Neoplasie

Als Neoplasie wird landläufig der Tumor bezeichnet. Ein Tumor ist Körpergewebe, das aufgrund von Entzündungen, unnatürlichem Wachstum, Zysten, Wucherung, Ödemen oder aus anderen Gründen mehr Raum als üblich einnimmt und von daher als Gewächs bezeichnet werden kann. In der engeren und genauen Definition bezeichnet die Neoplasie jedoch Tumore, die aus Zellen mit verändertem Wachstum bestehen – also Gewebe, das unnatürlich wächst. Dieses Wachstum entsteht durch Veränderungen in der Zellteilung, die für Wachstum zuständig ist, und kann bei Pflanzen und Tieren ebenso vorkommen wie bei Menschen.

Alle höheren Lebensformen sind davon betroffen. Da die Humanmedizin Neoplasien anders behandelt als dies in der Gärtnerei und der Veterinärmedizin üblich ist, wird sich der Artikel im Folgenden nur auf Neoplasien beim Menschen beziehen. Der Begriff Neoplasie ist zusammengesetzt aus der griechischen Silbe „neo“, was so viel wie „neu“ bedeutet, und „plasie“, was sich auf die Bildung oder das Wachstum von etwas bezieht. Die Bezeichnung Tumor dagegen kommt von dem lateinischen Nomen tumor, was eine Geschwulst oder Schwellung bezeichnet. Die landläufige Bezeichnung Tumor ist also allgemeiner und nicht spezifisch. Im Plural spricht man korrekt von Tumoren (die Tumoren), wobei umgangssprachlich auch „die Tumore“ genannt werden.

Neoplasien haben eine komplexe Nomenklatur, die sich darauf bezieht, in welcher Art von Gewebe sie vorkommen und aus welchen Zellen sie bestehen. Für den medizinischen Laien ist dies oft unverständlich, für Ärzte ist die genaue Bezeichnung jedoch notwendig. Denn nur so können die Eigenschaften des Tumors genau bestimmt werden, wovon letztendlich die gewählte Therapie abhängt.

Alle Arten von Gewebe

Neoplasie Symptome und UrsachenNeoplasien gibt es bei allen Arten von Gewebe. Sie können Nervenzellen ebenso betreffen wie Drüsengewebe, Fettgewebe und Muskelfasern. Auch Knochengewebe und das der inneren Organe können in der Zellteilung gestört sein, wodurch es zu Gewächsen kommt. Da jeder Körper einen gewissen Anteil nicht perfekt arbeitender Zellen hat (was ganz natürlich ist und keineswegs krankhaft), kommen kleinere Neoplasien sehr häufig vor. Meist kann der Körper alleine damit umgehen, die veränderten und unter Umständen abgekapselten Zellen werden gar nicht bemerkt, sondern von alleine irgendwann wieder abgebaut. In diesen Fällen ist eine medizinische Intervention nicht nur unmöglich (aufgrund der Unwissenheit), sondern schlicht nicht nötig. Es wird geschätzt, dass jeder zweite Mensch unter 25 Jahren kleine Neoplasien trägt, ohne dies zu wissen. Je älter ein Mensch wird, desto wahrscheinlicher ist es aufgrund der natürlichen Alterung, dass es zu Fehlern im Zellwachstum und in der Zellteilung kommt.

Symptome und Begleiterscheinungen

Neoplasien haben an sich keine Symptome. Sie sind, wenn sie nahe genug an der Körperoberfläche liegen, manchmal tast- oder sichtbar, meist liegen sie jedoch zu tief. Zu Begleiterscheinungen wie Schmerzen kommt es erst, wenn die Wucherungen bereits sehr groß sind und auf umliegendes Gewebe drücken, es durchdringen, Körperfunktionen einschränken oder lahmlegen. Je nachdem, ob es sich um gutartiges oder bösartiges, ein großes, kleines, schnell oder langsam wachsendes Geschwulst handelt, und abhängig davon, wo es sich befindet, kann der/die Betroffene beschwerdefrei damit leben.

In manchen Fällen können Neoplasien Erscheinungen auslösen, die an Infektionen erinnern: Atemnot und Druck auf der Brust kann bei Tumoren auftreten, die den Brustraum oder die Lunge betreffen. Neoplasien in den Verdauungsorganen können zu Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, Verstopfung oder Durchfall führen. Manchmal kommt es zu Fieberanfällen, wenn der Körper ein Problem erkennt, es aber nicht wirklich bekämpfen kann. Geschwulste im Bereich des Halses und Rachenraumes führen zu Schluckbeschwerden, unter Umständen zu Appetitlosigkeit. Im Nacken- und Kopfbereich sowie überall in der Nähe von Nervenbahnen können Neoplasien zu unerklärlichen Druckschmerzen, zu Kopfschmerz führen. Manchmal können sie Schwindelanfälle auslösen, weil der Gleichgewichtssinn beziehungsweise die damit verbundenen Nerven bedrängt sind.

