Prostatakrebs

Prostatakrebs, medizinisch auch Prostatakarzinom genannt, ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes und nimmt auch einen hohen Stellenwert bei den krebsbedingten Todesursachen ein. Heute sterben etwa drei Prozent der Männer in Deutschland an Prostatakrebs. Es handelt sich dabei um einen bösartigen Tumor, der sich am Gewebe der Vorsteherdrüse bildet. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten stetig angestiegen. Jedoch hängt der Anstieg dieser Zahlen auch damit zusammen, dass es heute bessere Methoden zur Früherkennung des Prostatakrebs gibt und damit heute viele Fälle behandelt werden können, die früher unerkannt blieben und schließlich zum Tode führten.

Prostatakrebs betrifft nur selten junge Männer und wird nur sehr selten in Patienten unter 40 Jahren diagnostiziert. Deshalb wird in der Regeln Männern auch erst ab einem Alter von 45 Jahren dazu geraten, eine jährliche Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen, die ab diesem Alter auch von den Krankenkassen getragen wird. In seinem Frühstadium ist der Prostatakrebs in alle Regel symptomfrei, weshalb die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung auch dringend zu empfehlen ist. Wenn der Krebs nämlich noch nicht über die Vorsteherdrüse selbst fortgeschritten ist, so ist eine Behandlung mit der Möglichkeit einer kompletten Heilung durchaus möglich. Zu den Behandlungsmethoden gehört das Entfernen der Prostata, sowohl als auch Strahlentherapie, Hormontherapie und in einzelnen Fällen auch Chemotherapie.

Prostatakrebs Ursachen

Prostatakrebs Symptome & UrsachenDie Ursachen, die Prostatakrebs auslösen, sind weitgehend ungeklärt. Fest steht jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit zunehmendem Alter steigt. Besonders ab einem Alter von 65 Jahren steigt das Risiko ganz erheblich an und heute ist mehr als die Hälfte der Patienten über 70 Jahre alt. Es gibt einige Statistiken, an Hand derer festgestellt wurde, dass der Prostatakrebs in Schweden am häufigsten ist, in Japan aber nur sehr wenige Fälle präsentiert.

Ebenso wurde erfasst, dass die Erkrankung bei Personen mit schwarzer Hautfarbe viermal so häufig auftritt, als bei Personen mit heller Haut. Desgleichen sind Geschiedene häufiger betroffen, als Verheiratete oder Verwitwete, ohne dass jedoch Rückschlüsse auf die Sexualität möglich sind. Jedoch hat die medizinische Forschung bisher für keine dieser Statistiken eine Erklärung finden können. Zu den weiteren Faktoren, die mit einem erhöhten Prostatakrebs Risiko assoziiert sind, gehört auch ein hoher Testosteronspiegel. Ebenso ist der berufliche Umgang mit Gummi und Kadmium mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht worden.

Auch eine fettreiche Ernährung kann das Krebsrisiko erhöhen. Hierbei ist besonders der tägliche Konsum von rotem Fleisch ein Faktor, der das Risiko erhöhen kann. In einigen Studien ist auch die Theorie aufgestellt worden, dass Sonnenmangel das Prostatakrebsrisiko erhöhen kann. Diese Theorie konnte jedoch bis jetzt wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Ebenso wurde die Theorie aufgestellt, dass häufige Ejakulation in jungen Jahren das Krebsrisiko senkt. Doch auch hier liegen keine schlüssigen Beweise für die Theorie vor.

Zudem ist auf einen genetisch bedingten Faktor zu achten. Gibt es in der Familie erster Linie Fälle von Prostatakrebs, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bereits in jungen Jahren. Das ist ebenfalls der Fall, wenn bei weiblichen Mitgliedern der Familie erster Linie Brustkrebs festgestellt wurde. Das benigne Prostatahyperplasiesyndrom, eine gutartige Erweiterung der Vorsteherdrüse, beeinträchtigt das Krebsrisiko aber nicht. Weiterhin kann bisher ausgeschlossen werden, dass eine Vasektomie das Krebsrisiko erhöht.

