Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs ist ein Karzinom der Schilddrüse. Als Karzinom bzw. Krebs bezeichnet man in der Medizin einen malignen Tumor, d.h. eine bösartige Neubildung von Gewebe im Körper. Die Schilddrüse ist Teil des menschlichen Hormonsystems und innerhalb dieses Systems ist Schilddrüsenkrebs die häufigste Krebsart. Frauen erkranken deutlich öfter als Männer. Die Schilddrüse ist ein Organ, dass schmetterlingsförmig unterhalb des Kehlkopfes im Hals liegt. Es bildet die Schilddrüsenhormone Thyroxin, Triiodthyronin und das Protein Calcitonin.

Schilddrüsenhormone entstehen unter Beteiligung des Spurenelements Jod, dass mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Sie beeinflussen entscheidend den Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Darmaktivität. Auch die Körpertemperatur, der Grundumsatz und der Energieverbrauch werden von den Schilddrüsenhormonen gesteuert. 5000 Personen sind in Deutschland jährlich von einer Neuerkrankung mit Schilddrüsenkrebs betroffen.

Schilddrüsenkrebs Ursachen

Schilddruesenkrebs Symptome und UrsachenBisher gibt es in der Wissenschaft keine eindeutigen Erklärungsansätze für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs. Es ist bekannt, dass Jodmangel das Risiko einer Erkrankung an Schilddrüsenkrebs erhöht. Daher wird häufig dem Salz Jod zugesetzt, um eine genügende Aufnahme des Spurenelements zu gewährleisten. Ebenso hat die Exposition eines Menschen gegenüber radioaktiver Strahlung einen Einfluss auf das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, so dass Atombombenabwürfe und atomare Unfälle die Erkrankungszahlen ansteigen lassen. Genetische Dispositionen sind denkbar.

Schilddrüsenkrebs Symptome

Die Symptome, an denen man Schilddrüsenkrebs erkennen kann, ergeben sich daraus, dass Schilddrüsenkrebs üblicherweise mit einer Knotenbildung im Schilddrüsenbereich einher geht. Es können durch die vergrößerte Schilddrüse Schluckstörungen und Heiserkeit, aber auch Blutstauung hervorgerufen werden. Vergrößerte Halslymphknoten sind denkbar, die später mit der Schilddrüse verwachsen können. Die Schilddrüse lässt sich durch das Schlucken schwer verschieben.

Auch Symptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit können auftreten. Diese Symptome sind allerdings nicht eindeutig. Einerseits kommt eine Vielzahl anderer Ursachen als Schilddrüsenkrebs für diese Symptome in Betracht, andererseits sind ein Großteil der Patienten mit Schilddrüsenkrebs lange beschwerdefrei. Bilden sich Metastasen in anderen Organen, sind die jeweiligen Symptome des sekundären Krebses möglich.

Schilddrüsenkrebs Diagnose

Ob ein Schilddrüsenkarzinom vorliegt, kann nur durch eine OP hinreichend sicher bestimmt werden, in der einerseits verdächtige Areale entfernt werden und andererseits das entnommene Gewebe einer histologischen Untersuchung unterzogen wird. Verdachtsmomente auf Schilddrüsenkrebs können jedoch aufgrund mehrerer Untersuchungen gesammelt werden. Die Untersuchungen werden durch einen Facharzt für Innere Medizin oder einen Nuklearmediziner vorgenommen.Die einfachste Untersuchung ist das Abtasten der Schilddrüse am Hals. Hier können Knoten bereits entdeckt werden, die jedoch nicht zwangsläufig bösartig sein müssen. Verdächtig sind Schwellungen, die sich nicht beim Schlucken verschieben und bei denen ebenfalls die Hals-Lymphknoten geschwollen sind.

Die risikoarme Ultraschalluntersuchung ergibt weitere Anhaltspunkte. Ist die gesamte Schilddrüse echoreich, ist eine Erkrankung an Schilddrüsenkrebs sehr unwahrscheinlich. Ist die Schilddrüse eher echoarm, dann sind weitere Abklärungen notwendig. Eine echoarme Schilddrüse kann jedoch noch weitere Ursachen haben als Schilddrüsenkrebs. Auch Entzündungen, Verkalkungen und Zysten bilden echoarme Abbildungen.Die Gewebestruktur der Schilddrüse kann über eine Szintigraphie betrachtet werden. Eine Szintigrafie ist ein Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik. Mittels radioaktiv markierter Substanzen, die der Patient einnehmen muss und die sich im Zielgebiet anreichern, können Bilder der Organaktivität mit einer Gammakamera aufgezeichnet werden. Insbesondere kalte und heiße Knoten in der Schilddrüse fallen in der Szintigrafie auf. Kalte Knoten können bedeuten, dass Schilddrüsenkrebs vorliegt. In der überwiegenden Anzahl der Fälle ist jedoch von Entzündungen, Fibrosen, Verkalkungen, Zysten, Blutungen oder Adenomen auszugehen. Heiße Knoten sind praktisch nie bösartig, können jedoch Ungleichgewichte in der Hormonproduktion verursachen.

