Sarkom

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der verschiedene Formen annehmen kann. Sarkome werden in der Medizin den Krebserkrankungen zugeordnet. Sarkome sind Tumore, die statistisch gesehen vergleichsweise selten auftreten.

Als Tumor besteht ein Sarkom aus mehreren Körperzellen, die entartet sind und sich in einem größeren Ausmaß vermehren, als dies bei gesunden Zellen der Fall ist. Ein solch entartetes Zellwachstum wird auch als sogenanntes Überschusswachstum bezeichnet. Ein Sarkom tendiert als bösartiger Tumor dazu, sich vom Ort seines Entstehens zu lösen und sich auch in anderem Körpergewebe anzusiedeln. Siedelt sich ein Sarkom in umliegendem Gewebe an, so wird dies auch als Infiltration bezeichnet. Wandert ein Sarkom dagegen in weiter entferntes Körpergewebe (beispielsweise über die Blutbahn oder das Lymphsystem), so liegt eine Bildung sogenannter Metastasen vor.

Aufgrund ihres schnellen Wachstums beeinträchtigen die Tumorzellen eines Sarkoms häufig die Funktionsfähigkeit von befallenem gesundem Gewebe bzw. von gesunden befallenen Organen.

Sarkom Formen und Typen

Sarkom SymptomeSarkome können beispielsweise unterschieden werden hinsichtlich der beiden Hauptgruppen Weichgewebssarkome und Knochensarkome. Innerhalb Deutschlands machen Weichgewebssarkome einen ungefähren Prozentsatz von 1% aller auftretenden Tumore bei Erwachsenen aus. Dabei sind Männer und Frauen in annähernd gleicher Anzahl von einem Weichgewebssarkom betroffen. Während sich Weichgewebssarkome bei Menschen jedes Lebensalters bilden können, treten sie bei Erwachsenen vor allem zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf. Als Weichgewebssarkom wird ein Sarkom dann bezeichnet, wenn es sich in Bindegewebe, Muskulatur oder Fettgewebe einer betroffenen Person bildet. Die Gruppe der Weichgewebssarkome umfasst mehr als 150 verschiedene Tumorarten. Unterschieden werden diese Tumorarten beispielsweise in Bezug auf deren Prognose, deren biologische Eigenschaften und/oder entsprechender Behandlungsverfahren, die zur Bekämpfung entsprechender Sarkome angewendet werden können. Statistisch gesehen treten Weichgewebssarkome in den meisten Fällen in Beinen bzw. Füßen auf.

Weniger häufig finden sich Weichgewebssarkome im Rumpf eines Betroffenen. Vergleichsweise am seltensten sind Arme bzw. Hände und der Bereich von Kopf und Nacken von einem Weichgewebssarkom betroffen. Zu den Formen von Weichgewebssarkomen, die relativ häufig auftreten, zählen beispielsweise sogenannte Synovialsarkome, Liposarkome, Leiomyosarkome oder Rhabdomyosarkome: Synovialsarkome bilden sich meist im Bereich der Gelenke (wie etwa der Knie- oder der Ellenbogengelenke). Häufig äußern sich Synovialsarkome in festen Schwellungen. Liposarkome zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie sich im Fettgewebe bilden. Meist sind Liposarkome dabei nahe der Haut lokalisiert. Leiomyosarkome entwickeln sich im Muskelgewebe eines Betroffenen; so können die Sarkome etwa in der Muskulatur von Magen-Darm-Trakt oder in der Bauchmuskulatur auftreten. Auch in den Blutgefäßen können sich Leiomyosarkome bilden. Der Entstehungsort von Rhabdomyosarkomen hängt unter anderem zusammen mit dem Lebensalter eines Betroffenen: Bei Kindern tritt ein Rhabdomyosarkom häufig in der Muskulatur von Armen/Beinen bzw. der Muskulatur im Hals- und/oder Kopfbereich auf. Sind Erwachsene von einem Rhabdomyosarkom betroffen, entsteht dies meist in der Zahnhöhle.