Prostatakrebs Symptome

Im Frühstadium ist das Prostatakarzinom oft symptomfrei. Der Tumor wächst zumeist in der äußeren Region der Prostata, wo er keine Beschwerden hervorruft. Ist die Vorsteherdrüse durch den Tumor so weit angewachsen, dass sie auf die Harnröhre drückt, liegt in aller Regel schon ein fortgeschrittenes Stadium vor. Deshalb ist auch die Vorsorgeuntersuchung so wichtig, um eine Früherkennung zu ermöglichen. Dennoch gibt es einige Krankheitszeichen, auf die man achten sollte. Dazu gehört ein schwacher und unterbrochener Harnfluss, eine Verzögerung beim Beginn der Urinierens und Restharnbildung.

Auch häufiger, übermäßiger Harndrang kann zu diesen Anzeichen gehören. Diese Anzeichen sind jedoch nicht schlüssig, da sie auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung auftreten können. Ebenso können auch Erektionsprobleme, sowie eine schwache oder schmerzhafte Ejakulation auf eine Krebserkrankung hinweisen. Blut im Urin oder im Ejakulat, sowie vollständige Impotenz sind Symptome, die seltener auftreten.

Zusätzlich gibt es auch Symptome im allgemeinen Gesundheitszustand, die auf eine Krebserkrankung hinweisen können. Sie manifestieren sich in einer allgemeinen Schwäche, einer Abnahme des Leistungsvermögens, ständiger Müdigkeit und eines Abfalls der Konzentrationsfähigkeit. Auch Fieber und Nachtschweiß sind oftmals kennzeichnend für die Tumorerkrankung. Oft wird auch ein unerklärlicher Gewichtsverlust verzeichnet.

Die meisten dieser Symptome können natürlich auch auf eine andere Krankheit hinweisen. Dennoch sollte ihr Auftreten zum Anlass genommen werden, eine Prostata Untersuchung vornehmen zu lassen. Bei weiterer Ausbreitung des Krebs im Körper siedeln sich Tochtergeschwüre in den Lymphknoten des Beckens an, von wo sie sich oft in den Knochenbereich von Becken und Lendenwirbelsäule ausbreiten. Ist dieses Stadium eingetreten, kann man oft Flüssigkeitsansammlung in den Beinen oder auch im Skrotum feststellen. Ebenfalls schmerzen die Knochen und es kommt sehr schnell zu Knochenbrüchen. In diesem Stadium ist die Krankheit oft von starken Tumorschmerzen gekennzeichnet. Befinden sich die Metastasen in der Wirbelsäule, kommt es zu Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in Arme und Beine und oft auch Lähmungserscheinungen, Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Es kann auch zum Verlust über die Kontrolle von Blase und Enddarm kommen, in welchem Fall es zu unkontrolliertem Harn-und Stuhlabgang kommt.

Prostatakrebs Diagnose

Bei der Vorsorgeuntersuchung, die vorzugsweise von einem Urologen durchgeführt werden sollte, erforscht der Arzt in einem Gespräch zunächst einmal, ob Symptome bestehen. Dann wird die Prostata in einer recto-digitalen Untersuchung vom Enddarm aus abgefühlt. Hierbei kann der erfahrene Arzt typische Vergrößerungen leicht feststellen. Jedoch hat diese Diagnosemethode den Nachteil, dass Tumore an der vorderen Seite der Vorsteherdrüse oft nicht erkannt werden können. Auch werden Tumore oft erst in einem Stadium festgestellt, in dem sie schon recht groß sind.

Des Weiteren steht dem Arzt zur Diagnostik der PSA Test zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um eine Blutprobe, bei der ein prostataspezifisches Antigen im Blut nachgewiesen wird. Jedoch ist die Sicherheit des Resultats eines PSA Tests heute noch umstritten und es wird auch nicht in allen Fällen von der Krankenkasse übernommen. Es wird heute empfohlen, den PSA Test nur im Zusammenhang mit einer recto-digitalen Untersuchung vorzunehmen.

