Eierstockkrebs

Eierstockkrebs wird als bösartiger Tumor mit Fachbegriff Ovarialkarzinom bezeichnet. Er befällt die Eierstöcke der Frau, hierbei die weiblichen Keimdrüsen. Verglichen mit anderen Krebsarten kommt das Ovarialkarzinom zwar weniger häufig vor, bei den Krebserkrankungen die die weiblichen Geschlechtsorgane betreffen, ist es jedoch die Zweithäufigste. Bei europäischen Frauen ist er der sechshäufigste Tumor in bösartiger Ausprägung. Neben Gebärmutterhalskrebs beziehungsweise Gebärmutterschleimhautkrebs hat Eierstockkrebs jedoch deutlich schlechtere Prognosen. Die einzelnen Gewebe verglichen konnte festgestellt werden, dass sich nicht jedes Ovarialkarzinom gleicht.

Das Krebsgewebe lässt erkennen, dass es Unterformen gibt, die voneinander abweichen. Auch bezüglich der Behandlung und prognostizierender Entwicklungen sind Unterschiede gegeben. Neben den ausschließlich bösartigen Tumoren gibt es beim Eierstockkrebs den sogenannten Borderline-Tumor. Dieser lässt sich faktisch zum Feststellungszeitpunkt nicht als bösartig oder gutartig einordnen. Kommt es zu einer Entartung dieses Tumors, entsteht daraus jedoch in jedem Fall ein bösartiger Eierstockkrebs.Die Eigenschaft, unkontrolliert zu wachsen und sich unvorhergesehen zu teilen, ist bei allen Krebszellen kennzeichnend. Bei den Zellen im Eierstock der Frau entwickelt sich die Geschwulst, die ursächlich für die Erkrankung ist. Im Eierstock sind jedoch verschiedene Zelltypen vorhanden, so dass der Krebs verschiedenen Nährboden finden kann. Damit muss der Eierstockkrebs in seiner Ausprägung feingeweblich unterschieden werden. Je nach Zelltyp entstehen so ungleiche histologische Typen. In 90 Prozent aller Fälle des Eierstockkrebses spricht man von epithelialen Tumoren.Das Auftreten der Krankheit zeigt sich mehrheitlich erst bei Frauen nach der Menopause.

Auch Frauen im Rentenalter leiden häufiger unter dem Ausbruch der Krankheit. Als mittleres Alter für den Krankheitsausbruch in Deutschland wurde statistisch das 69. Lebensjahr erfasst. Frauen in jüngeren Jahren sind vereinzelt betroffen. In den letzten zwanzig Jahren ist die Anzahl der Neuerkrankungen mit dieser Krebsart in Deutschland deutlich gesunken, die Mortalitätsrate ist in etwa gleicher Weise geblieben.Nicht nur Eierstockkrebs selbst, sondern auch andere Formen des Krebses können im Eierstock vorkommen. Bösartige Keimzelltumoren und Keimstrang-Stroma-Tumoren auf der einen Seite und auch die Metastasen anderer ausgebrochener Krebserkrankungen auf der anderen Seite können sich an dieser Stelle bilden und werden der betreffenden Krebsart zugeordnet und behandelt.

Eierstockkrebs Ursachen

Eierstockkrebs Symptome und UrsachenDie Ursachensuche des Eierstockkrebses ist keine leichte Aufgabe. Den Eierstöcken kommt eine wichtige Bedeutung zu. Im gebärfähigen Alter der Frau reift hier einmal im Monat eine Eizelle heran und wird freigesetzt. Auch Progesteron und Östrogen als weibliche Sexualhormone werden in den Eierstöcken produziert. Das darüberliegende Bauchfell bedeckt die Bauchorgane und sorgt für den wirksamen Schutz der Organe. Mit steigendem Alter der Frau wird die Funktionalität reduziert und auch die Größe der Eierstöcke selbst nimmt ab. Durch die sinkenden Funktionsanforderungen an die Eierstöcke werden Erkrankungen und Auffälligkeiten nicht immer sofort erkannt.Gesicherte Erkenntnisse, die helfen würden, einen Ursachenkatalog aufzustellen, konnten beim Eierstockkrebs bislang nicht verzeichnet werden.

