Lipom

Lipom ist die Bezeichnung für einen benignen (gutartigen) Tumor (Geschwulst) der Fettgewebezellen, medizinisch Adipocyten genannt. Lipome, auch als gutartige Wucherungen zu bezeichnen, sind verhältnismäßig weit verbreitet. Etwa 16 Prozent aller Menschen sind davon betroffen. Damit sind Lipome die bei Menschen am häufigsten vorkommenden mesenchymalen Tumoren. Frauen und Männer sind, nach neuesten Erkenntnissen, etwa gleich stark betroffen.

Am häufigsten finden sich Lipome im Bereich von Hals und Kopf, Rücken und Schulter. Subkutane, also direkt unter der Haut liegende Lipome bilden mit bis zu 50 Prozent den größten Anteil der Weichgewebelipome. Sie werden auch oft als oberflächliche Lipome bezeichnet und treten vor allem zwischen dem 50.und dem 70. Lebensjahr auf. Die so genannten tiefer liegenden Lipome treten nur in einer Größenordnung von bis zu 2 Prozent Anteil an der Zahl der Gesamtlipome auf.

Oft sind diese tiefsitzenden Fettgeschwülste nur Zufallsbefunde bei gezielten radiologischen Untersuchungen wegen anderen Erkrankungen. Intramuskuläre tiefsitzende Lipome in den Extremitäten (Gliedmaßen), auch infiltrierende Lipome genannt, manifestieren sich meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Überwiegend in den unteren Extremitäten auftretend, kann diese Lipom-Art allerdings auch im Bereich von Rumpf, Schulter und oberen Extremitäten vorkommen. Es gibt eine Anzahl von Subtypen bei den Lipomen, die fast nur differentialdiagnostisch zuzuordnen sind.

Lipom Ursachen

Lipom Symptome / UrsachenBei den Bemühungen um die Erforschung der Ursachen für das Entstehen von Lipomen konnten bisher noch keine sicheren Ergebnisse gefunden werden. Einige Überlegungen gehen in die Richtung genetisch bedingter Entartung von Fettzellen. In der Diskussion waren auch immer wieder Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit) und Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung). Aber auch da gibt es keinerlei gesicherte Erkenntnisse. Unklarheit herrscht auch noch bei der Frage, ob Lipome gutartige Neoplasien (Neubildungen) oder Hyperplasien, also Vergrößerungen durch Zellzahlzunahme, sind. Auch eine Kombination dieser beiden Möglichkeiten ziehen Wissenschaftler in Erwägung.

Lipom Symptome

Ein Lipom zeigt kaum Symptome, weshalb es oft erst entdeckt wird, wenn es als Knoten unterhalb der Haut auffällt. Lipome verursachen normalerweise auch keine Schmerzen, es sei denn, Sehnen oder Nerven werden gedrückt. Probleme kann es auch geben, wenn Lipome nach längerem Wachstum durch ihre Größe andere Organe in deren Funktionsfähigkeit einschränken. Dies könnte der Fall sein, wenn beispielsweise ein Lipom am Hals auf die dort verlaufende Halsschlagader drückt, die Bewegungsfunktionen der Halsmuskeln einschränkt oder dann gar Schmerzen verursacht.

Lipom Diagnose

Da Lipome überwiegend im Fettgewebe der Unterhaut auftreten, lassen sie sich meist durch Abtasten leicht feststellen. Üblicherweise als verhältnismäßig weiche Fettpölsterchen tastbar, können sie sich auch hart anfühlen. Im Unterhautfettgewebe kann eine harte knötchenähnliche Stelle ein Lipom in frühem Zustand sein. Auch dann, wenn viel Bindegewebe enthalten ist, können Lipome sich etwas härter und fester darstellen. Auffallend große Lipome finden sich, allerdings sehr selten, im Retro-Peritonium (hinteren Bauchraum). Solche Riesenlipome können als seltene Form einer Neubildung im Größenbereich von mehreren Kilogramm auftreten.

Lipome im oberflächlichen Bereich weisen Größen von einigen Millimetern bis zu rund 20 Zentimetern auf. Tiefer sitzende Fettgeschwülste sind üblicherweise größer als solche im subkutanen Bereich. Da es etliche Subtypen von Lipomen gibt, muss eine exakte Diagnose und Differentialdiagnose, vor allem auch zur Abgrenzung gegenüber malignen (bösartigen) Tumoren, wie z.B. Liposarkomen, mit Hilfe von Spezialuntersuchungen erfolgen. Mit Histologie, Radiologie, Computer-Tomographie (CT), Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) stehen viele Möglichkeiten für eine genaue Diagnose zur Verfügung.

Fast in der Hälfte der Untersuchungen mit CT oder MRT ist als typisches Zeichen für ein benignes Lipom ein etwa zwei Millimeter starkes Septum (Scheidewand) zu erkennen. Fehlen eines solchen Septums, mineralisierte Bereiche und eine Art Verzahnung benachbarter Zellen mit der Skelettmuskulatur (außer bei intramuskulären Lipomen) deuten auf ein bösartiges Liposarkom hin.