Besteht nach diesen Untersuchungen ein Verdacht auf Prostatakrebs, wird sich der behandelnde Arzt in der Regel für eine Gewebeprobe entscheiden, die schließlich Gewissheit bringen kann. In einigen Fällen sind mehrere Serien von Gewebeproben notwendig, um den Tumor eindeutig feststellen zu können, da auch mit der Biopsienadel nicht alle Bereiche der Prostata erreicht werden können. Dabei werden durch den Enddarm mehrere Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Dieser Vorgang erfolgt unter örtlicher Narkose und gibt dem Arzt auch Aufschluss über die Aggressivität des Tumors.

Die Forschung ist heute damit beschäftigt, nach neuen Diagnosemethoden zu suchen, die es erleichtern sollen, so früh wie möglich eine schlüssige Diagnose erzielen zu können. So wird zum Beispiel zurzeit daran gearbeitet, aus der Veränderung der Eiweißstrukturen im Urin eine Testmethode für Prostatakrebs zu erarbeiten. Ist durch eine der bestehenden Untersuchungsmöglichkeiten der Krebs erwiesen, so findet eine Reihe von weiteren Tests statt. Diese dienen dazu, um festzustellen, wie weit der Prostatakrebs fortgeschritten ist. Dabei kann mittels einer Skelettszintigrafie festgestellt werden, ob die Knochen vom Krebs befallen sind. Ebenso wird eine Ultraschalluntersuchung der Nieren vorgenommen, um eine eventuelle Auswirkung des Tumors auf die Harnwege festzustellen. Zusätzlich kann eine Röntgenaufnahme von der Lunge gemacht werden, um einen eventuellen Befall festzustellen. Unter Umständen wird auch eine Kernspin-Tomografie angeordnet, die auf weitere Ausbreitung Aufschluss geben kann.

Prostatakrebs Therapie / Behandlung

Wenn die Diagnose auf Prostatakarzinom dann eindeutig feststeht, kann der Arzt daran gehen, in Übereinstimmung mit dem Patienten einen Therapieplan aufzustellen. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die richtige Therapieentscheidung hängt dabei in großem Maße davon ab, ob der Krebs auf die Vorsteherdrüse begrenzt ist, oder sich bereits darüber hinaus ausgebreitet hat. Dann gilt es noch zu unterscheiden, ob lediglich eine Ausbreitung in umliegendes Gewebe erfolgt ist, oder bereist Tochtergeschwür bestehen.

Befindet sich der Krebs im Frühstadium und die krebsartigen Zellen sind lediglich in der Prostata zu finden, empfiehlt sich die Operation und Strahlentherapie. Bei der Operation wird die Prostata völlig entfernt. Dabei ist es Ziel des operierenden Arztes, das vom Krebs befallene Gewebe vollständig zu entfernen und somit eine komplette Heilung zu ermöglichen. Als Alternative zur Operation besteht in diesen Fällen auch die Möglichkeit, den Patienten einer Strahlentherapie zu unterziehen. Letztere wird oft dann angewendet, wenn die Operation aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht wünschenswert ist.

Ist der Prostatakrebs aber schon weiter fortgeschritten und es ist zu einer Ausweitung über die Vorsteherdrüse hinaus gekommen, muss in der Regel eine andere Verfahrensweise angewendet werden. In diesen Fällen wird oft mit der Hormontherapie behandelt. Dieser Behandlung liegt die Tatsache zu Grunde, dass Wachstum und Funktion aller Prostatazellen von Androgen abhängig ist. Diese Hormone werden größtenteils im Hoden gebildet. Auch das Wachstum der bösartigen Zellen wird von diesem Hormon gesteuert. Deshalb ist eine Verminderung des Hormons im Körper auch ein wirksames Verfahren gegen den Krebs.