Dennoch gibt es einige Risikofaktoren. Das entsprechende Lebensalter der Frau vorausgesetzt, steigen diese Faktoren. Ernährungsgewohnheiten, die nicht den gesunden Bedürfnissen des Körpers entsprechen und schädliche Umwelteinwirkungen sind begünstigende Faktoren für die Krankheit. Insbesondere eine fettreiche Ernährung wird von einigen Ärzten als zumindest mitursächlich betrachtet.Eine Vermutung für die Auslösung besteht im monatlichen Zyklus. Als auslösend wird hier der Eisprung gesehen. Bei Frauen, die früher und häufiger schwanger wurden, konnte ein geringeres Risiko für Eierstockkrebs verzeichnet werden als bei Spätgebärenden oder Kinderlosen, die nicht hormonell Schwangerschaften verhüteten.

Auch Frauen, die die Antibabypille nahmen und damit in ihrem Biorhythmus oft über Jahre den Eisprung unterdrückten, war das Risiko gesenkt.Ebenso muss eine genetische Verbindung angenommen werden. In etwa 10 Prozent aller Krankheitsfälle konnte beobachtet werden, dass andere Krebserkrankungen in der Familie vorkamen und auch Eierstockkrebs gehäufter in der Familiengeschichte auftrat. Besonders Brustkrebs zählt hierbei zu den Krebsarten, die sich gehäufter in der Familie der Patientinnen mit Eierstockkrebs zeigten. Genmutationen, auch Mutationen der Brustkrebsgene, könnten hierbei aller Wahrscheinlichkeit nach eine Rolle spielen. Betroffen sind hier oftmals die sogenannten BRCA1 und BRCA2 Gene. Die Mutationen zeigen sich in den beteiligten Zellen direkt den Chromosomenabschnitten durch Verluste ganzer Abschnitte oder auch unnatürliche Vervielfältigungen dieser einzelnen Abschnitte.

Eierstockkrebs Symptome

Die Eierstöcke liegen links und rechts neben der Gebärmutter im Becken der Frau. Jeder Eierstock wird vom Bauchfell und den Bändern gehalten, damit haben sie in ihrer Position in der Bauchhöhle, eine Lage, die von keinen angrenzenden Organen umgeben ist, relativ viel Platz. Dies ist auch aufgrund ihrer Funktion notwendig, denn während des Zyklus nehmen die Eierstöcke an Größe zu und können so keine anderen Organe beeinträchtigen. Dies bedeutet in der Folge aber auch, dass ein Wachsen der Eierstöcke durch das Nichtausstrahlen auf andere Organe oft erst sehr spät festgestellt wird.

Eierstockkrebs ist infolgedessen typisch dafür, erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome hervorzurufen, das beginnende Tumorwachstum bleibt oft lange unbemerkt.Beginnend kann oft eine Leistungsschwäche bemerkt werden. Auch Verstopfung oder Schmerzen in der Region des Unterbauches konnten festgestellt werden. Dies sind selbst in ihrer möglicherweise kumulativ auftretenden Variante keine charakteristischen Symptome und werden daher oft nicht ursächlich dem Eierstockkrebs zwingend zugeschrieben. Haben sich in der Folge bereits Metastasen in der Bauchhöhle gebildet, entsteht im Bauchraum oft vermehrt eine Flüssigkeitsansammlung. Zwei Schichten bilden das Bauchfell, es werden mit einer Schicht sowohl die inneren Organe ausgekleidet als auch mit der zweiten Schicht die Bauchwände an sich. Entsteht daher Bauchwasser im Inneren des Körpers, kann dies auf einen Tumor im Bauchfell hindeuten. Das Wasser im Bauch, das beim Eierstockkrebs nicht abtransportiert wird, entsteht durch den Befall des Bauchfells mit den Tumorknoten.

Die Gefäße, die die Resorption des Wassers in den Blutkreislauf ermöglichen sollen, werden durch die Tumorknoten verlegt, woraus sich ein Wasserstau ergeben kann. Dazu kommt, dass die Frauen in diesem Zustand zwar durchaus an Gewicht verlieren können, der Bauchumfang aber aufgrund der angesammelten Flüssigkeit und in manchen Fällen auch durch den Tumor selbst, zunimmt. Blutungen, die als Zwischenblutung außerhalb der Regelblutung entstehen oder nach der Menopause können ein weiteres Symptom sein. In etwa 25 Prozent der Krankheitsfälle beim Eierstockkrebs konnten vorhergehende Blutungen benannt werden. Als Warnsignal sollten sie daher ursächlich geklärt werden.

