Startseite ¬Ľ Krankheiten Lexikon ¬Ľ K ¬Ľ Krebs ¬Ľ Blutkrebs

Blutkrebs

Blutkrebs ist eine b√∂sartige Krankheit, bei der die blutbildenden Organe des K√∂rpers, das Lymphsystem und das Knochenmark befallen sind. Der Begriff Blutkrebs ist die eher volkst√ľmliche Bezeichnung f√ľr Leuk√§mie. Weitere Bezeichnungen f√ľr Leuk√§mie sind Hyperleukozytose oder (seltener) Leukose. Bei allen gesunden Menschen werden st√§ndig alte Zellen durch neue ersetzt. Dies geschieht, indem die alten Zellen regelm√§√üig absterben und neue durch Zellteilung hinzugef√ľgt werden. Das Absterben und Neuentstehen von K√∂rperzellen, und auch von Blutzellen, befindet sich beim gesunden Mensch im Gleichgewicht. Nat√ľrliche hemmende Mechanismen sorgen daf√ľr, dass nicht zu viele Zellen absterben und nicht zu viele neue Zellen entstehen.

Die Entstehung neuer Blutzellen oder Blutk√∂rperchen geschieht im Knochenmark. Aus so genannten Stammzellen, das sind unreife Vorl√§uferzellen von Blutk√∂rperchen, werden neue Blutk√∂rperchen gebildet. Dieser Mechanismus ist bei Blutkrebs gest√∂rt. Und zwar so, dass sich erstens Zellen ungehemmt und unkontrolliert je nach Krankheitsverlauf explosionsartig oder langsam durch Teilung vermehren. Und zweitens bleiben diese neuen Zellen unausgereift, das hei√üt ohne Funktion. Die unausgereiften, nicht funktionierenden Leuk√§miezellen nennt man Blasten. Die Anzahl der Blasten ist je nach Blutkrebs -Art (siehe unten) verschieden. Im Laufe der Vermehrung der Blutkrebs – Zellen verdr√§ngen diese die Zellen der gesunden Blutbildung, so dass zus√§tzlich zum hohen Blastenaufkommen die normale Blutbildung gehemmt wird. Dadurch entstehen Symptome wie Infektionsanf√§lligkeit wegen des geschw√§chten Abwehrsystems. Das hei√üt, einfache Infektionen k√∂nnen t√∂dlich verlaufen. Es entstehen An√§mien (Blutarmut) durch die Reduktion der roten Blutk√∂rperchen. Ebenso werden die bei der Blutgerinnung beteiligten Blutpl√§ttchen dezimiert, was h√§ufige und andauernde Blutungen zur Folge hat. Blutkrebs f√ľhrt unbehandelt zum Tod.

Blutkrebs Ursachen

Blutkrebs SymptomeDie genauen Ursachen f√ľr die Erkrankung sind noch nicht bekannt. Allerdings haben Studien eine Reihe von Risiken hervorgebracht, die bei der Entstehung von Blutkrebs eine Rolle spielen k√∂nnen. Zusammengefasst handelt es hierbei um Strahlungen, chemische Substanzen in Umwelt und Nahrungsmitteln, Rauchen, einige Medikamente und angeborene Erbgutver√§nderungen. Das Vorliegen eines oder mehrerer der im Folgenden beschriebenen Faktoren bedeutet lediglich, dass das individuelle Erkrankungsrisiko erh√∂ht sein kann. Es bedeutet nicht, dass jemand zwangsl√§ufig an Blutkrebs erkranken muss.

Bei den gut 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland bzw. allen Blutkrebs – Patienten weltweit, ist nicht nachweisbar, warum sie erkrankten. Im Folgenden werden einige bekannte Risikofaktoren f√ľr die Erkrankung an Blutkrebs beschrieben:Medikamente, die die Funktion des Knochenmarks, das an der Blutbildung beteiligt ist, beeinflussen k√∂nnen, gelten als Risikofaktoren f√ľr die Erkrankung an Blutkrebs. Zu diesen Medikamenten z√§hlen unter anderem Mittel, die das Abwehrsystem mindernd beeinflussen, also so genannte Immunsuppressiva und einige Zytostatika.Angeborene Ver√§nderungen im Erbgut k√∂nnen Blutkrebs beg√ľnstigen. Beispielsweise das Down-Syndrom geh√∂rt zu diesen Ver√§nderungen. Down-Syndrom-Patienten haben automatisch ein erh√∂htes Blutkrebsrisiko. Ansonsten konnte die Vererbbarkeit von Leuk√§mie oder Blutkrebs bis heute nicht nachgewiesen werden. Als sicher gilt jedoch, dass das Risiko leicht erh√∂ht ist, wenn in der Verwandtschaft bereits h√§ufig b√∂sartige Krankheiten vorliegen.

