Blutkrebs

Blutkrebs ist eine bösartige Krankheit, bei der die blutbildenden Organe des Körpers, das Lymphsystem und das Knochenmark befallen sind. Der Begriff Blutkrebs ist die eher volkstümliche Bezeichnung für Leukämie. Weitere Bezeichnungen für Leukämie sind Hyperleukozytose oder (seltener) Leukose. Bei allen gesunden Menschen werden ständig alte Zellen durch neue ersetzt. Dies geschieht, indem die alten Zellen regelmäßig absterben und neue durch Zellteilung hinzugefügt werden. Das Absterben und Neuentstehen von Körperzellen, und auch von Blutzellen, befindet sich beim gesunden Mensch im Gleichgewicht. Natürliche hemmende Mechanismen sorgen dafür, dass nicht zu viele Zellen absterben und nicht zu viele neue Zellen entstehen.

Die Entstehung neuer Blutzellen oder Blutkörperchen geschieht im Knochenmark. Aus so genannten Stammzellen, das sind unreife Vorläuferzellen von Blutkörperchen, werden neue Blutkörperchen gebildet. Dieser Mechanismus ist bei Blutkrebs gestört. Und zwar so, dass sich erstens Zellen ungehemmt und unkontrolliert je nach Krankheitsverlauf explosionsartig oder langsam durch Teilung vermehren. Und zweitens bleiben diese neuen Zellen unausgereift, das heißt ohne Funktion. Die unausgereiften, nicht funktionierenden Leukämiezellen nennt man Blasten. Die Anzahl der Blasten ist je nach Blutkrebs -Art (siehe unten) verschieden. Im Laufe der Vermehrung der Blutkrebs – Zellen verdrängen diese die Zellen der gesunden Blutbildung, so dass zusätzlich zum hohen Blastenaufkommen die normale Blutbildung gehemmt wird. Dadurch entstehen Symptome wie Infektionsanfälligkeit wegen des geschwächten Abwehrsystems. Das heißt, einfache Infektionen können tödlich verlaufen. Es entstehen Anämien (Blutarmut) durch die Reduktion der roten Blutkörperchen. Ebenso werden die bei der Blutgerinnung beteiligten Blutplättchen dezimiert, was häufige und andauernde Blutungen zur Folge hat. Blutkrebs führt unbehandelt zum Tod.

Blutkrebs Ursachen

Blutkrebs SymptomeDie genauen Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht bekannt. Allerdings haben Studien eine Reihe von Risiken hervorgebracht, die bei der Entstehung von Blutkrebs eine Rolle spielen können. Zusammengefasst handelt es hierbei um Strahlungen, chemische Substanzen in Umwelt und Nahrungsmitteln, Rauchen, einige Medikamente und angeborene Erbgutveränderungen. Das Vorliegen eines oder mehrerer der im Folgenden beschriebenen Faktoren bedeutet lediglich, dass das individuelle Erkrankungsrisiko erhöht sein kann. Es bedeutet nicht, dass jemand zwangsläufig an Blutkrebs erkranken muss.

Bei den gut 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland bzw. allen Blutkrebs – Patienten weltweit, ist nicht nachweisbar, warum sie erkrankten. Im Folgenden werden einige bekannte Risikofaktoren für die Erkrankung an Blutkrebs beschrieben:Medikamente, die die Funktion des Knochenmarks, das an der Blutbildung beteiligt ist, beeinflussen können, gelten als Risikofaktoren für die Erkrankung an Blutkrebs. Zu diesen Medikamenten zählen unter anderem Mittel, die das Abwehrsystem mindernd beeinflussen, also so genannte Immunsuppressiva und einige Zytostatika.Angeborene Veränderungen im Erbgut können Blutkrebs begünstigen. Beispielsweise das Down-Syndrom gehört zu diesen Veränderungen. Down-Syndrom-Patienten haben automatisch ein erhöhtes Blutkrebsrisiko. Ansonsten konnte die Vererbbarkeit von Leukämie oder Blutkrebs bis heute nicht nachgewiesen werden. Als sicher gilt jedoch, dass das Risiko leicht erhöht ist, wenn in der Verwandtschaft bereits häufig bösartige Krankheiten vorliegen.