Eierstockkrebs Diagnose

Wichtig ist es, die Diagnose des Eierstockkrebses zeitnah zu stellen. Bei einer gründlichen Untersuchung wird der Gynäkologe sorgfältig die Bauchdecke und die Geschlechtsorgane abtasten. Möglich wäre es dabei auch, dass er schon Tumoren ertasten kann. Ein Ergebnis durch Ertasten ist jedoch nur bei entsprechend angewachsenen Tumoren möglich. Nach der Tastuntersuchung wird die Tumorsuche im Einzelnen fortgeführt.Die Sonografie ermöglicht es, durch Ultraschall des Bauchbereiches und der Scheide weitere Aufschlüsse zu erhalten. Bei einem entdeckten Tumor können durch den Ultraschall die Lage und die Größe der Krebsgeschwulst und in Ansätzen auch die Beschaffenheit des Tumors erkannt werden. Die Computer- und Magnetresonanztomografie hilft dann weiter auf dem Weg zur Diagnose.

Mittels einer Gewebeentnahme durch einen Pathologen, die in der Regel durch einen Eingriff erfolgt, ist es möglich, das Gewebe unter dem Mikroskop zu untersuchen und eine gesicherte Diagnose zu stellen. Die Abfolge der Diagnoseverfahren ist auch wichtig zur Bestimmung der zielgerichteten operativen Bekämpfung des Tumors.Die Darstellung des Verdauungstrakts, die mit einem Kontrastmittel im Rahmen einer radiologischen Untersuchung durchgeführt werden kann, eine Blasenspiegelung und eine Darmspiegelung sind in den meisten Verdachtsfällen nicht notwendig. Krankhafte Befunde werden hierbei kaum mehr gemacht, auch wenn äußere Wandschichten oftmals befallen sein können. Daher wird der eigentliche Befall der Organe erst während der Operation sorgfältig untersucht.

Nach der Diagnose und vor Beginn der eigentlichen Therapie werden die Zellproteine, auch Tumormarker genannt, bestimmt. Die Messung und Bestimmung erfolgt anhand des Blutes der Patientin. Anhand dieser Marker kann ein Diagnoseverdacht erhärtet werden. Gestiegene Tumormarker können im weiteren Behandlungsverlauf auch auf einen Rückfall oder auf Metastasen, die gewachsen sind, hindeuten. Im Gegenzug sind nicht bei jeder Patientin die Tumormarker erhöht, sondern nur in etwa 80 Prozent der Krankheitsfälle. Und auch bei gutartigen Erkrankungen und Entzündungen können diese Werte erhöht sein, so dass sie den alleinigen Verdacht auf Eierstockkrebs nicht rechtfertigen können. Wichtig ist die Bestimmung jedoch primär, um in der sich anschließenden Behandlung den Verlauf der Krankheit überwachen zu können. Insbesondere als Kontrolle des Verlaufs der Chemotherapie können sie in ihrer Betrachtung daher sinnvoll sein.

Vor der weiteren Behandlung wird im Rahmen der Diagnose auch eine Blutbestimmung durchgeführt. Dabei wird das Blutbild untersucht, die Chemie des Blutes betrachtet und es wird neben den Tumormarkern auch die Gerinnung des Blutes festgestellt. Zusätzlich wird die Lunge mittels Röntgenuntersuchung begutachtet und ein Elektrokardiogramm durchgeführt. Die Therapie in speziellen Fachzentren basiert auf den Diagnoseergebnissen, die meistenfalls auch schon vor Ort erhoben werden.

Eierstockkrebs Therapie / Behandlung

Fragen nach der Lebensqualität und der Überlebenschancen werden von vielen Patientinnen gestellt. Bezüglich der Heilungsrate sind Ärzte sehr zurückhaltend, zu individuell und zu unvorhersehbar sind hier getroffene Aussagen. Die Frage nach der Lebensqualität während der Behandlung ist nicht immer leicht zu beantworten. Bemerken lässt sich aber, dass sich die Medizin neben den Therapiefeldern auch immer mehr bemüht, das Leben mit der Krankheit durch verschiedene Säulen, physisch und psychisch zu verbessern.Umfassende Aufklärungsgespräche ermöglichen es den Ärzten, gemeinsam mit der Patientin und vorzugsweise einem mit hinzugezogenem Vertrauten, die Behandlungsentscheidungen patientenorientiert zu treffen. Die Wahl der Behandlung richtet sich primär nach dem Stadium des Tumors. Die Eierstockkrebsbehandlung wird im Allgemeinen als Kombinationstherapie aus Chemotherapie und Operation durchgeführt. In der Regel beginnt diese mit einer Operation und die Chemotherapie schließt sich an. Gerade im Anfangsstadium der Krankheit kann auch eine alleinige Operation Erfolg versprechen.Von entscheidender Bedeutung für den Heilungserfolg ist die komplette Entfernung des Tumors. In der operativen Behandlung wird beim Eierstockkrebs ein längs gerichteter Bauchschnitt durchgeführt. Dieser verläuft ausgehend vom Schambein weiter bis zum Bauchnabel.

