Speiseröhrenkrebs

Obwohl der Speiseröhrenkrebs in Westeuropa im Vergleich zu anderen Krebsarten eher selten auftritt, handelt es sich hierbei um eine sehr unangenehme Form, die die Lebensqualität der betroffenen Patienten massiv beeinträchtigt. Von einem Speiseröhrenkrebs spricht man konkret, wenn eine Zellwucherung, die bösartig ist und in der Speiseröhre die Schleimhäute befällt, anzutreffen ist.

Es gibt zwei Arten von Speiseröhrenkrebs: das Plattenepithelkarzinom und das Adenokarzinom. Beim Plattenepithelkarzinom sind primär die Hautzellen in der Speiseröhre betroffen, wo hingegen beim Adenokarzinom nur die Drüsenzellen betroffen sind. Überwiegend tritt das Karzinom im mittleren bzw. unteren Drittel in der Speiseröhre auf. Die Chancen auf Heilung sind gerade im Frühstadium sehr gut, je länger der Speiseröhrenkrebs unerkannt bleibt, desto unwahrscheinlicher ist eine Genesung und die Tumorzellen können umliegende Organe wie etwa die Luftröhre befallen. Speiseröhrenkrebs kann somit als Vorstufe für zahlreiche andere Krebsformen gelten, die in der näheren Umgebung der betroffenen Stelle liegen.

Speiseröhrenkrebs Ursachen

Speiseroehrenkrebs Ursachen + SymptomeDie Ursachen von Speiseröhrenkrebs sind nicht genau bekannt, es gibt jedoch einige Faktoren, die diese Krebsform begünstigen. Statistiken belegen, dass diese Krebsform häufiger im asiatischen Raum anzutreffen ist als in Westeuropa. Es konnten jedoch mittlerweile einige Faktoren ausgemacht werden, die für den Speiseröhrenkrebs mitverantwortlich sind. Dazu zählt der Konsum von besonders heißem Essen und heißen Getränken wie Tees. Da in Asien vermehrt heißer Tee getrunken wird, ist dies mitunter einer der Gründe, warum der Speiseröhrenkrebs dort vermehrt auftritt.

Der Lebensstil spielt bei der Erkrankung eine sehr wichtige Rolle, denn übermäßiger Konsum von Nikotin und Alkohol können ebenfalls Verursacher für Speiseröhrenkrebs sein. Studien zeigen zudem, dass eine ausgewogene Ernährung ein entscheidender Faktor ist, denn Patienten, die an dieser Form von Krebs erkrankt sind, weisen entscheidende Fehler in der Ernährung auf, wie etwa zu wenig Obst und Gemüse. Die einseitige Ernährung, die fast nur Fleisch beinhaltet, das womöglich noch sehr heiß gegessen wird, kann eine der Ursachen für den Speiseröhrenkrebs sein. Bedingt durch eine fleischreiche Ernährung, die zudem meist sehr fetthaltig ist, rückt Sodbrennen immer mehr in den Fokus bei der Ursachenforschung.

Bei Sodbrennen kommt es durch den Überschuss an Magen- bzw. Gallensäure, die in die Speiseröhre zurück fließen. Diese Säure verätzt die Speiseröhre regelrecht und bei länger andauernden Verätzungen kann dies ebenfalls Speiseröhrenkrebs begünstigen. Obwohl zahlreiche Einflussfaktoren bisher ausgemacht werden konnten, gibt es immer wieder Personen, die obwohl sie einen gesunden Lebenswandel pflegen, an Speiseröhrenkrebs erkranken. Daher wird vermutet, dass es noch weitere Faktoren geben kann, die diese Form von Krebs begünstigt bzw. die Ursachen noch nicht eindeutig verifiziert werden konnten.

Speiseröhrenkrebs Symptome

Überwiegend wurde Speiseröhrenkrebs bei Patienten zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr diagnostiziert. Die betroffenen Patienten haben häufig Probleme mit dem Essen und es sie haben ständig das Gefühl, das ihnen die Bissen in der Speiseröhre stecken bleiben. Beim Schlucken kann es häufig zu Beschwerden kommen, dass sich als Brennen in der Speiseröhre äußert. Verspüren Patienten einen starken Druck hinter dem Brustbein oder sogar einen Würgereiz, sollte ebenfalls eine Untersuchung vorgenommen werden.