Studien legen die Vermutung nahe, dass das Rauchen gut 10 Prozent der jährlichen Neuerkrankungen mitverursacht. Zwischen 9000 und 10.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Blutkrebs bzw. Leukämie. Demzufolge könnten von den gut 10.000 neuen Fällen jährlich etwa 1000 Blutkrebserkrankungen durch das Unterlassen von Rauchen vermieden werden.Insektizide sind Gifte, die zur Insektenbekämpfung in der Landwirtschaft und damit in der Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Mit Herbiziden wird in der Landwirtschaft so genanntes Unkraut abgetötet. Diese Stoffe können mit der Nahrung in den Körper gelangen und das Blutkrebsrisiko erhöhen. Andere Gifte wie Biozide, Benzpyren, sowie organische Lösungsmittel wie Benzole, kann der Mensch durch Berührung, Einatmung oder mit Lebensmitteln in sich aufnehmen und damit ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, an Blutkrebs zu erkranken, erhöhen.

Bei Strahlungen gilt die Faustregel: je höher die Dosis, desto wahrscheinlicher die Erkrankung an Blutkrebs. Unter Wissenschaftlern gilt als sicher, dass ionisierende Strahlen, wie Röntgenstrahlen und radioaktive Strahlen, Zellen, mit denen der menschliche Körper das Blut bildet, genetisch verändern. Aus der genetischen Veränderung durch ionisierende Strahlen, wie Röntgenstrahlen und Radioaktivität kann Blutkrebs entstehen. So gesehen erhöht jede Untersuchung mit Röntgenstrahlen das Risiko eines Patienten, an Blutkrebs zu erkranken.Von einer einzigen Ausnahme abgesehen, gilt als sicher, dass Blutkrebs nicht durch Infektion entsteht. Die Ausnahme ist eine seltene, asiatische Blutkrebs – Form, die in Japan auftrat. Hier wurde nachgewiesen, dass ein Virus für die Blutkrebs – Erkrankung mitverantwortlich war. Es handelte sich um das HTLV-I (Humanes T-lymphotropes Virus).

Blutkrebs Symptome

Allgemeine Symptome bei einem noch nicht erkannten Blutkrebs können Schwächung der Infektionsabwehr, Blutarmut und Blutungsneigung sein. Der Grund für die schwächer werdende Infektionsabwehr liegt im Ausfall neutrophiler Granulozyten bei einer bestimmten Blutkrebsart. Die Folge ist eine sehr hohe Anfälligkeit gegenüber Infekten. Infekte können bei einer starken Schwächung der Abwehr lebensbedrohlich werden. Eine Anämie bzw. Blutarmut tritt auf, wenn durch die Leukämie zu wenig rote Blutkörperchen gebildet werden. Die Patienten fühlen sich dadurch schwach und niedergeschlagen. Ihr Leistungsdefizit ist beträchtlich und nimmt zu. Ein weiteres Anzeichen für einen möglichen Blutkrebs ist Blutungsneigung. Diese tritt auf, wenn die Blutgerinnung gestört ist, wenn durch Blutkrebs die so genannten Blutplättchen fehlen. Die Patienten erleiden zum Beispiel häufiger als sonst Nasenbluten, das auch länger anhält als bei gesunden Menschen.Über die allgemeinen Symptome hinaus, werden Anzeichen unterschieden, die entweder mehr den akuten Blutkrebsarten oder eher den chronischen Arten zugeordnet werden können. Im Folgenden sind bekannte Symptome beschrieben, die vor der Diagnose einer Leukämie aufgetreten sind. Alle genannten Störungen oder Beschwerden können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Sie sind für sich genommen kein Beleg für vorliegenden Blutkrebs. Erst eine abklärende Diagnose bringt letzte Klarheit.

Bei chronischen Leukämien verspüren die Patienten häufig Unwohlsein und Ermüdung. Ihre Leistung geht deutlich zurück. Sie klagen über Fieber und sind nachts häufig schweißgebadet. Zudem ist oftmals ein Gewichtsverlust ohne offensichtliche Ursache gegeben. Seltener gehen die genannten Symptome mit einer Vergrößerung der Milz einher. Ebenso können zusätzlich zu den vorgenannten Anzeichen geschwollene Lymphknoten auftreten. Einige Patienten klagen im Vorfeld einer Blutkrebsdiagnose auch über Juckreiz und Hautausschläge. Eine Zunahme von Infekten kann ebenfalls zusätzlich zu den vorgenannten Anzeichen auftreten.

