Malignes Melanom

Als malignes Melanom wird ein bösartiger Tumor bezeichnet, der die Pigmentzellen (Melanozyten) unkontrolliert wuchern lässt. In den meisten Fällen manifestiert sich ein malignes Melanom an der Haut – es kann jedoch auch an Schleimhäuten, dem Auge, der inneren Organe, dem zentralen Nervensystem oder der Hirnhaut lokalisiert sein. Während sich der Krebs bei Männern überwiegend auf dem Rücken zeigt, tritt er bei Frauen zumeist an den Unterschenkeln auf. Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt neigt das maligne Melanom zu Bildung von Metastasen. Diese streuen über Blut- und Lymphbahnen und sorgen damit für eine insgesamt sehr ungünstige Prognose.

So nimmt die Hautkrankheit besonders häufig einen tödlichen Verlauf: Ganze 90 Prozent aller durch Hautkrebs verursachten Todesfälle sind auf ein malignes Melanom zurückzuführen. Damit gilt es als einer der bösartigsten Tumore überhaupt. Das starke Wachstum der Neuerkrankungen rund um den Globus gibt Anlass zur Sorge. Derzeit ist das Risiko einer Erkrankung etwa doppelt so hoch wie noch vor zehn Jahren. Im Gegensatz zur hochgradigen Bösartigkeit steht die hohe Chance auf einen guten Verlauf, sofern der Tumor bereits zu einem frühen Zeitpunkt erkannt und behandelt wird. Aus diesem Grund ist eine konsequente Wahrnehmung der Vorsorgeuntersuchungen nicht nur zu empfehlen, sondern dringend anzuraten. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sobald das 35. Lebensjahr erreicht ist.

Ursachen

Malignes Melanom Symptome & UrsachenEs gibt eine Reihe von Faktoren, die ein malignes Melanom in seiner Entstehung begünstigen. Neben einer hellen Haut- und Augenfarbe sind dies zum Beispiel rötliche Haare, Sommersprossen und eine grundlegende Neigung zur Entwicklung eines Sonnenbrandes. Aber auch eine sehr hohe Anzahl von Muttermalen, eine Immunsupression, eine vorausgegangene Krebserkrankung und eine familiäre Disposition spielen bei der Bildung des bösartigen Tumors eine Rolle. Als eine der wichtigsten Ursachen ist jedoch die starke UV-Strahlung anzusehen, der sich viele Patienten ganz gezielt und bewusst über einen langen Zeitraum hinweg aussetzen. Einfluss auf das individuelle Risiko scheint darüber hinaus auch die Häufigkeit der Sonnenbrände im Kindesalter zu nehmen. Da sich viele Melanome aus einem harmlosen Leberfleck heraus entwickeln, ergibt sich eine Erhöhung des Risikos weiterhin aus der Anzahl der gutartigen Nävi. Im Durchschnitt liegt diese bei 20. Sind mehr davon vorhanden, steigt auch die Wahrscheinlichkeit der Bildung eines malignen Melanoms.

Malignes Melanom Symptome

In der Regel verursacht ein malignes Melanom im anfänglichen Stadium keinerlei Beschwerden. Aus diesem Grund wird es häufig eher zufällig oder aber im Rahmen der Vorsorge entdeckt. Nur in seltenen Fällen verursacht der bösartige Tumor einen Juckreiz oder sticht durch eine kleine Blutung ins Auge. Das Aussehen der malignen Melanome weist starke Unterschiede auf. Sie können nicht nur flach, sondern auch knotig beschaffen sein – in der Regel aber handelt es sich um schwarze oder braune Flecken.

Eine ärztliche Kontrolle ist immer dann angebracht, wenn ein vermeintlich harmloses Muttermal plötzlich dunkler wird, eine sehr verschiedene Färbung aufweist oder zu wachsen beginnt. Neben Blutungen und Juckreiz kann auch ein Nässen des Leberflecks als Hinweis auf eine Erkrankung zu verstehen sein. Dunkelhäutige Menschen sollten zudem auf eine Veränderung an helleren Stellen wie etwa den Handflächen oder Schleimhäuten achten.