Genaueren Aufschluss über die Beschaffenheit eines kalten Knoten liefert die Feinnadelpunktion. Es werden Zellen mittels einer sehr feinen Spritze direkt aus dem Gewebe entnommen und mikroskopisch untersucht.Über eine Blutentnahme und Blutuntersuchung kann nach Tumormarkern gefahndet werden, die zumindest Hinweise auf einen Teil der möglichen Varianten von Schilddrüsenkrebs liefern. Die Parameter TSH, fT3 und fT4, die bei dem Verdacht auf Schilddrüsenunter- oder Überfunktion getestet werden, haben jedoch keinerlei Aussagekraft bezüglich eines Karzinoms.

Schilddrüsenkrebs Therapie / Behandlung

Schilddrüsenkrebs erfordert im Regelfall im Rahmen einer Operation die Entfernung der gesamten Schilddrüse sowie manchmal der angrenzenden Lymphknoten, wenn wahrscheinlich ist, dass diese ebenfalls vom Krebs befallen sind. Danach folgt eine Radiojodtherapie. Eine Ausnahme bilden sehr kleine Karzinome, die unter einen Zentimeter groß sind und bei denen sowohl Fernmetastasen als auch der Befall der Lymphknoten ausgeschlossen werden kann. Hier reicht es, wenn der Schilddrüsenlappen mit dem Karzinom entfernt wird. Auf die anschließende Radiojodtherapie kann verzichtet werden.Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod-131 zugeführt, dass ausschließlich im Schilddrüsengewebe gespeichert wird und somit den restlichen Körper wenig bis gar nicht belastet. Es zerfällt in Xenon und Betateilchen, die wiederum dafür sorgen, dass das noch vorhandene Schilddrüsengewebe restlos zerstört wird. Zuvor ist es jedoch notwendig, dass ein Entzug der Schilddrüsenhormone vorgenommen wird, damit die Bildung des Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) angeregt wird. Dies führt bei dem Patienten zu den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion mit den erheblichen körperlichen und seelischen Belastungen dieser Erkrankung.

Wenn durch Operation und Radiojodtherapie die Schilddrüse entfernt wurde, muss der Patient künstliche Schilddrüsenhormone zu sich nehmen, damit die Schilddrüsenfunktion ersetzt werden kann. Diese Hormongabe ist lebenslänglich. Ziel ist es, eine Einstellung mit einem sehr niedrigen TSH-Wert zu erreichen. Sofern eine gute Einstellung des Patienten mit den Schilddrüsenhormonen erfolgt, sind die Einschränkungen vergleichsweise gering. Ebenso sind bei korrekter Dosierung kaum Nebenwirkungen zu befürchten. Ärztlicherseits sind die Dosierungen so anzupassen, dass der Patient trotz niedrigem TSH-Werts keine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt, die sich belastend auf das Herz-Kreislauf-System auswirken würde.

Regelmäßige Nachuntersuchungen mittels Radiojoddiagnostik sind notwendig. Ähnlich wie bei der Radiojodtherapie ist auch hier in der konservativen Medizin ein Entzug der Schilddrüsenhormone unabdingbar, der 4 Wochen vorher beginnt.Neuere Verfahren in der Radiojodtherapie- und Diagnostik ermöglichen, dass auf den sehr belastenden Entzug von Schilddrüsenhormonen verzichtet werden kann. Kurz vor der Therapie kann mit Hilfe eines neuen, gentechnisch hergestellten Präparats der TSH-Spiegel auf die gewünschte Höhe gebracht werden. Seit 2007 wird dieses sehr teure Verfahren auch mehr und mehr für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.Sofern mehrere Radiojoddiagnostiken keine Auffälligkeiten in der Schilddrüse ergeben, wird lebenslang in regelmäßigen Abständen der Tumormarker Thyreoglobulin getestet, damit das erneute Entstehen von Krebs in der Schilddrüsenregion schnell erkannt werden kann.