Bei akuten Leukämien sind auffällige Blässe, sowie Schwäche und b bei den meisten Patienten offensichtlich. Häufig kommt es hier auch zu einer erhöhten Blutungsneigung, die sich durch Nasenbluten und auch Zahnfleischbluten zeigt. Oftmalige Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), deren Ursache zunächst nicht klar ist, werden ebenso beklagt. Darüber hinaus zeigen Patienten einer nicht erkannten Blutkrebserkrankung so genannte spontane blaue Flecken (Hämatome) und Petechien. Petechien sind flächig auftretende, im Einzelnen stecknadelkopfgroße Blutungen auf der Haut oder auf den Schleimhäuten. Ihr Auftreten ist mit einer mit der Leukämie einhergehenden Störung der Blutgerinnung zu erklären. Wie auch bei chronischem Blutkrebs wurden bei akutem Blutkrebs als Anzeichen geschwollene Lymphknoten und eine vergrößerte Leber ertastet. Auch Gewichtsverlust ohne offensichtlichen Grund wurde dokumentiert. Des Weiteren klagten Patienten, bei denen in Folge Blutkrebs diagnostiziert wurde, über Knochenschmerzen, Appetitlosigkeit und Nachtschweiß.

Blutkrebs Diagnose

Besteht aufgrund von Beschwerden der Verdacht auf das Vorliegen von Blutkrebs, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich, um die Diagnose zu erhärten oder zu entkräften. Die Diagnostik hängt stark davon ab, welche Art von Blutkrebs vermutet wird. Wichtig ist es, bei einem begründeten Anfangsverdacht auf Blutkrebs, die Untersuchungen so schnell wie möglich einzuleiten, um nicht wertvolle Zeit bis zum Beginn der passenden, erforderlichen Behandlung zu vergeuden. Je früher die richtige Behandlung beginnen kann, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Heilung.Ausführliche Anamnese und gründliche körperliche Untersuchung.

Vor allen anderen Untersuchungen erfolgt ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch. Darin stellt die Ärztin oder der Arzt Risikofaktoren, die beim Patienten zutreffen, fest. Des Weiteren werden Vorerkrankungen und aktuelle Begleiterkrankungen besprochen. Darüber hinaus sind selbstverständlich die derzeitigen Beschwerden Gegenstand der Anamnese. Wichtig ist, dass der Patient dem Arzt hier alle Einzelheiten im Zusammenhang mit den Beschwerden schildert. Selbst unwichtig erscheinende Details können sehr wichtig sein. Ergibt die Anamnese einen Blutkrebsverdacht, muss unverzüglich gehandelt werden. Es folgt die körperliche Untersuchung. Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt im Wesentlichen Organe ab, die durch Blutkrebs Veränderungen zeigen könnten. Dazu gehören eine möglicherweise vergrößerte Milz oder angeschwollene Lymphknoten. Auch Anzeichen von durch Blutkrebs begünstigten Infektionen werden hierbei ermittelt. Nach Anamnese und körperlicher Untersuchung sind zur weiteren Erhärtung und Ermittlung von Details weitere Untersuchungen nötig, die im Folgenden kurz beschrieben werden.Blutuntersuchung, Knochenmark, Rückenmark

Ein Blutbild klärt, welche Art weißer Blutkörperchen bösartig verändert ist. Die Informationen dienen zur Feststellung, welche Art von Leukämie vorliegt. Im Allgemeinen ist auch eine Knochenmarkuntersuchung nötig. Diese ist nicht zu verwechseln mit einer Rückenmarkuntersuchung, die in bestimmten Fällen notwendig wird. Für die Knochenmarkuntersuchung wird durch Punktion in der Regel aus dem Beckenknochen Mark entnommen. Am entnommenen Mark werden im Labor eine Zytochemie, eine Immuntypisierung und eine Chromosomenanalyse durchgeführt. Alle drei Untersuchungen dienen der Feststellung der genauen Art des Blutkrebses. Meist nur, wenn der Verdacht besteht, dass die Hirnhaut vom Blutkrebs bereits betroffen ist, wird auch eine so genannte Lumbalpunktion notwendig. Dass Hirnhäute bereits befallen sind, kommt oft bei akutem Blutkrebs vor. Für diese Untersuchung wird aus der Lendenwirbelsäule Nervenwasser aus dem so genannten Nervenwasser- oder Lumbalkanal entnommen. Die Entnahme erfolgt schmerzfrei mit einer feinen langen Hohlnadel. Werden im Nervenwasser Blutkrebszellen gefunden, sind die Hirnhäute bereits von der Erkrankung betroffen. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Untersuchungen werden ebenso Chromosomenveränderungen ermittelt, aus denen auf den Verlauf und damit auf die passende Therapie geschlossen werden kann.

