Brustkrebs

Als Brustkrebs wird der bösartige Tumor an der Brustdrüse bezeichnet. An diesem sogenannten Mammakarzinom erkranken in Deutschland pro Jahr etwa 71.000 Frauen. Auch Männer können in seltenen Fällen ebenfalls Brustkrebs bekommen. Neben einem ungesunden Lebensstil gelten hormonelle Einflüsse als Risikofaktoren für den Brustkrebs. Übergewicht zählt ebenso wie Rauchen und der übermäßige Genuss von Alkohol zu den Faktoren, die das Risiko auf Brustkrebs verstärken. Erbliche Veranlagung gehört auch zu den weiteren Risikofaktoren, jedoch die Gene spielen letzten Endes nur eine kleinere Rolle bei der Mehrzahl der Betroffenen. Es werden aber Gentests empfohlen bei Frauen, in deren Familie mehrere Fälle von Brustkrebs aufgetreten sind.

Frauen mit einer genetischen Veranlagung können häufiger und früher die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Dennoch gibt es aber auch für sie keine besondere Behandlung, wenn der Risikofaktor erkannt wurde. Die Ursachen von Brustkrebs wurden bisher noch nicht abschließend ermittelt.Wie bei vielen Krebsarten gilt auch beim Brustkrebs, je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine Heilung. Daher ist die regelmäßige Selbstuntersuchung neben den Kontrollen der Brust durch einen Gynäkologen besonders wichtig. Innerhalb der empfohlenen Intervalle sollte auch die Mammografie, also eine Röntgenuntersuchung der Brust, durchgeführt werden.

Inzwischen werden weitere Untersuchungen zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs herangezogen, dazu zählen Ultraschall, die sogenannte Sonografie und die Magnetresonanztomografie, das ­MRT. Liegt bereits ein Verdacht auf Brustkrebs vor, wird auch eine Gewebeprobenentnahme mittels einer Biopsie durchgeführt. In der Regel wird beim Brustkrebs eine Operation als erste Therapie genutzt. Je nachdem, ob es möglich ist die Brust zu erhalten, um den Tumor gezielt zu entfernen, werden nur Teile der Brust entnommen. Anschließend kommen in der Regel Bestrahlung und Chemotherapie zum Einsatz, je nach Ausbreitung des Tumors und eventuell vorhandener Tochtergeschwulste.

Brustkrebs Ursachen

Brustkrebs Symptome & UrsachenWenn man die Brust in vier Teile einteilt mit der Brustwarze als Mittelpunkt, dann tritt Brustkrebs am häufigsten im oberen äußeren Teil der Brust auf. Hier ist der größte Teil der Brustdrüse angesiedelt. Etwa ein Prozent aller Erkrankungen an Brustkrebs betreffen Männer. Sie sind aber im Durchschnitt deutlich älter als die betroffenen Frauen, wenn der Brustkrebs auftritt. Da die Ursachen nicht abschließend geklärt sind, warum überhaupt jemand an Brustkrebs erkrankt, ist auch nicht klar, warum auch Männer daran erkranken können.

Die weitaus meisten Patienten erkranken spontan ohne eine klare Ursache. Es sind verschiedene Risiken ermittelt worden, die für den Brustkrebs verantwortlich sein könnten.Zu den bisher bekannten Risikofaktoren, die Brustkrebs begünstigen, zählt eine im Frühstadium gutartige Vermehrung von Drüsenläppchen und Brustbindegewebe. Frauen, bei denen bereits mehrere Familienmitglieder an Brustkrebs erkrankt sind, haben ein besonders hohes Risiko ebenfalls Brustkrebs zu bekommen. Auch eine späte erste Schwangerschaft nach dem dreizigsten Lebensjahr und Kinderlosigkeit zählen ebenso wie das besonders frühe Einsetzen der Regelblutung und eine sehr späte Menopause dazu.

Vielfach wird die längerfristige Einnahme von weiblichen Sexualhormonen mit Brustkrebs in Verbindung gebracht. Eine ständig zu fettreiche Ernährung und natürlich wiederum Rauchen und Alkoholkonsum sind Faktoren, die eine Erkrankung an Brustkrebs vermutlich begünstigen. Das Risiko für Brustkrebs wird außerdem durch die Antibabypille und eine Hormonersatztherapie für Wechseljahrsbeschwerden gesteigert.

