Lassa-Fieber

Bei Lassa-Fieber, auch Lassafieber geschrieben, handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung, welche zu den viralen hämorrhagischen Fiebern, kurz VHF, gehört. Hämorrhagische Fieber sind, oftmals durch Virusinfektionen ausgelöste, infektiöse Fiebererkrankungen, welche mit Blutungen einhergehen. Lassa-Fieber ist ein VHF, welches durch Erreger der Familie der Arenaviridae und der einzigen diese umfassenden Gattung Arenaviren, speziell Lassa-Viren, ausgelöst wird. Alle bekannten Typen von Lassa-Viren werden ausnahmslos der höchsten biologischen Schutzstufe 4 zugeordnet. Sind Erreger in den Organismus eingedrungen beträgt die Inkubationszeit minimal 6 bis maximal 21 Tage, in der Regel werden die Viren jedoch nach 7 bis 10 Tagen aktiv. 1969 wurde die Erscheinung der Krankheit zum ersten Mal schriftlich erfasst.

In Nigeria infizierten sich zu dieser Zeit zwei amerikanische Missionsschwestern mit Lassa-Fieber. Während eine noch auf dem afrikanischen Kontinent starb wurde die andere zur Behandlung in die vereinigten Staaten ausgeflogen. Als Wissenschaftler in New York das Virus isolierten, traten zwei Laborinfektionen auf, an deren Folgen einer der Forscher den Tod fand. Benannt ist das Lassa-Fieber nach der im heutigen Bundesstaat Borno befindlichen Stadt Lassa, wo die verstorbene Missionsschwester gearbeitet hatte.

Lassa-Fieber Ursachen

Lassa-Fieber Ursachen + SymptomeDie Ursache für Lassa-Fieber ist eine Infektion durch das Lassa-Virus, welches sich durch hohe Virulenz auszeichnet. Das Lassa-Virus ist ein behülltes einzel(-)-Strang-RNA-Virus, das zur Familie der Arenaviridae und der Gattung Arenavirus zugeordnet und bis heute in vier Subtypen, Typ Nigeria, Typ Sierra Leone, Typ Liberia und Typ Zentralafrikanische Republik unterteilt wird. Jede Form der Erreger des Lassa-Fiebers wird mit der Sicherheitsstufe 4 klassifiziert. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate in Folge der Erkrankung, lässt sich erkennen, dass das Lassa-Virus nicht an den Menschen angepasst ist, da ein Virus kein Interesse daran hat den Wirt zu zerstören, sondern diesen zur Vermehrung zu nutzen.

Neue Statistiken lassen allerdings vermuten, dass in Westafrika beinahe 90 bis 95% der Erkrankungen ohne Krankheitsausbruch verlaufen, was die Vermutung zulässt, dass entweder die menschlichen Wirte oder das Virus adaptiert haben und eine Anpassung bereits stattgefunden hat. Die Übertragung der Erreger auf Menschen geschieht oftmals durch Kontakt- oder Schmierinfektionen durch Kleinnager und anderen Reservoirwirten, kann jedoch ebenfalls durch Tröpfcheninfektion, Wundinfektion oder zwischenmenschlichen Sekretaustausch erfolgen.

Lassa-Fieber Symptome

Viele Erkrankungen an Lassa-Fieber verlaufen unterschwellig oder mit meist milden Symptomen. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 7 bis 10 Tagen beginnt die Krankheit sich durch verschiedene Symptome auszudrücken. Diese umfassen in der Regel zunächst grippeähnliche Anzeichen wie hohes Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Magen-Darm-Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen von Blut und Galle, sowie blutiger Durchfall treten meist zeitgleich oder kurz danach auf. Nach durchschnittlich einer Krankheitswoche werden zunehmend Organe wie das Gehirn, das Herz, die Nieren und Nebennieren, die Lunge und die Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt.

Durch diese Beeinträchtigungen hervorgerufene charakteristische Symptome sind unter anderem Bindehautentzündung, Eiweißausscheidung mittels Urin, Rachenentzündung und schwerer Husten, Schmerzen hinter dem Brustbein, sowie Ödeme der Augenlider und des Gesichts, welche nach der zweiten Krankheitswoche häufig als Hinweis auf einen nachfolgenden schweren Krankheitsverlauf gewertet werden. Handelt es sich um einen schweren Fall, folgt schließlich die Blutung der Organe, der Haut, sowie der Schleimhäute, wodurch es zum Versagen des Herz-Kreislauf-Systems kommt, was ohne Behandlung letztendlich zum Tod führt. Aufgrund der sich ähnelnden Symptome kann Lassa-Fieber leicht mit Ebola-, Dengue- oder Rift-Valley-Fieber verwechselt werden.