Studien legen die Vermutung nahe, dass das Rauchen gut 10 Prozent der j√§hrlichen Neuerkrankungen mitverursacht. Zwischen 9000 und 10.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Blutkrebs bzw. Leuk√§mie. Demzufolge k√∂nnten von den gut 10.000 neuen F√§llen j√§hrlich etwa 1000 Blutkrebserkrankungen durch das Unterlassen von Rauchen vermieden werden.Insektizide sind Gifte, die zur Insektenbek√§mpfung in der Landwirtschaft und damit in der Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Mit Herbiziden wird in der Landwirtschaft so genanntes Unkraut abget√∂tet. Diese Stoffe k√∂nnen mit der Nahrung in den K√∂rper gelangen und das Blutkrebsrisiko erh√∂hen. Andere Gifte wie Biozide, Benzpyren, sowie organische L√∂sungsmittel wie Benzole, kann der Mensch durch Ber√ľhrung, Einatmung oder mit Lebensmitteln in sich aufnehmen und damit ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, an Blutkrebs zu erkranken, erh√∂hen.

Bei Strahlungen gilt die Faustregel: je h√∂her die Dosis, desto wahrscheinlicher die Erkrankung an Blutkrebs. Unter Wissenschaftlern gilt als sicher, dass ionisierende Strahlen, wie R√∂ntgenstrahlen und radioaktive Strahlen, Zellen, mit denen der menschliche K√∂rper das Blut bildet, genetisch ver√§ndern. Aus der genetischen Ver√§nderung durch ionisierende Strahlen, wie R√∂ntgenstrahlen und Radioaktivit√§t kann Blutkrebs entstehen. So gesehen erh√∂ht jede Untersuchung mit R√∂ntgenstrahlen das Risiko eines Patienten, an Blutkrebs zu erkranken.Von einer einzigen Ausnahme abgesehen, gilt als sicher, dass Blutkrebs nicht durch Infektion entsteht. Die Ausnahme ist eine seltene, asiatische Blutkrebs – Form, die in Japan auftrat. Hier wurde nachgewiesen, dass ein Virus f√ľr die Blutkrebs – Erkrankung mitverantwortlich war. Es handelte sich um das HTLV-I (Humanes T-lymphotropes Virus).

Blutkrebs Symptome

Allgemeine Symptome bei einem noch nicht erkannten Blutkrebs k√∂nnen Schw√§chung der Infektionsabwehr, Blutarmut und Blutungsneigung sein. Der Grund f√ľr die schw√§cher werdende Infektionsabwehr liegt im Ausfall neutrophiler Granulozyten bei einer bestimmten Blutkrebsart. Die Folge ist eine sehr hohe Anf√§lligkeit gegen√ľber Infekten. Infekte k√∂nnen bei einer starken Schw√§chung der Abwehr lebensbedrohlich werden. Eine An√§mie bzw. Blutarmut tritt auf, wenn durch die Leuk√§mie zu wenig rote Blutk√∂rperchen gebildet werden. Die Patienten f√ľhlen sich dadurch schwach und niedergeschlagen. Ihr Leistungsdefizit ist betr√§chtlich und nimmt zu. Ein weiteres Anzeichen f√ľr einen m√∂glichen Blutkrebs ist Blutungsneigung. Diese tritt auf, wenn die Blutgerinnung gest√∂rt ist, wenn durch Blutkrebs die so genannten Blutpl√§ttchen fehlen. Die Patienten erleiden zum Beispiel h√§ufiger als sonst Nasenbluten, das auch l√§nger anh√§lt als bei gesunden Menschen.√úber die allgemeinen Symptome hinaus, werden Anzeichen unterschieden, die entweder mehr den akuten Blutkrebsarten oder eher den chronischen Arten zugeordnet werden k√∂nnen. Im Folgenden sind bekannte Symptome beschrieben, die vor der Diagnose einer Leuk√§mie aufgetreten sind. Alle genannten St√∂rungen oder Beschwerden k√∂nnen auch bei anderen Krankheiten auftreten. Sie sind f√ľr sich genommen kein Beleg f√ľr vorliegenden Blutkrebs. Erst eine abkl√§rende Diagnose bringt letzte Klarheit.

