Lepra

Lepra ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem in Brasilien, Süd-Ost Asien und in weiten Teilen Afrikas vorkommt. In Europa gilt Lepra als nicht mehr existent. Die zumeist chronische Krankheit wird auch als Aussatz bezeichnet und kann je nach Stadium und Form zu Veränderungen der Haut, Nervenverdickungen oder zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungen primär in Händen und Füßen führen. Aufgrund der Symptome und des Bakteriengehaltes im Körper des Erkrankten unterscheidet die Wissenschaft zwischen tuberkuloider Lepra, lepromatöser Lepra und der Borderline-Lepra.

In extremen Fällen, ohne ärztliche Behandlung und durch Sekundärinfektionen kann Lepra Verstümmelungen oder sogar den Tod des Infizierten hervorrufen. Durch Antibiotika ist die Krankheit aber heutzutage heilbar. Da Lepra jedoch zumeist in Entwicklungsländern vorkommt, ist die Versorgung der Infizierten mit den richtigen Medikamenten nicht immer gewährleistet, so dass die Krankheit noch lange nicht als ausgerottet gelten kann. Laut WHO wurden bereits Anfang 2012 weltweit über 180000 Fälle von Lepra registriert. Die Krankheit kann nur durch den nahen Kontakt mit einem Infizierten übertragen werden. Lepra gilt jedoch vor allem im Falle der tuberkuloiden Lepra nicht als hochansteckend. Vielmehr spielt auch der Zustand des Immunsystems einer Person eine große Rolle. Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können Monate und sogar Jahrzehnte vergehen.

Lepra Ursachen

Lepra Symptome und UrsachenUrsache für Lepra ist das säurefeste Stäbchenbakterium „Mycobacterium leprae“, das dem Tuberkulose-Erreger ähnelt. Dieses Bakterium löst alle Formen der Lepra aus. Es kann nur intrazellulär überleben und findet sich zumeist in den Makrophagen und den Schwann’schen Zellen des Betroffenen. Da das Bakterium sich am besten bei Temperaturen unter 36°C vermehren kann, befällt es zumeist die Haut oder Nerven der Extremitäten sowie die Schleimhäute.

Weiterhin können auch schlechte Hygienezustände, verschmutztes Wasser, Nahrungsmittelknappheit und beengte Wohnsituationen zum Ausbruch der Lepra beitragen. Die Übertragung des Erregers erfolgt nach vorherrschender Ansicht über eine Tröpfcheninfektion. Eine Infektion über die Haut kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Gesichert ist jedoch, dass nur ein besonders intensiver Kontakt mit erkrankten Personen zur Ansteckung führen kann. Die Übertragungsgefahr bei der lepromatösen Lepra ist aufgrund der hohen Bakterienanzahl im Körper weitaus höher.

Lepra Symptome

Die Symptome von Lepra variieren stark und sind von den unterschiedlichen Ausprägungen der Krankheit abhängig. Zunächst können sich im Frühstadium nicht begrenzte Hautflecken bilden, die sich durch ihre Pigmentierung vom übrigen Hautbild des Infizierten abheben. Bei hellhäutigen Personen sind sie z.B. gerötet. Hinzu kommt ein Taubheitsgefühl an betroffenen Körperstellen. Auch im Zuge der tuberkuloiden Lepra (Nervenlepra) weisen Betroffene häufig Veränderungen der Haut auf. So bilden sich vereinzelt scharfbegrenzte de- oder hyperpigmentierte Hautflecken, die sich asymmetrisch über den Körper des Betroffenen verteilen. Schwerwiegender ist jedoch die Schädigung der Nervenzellen durch das Bakterium. Die peripheren Nerven – zumeist in Händen und Füßen – verdicken oder sterben ab und der Erkrankte verliert zunehmend die Fähigkeit, Temperaturunterschiede wahrzunehmen oder Schmerzen zu empfinden.

Im Verlauf der Krankheit kann es zum vollständigen Gefühlsverlust kommen. Infolgedessen verkümmern die Muskeln und Lähmungserscheinungen treten auf. Darüber hinaus verletzen sich die Betroffenen häufig, da das Schmerzempfinden verloren geht. Unbemerkte oder unbehandelte Wunden können sich so leicht entzünden, so dass im schlimmsten Falle Körperteile „abfallen“ bzw. amputiert werden müssen. Obwohl Lepra nicht die unmittelbare Ursache dieser Verstümmelungen ist, entstand so das typische Bild eines Leprakranken. Darüber hinaus kann es auch zu einer Trübung der Hornhaut (Keratomalazie) kommen, die im weiteren Verlauf zur Erblindung des Erkrankten führt.

Im Falle der lepromatösen Lepra (Knotenlepra) tritt ein Gefühlsverlust erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf ein. Vielmehr ist hier charakteristisch, dass sich vor allem im Gesicht verfärbte Hautknoten (Leprome) bilden, die sich im Verlaufe der Krankheit vergrößern und letztlich zu Geschwüren werden können. Das Gesicht wirkt durch die Knötchenbildung geschwollen und deformiert, man spricht auch von einem Löwengesicht (Facies leonina). Daneben können die Lepra-Bakterien Muskeln, Sehnen, Knochen, Schleimhäute und schließlich auch innere Organe wie Nieren oder Milz befallen, weshalb sie als schwerere Form der Lepra gilt. Die Symptome der verschiedenen Lepra-Formen können auch parallel auftreten (Borderline-Lepra).