Bildgebende Untersuchungen ergänzen die Diagnostik mit dem Ziel, Informationen über den Zustand der betroffenen Organe zu erhalten. Diese Informationen sind erforderlich, um beispielsweise die Chemotherapie richtig einzustellen. Die bildgebenden Untersuchungen sind Ultraschall, Computer Tomografie (CT), Röntgenaufnahmen und Magnet – Resonanz – Tomografie (MRT). Ultraschall hat den Vorteil für Blutkrebspatienten, dass er völlig risikolos bezüglich der Strahlenbelastung ist. Die CT bedeutet eine nur geringe Strahlenbelastung. Röntgenaufnahmen zur Identifizierung von Infektionsquellen stellen unter den bildgebenden Untersuchungen diejenige mit der höchsten Strahlenbelastung dar und sind dementsprechend sparsam einzusetzen. Die MRT zur Abklärung von Rückenmark- und Hirnbefall bedeutet keinerlei Strahlenbelastung.

Blutkrebs Therapie / Behandlung

Der wichtigste Therapiebaustein gegen Blutkrebs ist die Chemotherapie. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Bestrahlung, Zytokine -Therapie, Gabe von Antikörpern oder Signalübertragungshemmern, sowie die Knochenmarktransplantation und die Blutstammzellentransplantation. Ob die Chemotherapie durch andere Behandlungsformen ersetzt wird oder durch diese ergänzt wird, richtet sich nach der Art des Blutkrebses und der Schwere der Erkrankung. Da bei Blutkrebs Leukämiezellen sich laufend teilen und nicht absterben, so wie gesunde Zellen es tun, greifen die Wirkstoffe der Chemotherapie direkt in die Zellteilung ein, bevorzugt von Zellen, die sich oft teilen.

Bei den Medikamenten handelt es sich um so genannte Zytostatika. Der Nachteil ist, dass dabei auch gesunde Zellen, die sich von Natur aus oft teilen, mit angegriffen werden. Dies führt häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen (mehr zu Nebenwirkungen, siehe Abschnitt weiter unten). Zytostatika werden entweder als Monotherapie eingesetzt, also einzeln, oder es werden mehrere Medikamente in Kombination eingesetzt. Dies nennt man Polychemotherapie. Liegt ein akuter Blutkrebs vor, erfolgt die Therapie oft stationär im Krankenhaus. Bei einer chronischen Erkrankung kann die Chemotherapie allerdings auch ambulant erfolgen. In der Regel werden die Medikamente in so genannten Zyklen verabreicht, in denen sich Tage der Medikamentengabe mit Pausentagen abwechseln, wobei letztere zur Erholung der gesunden Zellen dienen. Die Pausen liegen bei etwa 14 Tagen, damit eine Erholung von den Zellgiften gewährleistet ist. Die Gabe der Zytostatika erfolgt oral in Form von Kapseln oder Tabletten oder aber parental als Spritze oder Tropf – Infusion in die Vene. Während sich die Zytostatika im ganzen Körper verteilen und wirken, kann es zu Übelkeit kommen. Hiergegen erhalten Patienten vorbeugend Medikamente. Da Zytostatika auf die Blutbildung wirken, müssen während der Therapie die Blutwerte engmaschig kontrolliert werden.

Nebenwirkungen der ChemotherapieBei einer Chemotherapie können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Dies hängt damit zusammen, dass zwar einerseits Zytostatika heutzutage individuell auf Patienten abgestimmt werden können, andererseits die Störung gesunder Zellen durch Zytostatika nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die während der Behandlung auftreten können, jedoch nicht auftreten müssen, sind im Folgenden aufgelistet:

  • Infektionsanfälligkeit
  • Blutarmut
  • Blutungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Entzündungen der Mundschleimhäute
  • Entzündungen der Darmschleimhaut
  • Haarverlust
  • Ausbleiben der Regel bei Frauen, Rückgang der Zeugungsfähigkeit bei Männern, Verringerung der Libido
  • Wechseljahresymptome wie Stimmungsschwankungen, Herzrasen, Nachtschweiß, HitzewellenTherapien gegen die unterschiedlichen Blutkrebsformen