Etwa fünf bis zehn Prozent der an Brustkrebs erkrankten Frauen sind positiv auf eine genetische Veranlagung getestet worden. Vor allem wenn Mutter oder Schwester bereits an Brustkrebs erkrankt sind, liegt das Risiko sehr hoch ebenfalls diese Krankheit zu bekommen. Zwei verschiedene Tumorgene sind bisher ermittelt worden, die ursächlich an einer Brustkrebserkrankung durch das Erbgut sind. Die Gene BRCA 1 und 2 erhöhen das Risiko der Trägerinnen dieser Gene auf fünfzig bis 85 Prozent, ebenfalls an Brustkrebs zu erkranken. Die Bezeichnung BRCA steht für den englischen Begriff für Brustkrebs, nämlich Breast Cancer. Allerdings sind diese Gene nicht nur für Brustkrebs verantwortlich, sondern sie erhöhen auch das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken. Bei Männern, die das BRCA Gen tragen, steigt die Wahrscheinlichkeit an Prostata- oder Darmkrebs zu erkranken.Frauen können einen Gentest durchführen lassen, wenn mindestens drei Frauen in der Familie an Brustkrebs erkrankt sind oder wenigstens zwei Frauen, bei denen eine davon bereits vor dem 51. Lebensjahr von dem Brustkrebs betroffen wurde.

Auch Frauen, bei denen eine Verwandte an Brustkrebs erkrankt ist und eine weitere Verwandte an Eierstockkrebs können sich ebenso testen lassen, wie Frauen bei denen verschiedene schwerwiegende Krebserkrankungen in der weiblichen Verwandtschaft aufgetreten sind. Sinnvoll ist auf jeden Fall die Nachfrage bei einem Frauenarzt, im Rahmen der Brustuntersuchung, wenn es Fälle von Brust- oder Eierstockkrebs in der Verwandtschaft gibt. Dieser kann dann klären, ob ein Gentest sinnvoll ist, und ob die Krankenkasse die anfallenden Kosten dafür übernimmt.

Brustkrebs Symptome

Die meisten Tumore in der Brust bereiten im frühen Stadium keinerlei Schmerzen oder Beschwerden. Frauen sollten daher regelmäßig die Brust auf Veränderungen überprüfen und selbst abtasten, um eventuelle kleine Knoten rechtzeitig zu entdecken. Eine Einziehung von Haut an der Brust oder gar eine Einziehung der Brustwarze können ebenso Hinweise und Symptome für Brustkrebs sein, wie Verhärtungen oder Knoten in der Brust, die vorher nicht vorhanden waren. Sollte neuerdings eine Größendifferenz der beiden Brüste auftreten oder sie beim Heben der Arme unterschiedlich aussehen, kann auch dies ein Symptom für Brustkrebs sein.

Ein Warnhinweis auf Brustkrebs sind Absonderungen, wie Eiter, Blut oder ein wässriges Sekret aus einer Brustwarze. Eine starke Rötung, die plötzlich auftritt oder eine andere Veränderung an Brustwarze oder Brust sind ebenfalls Warnsignale für einen Brustkrebs. Abklären lassen sollte man auch vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen. Beim regelmäßigen Abtasten der Brust sollte daher auch stets die Achselhöhle mit überprüft werden. Keines dieser Symptome muss zwangsläufig einen Brustkrebs anzeigen. Doch um diesen auszuschließen und auch um sich selbst zu beruhigen, sollte man die Brust von einem Arzt auf Brustkrebs hin untersuchen lassen.