Bei chronischen Leuk√§mien versp√ľren die Patienten h√§ufig Unwohlsein und Erm√ľdung. Ihre Leistung geht deutlich zur√ľck. Sie klagen √ľber Fieber und sind nachts h√§ufig schwei√ügebadet. Zudem ist oftmals ein Gewichtsverlust ohne offensichtliche Ursache gegeben. Seltener gehen die genannten Symptome mit einer Vergr√∂√üerung der Milz einher. Ebenso k√∂nnen zus√§tzlich zu den vorgenannten Anzeichen geschwollene Lymphknoten auftreten. Einige Patienten klagen im Vorfeld einer Blutkrebsdiagnose auch √ľber Juckreiz und Hautausschl√§ge. Eine Zunahme von Infekten kann ebenfalls zus√§tzlich zu den vorgenannten Anzeichen auftreten.

Bei akuten Leuk√§mien sind auff√§llige Bl√§sse, sowie Schw√§che und b¬†bei den meisten Patienten offensichtlich. H√§ufig kommt es hier auch zu einer erh√∂hten Blutungsneigung, die sich durch Nasenbluten und auch Zahnfleischbluten zeigt. Oftmalige Zahnfleischentz√ľndungen (Gingivitis), deren Ursache zun√§chst nicht klar ist, werden ebenso beklagt. Dar√ľber hinaus zeigen Patienten einer nicht erkannten Blutkrebserkrankung so genannte spontane blaue Flecken (H√§matome) und Petechien. Petechien sind fl√§chig auftretende, im Einzelnen stecknadelkopfgro√üe Blutungen auf der Haut oder auf den Schleimh√§uten. Ihr Auftreten ist mit einer mit der Leuk√§mie einhergehenden St√∂rung der Blutgerinnung zu erkl√§ren. Wie auch bei chronischem Blutkrebs wurden bei akutem Blutkrebs als Anzeichen geschwollene Lymphknoten und eine vergr√∂√üerte Leber ertastet. Auch Gewichtsverlust ohne offensichtlichen Grund wurde dokumentiert. Des Weiteren klagten Patienten, bei denen in Folge Blutkrebs diagnostiziert wurde, √ľber Knochenschmerzen, Appetitlosigkeit und Nachtschwei√ü.

Blutkrebs Diagnose

Besteht aufgrund von Beschwerden der Verdacht auf das Vorliegen von Blutkrebs, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich, um die Diagnose zu erh√§rten oder zu entkr√§ften. Die Diagnostik h√§ngt stark davon ab, welche Art von Blutkrebs vermutet wird. Wichtig ist es, bei einem begr√ľndeten Anfangsverdacht auf Blutkrebs, die Untersuchungen so schnell wie m√∂glich einzuleiten, um nicht wertvolle Zeit bis zum Beginn der passenden, erforderlichen Behandlung zu vergeuden. Je fr√ľher die richtige Behandlung beginnen kann, desto h√∂her die Wahrscheinlichkeit einer Heilung.Ausf√ľhrliche Anamnese und gr√ľndliche k√∂rperliche Untersuchung.

Vor allen anderen Untersuchungen erfolgt ein ausf√ľhrliches Arzt-Patienten-Gespr√§ch. Darin stellt die √Ąrztin oder der Arzt Risikofaktoren, die beim Patienten zutreffen, fest. Des Weiteren werden Vorerkrankungen und aktuelle Begleiterkrankungen besprochen. Dar√ľber hinaus sind selbstverst√§ndlich die derzeitigen Beschwerden Gegenstand der Anamnese. Wichtig ist, dass der Patient dem Arzt hier alle Einzelheiten im Zusammenhang mit den Beschwerden schildert. Selbst unwichtig erscheinende Details k√∂nnen sehr wichtig sein. Ergibt die Anamnese einen Blutkrebsverdacht, muss unverz√ľglich gehandelt werden. Es folgt die k√∂rperliche Untersuchung. Bei der k√∂rperlichen Untersuchung tastet der Arzt im Wesentlichen Organe ab, die durch Blutkrebs Ver√§nderungen zeigen k√∂nnten. Dazu geh√∂ren eine m√∂glicherweise vergr√∂√üerte Milz oder angeschwollene Lymphknoten. Auch Anzeichen von durch Blutkrebs beg√ľnstigten Infektionen werden hierbei ermittelt. Nach Anamnese und k√∂rperlicher Untersuchung sind zur weiteren Erh√§rtung und Ermittlung von Details weitere Untersuchungen n√∂tig, die im Folgenden kurz beschrieben werden.Blutuntersuchung, Knochenmark, R√ľckenmark