Grundsätzlich hängt die Behandlungsmethode von der Unterart des diagnostizierten Blutkrebses ab. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, dass akuter Blutkrebs direkt nach der Diagnose sehr aggressiv chemotherapeutisch behandelt werden muss, während bei einem chronischen Blutkrebs die Chemotherapie erst ab dem Eintritt in ein bestimmtes Krankheitsstadium erfolgt. Bei einer akuten lymphatischen Leukämie kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein. Mit den Bestrahlungen können von Leukämiezellen befallene Körperregionen, die von Natur aus vom Blutkreislauf abgeschottet sind, besser erreicht werden, als durch Zytostatika, welche über den Blutkreislauf im Körper verteilt werden. Diese Körperregionen sind das Rückenmark, das Gehirn und der Brustkorb. Zusätzlich können in Rückenmark und Hirn Leukämiezellen durch das Einspritzen von Zytostatika in das Nervenwasser im Lumbalkanal abgetötet werden.Knochenmarks- oder Blutstammzellentransplantation ist oft bei allen vier Unterarten von Blutkrebs angezeigt. Einer Transplantation muss immer eine Remission nach Chemotherapie vorausgehen, weil für eine erfolgreiche Übertragung vorher alle Leukämiezellen abgetötet werden müssen.

Darüber hinaus spielen bei einer Entscheidung für eine Stammzellenübertragung Alter und Fitness des Patienten eine wichtige Rolle. Die Stammzellen, welche alle anderen an der Blutbildung beteiligten Zellen hervorbringen, finden sich im Blut und im Knochenmark. Während früher zur Übertragung von gesunden Stammzellen ausschließlich stationär Spender – Knochenmark entnommen wurde, wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages in den meisten Fällen die ambulante Blutstammzellenentnahme angewendet. Dabei werden die Stammzellen, statt aus dem Knochenmark eines passenden Spenders, nach einer stimulierenden Vorbehandlung aus dessen fließendem Blut gewonnen. Die Stammzellenspende kann aus dem Eigenblut des Patienten (Eigenspende), dem Blut eines Familienangehörigen oder aus dem Blut eines fremden Menschen stammen. Der Fremdspender muss geeignet sein. Die Eignung wird in medizinischen Tests festgestellt. Während der mehrere Wochen andauernden Behandlungsdauer im Zusammenhang mit einer Stammzellenübertragung ist das Immunsystem sehr geschwächt. Aus diesem Grund werden die Patienten im Krankenhaus besonders gegen Infektionen geschützt und müssen auch nach der Entlassung noch etwa ein Jahr lang besondere Vorkehrungen gegen Infektionen treffen. Allen Therapieverläufen folgt die Zeit der Nachsorge um Rückfälle zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen. Sie besteht aus Nachsorgeuntersuchungen und Reha – Maßnahmen. Außerdem wird den Patienten die Teilnahme an Selbsthilfegruppen empfohlen, da die Erfahrungen anderer Betroffener nach der Therapie sehr nützlich sein können.

Blutkrebs Verlauf

Der Verlauf einer Erkrankung an Blutkrebs ist verschieden. Er hängt von der Art und der Unterart der Erkrankung ab. Der Verlauf von Blutkrebs wird üblicherweise nach dem zeitlichen Ablauf bestimmt und danach, welche Zelltypen vorwiegend an der Erkrankung beteiligt sind. Man unterscheidet zunächst zwischen chronischem und akutem Blutkrebs. Beide Verlaufsarten werden dann noch einmal unterteilt in myeloische Leukämie und lymphatische Leukämie. Demnach werden die vier wichtigsten Blutkrebsarten und -verläufe wie folgt unterschieden und entsprechend abgekürzt:

  • akute myeloische Leukämie (AML)
  • akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • chronische myeloische Leukämie (CML)
  • chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Myeloisch bedeutet, dass der Blutkrebs von unausgereiften Granulozyten ausgeht, lymphatisch bedeutet, dass die Erkrankung von den Lymphozyten ausgeht.AML oder akute myeloische Leukämie ist der am häufigsten auftretende akute Blutkrebs bei Erwachsenen. Bei diesem Blutkrebs bilden sich ungehemmt Monoblasten und Myeloblasten. Im Gegensatz zum akuten myeloischen Blutkrebs tritt der akute lymphatische Blutkrebs (ALL) typischerweise bei Kindern auf. Bei akutem lymphatischem Blutkrebs sind die Lymphozyten bösartig verändert.

An chronischem myeloischem Blutkrebs (CML) erkranken Patienten in der Regel bis zum 60ten Lebensjahr. Dieser Blutkrebs wurde nur bei Erwachsenen festgestellt.