Brustkrebs Diagnose

Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto höher sind die Chancen auf eine Heilung für die Frau. Daher sollte man jeden Verdacht auf Brustkrebs unbedingt ärztlich abklären lassen. Der Arzt wird als Erstes die Krankengeschichte seiner Patientin erfragen. Hilfreich ist es, im Vorfeld bereits zu überlegen, ob Erkrankungen an Brustkrebs in der Familie vorliegen. Der Arzt tastet dann die beiden Brüste und die Achselhöhlen ab. Auch die Schlüsselbeingruben werden per Tastbefund vom Arzt überprüft. Anschließend macht der Mediziner eine Ultraschalluntersuchung, die sogenannte Sonografie und danach eine Röntgenuntersuchung, die Mammografie.Vielfach kann mit der Mammografie bereits eine gutartige von einer bösartigen Veränderung im Brustbereich unterschieden werden. Auch die Anzahl und Größe der Veränderungen kann der Mediziner auf der Mammografie ebenso wie Mikroverkalkungen sehen. In den Gängen des Brustdrüsengewebes kann sich Mikrokalk ansammeln. Dies gilt als ein eventueller Hinweis auf einen meist noch sehr kleinen Tumor. Allerdings ist Mikrokalk nur in den wenigsten Fällen ein echter Hinweis auf Brustkrebs, denn nur in etwa zwanzig Prozent aller Fälle ist dann tatsächlich ein Mammakarzinom in der Brust entstanden.Die Sicherheit der Diagnose bei Brustkrebs wird durch eine Kombination von Ultraschalluntersuchung und Mammografie erhöht. Damit der Arzt endgültig beurteilen kann, ob die Veränderungen in der Brust gutartig oder bösartig sind, wird eine Gewebeprobe, die Biopsie entnommen. Dabei kommen verschiedene Formen der Biopsie zum Einsatz. Wenn eine auffällige Veränderung leicht zu erreichen ist, wird diese komplett entfernt, dies wird als Exzisionsbiopsie bezeichnet. Wenn mit einer Hohlnadelstanze eine Gewebeprobe mithilfe des Ultraschallsichtgeräts entnommen wird, bezeichnet man diesen Vorgang als Stanzbiopsie. Bei der Vakuumbiopsie wird mit einer circa drei Millimeter dicken Hohlnadel, in der ein kleines Hochgeschwindigkeitsmesser enthalten ist, eine Gewebeprobe entnommen. Dabei wird der genaue Entnahmepunkt mittels Bildüberwachung, wie beispielsweise Röntgen ermittelt. Handelt es sich um einen bereits zu ertastenden Knoten, werden einzelne Zellen mit besonders dünnen Nadeln bei der Feinnadelbiopsie entnommen.

Alle Gewebeentnahmen werden im Anschluss von einem Pathologen auf Krebszellen hin untersucht. Die mikroskopische Gewebeuntersuchung, die sogenannte Histologie, gibt nicht nur Auskunft, ob Brustkrebs bei der Patientin vorliegt, sondern auch welcher Typ von Tumor sich entwickelt hat und welchen Grad der Aggressivität dieser Tumor aufweist. Diese Daten sind wichtig für das sogenannte Grading, um den Brustkrebs einzuteilen. Eine Magnetresonanztomografie, das MRT wird nur in Einzelfällen und besonderen Indikationen für die Diagnose von Brustkrebs eingesetzt. Eine Blutuntersuchung kann eine Diagnose abschießen, wenn die körpereigenen Stoffe CEA und CA 15-3 als Tumormarker im Blut vermehrt auftreten. Diese werden im Verlauf der Erkrankung regelmäßig vom Arzt bestimmt. Auch bei der Nachsorge können diese Werte einen Anhaltspunkt liefern auf ein Wiederauftreten des Mammakarzinoms.Wer an Brustkrebs erkrankt ist und dabei ein hohes Risiko für Tochtergeschwülste, also Metastasen aufweist, die in Leber, Lunge oder den Knochen auftreten können, muss weitere Untersuchungen durchführen lassen. Dabei werden die Lungen geröntgt, oder es wird eine Ultraschalluntersuchung der Leber durchgeführt.

Auch eine Knochenszintigrafie, dies ist eine nuklearmedizinische Untersuchung der Knochen, kann notwendig sein, bei einem Verdacht auf eine Tochtergeschwulst an den Knochen.Erst nach Abschluss aller Untersuchungen ist es möglich, den Brustkrebs in das TNM Schema von Tumorgröße, Lymphknotenbefall, im englischen node, und Metastasenbildung einzuordnen. Aus dieser Einordnung wird dann eine Einteilung in Stadien erfolgen. Diese bestimmt gemeinsam mit einer Histologie, also einer Gewebeuntersuchung, wie die Prognose für die Patientin aussehen könnte und dient als Entscheidungshilfe bei der Behandlungsstrategie. Die Tumore beim Brustkrebs werden grob in zwei verschiedene Typen unterteilt. Dies ist zum einen das in den Milchgängen wachsende Milchgangskarzinom, das duktale Karzinom und zum anderen das Läppchenkarzinom, auch lobuläres Karzinom, das sich in den Milchdrüsen ansiedelt.Wenn bei der Patientin ein duktales Karzinom diagnostiziert wird, heißt dies, es befindet sich in den Milchgängen ein Mammakarzinom in seiner Vorstufe. Dieser Brusttumor wächst nicht in weiteres Gewebe und ist zunächst auf die Milchgänge beschränkt. Dieses frühe Stadium ermöglicht es dem Brustkrebs noch nicht, Metastasen zu bilden.