Lipom Therapie / Behandlung

Da Lipome normalerweise gutartige Tumoren (Geschwulste, Schwellungen) sind, bedarf es grundsätzlich auch keiner Therapie. Wer allerdings aus kosmetischen Gründen ein Lipom entfernen lassen möchte, kann dies tun. Sobald Lipome aber durch Druck auf Nervenbahnen oder Sehnen Beschwerden verursachen, sollten sie operativ entfernt werden. Dies geschieht meist ambulant bei einem Chirurgen oder Hautarzt und mit Lokal-Anaesthesie (örtlicher Betäubung).

Falls der Verdacht auf ein bösartiges Liposarkom besteht, empfiehlt sich ebenfalls eine baldige Exzision, also eine Ausschneidung. Danach kann mittels mikroskopischer und zytologischer (Zelle) Untersuchung eine exakte Diagnose gestellt werden. Da Lipome meist klar und hautnah abgegrenzt sind, lassen sie sich leicht komplett mit dem Kapselgewebe entfernen. Allerdings gibt es danach meist größere Narben. Diese fallen etwas kleiner aus bei einer neuen Methode zum Entfernen von Lipomen, der sogenannten Liposuktion (umgangssprachlich: „Fettabsaugung“). Da mit dieser Therapie meist nicht alle Zellen auch zuverlässig entfernt werden, entstehen durch zurückgebliebene Zellen irgendwann Rezidive (neue Lipome). Vor allem bei einer harten Fettgewebegeschwulst mit viel enthaltenem Bindegewebe besteht diese Gefahr.

Im Rahmen von Überlegungen, ob irgendeine Therapie nötig ist, spielen oft auch die Verschiedenheiten der Subtypen eine Rolle. Angiolipome zum Beispiel sind als gefäßreiche, oft schmerzhafte Lipome, die in jüngeren Jahren schon auftreten, typisch für eine nötige Resektion(Entfernung). Sie bergen eine gewisse Gefahr für Malignität (Bösartigkeit). Auch Angiomyolipome, meist bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren als gutartiger Tumor der Niere vorkommend, können bei Beeinträchtigung der Nierenfunktion eventuell entfernt werden müssen. Chondrolipome, als Mischtumore aus Fett- und Knorpelgewebe, kommen selten vor und machen kaum Probleme.

Dies gilt auch für Fibrolipome, die mehr Bindegewebe als andere Lipome enthalten. Ebenfalls problemlos sind die seltenen, angeborenen Hibernome im braunen Fettgewebe der Unterhaut (z. B. Gesäß, Rücken). Intestinale Lipome finden sich beispielsweise im Dünndarm, führen aber selten zur Notwendigkeit einer Resektion. Anders ist es bei intramuskulären Lipomen im Hals- und Nackenbereich. Da kann es zu Beeinträchtigungen bei der Dreh-Bewegung kommen, die eine Exzision nötig machen. Die ebenfalls gutartigen Lipoblastome kommen überwiegend bei bis zu dreijährigen Buben vor. Myolipome sind seltene, gutartige, meist große Tumore im Bereich von Becken und Abdomen, die sich aus Fettgewebe und glatter Muskulatur zusammensetzen. Aus Fettgewebe und Schleim bestehen Myxolipome, gutartige Bindegewebstumore.

Ossäre Lipome kommen in knöchernen Bereichen vor. Sogenannte plemorphe Lipome sind sehr selten und kommen mehr bei Männern vor. Wegen einer gewissen Neigung zur Malignität ist eine operative Entfernung zu empfehlen. Das Spindelzellenlipom, überwiegend bei Männern und in Rücken und Nackenbereich auftretend, zeigt histologisch viele Spindelzellen.

Lipom Verlauf

Lipome sind von Haus aus gutartige Fettgeschwulste, die einen entsprechend guten Verlauf zeigen. Da sie sehr langsam wachsen, fallen sie oft auch erst nach einiger Zeit auf. Wenn Lipome nicht aus kosmetischen Gründen entfernt werden sollen, bestehen sie meist ohne Symptome und Komplikationen ein Leben lang. Müssen Lipome operativ entfernt werden, da ein Verdachtsmoment abgeklärt werden soll, können, bedingt durch die Operation, Neben- oder Nachwirkungen auftreten. Dies gilt auch, wenn ein Lipom ein anderes Organ in dessen Funktion beeinträchtigt und deshalb im Rahmen einer Operation herausgeschnitten werden muss. Außerdem besteht die Gefahr, dass eine gewisse Zeit nach dem Entfernen eines Lipoms an gleicher Stelle wieder ein neues wächst.

Lipom Vorbeugen

Da die Ursache für das Entstehen von Lipomen bisher nicht festgestellt werden konnte, gibt es auch keinerlei vorbeugende Maßnahmen.

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