Ein Blutbild kl√§rt, welche Art wei√üer Blutk√∂rperchen b√∂sartig ver√§ndert ist. Die Informationen dienen zur Feststellung, welche Art von Leuk√§mie vorliegt. Im Allgemeinen ist auch eine Knochenmarkuntersuchung n√∂tig. Diese ist nicht zu verwechseln mit einer R√ľckenmarkuntersuchung, die in bestimmten F√§llen notwendig wird. F√ľr die Knochenmarkuntersuchung wird durch Punktion in der Regel aus dem Beckenknochen Mark entnommen. Am entnommenen Mark werden im Labor eine Zytochemie, eine Immuntypisierung und eine Chromosomenanalyse durchgef√ľhrt. Alle drei Untersuchungen dienen der Feststellung der genauen Art des Blutkrebses. Meist nur, wenn der Verdacht besteht, dass die Hirnhaut vom Blutkrebs bereits betroffen ist, wird auch eine so genannte Lumbalpunktion notwendig. Dass Hirnh√§ute bereits befallen sind, kommt oft bei akutem Blutkrebs vor. F√ľr diese Untersuchung wird aus der Lendenwirbels√§ule Nervenwasser aus dem so genannten Nervenwasser- oder Lumbalkanal entnommen. Die Entnahme erfolgt schmerzfrei mit einer feinen langen Hohlnadel. Werden im Nervenwasser Blutkrebszellen gefunden, sind die Hirnh√§ute bereits von der Erkrankung betroffen. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Untersuchungen werden ebenso Chromosomenver√§nderungen ermittelt, aus denen auf den Verlauf und damit auf die passende Therapie geschlossen werden kann.

Bildgebende Untersuchungen erg√§nzen die Diagnostik mit dem Ziel, Informationen √ľber den Zustand der betroffenen Organe zu erhalten. Diese Informationen sind erforderlich, um beispielsweise die Chemotherapie richtig einzustellen. Die bildgebenden Untersuchungen sind Ultraschall, Computer Tomografie (CT), R√∂ntgenaufnahmen und Magnet – Resonanz – Tomografie (MRT). Ultraschall hat den Vorteil f√ľr Blutkrebspatienten, dass er v√∂llig risikolos bez√ľglich der Strahlenbelastung ist. Die CT bedeutet eine nur geringe Strahlenbelastung. R√∂ntgenaufnahmen zur Identifizierung von Infektionsquellen stellen unter den bildgebenden Untersuchungen diejenige mit der h√∂chsten Strahlenbelastung dar und sind dementsprechend sparsam einzusetzen. Die MRT zur Abkl√§rung von R√ľckenmark- und Hirnbefall bedeutet keinerlei Strahlenbelastung.

Blutkrebs Therapie / Behandlung

Der wichtigste Therapiebaustein gegen Blutkrebs ist die Chemotherapie. Weitere Behandlungsm√∂glichkeiten sind Bestrahlung, Zytokine -Therapie, Gabe von Antik√∂rpern oder Signal√ľbertragungshemmern, sowie die Knochenmarktransplantation und die Blutstammzellentransplantation. Ob die Chemotherapie durch andere Behandlungsformen ersetzt wird oder durch diese erg√§nzt wird, richtet sich nach der Art des Blutkrebses und der Schwere der Erkrankung. Da bei Blutkrebs Leuk√§miezellen sich laufend teilen und nicht absterben, so wie gesunde Zellen es tun, greifen die Wirkstoffe der Chemotherapie direkt in die Zellteilung ein, bevorzugt von Zellen, die sich oft teilen.