Ein Symptom kann auch sein, dass beim Konsum von heißen Getränken ein Herzrasen auftritt. Müssen Patienten erbrechen und ist darin Blut zu finden, ist dies ebenfalls ein Alarmzeichen für Speiseröhrenkrebs. In späteren Stadien können starke Beschwerden beim Schlucken hinzukommen, sowie Heiserkeit oder auch Halsschmerzen.

Bei vielen Arten von Krebs ist eine deutliche Abnahme an Gewicht zu erkennen und speziell beim Speiseröhrenkrebs durch die Probleme bei der Nahrungsaufnahme ist diese Gewichtsreduktion noch rascher zu sehen. Aufgrund der Tatsache, dass die Betroffenen sehr lange ohne Beschwerden sind bzw. die Symptome anderen Erkrankungen zugeschrieben werden, dauert es oft lange bis Speiseröhrenkrebs erkannt wird.

Speiseröhrenkrebs Diagnose

Sobald die ersten Anzeichen auftreten, sollte der Arzt aufgesucht werden, um zu diagnostizieren, ob es sich tatsächlich um Speiseröhrenkrebs handelt. Grundsätzlich stehen drei unterschiedliche Formen der Diagnose zur Verfügung, die abhängig von den Beschwerden des Patienten eingesetzt werden. Häufig ist es notwendig mehrere Diagnoseformen anzuwenden, um exakt zu herauszufinden, ob sich Metastasen gebildet haben bzw. wie weit die Tumorbildung bereits fortgeschritten ist.

Vor der ersten Diagnose wird meist die Speiseröhre geröntgt. Beim Röntgen wird dem Patienten ein breiiges bariumhaltiges Mittel verabreicht, das auf dem Röntgenbild einen Kontrast bildet, indem es sich an die Wand der Speiseröhre anlegt. Erscheint die Wand unregelmäßig oder ist zerfranst, könnte es sich um einen Tumor handeln. Diese Form wird auch eingesetzt um die Sternose zu erkennen bzw. falls es nicht möglich ist die Speiseröhre anders zu untersuchen, weil sie beispielsweise bereits stark verengt ist. Da mit dem Röntgen der Speiseröhre keine eigentliche Diagnose gestellt werden kann, werden bei einem konkreten Verdacht weitere Untersuchungen vorgenommen, indem eine Speiseröhrenspiegelung durchgeführt wird. Das Röntgen stellt jedoch einen wichtigen Baustein in der Diagnose bei Speiseröhrenkrebs dar, denn darüber können Aussagen getroffen werden, wie groß der Tumor ist bzw. wie stark sich die Speiseröhre bereits verengt hat. Zudem ist es möglich mit dem Röntgen Fisteln in der Speiseröhre zu erkennen.

Konkrete Diagnosen können hingegen bei der Endoskopie gestellt werden. Dazu ist es notwendig, dass der Patient wie bei einer Spiegelung der Speiseröhre einen Schlauch schluckt. Jedoch befindet sich statt einer Kamera ein Schallknopf am Ende des Schlauchs. Sollte die Speiseröhre bereits verengt sein, kann dafür auch eine schmalere und feinere Ultraschallsonde eingesetzt werden. Eine Spiegelung bzw. Endoskopie wird immer unter einer leichten Narkose durchgeführt um das Schlucken des Schlauchs zu vereinfachen bzw. auch um den Würgereflex zu unterdrücken. Bei der Endoskopie wird der Ultraschall genau auf die betroffenen Stellen gelegt, wodurch Informationen über die Größe bzw. genaue Lage gesammelt werden können. Zudem kann festgestellt werden, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, bzw. wie tief er in das Gewebe vorgedrungen ist. Wie bei vielen Krebsarten können die Metastasen auch auf andere Organe bzw. das Lymphsystem übergreifen, was mit einer Endoskopie ebenfalls festgestellt werden kann. Der Vorteil im Vergleich zum Röntgen ist, dass diese Form der Diagnose nicht nur genauer ist, sondern der Patient nicht zusätzlich einer Strahlenbelastung ausgesetzt wird.