Bei CLL vermehren sich die Leukozyten ungehemmt.Die vier genannten Blutkrebs – Formen stellen lediglich eine grobe Einteilung möglicher Leukämien dar. Fachmediziner sprechen von „unzähligen“ Unterarten.

Der Verlauf hängt im Einzelfall nicht nur von der Leukämie selbst, sondern auch von der Konstitution des Patienten ab. Während akuter Blutkrebs unbehandelt in wenigen Wochen oder Monaten zum Tod führt, entwickelt sich chronischer Blutkrebs schleichend und wird meist erst einige Zeit nach seiner Entstehung entdeckt. Das ist darin begründet, dass bei akutem Blutkrebs sich die Leukämiezellen explosionsartig vermehren, während bei den chronischen Verlaufsformen ihre Zahl nur langsam zunimmt.Über die Heilungschancen kann keine generelle Aussage getroffen werden. Die rechtzeitige Behandlung von akutem Blutkrebs führt in 60 – 80 Prozent der Fälle zu einer völligen Remission bzw. Rückbildung des Blutkrebses. Allerdings kommt es häufig zu Rezidiven (Rückfällen). Besonders bei AML erkranken ca. 80 Prozent der Patienten wieder an Blutkrebs. Bei ALL liegt die Zahl der Rückfälle bei 50 bis 60 Prozent. Patienten, an denen eine Stammzellenübertragung vorgenommen wurde, bleiben zu 40 bis 60 Prozent langfristig frei von Blutkrebs. Bei chronischen Verläufen wird oft gar keine Heilung beabsichtigt, sondern vielmehr ein Kontrollieren der Erkrankung. Je früher eine Stammzellentransplantation durchgeführt werden kann, desto höher die Heilungschance. 70 Prozent der so behandelten CML oder CLL Patienten leben noch nach 5 Jahren und 50 Prozent gelten als dauerhaft geheilt. Am weitaus größten sind die Heilungschancen bei CML, da hier das Tumorgen bekannt ist und mit einem Wirkstoff ausgeschaltet werden kann (Imatinib). Laut der Zeitung „Die Welt“ vom 8.9.2007 werden 70 bis 80 Prozent der kindlichen Leukämien geheilt. Bei Erwachsenen etwas weniger.

Blutkrebs Vorbeugen

Grundsätzlich kann der Erkrankung an Blutkrebs nicht wirksam vorgebeugt werden. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte besonders wachsam für Signale des Körpers sein und rechtzeitig zum Arzt gehen. Die Faustregel gilt: Je früher die richtige Diagnose, desto größer die Heilungschance.

Rauchen sollte aufgegeben werden. Bezüglich der Krebserkrankungen allgemein gilt, dass jede dritte Erkrankung weltweit vermieden werden kann, wenn Patienten eine gesunde Lebensweise praktizieren. Die drei wichtigsten Faktoren um Krebs zu vermeiden, sind demnach: Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum, Gewichtsreduktion, Reduzierung der Sonnenbelastung und Verzicht auf Rauchen.Ansonsten ist es ratsam, die bekannten Risikofaktoren (siehe Abschnitt „Ursachen“) zu vermeiden.

So lässt sich beispielsweise das bekannte Risiko durch Röntgenstrahlen merklich einschränken. Probates Mittel dafür ist das Ausstellen eines Röntgenpasses. In diesen werden bei jeder Röntgenuntersuchung von der behandelnden Praxis entsprechende Eintragungen vorgenommen. Der Pass kann bei jeder erneut in Aussicht gestellten Röntgenuntersuchung vorgelegt werden. So können Ärzte sehen, welche Untersuchungen erst in jüngster Zeit und mit welchem Ergebnis durchgeführt wurden. Unnötige Belastung wird so vermieden und die medizinisch notwendige Belastung auf ein Minimum reduziert.Da das Risiko durch Insektizide und Herbizide bekannt ist, ist es ratsam sich gesund zu ernähren. Gemüse und Obst sind grundsätzlich vor dem Verzehr oder dem Verkochen zu waschen. Belastete Nahrungsmittel sind tunlichst zu meiden. Unbehandelten Lebensmitteln ist gespritzten gegenüber der Vorzug zu geben.Medikamente, die das Risiko erhöhen, sind zu meiden. Immunsuppressiva und einige Zytostatika erhöhen bekanntermaßen das Blutkrebs – Risiko. Da solche Medikamente auch bei der Blutkrebs – Therapie verwendet werden, müssen jeweils die Risiken abgewogen werden. Der Arzt weiß, welche evtl. nötigen Zytostatika risikolos angewendet werden können.

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