Es sind heute verschiedene Methoden bekannt, um den Androgenspiegel im Körper zu vermindern. Dazu gehört die Orchiektomie, die eine Entfernung der Hoden bedeutet, die Anwendung von LH-RH-Antagonisten oder des weiblichem Geschlechtshormon Östrogen, sowohl als auch eine Verminderung der Androgene durch den Einsatz von Antiandrogenen. Die Entfernung der Hoden wird heute noch in einzelnen Fällen durchgeführt. In der Regel gestaltet sie sich als subkapsuläre Orchiektomie, bei der das Androgen produzierende Gewebe ausgeschält wird, während die Hülle der Hoden, sowohl als auch die Nebenhoden erhalten bleiben. Die Vorteile, die diese Methode zur Absenkung des Horminspiegels bietet, ist dass es sich um einen raschen, einfachen Eingriff handelt, der niedrige Kosten mit sich bringt und eine dauerhafte Absenkung des Androgenspiegels sicherstellt. Auch sind weniger Kontrollbesuche beim Arzt nötig. Heute werden jedoch die psychische Belastung, sowohl als auch die Irreversibilität des Eingriffs als große Nachteile angesehen, so dass diese Methode nur noch dann angewendet wird, wenn besondere Umstände, wie zum Beispiel die schnelle Linderung von Metastasenschmerzen, das notwendig machen. Die Senkung des Hormonspiegels bringt auch eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich, über die der Patient sich vor der Behandlung im Klaren sein sollte. Verlust des sexuellen Verlangens und erektile Dysfunktion stehen dabei besonders bei jüngeren Männern im Vordergrund. Zusätzlich ist aber auch mit Anämie, Osteoporose, Gewichtszunahme bei gleichzeitigem Muskelabbau, sowie die Vergrößerung der Brustdrüsen zu rechnen.

Der Einsatz von LH RH Analoga führt nach zwei bis vier Wochen zu einer medikamentösen Kastration, die während der Dauer der Behandlung bestehen bleibt, in der Regel aber nach Absetzen der Therapie wieder auf sein normales Niveau zurückkehrt. Die Nebenwirkung ist ähnlich, wie bei der Orchiektomie. Auch durch die Verabreichung von Östrogenen kann das Androgenniveau nach drei bis neun Wochen auf ein Kastrationsniveau gesenkt werden. Jedoch werden sie heute vermindert eingesetzt, da sich die Nebenwirkungen auch im Herz- Kreislauf- System bemerkbar machen. Zusätzliche gibt es steroidale und nicht steroidale Antiandrogene, die in Tablettenform verabreicht werden.

Der Einsatz der Hormontherapie kann in unterschiedlichem Umfang erfolgen. Bei der Monotherapie wird nur eins der vorgenannten Verfahren eingesetzt. Bei der maximalen Androgenblockade wird außer den Androgenen, die im Hoden produziert werden, auch die kleine Menge von Androgenen blockiert, die in den Nebennieren produziert wird. Hier wird zumeist ein LH-RH-Analogon mit einem nicht steroidalen Antiandrogen kombiniert. Statistisch gesehen erhöht diese Therapie die Überlebenschancen, jedoch wird die Lebensqualität durch die Nebenwirkungen stark beeinträchtigt. Ebenso wird zwischen einem kontinuierliche Androgenentzug oder einer intermittierender Form unterschieden. Es versteht sich, dass der intermittente Entzug nach der Orchiektomie nicht möglich ist. Der Vorteil der intermittenten Methode lässt sich darauf zurückführen, dass der Tumor auf Dauer androgenunabhängig werden kann. Somit wird während des Androgenentzugs ständig der PSA Wert geprüft. Befindet sich dieser auf seinem niedrigsten Stand, wird der Androgenentzug abgesetzt. Sollte der PSA Wert wieder steigen, wird die Therapie nach Erreichen des obersten Wertes fortgesetzt. Während der therapiefreien Zeit steigt durch Ausbleiben der Nebenwirkungen auch die Lebensqualität an.

Auch der Einsatz von Chemotherapie ist möglich. Dabei kommen sogenannte Zytostatika zum Einsatz, die das Wachstum der Krebszellen hemmen und sie dadurch zerstören. Diese Medikamente werden als Infusion verabreicht, so dass sie sich durch den ganzen Körper verbreiten und somit auch solche Tumorzellen erreichen, die sich in andere Körperregionen ausgebreitet haben. Eine Heilung ist durch diese Therapie nicht zu erzielen, aber die Krankheit kann in ihrer Ausweitung erheblich verzögert werden.