Eine spezielle Form der Untersuchung mittels Röntgen ist die Computertomografie, die ebenfalls zur Diagnose von Speiseröhrenkrebs herangezogen wird. Dabei wird die Speiseröhre in verschiedenen Schichten aufgenommen, wodurch sich ebenfalls konkrete Aussagen treffen lasen, wo der Tumor liegt, wie groß bzw. wie die Ausdehnung des Karzinoms ist. Zudem lässt sich bei der Computertomografie, wie bei der Endoskopie erkennen, ob umliegende Organe bzw. das Lymphsystem betroffen sind. Die Computertomografie wird im Bereich des Halses sowie im Brust- bzw. Bauchraum durchgeführt. Um genaue Ergebnisse zu erzielen, ist es ebenfalls notwendig ein Kontrastmittel zu schlucken. Neben der Computertomografie wird auch die Magnetresonanztomografie eingesetzt um Magnetresonanztomografie zu diagnostizieren. Die Ergebnisse sind ähnlich wie bei der Computertomografie.

Speiseröhrenkrebs Therapie / Behandlung

Es gibt mehrere Möglichkeiten Speiseröhrenkrebs zu behandeln – grundsätzlich gilt jedoch, je früher der Krebs erkannt wird, desto einfacher ist er zu behandeln und desto größer sind die Chancen auf Heilung. Zudem ist die Form der Therapie auch abhängig vom Alter des Patienten sowie dem allgemeinen gesundheitlichen Zustand.

In einem frühen Stadium wird Speiseröhrenkrebs meist operativ entfernt. Hierbei handelt es sich um einen sehr großen chirurgischen Eingriff, da sowohl Brust- und Bauchraum geöffnet werden müssen. Bei der Operation wird der betroffene Teil der Speiseröhre entfernt, sowie das umliegende befallene Gewebe. Da Speiseröhrenkrebs überwiegend im unteren Bereich auftritt, kann der entfernte Teil ersetzt werden, indem die Magenpartie hochgezogen wird. Dieser Vorgang ist sehr einfach und unkompliziert durchzuführen. Sollte der Krebs bereits soweit ausgebreitet sein, dass der Magen ebenfalls betroffen ist, werden die Teile, wo Metastasen aufgetreten sind, bei einem Eingriff entfernt und das entfernte Stück mit dem eigenen Darm ersetzt.Ist es nicht mehr möglich den Speiseröhrenkrebs operativ zu entfernen, müssen alternative Therapien angewandt werden.

Die häufigste Form ist eine Strahlentherapie, womit häufig auch die auftretenden Symptome behandelt werden. Patienten, bei denen die Strahlentherapie angewendet wird, ist meist eine deutliche Besserung, gerade was die Schluckbeschwerden betrifft, nach einer Anwendung zu verzeichnen. Eine spezielle Form der Strahlentherapie bei Speiseröhrenkrebs ist die Brachytherapie. Hier wird dem Patienten ein Schlauch eingeführt um die von dem Karzinom betroffenen Stellen von innen zu bestrahlen. Ziel ist es, durch die gezieltere Bestrahlung genauer auf den Tumor zu wirken und somit das Wachstum zu hemmen. Handelt es sich bereits um einen sehr großen Tumor, müssen andere Formen der Therapie angewendet werden. Hier wird meist eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie bevorzugt, wobei das Ziel ist, den Tumor so stark zu verkleinern, damit dieser in einer Operation entfernt werden kann. Je nachdem wie gut der Patient auf diese Form der Behandlung anspricht, kann es sein, dass sich der Tumor so stark verkleinert, dass ein operativer Eingriff nicht mehr notwendig ist. Sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie werden meist von starken Nebenwirkungen begleitet. Zwar wird stetig an einer Verbesserung gearbeitet, jedoch sind Beschwerden wie Übelkeit sowie ein starker Brechreiz speziell bei der Chemotherapie zu verzeichnen. Die Medikamente, die hier zur Krebsbekämpfung verabreicht werden, reizen zudem vermehrt das Brechzentrum im Gehirn, weshalb den Patienten oft bereits im Voraus Gegenmittel verabreicht werden, um diese Nebenwirkungen zu mildern.

Abhängig von den Beschwerden des Patienten können auch andere Therapieformen eingesetzt werden, wie etwa die Lasertherapie. Diese wird speziell bei starken Schluckbeschwerden verwendet. Der Nachteil dieser Therapieform ist, dass zwar in kürzester Zeit die Symptome wie Probleme beim Schlucken behandelt werden können, jedoch die Ausbreitung des Tumors nicht verhindert werden kann. Zudem gibt es weitere Therapieformen, wie die Photodynamische Therapie, die jedoch noch im Entwicklungsstadium steckt.Solange der Speiseröhrenkrebs noch keine umliegenden Organe angegriffen und dort weitere Metastasen gebildet hat, besteht eine relativ hohe Chance auf Heilung. Erst wenn andere Organe betroffen sind und sich die Tumorzellen stark ausgebreitet haben, verläuft die Krankheit meist tödlich.