Bei den Medikamenten handelt es sich um so genannte Zytostatika. Der Nachteil ist, dass dabei auch gesunde Zellen, die sich von Natur aus oft teilen, mit angegriffen werden. Dies f√ľhrt h√§ufig zu unerw√ľnschten Nebenwirkungen (mehr zu Nebenwirkungen, siehe Abschnitt weiter unten). Zytostatika werden entweder als Monotherapie eingesetzt, also einzeln, oder es werden mehrere Medikamente in Kombination eingesetzt. Dies nennt man Polychemotherapie. Liegt ein akuter Blutkrebs vor, erfolgt die Therapie oft station√§r im Krankenhaus. Bei einer chronischen Erkrankung kann die Chemotherapie allerdings auch ambulant erfolgen. In der Regel werden die Medikamente in so genannten Zyklen verabreicht, in denen sich Tage der Medikamentengabe mit Pausentagen abwechseln, wobei letztere zur Erholung der gesunden Zellen dienen. Die Pausen liegen bei etwa 14 Tagen, damit eine Erholung von den Zellgiften gew√§hrleistet ist. Die Gabe der Zytostatika erfolgt oral in Form von Kapseln oder Tabletten oder aber parental als Spritze oder Tropf – Infusion in die Vene. W√§hrend sich die Zytostatika im ganzen K√∂rper verteilen und wirken, kann es zu √úbelkeit kommen. Hiergegen erhalten Patienten vorbeugend Medikamente. Da Zytostatika auf die Blutbildung wirken, m√ľssen w√§hrend der Therapie die Blutwerte engmaschig kontrolliert werden.

Nebenwirkungen der ChemotherapieBei einer Chemotherapie können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Dies hängt damit zusammen, dass zwar einerseits Zytostatika heutzutage individuell auf Patienten abgestimmt werden können, andererseits die Störung gesunder Zellen durch Zytostatika nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Die h√§ufigsten Nebenwirkungen, die w√§hrend der Behandlung auftreten k√∂nnen, jedoch nicht auftreten m√ľssen, sind im Folgenden aufgelistet:

  • Infektionsanf√§lligkeit
  • Blutarmut
  • Blutungen
  • √úbelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Entz√ľndungen der Mundschleimh√§ute
  • Entz√ľndungen der Darmschleimhaut
  • Haarverlust
  • Ausbleiben der Regel bei Frauen, R√ľckgang der Zeugungsf√§higkeit bei M√§nnern, Verringerung der Libido
  • Wechseljahresymptome wie Stimmungsschwankungen, Herzrasen, Nachtschwei√ü, HitzewellenTherapien gegen die unterschiedlichen Blutkrebsformen

Grunds√§tzlich h√§ngt die Behandlungsmethode von der Unterart des diagnostizierten Blutkrebses ab. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, dass akuter Blutkrebs direkt nach der Diagnose sehr aggressiv chemotherapeutisch behandelt werden muss, w√§hrend bei einem chronischen Blutkrebs die Chemotherapie erst ab dem Eintritt in ein bestimmtes Krankheitsstadium erfolgt. Bei einer akuten lymphatischen Leuk√§mie kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein. Mit den Bestrahlungen k√∂nnen von Leuk√§miezellen befallene K√∂rperregionen, die von Natur aus vom Blutkreislauf abgeschottet sind, besser erreicht werden, als durch Zytostatika, welche √ľber den Blutkreislauf im K√∂rper verteilt werden. Diese K√∂rperregionen sind das R√ľckenmark, das Gehirn und der Brustkorb. Zus√§tzlich k√∂nnen in R√ľckenmark und Hirn Leuk√§miezellen durch das Einspritzen von Zytostatika in das Nervenwasser im Lumbalkanal abget√∂tet werden.Knochenmarks- oder Blutstammzellentransplantation ist oft bei allen vier Unterarten von Blutkrebs angezeigt. Einer Transplantation muss immer eine Remission nach Chemotherapie vorausgehen, weil f√ľr eine erfolgreiche √úbertragung vorher alle Leuk√§miezellen abget√∂tet werden m√ľssen.