Die Diagnose wird mit einer Mammografie gestellt. Hierbei kann der Arzt kleinste Kalkablagerungen entdecken, wenn ein duktales Karzinom vorhanden ist. Im Anschluss wird dann eine Biopsie durchgeführt, um die Diagnose des duktalen Karzinoms abzusichern. Das lobuläre Karzinom, welches sich in den Milchdrüsen bildet, wird auf die gleiche Weise diagnostiziert wie das duktale Karzinom.Eine sehr ungewöhnliche Form von Brustkrebs stellt das inflammatorische Karzinom dar, das entzündlich ist. Tumorzellen brechen dabei in die Lymphbahnen unter der Haut ein. Dadurch wird ein Lymphstau verursacht, der zudem eine Schwellung von ausgedehnten Hautbereichen nach sich zieht. Diese Art von Brustkrebs zeigt eine Rötung, die ähnlich wie eine Entzündung oder auch häufig ähnlich wie eine Orangenhaut aussieht. Ein inflammatorisches Karzinom wird zwar leicht diagnostiziert, erfordert aber eine intensive Chemotherapie bereits vor der Operation. Anschließend wird in der Regel auch noch eine Bestrahlung durchgeführt.

Brustkrebs Therapie / Behandlung

Für die Wahl der besten Behandlung bei Brustkrebs spielt die Tumorgröße neben den Gewebeeigenschaften des Tumors eine große Rolle. Ermittelt werden muss vor der Behandlung auch der Hormonrezeptorstatus des Tumors, also die Rezeptoren für weibliche Sexualhormone, die der Tumor aufweist. Weiterhin muss zunächst eingeschätzt werden, ob bereits eine Metastasierung, also eine Streuung der Tumorzellen eingesetzt hat. Welche Therapie für die Patientin die beste ist, hängt auch davon ab, ob die Frau bereits die letzte Regelblutung hatte und somit in die Menopause eingetreten ist. Außer der Operation und einer Strahlentherapie hat sich beim Brustkrebs auch die ergänzende, also adjuvante und neoadjuvante Chemotherapie ebenso wie eine Hormontherapie als nützlich erwiesen. Die Chance auf eine Heilung wird durch diese Möglichkeiten erheblich erhöht.

Die adjuvante Therapie wird nach der herkömmlichen Primärtherapie, dies ist meist die Operation, durchgeführt. Die neoadjuvante Therapie wird dagegen bereits vor der Operation durchgeführt und soll vor einem Eingriff den Brustkrebs erheblich verkleinern, um die Folgen der Operation und den Eingriff kleiner zu halten.Heutzutage ist es dank des Einsatzes von Chemotherapie und/oder Strahlentherapie bei der Operation meistens möglich die Brust der Patientin zu erhalten. Allerdings ist das Risiko, erneut einen Tumor zu bekommen deutlich erhöht, wenn lediglich eine brusterhaltende Operation im Gegensatz zu einer vollständigen Brustentfernung durchgeführt wurde. Durch die folgende Bestrahlung des übrigen Brustgewebes soll dieses Risiko erheblich gesenkt werden. Auf lange Sicht gesehen werden auch die Überlebensraten nach einem Brustkrebs deutlich verbessert, wenn eine Strahlentherapie durchgeführt wurde. Deshalb wird in den allermeisten Fällen nach einer brusterhaltenden Operation eine Strahlentherapie verordnet.