Prostatakrebs Verlauf

Zu Beginn der Erkrankung ist der Patient in aller Regel frei von Symptomen. Erst wenn die Krankheit weiter fortschreitet, bilden sich die ersten Anzeichen, die jedoch auch mit denen anderer Krankheiten verwechselt werden können. Verstärkter Harndrang, unvollständige Blasenentleerung, ein schwacher und unterbrochener Harnstrahl können ebenso zu den ersten Warnzeichen gehören, wie Erektionsprobleme, starker Gesichtsverlust und ständige Müdigkeit. Sollte man eines oder gar mehrere dieser Symptome feststellen, so sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Verlauf der Prostatakrebserkrankung hängt in starkem Maße davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Erkrankung erkannt wird.

Bei einer Früherkennung, wenn der Krebs sich noch nicht über die Vorsteherdrüse ausgeweitet hat, kann die Behandlung eine langfristige Heilung herbeiführen. Hierzu wird bei einer Operation, die radikale Prostatektomie genannt wird, die Vorsteherdrüse entfernt. Auf diese Weise wird alles von Krebs befallene Gewebe entfernt. Handelt es sich um einen kleinen Tumor, so ist dies die Standardtherapie. Im frühen Stadium werden neun von zehn Patienten auf diese Weise geheilt. Allerdings zieht diese Operation auch eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich. Nach dem Eingriff dauert es mehrere Wochen bis sich der Patient erholt.

Zu den größten Operationsrisiken gehören Inkontinenz und Impotenz. Die meisten Männer sind jedoch in der Lage, die Kontrolle über die Blasenfunktion wieder zu erlangen. Nach der Operation werden spezielle Übungen für den Unterbauch verordnet, welche zur Stärkung der beeinträchtigten Muskulatur dienen. Ein Jahr nach der Operation leiden nur noch rund sieben Prozent der Operierten unter Inkontinenz. Die Erektionsfähigkeit bleibt jedoch bei einer wesentlich größeren Zahl von Patienten beeinflusst. Die Prostata ist von einem Netz von Nerven und Blutgefäßen umgeben, die zur Erektion notwendig sind. Diese können bei der Operation nicht vollkommen aufrechterhalten werden. Besonders bei älteren Patienten kann das oft zum Verlust der Potenz führen. Kann das Nervengewebe bei der Operation teilweise erhalten werden, so wird nur in etwa 30 Prozent der Fälle langfristige Impotenz beobachtet. Im gegenteiligen Fall ist Impotenz jedoch in der Regel die Folge. Hier kann vom Urologen die erektile Dysfunktion therapeutisch bekämpft werden. Die Erfolge sind dabei individuell sehr unterschiedlich. Auch die Zeugungsfähigkeit geht mit dem Entfernen der Prostata in der Regel verloren. Patienten steht jedoch heute die Möglichkeit offen, vor dem Eingriff Samen einfrieren zu lassen, der später zu einer künstlichen Befruchtung eingesetzt werden kann.

Bei einem kleinen Tumor kann als Alternative zur Operation auch eine Strahlentherapie eingesetzt werden. Dabei wird radioaktive Strahlung direkt auf den Tumor gerichtet. Die Zellen des Tumors werden dabei so stark zerstört, dass eine Zellteilung nicht mehr möglich ist und der Tumor zu Grunde geht. Dabei kann eine perkutane Strahlung eingesetzt werden, bei der der Tumor von außen bestrahlt wird. Alternativ dazu kann die Strahlungsquelle durch eine Seed Implantation aber auch direkt am Tumor angebracht werden. So werden die Krebszellen direkt von innen zerstört. Bei einem Prostatakarzinom in Anfangsstadium ist diese Therapie sehr wirksam.

Wird der Krebs jedoch erst in einem späteren Stadium erkannt, so ist es möglich, dass sich bereits verschiedene Tochtergeschwüre gebildet haben. Sind Fernmetastasen entstanden muss damit gerechnet werden, dass die Krebszellen im Körper durch die zur Verfügung stehende Therapie nicht völlig zerstört werden können. Mit einer palliativen Therapie können jedoch Tumorschmerzen gelindert werden und auch die Lebenserwartung verlängert werden. Entscheidet sich der Patient für eine Anti-Hormontherapie ist jedoch mit vielen Nebenwirkungen zu rechnen, welche die Lebensqualität beeinflussen. Jedoch ist es heute möglich, die Erkrankung über Jahre hinaus unter Kontrolle zu halten. Deshalb wird ein Prostatakarzinom, das sich in fortgeschrittenem Stadium befindet, heute als chronische Krankheit betrachtet.

