszintigramm zur Diagnose herangezogen. Eine Laboruntersuchung des Blutes gibt schließlich Aufschluss über das Vorliegen einer Alpha-1-Antitrypsin Disposition.

Lungenemphysem Therapie / Behandlung

Da die durch das Emphysem verursachten Veränderungen des Lungengewebes nicht mehr rückgängig gemacht werden können, ist ein Lungenemphysem nicht heilbar. Bei der Therapie geht es primär darum, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern. An erster Stelle steht daher, die Schadstoffeinwirkung auszuschalten. Da der überwiegende Teil der Betroffenen Raucher sind, steht eine vollständige und dauerhafte Rauchentwöhnung stets am Anfang einer sinnvollen Therapie. Eine ausführliche Patientenschulung hilft den Betroffenen, besser mit der Erkrankung umzugehen, zusätzliche Risikofaktoren zu vermeiden und informiert über den möglichen weiteren Verlauf der Krankheit.

Eine begleitende medikamentöse Therapie richtet sich vor allem nach dem Schwergrad der Erkrankung. Zum Einsatz kommen in der Regel Dosieraerosole oder Pulver, die mittels Inhalatoren verabreicht werden. Die Medikamente wirken auf die Atemwegsmuskulatur und führen zu einer Erweiterung der Bronchien. Ob dabei in erster Linie kurzwirksame oder langwirkende Beta-2-Agonisten und / oder Anticholinergika eingesetzt werden, hängt von Schwergrad der Erkrankung ab. Bei Bedarf werden kurzfristig entzündungshemmende Medikamente und Antibiotika eingesetzt. Im fortgeschrittenen Stadium stehen derzeit drei operative Möglichkeiten bereit. Verhältnismäßig neu ist ein Verfahren, bei dem endoskopisch Lungenventile eingesetzt werden.

„Durch diese Ventile, die sich beim Einatmen verschließen und eine weitere Überblähung der Lunge verhindern, kann eine Reduktion des Lungenvolumens und ein Abbau der bestehenden Überblähung erreicht werden“ Quelle: http://www.lungenemphysem.org/lungenemphysem-therapie

Eine solche Reduktion des Lungenvolumens kann auch durch einen chirurgischen Eingriff erreicht werden. Beide Alternativen funktionieren allerdings nur bei einem lokalisierten Emphysem. Tritt die Schädigung diffus über einen weiten Bereich der Lunge auf, helfen diese Verfahren in der Regel nicht. Die letzte Therapiemöglichkeit besteht in der Transplantation eines oder beider Lungenflügel. Allerdings ist die Sterblichkeitsrate im Anschluss an diese Operation relativ hoch, so dass eine Transplantation in der Regel nur in akuten Notfällen indiziert ist.

Lungenemphysem Verlauf

Die Erkrankung beginnt schleichend mit einer leichten Kurzatmigkeit, die bei körperlicher Belastung auftritt und entwickelt sich – oft über mehrere Jahre hinweg – zu einer chronischen Atemnot, die bereits bei leichter, körperlicher Aktivität auftritt. Im fortgeschrittenen Stadium tritt die Atemnot auch im Ruhezustand auf und kann zu einer vollkommenen Immobilität des Patienten führen. In diesem Stadium ist der Patient dauerhafte auf eine zusätzliche Sauerstoffversorgung angewiesen.

Aufgrund der Überblähung kommt es im Spätstadium der Krankheit zur Ausbildung eines Fassthorax, bei dem sich der Brustkorb aufgrund der dauerhaften Überblähungen fassförmig vergrößert. Zusätzlich tritt in der Regel eine Vergrößerung des Herzens mit einer einseitigen Belastung auf. Bei rechtzeitigem Therapiebeginn kann das Fortschreiten der Erkrankung in den meisten Fällen deutlich verlangsamt werden.

Lungenemphysem Vorbeugen

Um einer COPD und einem Lungenemphysem vorzubeugen, sollten schädliche Einflüsse, insbesondere das Rauchen vermieden werden. Durch eine frühzeitige Rauchentwöhnung lässt sich das Risiko einer COPD und die Gefahr eines Emphysems deutlich verringern. Schwieriger wird es, wenn die Schadstoffeinflüsse berufsbedingt – etwa bei Bauarbeitern auftreten. Sofern sich diese Einflüsse nicht deutlich reduzieren lassen, sollte zumindest eine regelmäßige Kontrolle durch einen Lungenfacharzt erfolgen, damit ein entstehendes Emphysem möglichst frühzeitig erkannt und therapiert werden kann.

Auch bei schweren und langanhaltenden Erkrankungen der Atemwege empfiehlt es sich, einen spezialisierten Pneumologen zu Rate zu ziehen. Liegt bereits eine Erkrankung vor, ist es wichtig, so früh wie möglich mit einer umfassenden Therapie zu beginnen. Dazu gehören auch und insbesondere Bewegungs- und Atemtherapien. Gerade für Emphysem-Patienten, die bereits unter Atemnot bei Belastung leiden, ist eine auf die Erkrankung abgestimmte körperliche Aktivität wichtig. Oft gibt es im regionalen Umfeld sogenannte Lungensportgruppen, die speziell für COPD- und Emphysem-Patienten geeignet sind. In der Regel kann der Lungenfacharzt Adressen solcher Lungensportgruppen vermitteln.

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