Schilddrüsenkrebs Verlauf

Der Krankheitsverlauf bei Schilddrüsenkrebs hängt stark von der zu Grunde liegenden Variante ab. Wie bei anderen Krebsarten sind auch hier einerseits die Zerstörung des Gewebes und damit der Funktion des Organs und andererseits die Bildung von Metastasen relevant. Diese verteilen sich über Blut und Lymphbahnen und bilden Tochtergeschwüre in anderen Organen. Unbehandelt führt Schilddrüsenkrebs zum Tod.Schilddrüsenkrebs, der seinen Ursprung in den Follikelzellen der Schilddrüse hat, zählt meist zu den differenzierten Karzinomen. Es handelt sich hierbei um die häufigste Form.

Sie unterteilt sich noch einmal in das Papilläre Schilddrüsenkarzinom und das Follikuläre Schilddrüsenkarzinom. Erstere Form verteilt seine Metastasen über die Lymphbahnen des Körpers und betrifft 50% aller Erkrankungsfälle. In der Szintigraphie wird er typischerweise als kalter Knoten erkannt. Das Papilläre Schilddrüsenkarzinom bildet seine Metastasen bevorzugt zuerst in den angrenzenden Lymphknoten. Daher sind diese bei Vorliegen der Erkrankung ebenfalls oft auffällig vergrößert. Das Papilläre Schilddrüsenkarzinom wächst sehr langsam, so dass die Heilungsaussichten für diese Form des Schilddrüsenkrebses bei über 90% liegen und somit sehr hoch sind.

Das Follikuläre Schilddrüsenkarzinom metastasiert über das Blut und befällt üblicherweise die Lunge oder die Knochen. Mit 20-30% aller Erkrankungsfälle ist es die zweithäufigste Form. Die Heilungschancen liegen mit etwa 75% erfolgreich therapierter Patienten immer noch hoch.Ebenfalls vergleichsweise erfolgreich ist die Therapie des Medullären Karzinoms, dass für 5-10% aller Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs verantwortlich ist. Hierbei handelt es sich um bösartige Veränderungen der Calcitonin-produzierenden Zellen, die jedoch ausschließlich in der Schilddrüse liegen, nicht jedoch für die Schilddrüsenfunktion verantwortlich sind. Demzufolge sprechen sie auch nicht auf die Radiojodtherapie an, da sie nicht am Jodstoffwechsel des Körpers teilnehmen.

Das Medulläre Karzinom metastasiert sehr früh, insbesondere über die Blutbahnen in Leber, Lunge und Knochen. Die Heilungschancen sind relativ gut, hängen jedoch entscheidend davon ab, ob bereits Metastasen gebildet worden sind. Sofern keine Metastasen vorliegen, liegt die Heilungschance bei 90%, mit Metastasen bei 50-60%. Das Medulläre Karzinom kann seine Ursache in einer Erbkrankheit haben.Weniger gut ist die Prognose bei dem Anaplastischen, undifferenzierten Karzinom. Es ist die Ursache bei etwa 5 % aller Schilddrüsenerkrankungen und aufgrund seiner aggressiven, schnell fortschreitenden Art schwer zu behandeln. Des Weiteren spricht es nicht auf die Radiojodtherapie an und es gelingt selten, alles befallende Gewebe operativ vollständig zu entfernen. Die Heilungschance liegt hier bei nur 10%.

Neben den genannten gibt es noch weitere, sehr seltene Arten von Schilddrüsenkrebs. Zusätzlich kann die Schilddrüse durch das Metastasieren eines anderen Karzinoms befallen werden.

Schilddrüsenkrebs Vorbeugen

Eine eindeutige Vorbeugung gegen Schilddrüsenkrebs gibt es nicht. Es sind jedoch Faktoren bekannt, die den Krebs begünstigen. So sollte es vermieden werden, einer erhöhten Dosis radioaktiver Strahlung ausgesetzt zu sein. Auch erweist es sich als günstig, wenn Röntgenuntersuchungen in der Halsgegend – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – so sparsam wie möglich vorgenommen werden. Für eine funktionsgerechte Versorgung der Schilddrüse mit Jod ist es ratsam, im Handel erhältliches angereichertes Salz zu benutzen. Dies ist insbesondere in Jodmangelgebieten sinnvoll.

Sofern eine Erkrankung an Schilddrüsenkrebs aufgrund einer erblichen Disposition befürchtet wird, ist in Einzelfällen die Entfernung der Schilddrüse vor Ausbruch der Krankheit angezeigt.Wichtig für die Behandlungschance ist immer die Früherkennung der Krankheit. Bei Verdacht oder Zweifeln empfiehlt es sich daher immer, erst einmal den Hausarzt zu befragen, ob eine Untersuchung durch einen Internisten sinnvoll ist.

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