Für die Therapie ist es auch entscheidend, ob sich der Krebs bereits in den Lymphknoten der Achselhöhle ausgebreitet hat. Zwei Vorgehensweisen sind möglich bei der Feststellung, der Arzt kann mehrere Lymphknoten direkt entnehmen und untersuchen oder es wird dem Patienten eine radioaktiv markierte Substanz vor der Operation in die Nähe des Tumors gespritzt. Im Anschluss wird mit einem Messgerät festgestellt, in wieweit der radioaktive Stoff sich bereits in den Lymphknoten angereichert hat. Als Wächterlymphknoten bezeichnet man den ersten Lymphknoten, der das Radionuklid gespeichert hat. Dieser Lymphknoten wird entfernt und sofort untersucht. Sollte er von Krebszellen befallen sein, wird der Arzt ebenfalls die anderen Lymphknoten entfernen.Mit der adjuvanten Therapie sollen alle im Körper möglicherweise noch verbliebenen Krebszellen vollständig vernichtet werden, damit der Brustkrebs nicht später neu aufflammt. Ganz abhängig vom Krankheitsstadium wird die ergänzende Therapie im Anschluss an die Operation oder eine andere Primärtherapie durchgeführt. Es wird aber zum Beispiel bei Frauen mit einem sehr geringen Risiko auf einen erneuten Brustkrebs, dem sogenannten Rezidivrisiko auch häufig auf eine adjuvante Therapie verzichtet.

Ebenfalls wichtiger Bestandteil der Therapie bei Brustkrebs ist die Strahlentherapie. Sie wird meist nach einer brusterhaltenden Operation als Ergänzung eingesetzt. Damit soll die Gefahr eines erneuten Brustkrebsbefalls gesenkt werden und eventuell noch verbliebene Krebszellen sollen abgetötet werden. Das Risiko eines Rückfalls liegt ohne die Strahlentherapie im Durchschnitt bei etwa dreißig Prozent, durch die Bestrahlung sinkt es dann auf zehn Prozent.Wenn die Brust aber vollständig entfernt ist, wird durch den Arzt geprüft, ob eine Strahlentherapie im Nachgang noch notwendig ist. Vor allem wenn der Tumor besonders groß war und vielleicht bereits den Brustmuskel und die Haut befallen hatte, wird zusätzlich noch eine Bestrahlung verordnet. Eine Bestrahlungstherapie dauert in der Regel einige Wochen. Die Patientinnen werden an vier bis fünf Tagen in der Woche für wenige Minuten bestrahlt. Diese Behandlung kann meistens ambulant erfolgen. Körperliche Erschöpfung und eine Reizung der Haut können die Nebenwirkungen der Strahlentherapie sein. Ob weitere Körperbereiche bestrahlt werden müssen hängt ganz von dem Befund der Gewebeuntersuchung ab und in wieweit sich der Tumor bereits verbreitet hat.

Die Chemotherapie soll ebenfalls wiederum das Wachstum der Krebszellen hemmen. Sie wird entweder über Tabletten oder mittels einer Infusion verabreicht. Die Chemotherapie zieht auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft, vor allem die schnell wachsenden Gewebe der Haut, wie die Magen- und Darmschleimhaut, das Knochenmark und die Haarwurzeln. Daher treten als Nebenwirkung Haarausfall und starke Magen-Darm-Beschwerden auf. Aber auch Abgeschlagenheit und geschwächte Abwehrkräfte gehen mit einer Chemotherapie einher. Inzwischen gibt es eine große Zahl von Medikamenten, die viele Nebenwirkungen abmildern. Auch die Behandlung in Zyklen hilft bei der Erholung von den Nebenwirkungen. Nach jeder Chemotherapie folgt für die Patientin eine Zeit ohne Therapie von nur einer bis hin zu drei Wochen.Über sechzig Prozent aller Tumore bei Brustkrebs hängen von Hormonen ab. Dies bedeutet, dass körpereigene Botenstoffe die Krebszellen zu ihrem Wachstum angeregt haben. Besonders das weibliche Sexualhormon Östrogen ist hier hervorzuheben.

Daher kann sich der Krebs durch eine Hormontherapie wirkungsvoll bremsen lassen. Die Hormontherapie wird aber erst angewendet, wenn eine eventuell notwendige Chemotherapie abgeschlossen ist. Verschiedene Substanzen stehen für die Hormontherapie zur Verwendung bereit. Einer der Wirkstoffe ist beispielsweise das Antiöstrogen Tamoxifen. Dieses Hormon verhindert die Anbindung von Östrogenen sehr zuverlässig. Es wird häufig für Patientinnen verwendet, die ihre Menopause bereits angetreten haben. Allerdings muss die Hormontherapie etwa für fünf Jahre dauerhaft durchgeführt werden. Die Verträglichkeit ist im Allgemeinen sehr gut, wobei als Nebenwirkungen die sonst üblichen Probleme während der Wechseljahre auftreten können. Es wurden in erster Linie Schweißausbrüche und Hitzewallungen beobachtet.