Das Leben mit der Krankheit kann für viele Männer eine große Herausforderung darstellen. Das Selbstbewusstsein und auch die Partnerschaft werden stark belastet. Oft wird von den Ärzten psychologische Hilfe empfohlen, um besser mit der seelischen Belastung umgehen zu lernen. Die Nebenwirkungen der Therapie schränken die Lebensqualität oft erheblich ein. Zusätzlich ist es eine psychische Belastung, mit der fortgeschrittenen Krankheit zu leben, mit der sich nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Familie auseinandersetzen müssen.

Oft gibt es auch Krankheitsverläufe, bei denen das Tumorwachstum schnell voran schreitet. Eine regelmäßige ärztliche Betreuung kann in diesen Fällen durch eine palliative Therapie Linderung geschaffen werden. Das ist zum Beispiel beim Auftreten von schmerzhaften Knochenmetastasen der Fall. In diesem Fall kann mit Bestrahlung oft Linderung geschaffen werden. Die Bestrahlung lindert nicht nur die Schmerzen, sondern kann den Knochen auch wieder verfestigen und auf diese Weise das Risiko von Knochenbrüchen mindern. Stehen bei einem Patienten Tumorschmerzen im Vordergrund, so kann der Arzt eine palliative Therapie mit individuell dosierten Medikamenten ansetzen, zu denen unter Umständen auch Morphium gehören kann. Eine ganze Reihe von Begleitsymptomen kann heute behandelt werden, so dass der Patient auch im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit Schmerzen und andere belastende Symptome nicht hinnehmen muss.

Prostatakrebs Vorbeugen

In gewisser Weise kann man das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken schon in jungen Jahren selbst beeinflussen. Liegt Verdacht zu der Annahme vor, dass ein Risiko durch genetische Vorbelastung besteht, sollte der Mann sich ab dem 40. Lebensjahr einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung unterziehen, um Veränderungen an der Vorsteherdrüse schon so früh wie möglich zu erkennen. Auch eine gesunde Lebensweise senkt das Risiko. Dabei ist es zunächst einmal wichtig, ein gesundes Gewicht zu halten. Starkes Übergewicht wird immer wieder mit einem erhöhten Risiko assoziiert.

Ebenso ist eine körperliche Betätigung von 30 bis 45 Minuten an wenigstens fünf Tagen in der Woche empfohlen. Ebenso spielt die Ernährung eine große Rolle. Rotes Fleisch sollte eher selten verzehrt werden. Dagegen bietet Fisch, frisches Gemüse und Obst eine Möglichkeit, um das Risiko zu senken. Diese Maßnahmen tragen auch der allgemeinen Gesundheit bei und können auch das Risiko bei anderen Krebsarten vermindern. Deshalb sollte eine gesunde Lebensweise unbedingt zu den Vorbeugemaßnahmen gehören. Wissenschaftliche Studien haben erwiesen, dass Lycopen und Phytoöstrogene eine vorbeugende Wirkung auf Prostatakrebs haben können. Lycopen findet man in Tomaten. Somit sollten diese dementsprechend häufig verzehrt werden. Dabei bleibt der Wirkstoff auch in Tomatensaft oder Ketchup erhalten. Phytoöstrogene werden in Sojabohnen gefunden. Deshalb sollte man auch immer wieder Sojaprodukte in den Speiseplan einbauen.

Ebenso sollte der Alkoholkonsum eingeschränkt und auf Nikotin verzichtet werden. Oft wird behauptet, dass häufiges Ejakulieren besonders in jungen Jahren gegen den Prostatakrebs schützen kann. Jedoch konnte diese Theorie bis jetzt noch nicht eindeutig schlüssig nachgewiesen werden. Neben diesen Maßnahmen ist es ebenfalls wichtig, mögliche Warnzeichen im Körper zu beachten. Auf diese Weise kann diese Krankheit, die zu Beginn praktisch symptomfrei ist, in einem Stadium erkannt werden, in dem sie noch heilbar ist.

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