Lassa-Fieber Diagnose

Durch die höchste Sicherheitsstufe des Lassa-Virus darf die Diagnostik ausschließlich in Hochsicherheitslabors durchgeführt werden. Die Diagnose von Lassa-Fieber erfolgt zunächst durch Testung der Rachenspülflüssigkeit oder des Pleura- oder Aszitespunktats auf Erreger, sowie durch den Titeranstieg in der Komplementbindungsreaktion. Lassen sich während der akuten Krankheitsphase Lassa-Viren in Urin und Blut des Betroffenen nachweisen, gilt die Diagnose als endgültig gesichert.

Aufgrund der Verwechslungsgefahr der Symptome mit denen anderer Fieber und Krankheiten kann Lassa-Fieber im schlimmsten Fall zunächst nur als grippaler Infekt diagnostiziert werden, bis spätere Symptome auftreten. Gesetzlich sind Mediziner in Deutschland verpflichtet jeden Fall von Lassa-Fieber den Gesundheitsbehörden zu melden, selbst, wenn es sich um einen noch unbestätigten Verdacht handelt.

Lassa-Fieber Therapie / Behandlung

Im Fall einer eindeutigen Diagnose von Lassa-Fieber ist keine spezifische Therapie bekannt, die einem Patienten hilft. Beim Erkennen der Krankheit im Frühstadium wird das Virostatikum Ribavirin gegeben, um die Lassa-Viren zu hemmen, was sich meist innerhalb der ersten 6 Tagen der Erkrankung als erfolgreich erwiesen hat. In anderen Fällen wurde Rekonvaleszentenserum verabreicht, welches in 5 von 6 Fällen eine Besserung hervorgerufen hat.

Außerdem werden fiebersenkende Mittel gegeben und Patienten werden intensivmedizinisch mit sorgfältigster Pflege betreut. Weiterhin wird der Flüssigkeitshaushalt und der Kreislauf der Betroffenen intensiv überwacht, wobei besonders auf einen plötzlichen Blutdruckabfall geachtet wird.

Lassa-Fieber Verlauf

Obwohl Lassa-Fieber in den meisten Fällen unterschwellig wirkt, beginnt der typische Krankheitsverlauf beim Ausbruch schleichend. Anfängliche Symptome für einen grippalen Infekt gehen in ein hohes Dauerfieber von ungefähr 40 °C über. Es folgen Anzeichen einer schweren Rachenentzündung, gefolgt von weißlichen Plaques und Ulzerationen. Die Halslymphknoten sind geschwollen und druckdolent, was bedeutet, dass bei ausgeübtem Druck Schmerzen auftreten. Gegen Ende der ersten Krankheitswoche entsteht meistens ein makulo-papulöses Exanthem. Dabei handelt es sich um einen Hautausschlag mit kleinen erhabenen Knötchen, der im Gesicht, am Hals und an den Armen beginnt und sich zunehmend am gesamten Körper ausbreitet.

Des Weiteren treten etwa zeitgleich kolikartige Bauchschmerzen auf, deren Folgen blutiger Stuhl, bis zu Durchfall und Erbrechen von Galle und Blut sind. Die meisten Patienten reagieren in dieser Phase der Krankheit stark allgemeinreduziert und apathisch. Zu Beginn der zweiten Krankheitswoche kommt es zu einer Krise durch die erschwerte Nahrungsaufnahme und gegebenenfalls beeinträchtigte Atmung des Betroffenen. Oftmals können bei Erkrankten auch eine Vergrößerung von Leber und Milz festgestellt werden.

Es kommt zur hämorrhagischen Diathese, oder auch Blutungsneigung, da die Gerinnungsfaktoren bei gleichbleibender Thrombozytenzahl im Blut des Patienten vermindert werden. Diese Blutungsneigung stellt zugleich eine ernstzunehmende Komplikation und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Auch nach der eigentlichen Erkrankung können Kreislaufprobleme noch lange anhalten. Die Sterblichkeitsrate durch Lassa-Fieber liegt bei hospitalisierten Betroffenen bei ungefähr 15%, handelt es sich um schwangere Frauen erhöht sich die Letalität allerdings auf 50%.

Lassa-Fieber Vorbeugen

Es existiert momentan keine Schutzimpfung oder gesicherte Vorbeugung gegen Lassa-Fieber, an einem Impfstoff wird allerdings intensiv gearbeitet. Betroffene und Personen mit Verdacht auf Lassa-Fieber müssen isoliert und andere Personen mit denen sie Kontakt hatten, sollten untersucht werden. In Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko empfiehlt es sich Nahrungsmittel vor dem Kontakt mit Tieren zu schützen und den direkten Kontakt mit Kleinnagern, insbesondere Ratten vollständig zu vermeiden.

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