Speiseröhrenkrebs Verlauf

Wird der Speiseröhrenkrebs bereits früh erkannt, sind die Chancen auf Heilung sehr gut, wohingegen bei einer späten Erkennung dem Patienten oft nur noch durch eine Linderung der Symptome geholfen werden kann. Sodbrennen und Schluckbeschwerden können erste Anzeichen sein, die auf Speiseröhrenkrebs hinweisen. Zusätzlich verschlechtern sich die Chancen auf Heilung, je weiter oben Richtung Kehle der Tumor sitzt, da sich hier ein besonders dichtes Lymphsystem befindet, auf das die Metastasen übergreifen können. Durch die rasche Bekämpfung kann das Übergreifen verhindert werden, denn es können sich weitere Formen von Krebs, wie etwa der Kehlkopfkrebs oder Lungenkrebs bilden.

Speiseröhrenkrebs ist eine relativ aggressive Form, die sich schnell ausbreitet. Die Rate an Patienten, die nicht operativ behandelt werden können, ist mit rund 30 % relativ hoch. Sollten auch andere Therapieformen wirkungslos sein, wird versucht durch einen Kunststofftubus eine Aufnahme von Nahrung weiterhin zu ermöglichen und parallel dazu die Ausbreitung zu verhindern sowie die Symptome nach Möglichkeit zu minimieren. Dadurch, dass der Speiseröhrenkrebs sehr aggressiv ist und häufig sehr spät erkannt wird verläuft er nicht selten tödlich. Laut Statistik sterben 80 % der Patienten in den ersten fünf Jahren.

Speiseröhrenkrebs Vorbeugen

Die beste Vorbeugung gegen Speiseröhrenkrebs ist eine gesunde und ausgewogene Lebensweise. Zwar ist man deshalb nicht zu 100 % vor einer Erkrankung geschützt, ungesunde Gewohnheiten erhöhen jedoch das Risiko. Daher sollte man auf Signale wie Sodbrennen und Probleme mit dem Schlucken vermehrt achten. Gerade wenn diese Symptome in chronischer Form auftreten, sollte eine mögliche Erkrankung an Speiseröhrenkrebs mit dem Arzt abgeklärt werden. Alkohol und Nikotin sind zwei Faktoren, die ein besonders hohes Risiko mit sich bringen an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Gerade das Rauchen steht in Verdacht zudem die sehr aggressive Form von Speiseröhrenkrebs, das Plattenepithelkarzinom, hervorzurufen. Eine falsche und einseitige Ernährung begünstigt auch Speiseröhrenkrebs, da dadurch auch andere Symptome, wie etwa Sodbrennen ausgelöst werden können.

Werden regelmäßig nicht nur zu heiße, sondern auch zu viele Speisen konsumiert steigt das Risiko einer Krebserkrankung der Speiseröhre an. Speziell, wenn zu viel gegessen wird, kann es passieren, dass sich die Dichtung, die Magen und Speiseröhre voneinander trennt, nicht mehr richtig schließt und somit Magensäure während des Verdauungsprozesses in die Speiseröhre eindringen kann. Da es nicht einfach ist Speiseröhrenkrebs für einen Laien zu erkennen, sollte bei den ersten Symptomen nicht unnötig lange mit Hausmitteln herumprobiert werden, sondern der erste Gang gleich zum Hausarzt führen.

Um gar nicht erst die Gefahr an Speiseröhrenkrebs zu erkranken unnötig zu erhöhen, sollte der Lebenswandel einer genauen Prüfung unterzogen werden und eine Umstellung kann jederzeit durchgeführt werden, denn dafür ist es erst zu spät, wenn der Krebs bereits ausgebrochen ist.

Es gibt keine direkte Vorsorgeuntersuchung für Speiseröhrenkrebs, im Rahmen eines routinemäßigen Gesundheitschecks wird der Arzt Patienten jedoch darauf hinweisen, wo Probleme auftreten, die auch zu Speiseröhrenkrebs beitragen können.

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