Die sogenannte Radikaloperation, bei der die gesamte Brust entfernt wird, kommt heute nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz. Unter bestimmten Bedingungen ist sie aber nicht zu vermeiden. Dies können ausgedehnte starke Kalkablagerungen innerhalb der Brust sein, oder es ist bei der Patientin keine Bestrahlung möglich. Wenn mehrere Krebsherde in einer Brust angesiedelt sind, oder der Tumor nicht vollständig operativ entfernt werden konnte, wird die Radikaloperation ebenso angewendet wie bei einem ungünstigen Verhältnis von Restbrustgewebe und Tumorgröße. Auch wenn es sich um ein inflammatorisches, also entzündliches Karzinom handelt und wenn die Patientin selbst es wünscht, wird heute noch eine Radikaloperation durchgeführt.Haben sich Tochtergeschwulste in anderen Organen gebildet kann deren Zellteilung sich mit Zytostatika eindämmen lassen. Zytostatika verhindert oder verzögert das Zellwachstum und wird häufig in Verbindung mit einer Hormontherapie und einer Strahlentherapie angewendet, wenn sich Metastasen in anderen Organen oder den Knochen gebildet haben. Die Knochen sind recht häufig von Metastasen betroffen. Der Knochen wird dadurch weniger stabil und es können leichter Knochenbrüche auftreten. Medikamente gegen den Abbau von Knochenmasse werden den Patientinnen mit Brustkrebs als Tabletten oder auch als Infusion über die Vene verabreicht.

Brustkrebs Verlauf

Nach der abgeschlossenen Therapie beginnt für viele Patientinnen die Zeit, an einen Wiederaufbau der Brust zu denken. Vor allem wenn die gesamte Brust entfernt wurde, ist diese auch aus psychologischer Sicht notwendig. Je nach Patientin wird die Rekonstruktion direkt im Anschluss an die Brustentfernung durchgeführt oder bei anderen auch erst Monate oder Jahre später. Je nach Art der Nachbehandlung kann es sein, dass zunächst die Krebserkrankung vollständig geheilt werden muss. Aber auch der Wunsch der Patientin spielt eben wegen der psychischen Auswirkungen eine Rolle bei dem Zeitpunkt der Rekonstruktion.

Zwei Varianten bieten sich an, um die Brust zu rekonstruieren. Zum einen aus körpereigenem Gewebe, wie Muskelgewebe oder Bauchdeckengewebe. Die andere Form besteht darin, Silikonpolster oder Kunststoffkissen mit einer Kochsalzlösung als Prothesen einzuarbeiten. Eine regelmäßige Nachsorgeuntersuchung ist im Abstand von zunächst drei Monaten sehr wichtig. Einmal jährlich sollte wieder eine Mammografie stattfinden, wenn noch eine gesunde Brust erhalten ist.

Brustkrebs Vorbeugen

Vorbeugen kann man dem Brustkrebs nicht. Es ist lediglich möglich, einige Risikofaktoren auszuschalten. Übermäßiger Alkoholgenuss und Übergewicht, sowie Rauchen sollten gemieden werden. Die zur Linderung während der Wechseljahre eingenommenen Hormone sollten von den Patientinnen nur unter strengster ärztlicher Aufsicht und für möglichst kurze Zeit genommen werden.

Da man der Erkrankung nicht wirklich vorbeugen kann, gewinnt die Früherkennung an Bedeutung. Deshalb ist es wichtig nicht nur die Selbstuntersuchung regelmäßig durchzuführen, sondern auch alle Früherkennungen beim Arzt zu nutzen, die ab dem 30. Lebensjahr für alle Frauen zur Verfügung stehen. Vom 50. bis zum 70. Lebensjahr können Frauen sich bei den Reihenuntersuchungen, den sogenannten Screenings untersuchen lassen. Dabei wird die Röntgenuntersuchung der Brust flächendeckend im ganzen Land durchgeführt. Auch diese Untersuchung zahlt ebenso wie die sonstigen Vorsorgeuntersuchungen die Krankenkasse.

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