Dar√ľber hinaus spielen bei einer Entscheidung f√ľr eine Stammzellen√ľbertragung Alter und Fitness des Patienten eine wichtige Rolle. Die Stammzellen, welche alle anderen an der Blutbildung beteiligten Zellen hervorbringen, finden sich im Blut und im Knochenmark. W√§hrend fr√ľher zur √úbertragung von gesunden Stammzellen ausschlie√ülich station√§r Spender – Knochenmark entnommen wurde, wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages in den meisten F√§llen die ambulante Blutstammzellenentnahme angewendet. Dabei werden die Stammzellen, statt aus dem Knochenmark eines passenden Spenders, nach einer stimulierenden Vorbehandlung aus dessen flie√üendem Blut gewonnen. Die Stammzellenspende kann aus dem Eigenblut des Patienten (Eigenspende), dem Blut eines Familienangeh√∂rigen oder aus dem Blut eines fremden Menschen stammen. Der Fremdspender muss geeignet sein. Die Eignung wird in medizinischen Tests festgestellt. W√§hrend der mehrere Wochen andauernden Behandlungsdauer im Zusammenhang mit einer Stammzellen√ľbertragung ist das Immunsystem sehr geschw√§cht. Aus diesem Grund werden die Patienten im Krankenhaus besonders gegen Infektionen gesch√ľtzt und m√ľssen auch nach der Entlassung noch etwa ein Jahr lang besondere Vorkehrungen gegen Infektionen treffen. Allen Therapieverl√§ufen folgt die Zeit der Nachsorge um R√ľckf√§lle zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen. Sie besteht aus Nachsorgeuntersuchungen und Reha – Ma√ünahmen. Au√üerdem wird den Patienten die Teilnahme an Selbsthilfegruppen empfohlen, da die Erfahrungen anderer Betroffener nach der Therapie sehr n√ľtzlich sein k√∂nnen.

Blutkrebs Verlauf

Der Verlauf einer Erkrankung an Blutkrebs ist verschieden. Er h√§ngt von der Art und der Unterart der Erkrankung ab. Der Verlauf von Blutkrebs wird √ľblicherweise nach dem zeitlichen Ablauf bestimmt und danach, welche Zelltypen vorwiegend an der Erkrankung beteiligt sind. Man unterscheidet zun√§chst zwischen chronischem und akutem Blutkrebs. Beide Verlaufsarten werden dann noch einmal unterteilt in myeloische Leuk√§mie und lymphatische Leuk√§mie. Demnach werden die vier wichtigsten Blutkrebsarten und -verl√§ufe wie folgt unterschieden und entsprechend abgek√ľrzt:

  • akute myeloische Leuk√§mie (AML)
  • akute lymphatische Leuk√§mie (ALL)
  • chronische myeloische Leuk√§mie (CML)
  • chronische lymphatische Leuk√§mie (CLL)

Myeloisch bedeutet, dass der Blutkrebs von unausgereiften Granulozyten ausgeht, lymphatisch bedeutet, dass die Erkrankung von den Lymphozyten ausgeht.AML oder akute myeloische Leukämie ist der am häufigsten auftretende akute Blutkrebs bei Erwachsenen. Bei diesem Blutkrebs bilden sich ungehemmt Monoblasten und Myeloblasten. Im Gegensatz zum akuten myeloischen Blutkrebs tritt der akute lymphatische Blutkrebs (ALL) typischerweise bei Kindern auf. Bei akutem lymphatischem Blutkrebs sind die Lymphozyten bösartig verändert.

An chronischem myeloischem Blutkrebs (CML) erkranken Patienten in der Regel bis zum 60ten Lebensjahr. Dieser Blutkrebs wurde nur bei Erwachsenen festgestellt.

Bei CLL vermehren sich die Leukozyten ungehemmt.Die vier genannten Blutkrebs – Formen stellen lediglich eine grobe Einteilung m√∂glicher Leuk√§mien dar. Fachmediziner sprechen von „unz√§hligen“ Unterarten.