Charakteristisch für Knochensarkome ist unter anderem, dass sie in den verschiedenen Knochengeweben auftreten. So können sich Knochensarkome sowohl in den Knochen selbst als auch im Knochenmark, den Knorpeln und den Gelenken bilden. Unter den bösartigen Tumoren, die bei Erwachsenen auftreten, nehmen Knochensarkome einen ungefähren Anteil von 1% ein. Bei Kindern sind ca. 5% aller auftretenden bösartigen Tumore Knochensarkome. Von Knochensarkomen sind besonders junge Menschen im Alter von 10 bis 30 Jahren betroffen.

Zu den verhältnismäßig häufig auftretenden Knochensarkomen zählen beispielsweise das Ewing-Sarkom, das Chondrosarkom oder das Osteosarkom: Sogenannte Ewing-Sarkome bilden sich in der Regel im Knochenmark. Dabei sind die Mehrheit der Ewing-Sarkome in Armen, Beinen oder dem Becken lokalisiert. Ein Ewing-Sarkom tritt vor allem bei Menschen auf, die zwischen 4 und 25 Jahren alt sind. Jungen sind dabei ungefähr doppelt so häufig von einem Ewing-Sarkom betroffen wie Mädchen. Chondrosarkome bilden sich im Knorpelgewebe. Von Chondrosarkomen können Menschen aller Altersstufen betroffen sein.

Osteosarkome gehen schließlich meist vom Knochengewebe der Beine aus. Ebenso wie das Ewing-Sarkom tritt auch das Osteosarkom vor allem bei jungen Menschen (hier im ungefähren Alter von 10 bis 20 Jahren) auf. Häufig sind Osteosarkome im Oberschenkel lokalisiert. Auch im Schienbein treten Osteosarkome relativ häufig auf. Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Ewing-Sarkom ist die, dass auch das Osteosarkom etwa doppelt so häufig bei Jungen auftritt wie bei Mädchen. Die Ursachen von Sarkomen sind noch weitestgehend ungeklärt. Als Risikofaktoren für die Entwicklung von Sarkomen gelten beispielsweise erfolgte Bestrahlungen oder eine längerfristige Belastung durch Asbest oder PVC.

Studien zufolge kann die Entstehung von Weichgewebssarkomen durch genetische Faktoren begünstigt werden.

Sarkom Behandlung

Der Behandlungsplan bei der medizinischen Therapie eines Sarkoms wird in der Regel auf den jeweiligen Patienten und die Gegebenheiten eines aufgetretenen Sarkoms abgestimmt. Dabei folgt eine Behandlung häufig verschiedenen Schritten, die sich in der Bekämpfung von Weichteil- und Knochensarkom weitgehend ähneln:

Das Ziel einer Behandlung liegt unter anderem darin, ein Sarkom operativ zu entfernen. Um einen solchen Eingriff zu erleichtern, wird ein Sarkom häufig zunächst mit dem Einsatz von Chemotherapie bekämpft, um den aufgetretenen Tumor zu verkleinern. Darüber hinaus kann eine Chemotherapie auch eventuelle kleine Metastasen bekämpfen, die im Rahmen einer Untersuchung mit dem bloßen Auge nicht entdeckt werden konnten. Eine Ausnahme bei Anwendung der Chemotherapie können Formen des Knochensarkoms darstellen; da beispielsweise das Chondrosarkom häufig schlecht auf Chemotherapie anspricht, kann es hier sinnvoll sein, ein unmittelbares operatives Verfahren anzuwenden.

Eine Chemotherapie, die zum Zweck der Verkleinerung eines Sarkoms (bzw. eines Tumors im Allgemeinen) zum Einsatz kommt, wird auch als sogenannte neoadjuvante Chemotherapie bezeichnet. Je nach Einzelfall erfolgt die chemotherapeutische Behandlung über Tabletten bzw. Kapseln, aber auch per Infusion oder Spritze kann eine Chemotherapie durchgeführt werden. Der Behandlungsschritt der Chemotherapie kann stationär oder ambulant erfolgen.

Im Rahmen einer Chemotherapie kommen meist sogenannte zytostatische Medikamente zum Einsatz. Diese Medikamente (auch als Zytostatika bezeichnet) entfalten ihre Wirkung vornehmlich auf Körpergewebe, das schnell wächst (so wie die Tumorzellen des Sarkoms): Zytostatika verhindern die Zellteilung schnell wachsender Zellen. Da schnell wachsende Zellen meist auch relativ schnell absterben, ist es ein Ziel der Chemotherapie, dass sich entsprechende Zellen vor ihrem Absterben nicht mehr vermehren konnten. In welcher Zusammensetzung und in welcher Häufigkeit Zytostatika bei einem Patienten zum Zweck der Chemotherapie eingesetzt werden, hängt unter anderem von Faktoren wie dem Entwicklungsstadium eines Sarkoms und dessen Ansprechen auf die Behandlung ab.

Da sich die Wirksamkeit einer Chemotherapie bei verschiedenen Patienten unterscheiden kann, ist es möglich, dass eine Chemotherapie nicht zu einer ausreichenden Verkleinerung eines Sarkoms führen konnte. In diesen Fällen kann es notwendig werden, vor einer möglichen Operation eine Bestrahlung des Sarkoms vorzunehmen. Ebenso wie die Chemotherapie hat auch eine Bestrahlung die Verkleinerung eines Sarkoms zum Ziel. Dies wird hier erzielt durch die Zerstörung von Tumorgewebe. Zu diesem Zweck wird ein Sarkom energiereichen Strahlen ausgesetzt. Im Bedarfsfall kann eine solche Bestrahlung auch nach einem erfolgreichen operativen Eingriff durchgeführt werden; hier dient die Bestrahlung dazu, eventuell im Gewebe verbliebene Tumorzellen zu zerstören und ein Neuansiedeln von Tumorzellen zu verhindern.

Ein erfolgender operativer Eingriff zur Bekämpfung eines Sarkoms kann je nach Einzelfall in Vollnarkose oder auch unter örtlicher Betäubung stattfinden. Ziel einer solchen Operation ist es, möglichst das vollständige Tumorgewebe eines Sarkoms zu entfernen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird häufig auch einiges gesundes Gewebe entfernt, das an das Sarkom angrenzt. Die Entfernung von gesundem Gewebe, das an ein Sarkom angrenzt, kann wichtig sein, weil sich hier sogenannte abgewanderte Tumorzellen eines Sarkoms verbergen können, die in der Lage sind, Metastasen zu bilden. So wird beispielsweise bei operativer Entfernung eines Sarkoms an Beinen oder Armen angestrebt, in Längsrichtung eines Sarkoms jeweils zusätzliche 5 Zentimeter gesunden Gewebes an der oberen und der unteren Begrenzung des Tumors zu entfernen. Auch in Richtung Körperoberfläche und Körperinnenseite soll jeweils ein bestimmter Anteil angrenzenden, gesunden Gewebes entnommen werden.

Die verschiedenen Behandlungsschritte zur Bekämpfung eines Sarkoms können neben ihren gewünschten Wirkungen auch verschiedene Nebenwirkungen mit sich bringen. Entsprechende Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten und unterscheiden sich in Art und Ausmaß interindividuell: Da Zytostatika, die beim Einsatz der Chemotherapie verwendet werden, in ihrer Wirkung nicht nur entartete Zellen beeinflussen, sondern auch gesunde, schnell wachsende Zellen, können Letztere in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. So sind gesunde, schnell wachsende Zellen etwa im Knochenmark zu finden; hier sind diese Zellen unter anderem verantwortlich für die Bildung weißer Blutkörperchen. In der Folge kann sich unter Anwendung der Chemotherapie die Anzahl weißer Blutkörperchen verringern. Da die weißen Blutkörperchen Teil der körpereigenen Immunabwehr sind, kann sich in der Folge eine gesteigerte Infektanfälligkeit einstellen. Da auch Körperzellen, die zum Haarwachstum führen, schnell wachsend sind, können auch diese Zellen durch die eingesetzten Zytostatika beeinträchtigt werden; Ähnliches gilt beispielsweise für verschiedene Zellen der inneren Geschlechtsorgane, der Verdauungsorgane, des Nervensystems und der Haut.

In der Regel halten die meisten Nebenwirkungen einer Chemotherapie lediglich für die Zeit der Behandlung an und bilden sich einige Zeit nach Beendigung der Therapie wieder zurück. Auch die Bestrahlung eines Sarkoms mithilfe energiereicher Strahlung kann verschiedene Nebenwirkungen nach sich ziehen. Da eine solche Bestrahlung dazu führen soll, Tumorzellen zu zerstören, können auch gesunde Zellen, die von der Strahlung getroffen werden, beeinträchtigt werden. Um entsprechende Gewebeschädigungen zu reduzieren, findet die lokale Bestrahlung eines Sarkoms häufig durch mehrere Strahlen aus verschiedenen Richtungen statt. So wird die Strahlenwirkung am zentralen Punkt des Sarkoms konzentriert, während das übrige Gewebe, das durch die energiereichen Strahlen durchdrungen wird, mit einem möglichst geringen Strahleneinfluss belastet wird.

Prognose / Chancen auf Heilung

Die Heilungsaussichten bei einem Sarkom sind sehr von verschiedenen Faktoren abhängig. Ein solcher Faktor ist beispielsweise das Stadium eines Sarkoms bei dessen Entdeckung. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Prognose bei einem Sarkom umso besser ist, je frühzeitiger ein Sarkom diagnostiziert und infolge dessen behandelt werden kann. Die statistischen Behandlungserfolge bei einem Sarkom sind außerdem in der Regel umso höher, je kleiner ein Haupttumor ist und je weniger Organe bzw. Gewebe des betroffenen Menschen in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Die Prognose bei einem Sarkom kann beispielsweise negativ beeinflusst werden durch einen Befall von benachbarten Lymphknoten durch entartete Zellen eines Sarkoms oder durch Metastasen des entsprechenden Sarkoms. Nach Angaben von Fachleuten ist eine Prognose außerdem statistisch gesehen besser, je weiter ein Sarkom vom Rumpf entfernt ist.

Statistisch erhobene Angaben zu Prognosen bei einem Sarkom erfolgen meist aus Durchschnittsberechnungen, denen Daten der Patientengruppe zugrunde liegen, die von einem Sarkom betroffen ist. Daher lässt sich aus diesen Angaben in der Regel kein unmittelbarer Rückschluss auf einen individuellen Fall ziehen, denn im individuellen Fall spielen meist auch weitere persönliche Faktoren eine Rolle: So sprechen beispielsweise verschiedene Personen unterschiedlich auf eingesetzte Behandlungsmethoden an oder Personen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer aktiven Beteiligung an der Therapie eines Sarkoms. Auch andere Faktoren wie etwa die körperliche Konstitution oder etwaige andere Erkrankungen eines Patienten können eine individuelle Prognose beeinflussen. Als geheilt wird ein Sarkom in der Medizin dann bezeichnet, wenn sich nach Entfernung des Tumors innerhalb von fünf Jahren kein weiterer Tumor mehr gebildet hat.

Wurde eine solche Heilung erreicht, so ist bei einem Patienten das Risiko relativ gering, dass es zu einem erneuten Sarkom kommt. Allerdings kann eine solche Neubildung nicht vollständig ausgeschlossen werden, weshalb in der Regel das Aufrechterhalten von Kontrolluntersuchungen sinnvoll ist.

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