Die Begleiterscheinungen von Tumoren sind ganz unterschiedlich und sehr unspezifisch. Es gibt kein einheitliches Krankheitsbild. Bei unerklärlichen Veränderungen der normalen Körperfunktionen, der Reaktionen und der Befindlichkeit wird daher immer zu einer Abklärung durch den Hausarzt geraten. Das gilt besonders für ältere Menschen: Viele der Vorsorgeuntersuchungen werden ab einem gewissen Alter (30, 35, 40, 50 Jahre et cetera) von den Krankenkassen empfohlen und gezahlt. Es ist leider so, dass der menschliche Körper nicht für die Ewigkeit geschaffen ist und mit zunehmendem Alter Fehlfunktionen zeigt. Fehlerhafte Zellteilung gehört zu den Verschleißerscheinungen.

Neoplasie Ursachen

Die Ursachen für die Bildung von Neoplasien sind weitgehend unbekannt. Vermutlich kommen mehrere Faktoren zusammen. Direkt verursacht wird ein Tumor durch die gestörte Zellteilungsfunktion des Körpers – warum diese nun gestört ist, ist nicht klar. Das kann in manchen Fällen (wie bereits erwähnt) mit dem Alter zusammenhängen. Nachgewiesen sind auch Umwelteinflüsse: Chemikalien, die sich im Körper anreichern wie bestimmte Zusätze in Lebensmitteln, in Kleidern und Möbeln, können die Zellteilung beeinflussen. Umweltgifte sind ein weiterer Faktor. Der Einfluss von ausgewogener oder unausgewogener, fettreicher oder fettarmer Ernährung auf die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken (also eine maligne Geschwulst auszubilden) wird wiederholt in der Wissenschaft diskutiert. Festgestellt wurde inzwischen, dass es wohl eine erbliche Veranlagung gibt, die eine Erkrankung wahrscheinlicher macht. Dennoch ist Krebs ebenso wenig eine Erbkrankheit wie dies gutartige Neoplasien sind.

Die genauen Ursachen und Zusammenhänge der Bildung von Neoplasien sind also unklar. Sicher belegt ist dagegen, dass ein Lebenswandel, der wenig Kontakte mit Umweltgiften, aggressiven Chemikalien und Stress, aber viel frisches Obst und Gemüse, regelmäßige Bewegung und einen stabilen Tagesablauf mit ausreichend Schlaf beinhaltet, am ehesten der Erkrankung vorbeugt. Ebenfalls der Vorbeugung dienen regelmäßige Kontrolluntersuchungen in dem Sinne, dass Neoplasien in sehr frühem Stadium erkannt und therapiert werden können – wenn sie noch verhältnismäßig ungefährlich sind.

Gutartig oder bösartig?

Die Medizin unterscheidet Neoplasien nach ihren Eigenschaften. Dabei geht es in erster Linie darum, ob es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Tumor handelt. Die Unterscheidung ist ausschlaggebend für die Therapie und kann recht leicht nach einer Untersuchung mithilfe des CTG (Computertomographen) oder Ultraschall getroffen werden. Gutartige, also benigne, Neoplasien wachsen langsam. Sie verdrängen das umliegende Gewebe, ohne hineinzuwachsen, und sind häufig sogar abgekapselt. Dadurch sind sie leicht abgrenzbar, leicht zu entfernen und in ihren Grenzen klar definiert. Sie sind homogen, bestehen also aus nur einer Gewebeart, enthalten wenige Zellen und nur geringe Zellveränderungen.

Gutartige Neoplasien sind in der Regel keine Mutationen, und Zellteilung findet nicht oder nur stark eingeschränkt statt. Die Tumore bilden keine Metastasen, streuen also nicht in andere Regionen des Körpers, und nur selten treten Rezidive auf. Das heißt, wenn ein Tumor entfernt oder im Wachstum gehemmt wurde, fängt er nicht plötzlich wieder an zu wachsen oder entsteht neu. Dementsprechend sind benigne Neoplasien im Verlauf langsam und symptomarm bis symptomfrei.

Maligne, also bösartige Tumore wachsen schnell. Sie verdrängen das umliegende Gewebe nicht, sondern wachsen hinein, infiltrieren es also. Dadurch sind sie nicht klar abgrenzbar, bestehen aus verschiedenen Gewebearten und können nicht leicht entfernt werden. Sie sind in der Regel nicht verkapselt. Maligne Neoplasien enthalten im Vergleich viele Zellen, die meist stark verändert sind und häufig Mutationen aufweisen. Sie teilen sich sehr schnell und häufig, weshalb der Tumor schnell wächst. Metastasen können sich überall im Körper bilden, da die Tumore nicht klar gegen anderes Körpergewebe abgegrenzt sind und einzelne der sich häufig teilenden Zellen über die Blutbahn oder das Lymphsystem in andere Körperregionen gelangen können. Maligne Neoplasien weisen häufig Rezidive auf, also Rückfälle. Sie können jederzeit wieder entstehen, auch wenn sie vollständig entfernt wurden.