Gerade dieser weite Schnitt ist erforderlich, um im Rahmen der Operation den Bauchraum detailliert absuchen zu können und die Operation darüber hinaus auch komplikationsarm zu gestalten. Dazu müssen im Allgemeinen die Gebärmutter, die Eierstöcke, die Eileiter und auch teilweise das Bauchfell entfernt werden. In einem sehr frühen Stadium der Krankheit sind die kompletten Eingriffe unter Umständen nur in geringerer Form nötig. Auch ein einseitiger Tumorbefall könnte dazu führen, dass nicht beide Eierstöcke entnommen werden müssen, doch nicht immer ist die Diagnose des Befalls so deutlich zu treffen. Im Rahmen dieser Operation wird der Arzt auch aus vergrößerten Lymphknoten verdächtige Gewebeproben entnehmen und in seiner Diagnose fortfahren. Der ganze Bauchraum der Patientin muss während der Operation systematisch auf Metastasen untersucht werden.

Sollten sich im Rahmen der Operation keine Tumoren zeigen, werden die geplanten Gewebeproben entnommen. Einige Fachkliniken entschieden sich für eine Kochsalzlösung, mit der eine Bauchspülung durchgeführt wird, um einen möglicherweise wenig sichtbaren Befall zu finden. Bei dem Eingriff ist eine enge Verzahnung der Fachbereiche Chirurgie und Gynäkologie erforderlich. Fachkliniken arbeiten hier interdisziplinär. Zu beachten ist, dass erst direkt beim Eingriff erkannt wird, welches operative Ausmaß geboten ist. Da der Tumor möglichst in allen seinen Ausweitungen entfernt werden soll, muss sich der Arzt vor der Operation über die Patientenwünsche verständigen. In speziellen Tumorzentren ist das Fachpersonal geschult, auch auf unerwartete Ausprägungen des Krankheitsbildes, die sich erst im Rahmen der Operation dartun, zu reagieren.Eierstockkrebs gilt als einer der Tumoren, die eine hohe Ansprechbarkeit auf eine Chemotherapie aufweisen. Durch diese Chemotherapiesensibilität ist eine hohe Wirksamkeit dieser Behandlungsform gegeben. Nach der Tumorentfernung oder zumindest der Verkleinerung des Tumors wird daher regelmäßig die Chemotherapie zur Anwendung kommen. Medizinische Untersuchungen ließen erkennen, dass Eierstockkrebs empfindlich auf eine Behandlung mit Zystostatika reagiert.

Diese Medikamente werden aus Pilzen oder Pflanzen extrahiert und sollen in die DNA der Patientin eingreifen. Damit kommen sie direkt an die Position, wo die Informationen der bösartigen Tumorzellen im Organismus gespeichert sind. Diese Pflanzenwirkstoffe werden daher speziell während der postoperativen Chemotherapie eingesetzt, um die Zellen abzutöten, die vom Krebs befallen sind. Mittels eines Ports oder eine Flexüle wird die Chemotherapie direkt über Venen verabreicht. Denn auch beim Eierstockkrebs ist es wichtig, den Körper in seiner Gesamtheit zu erreichen. Betroffene Organsysteme dürfen nicht außen vor bleiben. Durch den Einsatz spezialisierter Wirkstoffe können anschließend an die Operation Metastasen und eventuelle Tumorreste effektiv bekämpft werden.

Als Substanz wird oftmals Carboplatin in Verbindung mit Paclitaxel verabreicht, insbesondere die platinreichen Substanzen zeigten sich wirksam.Nach der Operation wird in einem Zeitraum von etwa vier bis sechs Wochen mit der Chemotherapie begonnen. Dabei werden Zyklen festgelegt, die vom Ansprechen des Körpers auf die Behandlung abhängig gemacht werden. Da auch die Verträglichkeit der Medikamente eine Größe ist, die im Zyklus berücksichtigt werden muss, kann dieser erst während der Behandlung eindeutig zeitlich als Abschnitt festgelegt werden. In den letzten Jahren wurden vielfältige Fortschritte auf dem Gebiet der Chemotherapie erreicht, so dass durch neue Substanzen und Medikamente, die unterstützend wirken, eine weitaus höhere Verträglichkeit gegeben ist. Durch die sogenannten Supportiva wurde es möglich, dass die Behandlung des Eierstockkrebses in Form der Chemotherapie auch ambulant durchgeführt werden kann.

Vorbeugend werden damit in Verbindung gegen die Übelkeit entsprechende Wirkstoffe gegeben und auch Nebenwirkungen können so reduziert werden. In jedem Fall muss ein enger Kontakt zum behandelnden Arzt gehalten werden, so dass über Nebenwirkunken der Chemotherapie, auch wenn sie von der Patientin nicht eindeutig ihrem Krankheitsbild zugeschrieben werden, sofort berichtet werden kann. Auch die angepasste Dosierung an das Gewicht und die Körpergröße der Patientin und auch, wenn erforderlich nach der Nierenfunktion, trägt zur Verträglichkeit bei der Therapieform bei.Speziell die Antikörpertherapie ist eine Form der Behandlung für Patientinnen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Die erst seit Dezember 2011 eingesetzte Therapiemöglichkeit befindet sich auf wissenschaftlich hochaktuellem Stand. Bei einigen Betroffenen entschieden sich die Ärzte dazu, die Chemotherapie in ihren Ergebnissen durch zusätzliche Medikamente zu verbessern. Bei dieser Behandlungsmethode wird von einer zielgerichteten Therapie gesprochen. Zur Anwendung kam hier bei dieser Antikörpertherapie mitunter das Medikament Bevacizumab. Es hilft dabei, bei den Krebstumoren die Bildung neuer Blutgefäße zu unterbinden. Denn Krebszellen, die sich selbst schlechter mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen können, werden in ihrem Wachstum gehindert. So kann ein Streuen des Tumors verzögert werden. Das progressionsfreie Überleben kann damit, wie Patientinnen in Kontrollgruppen zeigten, verlängert werden.

Eierstockkrebs Verlauf

Ein verbreiteter Irrtum beim Eierstockkrebs ist, dass zwingend beide Eierstöcke befallen sein müssen. Dies ist jedoch nur bei etwa 50 Prozent aller Krankheitsfälle gegeben. In jedem Fall versucht die Krankheit in ihrem Verlauf, die äußere Kapsel des von ihr betroffenen Eierstocks zu durchbrechen. Metastasen können sich so ungehindert in die Bauchhöhle ausbreiten und von dort aus weiter wandern. Doch nicht nur über Bauchhöhle und Bauchfell selbst kann die Ausbreitung erfolgen, sondern auch über die Lymphbahnen und das Blut erfolgt die Streuung. Metastasen in der Lunge, im Brustfell, in der Leber, in den Lymphknoten, in den Beckenaterien oder der Bauchschlagader können die Folge sein.Zu unterscheiden ist daher das jeweilige Krankheitsstadium, das klassischerweise durch die Medizin in vier Stadien aufgeteilt wird.

Im Tumorstadium eins wird vorerst nur das Eierstockgewebe eines oder beider Eierstöcke befallen. Beim Stadium zwei erfolgte die Ausbreitung bereits im Becken. Beim dritten Stadium sind Metastasen in den Lymphknoten oder der Peritonealkarzinose (Bauchhöhle) gestreut. Im vierten Stadium befinden sich die Metastasen nicht mehr nur innerhalb der Bauchhöhle, sondern auch außerhalb in anderen Körperregionen.Um über den Verlauf und die Prognose Aussagen zu treffen, ist die Bestimmung des Tumortyps im Einzelfall erforderlich. Eine Erkrankung, die sich im Stadium 1 befindet, hat gute Aussichten. Mit der Ausbreitung in Bauchhöhle und Becken und der Streuung von Metastasen sinken die Heilungschancen des Eierstockkrebses. Befindet sich der Krebs in einem so fortgeschrittenen Stadium, konnte festgestellt werden, dass er oft rezidiv auftritt, in diesen Fällen demnach auch nach abgeschlossener Therapie wieder ausbricht.