Lepra Diagnose

Eine erste Diagnose von Lepra kann zunächst schon durch die Beobachtung der typischen Anzeichen wie Hautflecken oder Taubheitsgefühle erfolgen. Daneben ist auch die Krankengeschichte bzw. der Aufenthalt in einem Risikogebiet von Bedeutung. Eine gesicherte Diagnose kann jedoch nur durch den Nachweis des Erregers im Labor gestellt werden. Dazu werden Proben der Haut, Schleimhaut oder verdickten Nerven entnommen.

Unter dem Mikroskop kann dann der Erreger mittels Ziehl-Neelson-Färbung erkannt werden. Ferner ist es möglich, einen Lepromintest durchzuführen. Durch diesen Antikörpersuchtest kann zwischen tuberkuloider und lepromatöser Lepra unterschieden werden. Spezifische Nukleinsäuren des Erregers werden mittels PCR-Test ermittelt, so dass Lepra schon im Frühstadium erkannt werden kann.

Lepra Therapie / Behandlung

Lepra ist heutzutage heilbar. Zur Behandlung wird eine Kombination verschiedener Antibiotika eingesetzt (Chemotherapie). Die tuberkuloide Lepra (paucibacilläre Form) wird mit den Antibiotika Rifampicin und Dapson bekämpft und mindestens 6 Monate verabreicht. Bei lepromatöser Lepra (multibacilläre Form) kommt zusätzlich noch Clofazimin hinzu. Diese Dreifachkombination muss von dem Betroffenen etwa 24 Monate eingenommen werden. Leichte Symptome der Lepra können auch mit Chinolonen z.B. Ofloxacin behandelt werden. Im Verlaufe der Therapie kann es zu zahlreichen Reaktionen des Immunsystems eines Leprakranken kommen (sog. Lepra-Reaktion).

Hierbei wird zwischen Lepra-Reaktionen vom Typ 1 und vom Typ 2 unterschieden. Typ 1 kann bei allen Formen der Lepra auftreten. Der Körper des Erkrankten reagiert hierbei auf die verstärkte Aktivität des Immunsystems, das die (abgetöteten) Lepra-Bakterien bekämpft. Dies führt zu teilweise schmerzhaften Entzündungen der Nerven oder der Haut. Bereits vorhandene Hautflecken röten sich und schwellen an. Es kann erneut zu Gefühllosigkeit kommen.

Die Reaktionen des 2. Typs sind auch als „Erythema Nodosum Leprosum“ (ENL) bekannt. Sie treten nur bei der bakterienreichen lepromatösen Lepra auf. Werden die zahlreichen Bakterien abgetötet, zerfallen sie langsam im Körper des Erkrankten. Freigesetzte Proteine verursachen so allergische Reaktionen. Beispielsweise bilden sich Blasen unter der Haut, welche zu schmerzenden Infektionen führen. Ferner kann Fieber und Übelkeit hinzukommen. Bei starken Lepra-Reaktionen werden Corticosteroide wie z.B. Prednisolon eingesetzt. Bei einer Reaktion vom Typ 2 kann ferner Thalidomid verabreicht werden. Allerdings verursacht dieser Arzneistoff starke Nebenwirkungen und ist vor allem bei schwangeren Frauen nicht anzuwenden.

Daneben beinhaltet die Therapie auch die Behandlung von sekundären Symptomen. Offene Wunden sind zu versorgen. Bei Lähmungserscheinungen wird häufig eine Bewegungstherapie verordnet. Ferner können durch plastische Chirurgie Verstümmelungen oder Entstellungen behandelt werden.

Lepra Verlauf

Nach einer Infektion mit dem Lepra-Erreger dauert es durchschnittlich drei bis fünf Jahre bis zum Ausbruch der Krankheit. Der weitere Verlauf ist vor allem vom Immunsystem des Erkrankten abhängig. Das Frühstadium der Infektion wird indeterminierte Lepra genannt. In dieser Phase kann die Krankheit spontan abheilen. Sie kann sich aber auch zu einer anderen Form der Lepra weiterentwickeln. Bei einem intakten Immunsystem kommt es dann zur tuberkuloiden Lepra.

Ist das Abwehrsystem bereits geschwächt, erkrankt der Betroffene zumeist an der aggressiven lepromatösen Form. Da hierbei auch Organe geschädigt werden können, kann der Erkrankte ohne Behandlung sterben. Daneben sind Überschneidungen der Symptome der beiden Formen möglich. Die sogenannte Borderline-Lepra kann je nach Immunabwehr des betroffenen eher tuberkuloid oder lepromatös ausfallen.

Lepra Vorbeugen

Ein Impfstoff gegen Lepra existiert bis zum heutigen Tage nicht. Vereinzelt konnte festgestellt werden, dass eine Impfung gegen Tuberkulose einen gewissen Schutz bietet. Dies ist jedoch umstritten. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, sollte ein intensiver Kontakt mit Betroffenen oder ein Aufenthalt in Risikogebieten vermieden werden. Bei Verdacht auf Lepra müssen umgehend Medikamente verabreicht werden.

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