Neoplasie Therapie

Am Anfang der Therapie steht immer die genaue Diagnose, bei Neoplasien geht es also zuerst darum, sie möglichst genau zu beobachten und in ihren Eigenschaften zu bestimmen. Der erste Schritt der Diagnose ist die Selbstbeobachtung: Jeder Mensch kennt sich selbst am besten. Ungewöhnliche Veränderungen des Körpers und seiner Funktionen sind ein Warnsignal und sollten ernst genommen werden. Auf Therapien aus der Alternativmedizin, der Homöopathie und der Pflanzenheilkunde wird im Folgenden nicht eingegangen, da diese erstens nicht jedem behandelndem Arzt geläufig sind, zweitens nur von wenigen Krankenkassen getragen werden und drittens in ihren Erfolgen umstritten sind. So unterschiedlich Neoplasien in ihren Eigenschaften sind, so unterschiedlich sind auch die in Frage kommenden Therapien.

Gutartige, sehr kleine Tumore müssen meist gar nicht behandelt werden, sondern sollten nur regelmäßig auf Veränderungen überprüft werden. Viele werden über Jahre gar nicht bemerkt, weil sie dem Körper nicht schaden, keine Beschwerden auslösen und schlicht nicht auffallen. Sind sie als „Knubbel“ unter der Haut tastbar oder sogar sichtbar, können sie operativ entfernt werden. Wenn nach einer eingehenden Untersuchung klar ist, dass es sich um eine benigne Neoplasie kleinen Ausmaßes handelt, erfordert dies meist nur einen kurzen Eingriff unter örtlicher Betäubung, der in der Regel ambulant bei einem niedergelassenen Chirurgen durchgeführt wird. Die kleine Wunde verheilt innerhalb weniger Tage und häufig bleibt keine sichtbare Narbe zurück. Größere gutartige Neoplasien, die auf Nerven drücken, im Körperinneren liegen oder aus sonstigen Gründen entfernt werden müssen, erfordern einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus. Sie werden unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose entfernt, und der/die Betroffene bleibt wenigstens eine Nacht zur Beobachtung da.

Maligne Neoplasien können nicht einfach entfernt werden, da sie sich nicht klar vom umliegenden Gewebe abgrenzen lassen und immer die Gefahr besteht, dass zuviel oder zu wenig Gewebe entfernt wurde. Je nach Art des Tumors kommt eine Bestrahlung in Frage. Eine Behandlung per Chemotherapie ist ebenfalls möglich, und in manchen Fällen wird beides kombiniert. Einige Neoplasien reagieren auf Wärmebestrahlung, andere können mit lokalen Giftinjektionen verkleinert oder im Wachstum gebremst werden. Eine noch recht neue Methode der Behandlung ist die Impfung: Dabei wird dem Patienten Zellmaterial mit der Oberflächenstruktur der Krebszellen verabreicht, gegen das die eigene Immunabwehr vorgeht. Diese Therapie hat wenige bis gar keine Nebenwirkungen und ist dementsprechend sehr schonend. Häufig wird eine Kombination gewählt: Wenn der Tumor im Wachstum gehemmt oder sogar geschrumpft ist, kann er ganz oder teilweise operativ entfernt werden.

Letztendlich hängt die gewählte Therapie nicht allein von den Eigenschaften der Neoplasie ab, sondern auch von Alter und Allgemeinzustand des/der Betroffenen. Alte Menschen, die gesundheitlich ohnehin angeschlagen sind, werden häufig keine nebenwirkungsintensiven, anstrengenden Therapien zugemutet, sondern eher sanfte Verfahren, während junge, starke und gesunde Menschen weniger schonend behandelt werden. Die Entscheidung für oder gegen eine Therapie kann unter Umständen auch an den finanziellen Möglichkeiten des Patienten/der Patientin hängen – denn nicht jede Krankenkasse trägt jede Therapie.

Am Ende der Therapie stehen jedoch immer Nachuntersuchungen, die über viele Jahre regelmäßig wiederholt werden müssen. Selbstbeobachtung ist ebenso wichtig wie die Beobachtung des Gesundheitszustandes durch einen Arzt. Denn je früher ein Rückfall erkannt wird, desto besser kann er behandelt werden. Neoplasien, die noch recht klein sind und nur an einer Körperstelle auftreten, lassen sich in der Regel einfacher therapieren als ein Tumor, der bereits Metastasen im gesamten Körper gebildet hat und selbst sehr groß ist, also mit vielen Organen verwachsen ist.

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