Die Stadien sind im Einzelnen weiter zu unterteilen. Allein für den Eierstockkrebs auf einer fortgeschrittenen Stufe erfolgt eine Einteilung in weitere vier Subtypen, die voneinander differenzieren. Diese Aufspaltungen ergeben sich durch neuere Untersuchungen der Genetik und ermöglichen es, die Behandlung auch spezifischer als zuvor auf den nunmehr festgelegten Subtyp abzustimmen. Eine individualisierte Therapie hilft, größere Behandlungserfolge auch im teilweise fortgeschrittenen Stadium zu erzielen.Einen weiteren Anhaltspunkt über den Verlauf der Krankheit gibt der Tumorrest, der sich nach der Operation noch im Körper befindet. Insbesondere seine Größe gibt Aufschluss, je kleiner umso besser ist die Prognose für die Patientin. Die beste Ausgangssituation für Heilungschancen ergibt sich für Patientinnen ohne postoperativen Tumorrest. Beim Eierstockkrebs wird die Überlebensrate statisch in Fünf-Jahres-Abschnitten angegeben.

Der Mittelwert der Patientinnen, die diese kritische Phase überleben, liegt zwischen 30 Prozent bis 40 Prozent. Dieser auf den ersten Blick unbefriedigende statistische Wert ergibt sich durch die oft erst späte Diagnosestellung. Umso früher der Krankheitsausbruch erkannt wird, desto höher liegen hier auch die Heilungschancen.Auch nach einer Therapie ist die Nachsorge in regelmäßigen Abständen nötig. Besonders ein Rückfall soll so rechtzeitig erkannt werden, um entsprechend reagieren zu können. Im Rahmen des Nachsorgekonzepts wurde daher bestimmt, dass in den drei Jahren nach der Behandlung des Eierstockkrebses quartalsweise eine Untersuchung erfolgt. In den sich anschließenden zwei Jahren wird halbjährlich kontrolliert und darauf folgend einmal im Jahr. Bei den Nachsorgeuntersuchungen werden weiterhin die Symptome der Patientin abgefragt und der Bauchraum und die weiblichen Geschlechtsorgane abgetastet.

Im Rahmen der Nachsorge wird auch eine Sonografie durchgeführt. Die Betreuung erstreckt sich darüber hinaus auch auf den psychischen Bereich und soll die Belastungen, die mit der Krebserkrankung und der Therapie einhergehen, verringern.Nicht wenige Patientinnen stellen sich die Frage nach dem Fortschreiten der Krankheit. Konnten alle Tumorzeichen durch die Chemotherapie bekämpft werden, kann sich eine Heilung einstellen. Dennoch kann es vorkommen, dass trotz Verschwinden der Tumorzeichen die Krebserkrankung zurückkommt. Bei Betroffenen wird dies im Rahmen der Nachsorgeuntersuchung festgestellt. Die Behandlung kann jedoch oft unter beibehalt einer angemessenen Lebensqualität durchgeführt werden. Über eine neue Operation oder andere Therapieverfahren wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt entschieden.

Eierstockkrebs Vorbeugen

Bei vielen klinischen Untersuchungen stand die Frage nach der Vorbeugung für die Entstehung von Eierstockkrebs im Raum. Doch Erfolge bezüglich möglicher Präventivmaßnahmen konnte keine verzeichnet werden. Bisher sind keine Möglichkeiten bekannt, Tumore in den Eierstöcken zu verhindern. Direkt vorgebeugt werden kann der Krankheit infolgedessen nicht. Schwangerschaften in jungen Jahren und die Einnahme der Antibabypille können das Risiko für die Erkrankung offensichtlich verringern. Das allgemeine Krebsrisiko durch ausreichende Bewegung und eine gesunde Ernährung zu senken, kann zudem als förderlich gesehen werden.

Untersuchungen, um eine Früherkennung von Eierstockkrebs zu ermöglichen, sind nicht gesetzlich vorgesehen. Sollten sich jedoch Symptome einstellen, die auf den Krankheitsausbruch hindeuten könnten, insbesondere Blutungen in oder nach den Wechseljahren, Zwischenblutungen, Verdauungsstörungen oder ein Gewichtsverlust, sollten diese abgeklärt werden.Liegen Genmutationen vor, die das Risiko für Eierstockkrebs oder Brustkrebs erhöhen, sollte über weitreichendere vorbeugende Maßnahmen nachgedacht werden. Nach Abschluss der Familienplanung haben sich Frauen mit erhöhter genetischer Wahrscheinlichkeit mitunter zur Entfernung der Eierstöcke entschieden, um bestehende Risiken zu senken.

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