Diagnose

Angesichts der vergleichsweise guten Diagnose im Falle einer frühen Diagnose ist die Wahrnehmung der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen anzuraten. Grundsätzlich erfolgt diese im Abstand von jeweils zwei Jahren – sind jedoch bereits auffällige Muttermale vorhanden, sollte die Kontrolle jährlich vorgenommen werden. Die Begutachtung der Leberflecke durch den Arzt erfolgt dabei unter dem Auflichtmikroskop und ist aus eigener Tasche zu bezahlen. In der Regel reicht es, die verdächtigen Areale durch eine schlichte Sichtung untersuchen zu lassen.

Verfügt der Mediziner über eine entsprechende Erfahrung, sollte sich ein malignes Melanom dabei bereits als solches identifizieren lassen. Kommen jedoch Zweifel an der Gut- oder Bösartigkeit des Muttermals auf, kann dieses auch im Ganzen entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden. Eine sichere Diagnose ist auch durch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) möglich. Als weitere Option zur Diagnose steht die kurzzeitige Bestrahlung mit einem Infrarot-Laser zur Verfügung. Über die Fluoreszenz lassen sich nun Rückschlüsse auf die Art des Tumors ziehen. Diese Form der klinischen Diagnose eignet sich darüber hinaus optimal zur Verlaufskontrolle.

Therapie / Behandlung

Aufgrund der hochgradigen Bösartigkeit des malignen Melanoms ist eine vollständige Entfernung des Tumors unumgänglich. Wie groß diese Operation ausfällt, hängt dabei mit der Ausdehnung und der Dicke des Melanoms zusammen. Liegt diese bei mehr als einem Millimeter, wird in der Regel auch der erste im Lymphabfluss liegende Lymphknoten entfernt. Dessen Untersuchung ermöglicht schließlich eine deutlich präzisere Prognose des Krankheitsverlaufs. Hat der Tumor die Lymphknoten bereits erreicht, so müssen auch diese im betreffenden Areal vollständig entfernt werden. Als weitere Behandlungsformen kommen die Chemotherapie, eine mit Interferon durchgeführte Immuntherapie, eine Strahlentherapie und eine Impftherapie infrage.

Verlauf

Wird ein malignes Melanom bereits in einem frühen Stadium entdeckt, so lässt sich die Bildung von Metastasen durch eine umgehende Entfernung des Tumors in vielen Fällen wirkungsvoll verhindern. Die Chance auf eine Heilung ist damit erstaunlich hoch. Mit fortschreitendem Verlauf der Erkrankung verschlechtert sich die Prognose jedoch. Grund hierfür ist die schnelle Streuung von Metastasen in die Blut- und Lymphbahnen. Siedeln sich diese in der Leber oder dem Gehirn an, beeinflussen sie den Verlauf äußerst ungünstig. In der Lunge lokalisierte Metastasen hingegen zeichnen sich durch ein vergleichsweise langsames Wachstum aus. Jede andere Behandlung als die vollständige operative Entfernung des Melanoms vermag lediglich zeitweilige Besserung zu bringen. Die Aussicht auf eine Heilung bieten sie allerdings nicht.

Vorbeugen

Um das Risiko einer Erkrankung möglichst gering zu halten, sollte die direkte UV-Strahlung weitestgehend vermieden werden. Das Bad in der Sonne vermag die Stimmung zu heben, ist aber langfristig mit einer hohen Gefahr verbunden. Dies gilt besonders für hellhäutige Hauttypen. Die von zahlreichen Herstellern versprochene Schutzwirkung diverser Sonnencremes reicht schlichtweg nicht aus, um der Bildung eines malignen Melanoms entgegenzusetzen. Zu empfehlen ist hingegen die Wahrnehmung der Vorsorgeuntersuchungen. Wer seine Muttermale regelmäßig überprüfen lässt, macht eine frühzeitige Erkennung überhaupt erst möglich und nimmt so größtmöglichen Einfluss auf eine positive Prognose.

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