Der Verlauf h√§ngt im Einzelfall nicht nur von der Leuk√§mie selbst, sondern auch von der Konstitution des Patienten ab. W√§hrend akuter Blutkrebs unbehandelt in wenigen Wochen oder Monaten zum Tod f√ľhrt, entwickelt sich chronischer Blutkrebs schleichend und wird meist erst einige Zeit nach seiner Entstehung entdeckt. Das ist darin begr√ľndet, dass bei akutem Blutkrebs sich die Leuk√§miezellen explosionsartig vermehren, w√§hrend bei den chronischen Verlaufsformen ihre Zahl nur langsam zunimmt.√úber die Heilungschancen kann keine generelle Aussage getroffen werden. Die rechtzeitige Behandlung von akutem Blutkrebs f√ľhrt in 60 – 80 Prozent der F√§lle zu einer v√∂lligen Remission bzw. R√ľckbildung des Blutkrebses. Allerdings kommt es h√§ufig zu Rezidiven (R√ľckf√§llen). Besonders bei AML erkranken ca. 80 Prozent der Patienten wieder an Blutkrebs. Bei ALL liegt die Zahl der R√ľckf√§lle bei 50 bis 60 Prozent. Patienten, an denen eine Stammzellen√ľbertragung vorgenommen wurde, bleiben zu 40 bis 60 Prozent langfristig frei von Blutkrebs. Bei chronischen Verl√§ufen wird oft gar keine Heilung beabsichtigt, sondern vielmehr ein Kontrollieren der Erkrankung. Je fr√ľher eine Stammzellentransplantation durchgef√ľhrt werden kann, desto h√∂her die Heilungschance. 70 Prozent der so behandelten CML oder CLL Patienten leben noch nach 5 Jahren und 50 Prozent gelten als dauerhaft geheilt. Am weitaus gr√∂√üten sind die Heilungschancen bei CML, da hier das Tumorgen bekannt ist und mit einem Wirkstoff ausgeschaltet werden kann (Imatinib). Laut der Zeitung „Die Welt“ vom 8.9.2007 werden 70 bis 80 Prozent der kindlichen Leuk√§mien geheilt. Bei Erwachsenen etwas weniger.

Blutkrebs Vorbeugen

Grunds√§tzlich kann der Erkrankung an Blutkrebs nicht wirksam vorgebeugt werden. Wer zur Risikogruppe geh√∂rt, sollte besonders wachsam f√ľr Signale des K√∂rpers sein und rechtzeitig zum Arzt gehen. Die Faustregel gilt: Je fr√ľher die richtige Diagnose, desto gr√∂√üer die Heilungschance.

Rauchen sollte aufgegeben werden. Bez√ľglich der Krebserkrankungen allgemein gilt, dass jede dritte Erkrankung weltweit vermieden werden kann, wenn Patienten eine gesunde Lebensweise praktizieren. Die drei wichtigsten Faktoren um Krebs zu vermeiden, sind demnach: Verzicht auf √ľberm√§√üigen Alkoholkonsum, Gewichtsreduktion, Reduzierung der Sonnenbelastung und Verzicht auf Rauchen.Ansonsten ist es ratsam, die bekannten Risikofaktoren (siehe Abschnitt „Ursachen“) zu vermeiden.

So l√§sst sich beispielsweise das bekannte Risiko durch R√∂ntgenstrahlen merklich einschr√§nken. Probates Mittel daf√ľr ist das Ausstellen eines R√∂ntgenpasses. In diesen werden bei jeder R√∂ntgenuntersuchung von der behandelnden Praxis entsprechende Eintragungen vorgenommen. Der Pass kann bei jeder erneut in Aussicht gestellten R√∂ntgenuntersuchung vorgelegt werden. So k√∂nnen √Ąrzte sehen, welche Untersuchungen erst in j√ľngster Zeit und mit welchem Ergebnis durchgef√ľhrt wurden. Unn√∂tige Belastung wird so vermieden und die medizinisch notwendige Belastung auf ein Minimum reduziert.Da das Risiko durch Insektizide und Herbizide bekannt ist, ist es ratsam sich gesund zu ern√§hren. Gem√ľse und Obst sind grunds√§tzlich vor dem Verzehr oder dem Verkochen zu waschen. Belastete Nahrungsmittel sind tunlichst zu meiden. Unbehandelten Lebensmitteln ist gespritzten gegen√ľber der Vorzug zu geben.Medikamente, die das Risiko erh√∂hen, sind zu meiden. Immunsuppressiva und einige Zytostatika erh√∂hen bekannterma√üen das Blutkrebs – Risiko. Da solche Medikamente auch bei der Blutkrebs – Therapie verwendet werden, m√ľssen jeweils die Risiken abgewogen werden. Der Arzt wei√ü, welche evtl. n√∂tigen Zytostatika risikolos angewendet werden k√∂nnen.

Hinweis f√ľr Zitate:
Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 13. Oktober 2020.
Solltest Du einen Fehler finden, kontaktiere bitte die Redaktion.
Diese Seite darf selbstverst√§ndlich ohne R√ľcksprache zitiert werden.

Permalink zu dieser Seite (einfach kopieren & einf√ľgen) - z.B. f√ľr Zitate, Webseiten und Blogs: