Blasenkrebs

Unter Blasenkrebs versteht man alle bösartigen Tumore die von der Harnblase ausgehen. In der Häufigkeit der bösartigen Tumorerkrankungen steht der Blasenkrebs, medizinisch Blasenkarzinom genannt, heute an fünfter Stelle. Dabei treten bei Männern dreimal so viele Fälle auf, wie bei Frauen. Insgesamt gibt es zurzeit in Deutschland etwa 16.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Hauptsächlich erkranken Personen in einem Alter über 65 Jahren. Blasenkrebs bei Personen unter 50 Jahren ist eine Seltenheit.

Harnblasenkrebs zeichnet sich dadurch aus, dass oft Tumore an verschiedenen Stellen der Blase auftreten. Ebenfalls ist nach einer Heilung das Wiederauftreten der Krankheit recht häufig. Dennoch zeigen sich beim Blasenkrebs gute Heilungschancen. Etwa 80 Prozent der Erkrankten weisen zum Diagnosezeitpunkt meist nur einen lokal begrenzten, oberflächlichen Krebs auf, der operativ gänzlich entfernt werden kann. In einem fortgeschrittenen Stadium ist es jedoch möglich, dass der Blasenkrebs auch in das Muskelgewebe der Harnblase vordringt. Damit erhöht sich auch das Risiko für Metastasen. Das Muskelgewebe verfügt über eine gute Durchblutung, so dass es für die Krebszellen möglich ist, über den Blutstrom in andere Organe zu gelangen und dort Tumore zu bilden. In diesen Fällen sinken die Überlebenschancen erheblich. Es ist also von großer Wichtigkeit, den Blasenkrebs zu erkennen, solange er noch auf die Harnblase begrenzt ist.

Blasenkrebs Ursachen

Blasenkrebs SymptomeObwohl die genaue Ursache für die Entstehung des Blasenkrebs wie bei vielen anderen Krebsarten auch heute noch ungeklärt ist, gibt es jedoch viele Faktoren, die zur Entwicklung des Blasenkarzinoms beitragen können. Schon seit langem bekannt ist die Tatsache, dass der Kontakt zu aromatischen Aminen das Risiko erhöht. Dabei handelt es sich um Derivate des Ammoniaks, mit denen viele Personen beruflich in Kontakt kommen. Diese Stoffe werden in der Leber durch die körpereigenen Stoffwechselprozesse wasserlöslich gemacht, so dass sie ausgeschieden werden können. Jedoch entwickeln sie während dieses Prozesses krebsfördernde Eigenschaften, die sich hauptsächlich auf die Blase auswirken.

Eine Studie hat ergeben, dass über 30 Prozent der Blasenkrebserkrankungen auf den Kontakt mit aromatischen Aminen zurückzuführen ist. Auch Tabakrauch enthält aromatische Amine. Tatsächlich ist das Rauchen der größte Risikofaktor, der mit Blasenkrebs in Verbindung steht. Etwa die Hälfte aller Erkrankungen wird auf den Tabakkonsum zurückgeführt, wobei das Risiko sich stark vermindert, wenn die Person mit dem Rauchen aufhört. Ebenso erhöht sich das Risiko proportional mit dem Zeitraum in dem eine Person raucht. Selbst Passiv- Rauchen kann zu einer Erhöhung des Risikos führen. Ebenso gelten chronische Harnblasenentzündungen als Blasenkrebs Ursache. Diese entstehen, wenn ein Patient häufig an Entzündungen der Harnwege leidet, einen Dauerkatheder benutzt, oder an Blasensteinen leidet.

Aus diesen Konditionen bildet sich das so-genannte Plattenepithelkarzinom, das örtliche Zerstörung auslöst, aber nur selten metastasiert. Auch einige chemische Substanzen, die in Medikamenten vorkommen, können den Blasenkrebs begünstigen. Dabei handelt es sich im Besonderen um den Wirkstoff Cyclophosphamid, der zur Behandlung von Polycythaemia vera eingesetzt wird und das Schmerzmittel Phenacetin, das jedoch bereits seit 1988 in Deutschland nicht mehr zugelassen ist. Heute geht man davon aus, dass auch Pioglitazon, das in einigen oralen Antidiabetika vorkommt , mit dem Blasenkrebs in Zusammenhang steht. Der Wirkstoff wird zurzeit von der amerikanischen Food & Drug Administration dahingehend untersucht. In Tierversuchen führten künstliche Süßstoffe, die dazu direkt in die Blase der Testiere injiziert wurden, zu einem stark erhöhten Blasenkrebsrisiko. In Studien mit Menschen konnte dieser Verdacht jedoch nicht bestätigt werden. Ebenso ist bis jetzt nicht erwiesen, dass der Konsum von Kaffee einen Einfluss auf das Blasenkrebsrisiko hat. Ebenso haben Studien ergeben, dass ein hoher Verzehr von Obst einen gewissen Schutz gegen das Harnblasenkarzinom bietet. Wie genau dieser Schutz entsteht, ist bisher nicht geklärt.

Blasenkrebs Symptome

Blasenkrebs ist in seinem Anfangsstadium oft symptomfrei und wird deshalb von den Betroffenen erst spät bemerkt. Eines der ersten Warnzeichen ist Blut im Harn, medizinisch Hämaturie genannt. Dieses Anzeichen ist jedoch nicht schlüssig, da auch bei einigen anderen Erkrankungen Blut im Urin vorkommen kann. Im Falle des Blasenkrebs wird die Hämaturie durch den blutenden Tumor ausgelöst und kann oft mit bloßem Auge gesehen werden. Der Urin verfärbt sich rot-bräunlich. Tritt Blut im Urin auf, sollte man das in jedem Fall ernst nehmen und sofort einen Arzt aufsuchen. Der Blasenkrebs kann auch für eine ganze Reihe von Veränderungen beim Wasserlassen verantwortlich sein. Ein starker Harndrang und ein unangenehmer Druck auf der Blase können Anzeichen für einen Tumor sein. Dabei ist trotz des Harndrangs oft kein Wasserlassen möglich. Schreitet die Krankheit weiter fort, können auch andere Symptome auftreten. Dazu gehören hauptsächlich starke Schmerzen, die unterschiedliche Ursachen haben. Das Karzinom kann Harnleiter oder Harnröhre verlegen, was Schmerzen verursacht. Durch den Harnleiter gelangt der Urin von der Niere in die Blase. Bei einer Verlegung durch den Tumor kann es zu einem Harnstau in der betroffenen Niere führen, der schmerzhaft ist. Diese Schmerzen manifestieren sich in der Nierengegend oder im Rücken.

Auch Schmerzen im Unterbauch können auf einen möglichen Blasenkrebs hindeuten. Oft kommt es zu dem sogenannten Blasengefühl. Man wird sich des Organs plötzlich bewusst. Die Blase liegt im Körper gleich oberhalb des Schambeins. Häufige Schmerzen in dieser Region sollten in jedem Falle als Warnzeichen gedeutet werden. Das Fehlen von spezifischen Symptomen macht den Blasenkrebs besonders gefährlich. Alle Symptome können auch auf andere, oft weniger gefährlicher Erkrankungen hindeuten. Das kann dazu führen, dass die Diagnose erst dann gestellt wird, wenn sich das Harnblasenkarzinom bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Deshalb wird von Ärzten auch immer wieder dazu geraten, Veränderungen beim Harnlassen, Blut im Urin oder auch Schmerzen im Unterbauch zum Anlass zu nehmen, eine Blasenkrebs Untersuchung vornehmen zu lassen.

Blasenkrebs Diagnose

In den meisten Fällen ist das Blut im Urin das Krankheitsanzeichen, dass einen Arztbesuch und eine Diagnosestellung nach sich zieht. Daraufhin stellt der Arzt das Blut im Urin mittels eines Teststreifens fest und nimmt eine Tastuntersuchung der Nierenregion und des Unterbauches vor. Weiterhin wird eine Ultraschalluntersuchung von Bauch und Nieren veranlasst. Erhärtet sich daraufhin der Verdacht auf ein Harnblasenkarzinom, so nimmt der Urologe in der Regel eine Blasenspieglung vor. Diese gilt als die wichtigste Untersuchung zu einer sicheren Blasenkrebs Diagnose. Bei der Untersuchung wird ein Endoskop durch die Harnröhre bis in die Blase eingeschoben. Durch die optischen Instrumente, die am Endoskop angebracht sind, ist es dem Arzt möglich, die Blasenschleimhaut Stück für Stück nach verdächtigen Veränderungen abzusuchen. Sollten dabei Tumore oder andere Veränderungen gefunden werden, hat der untersuchende Arzt die Möglichkeit, mit einer winzigen Zange während der Blasenspiegelung eine Gewebeprobe zu entnehmen, die dann pathologisch untersucht werden kann. Zur Einführung des Endoskops in die Harnröhre wird ein schmerzmilderndes Gleitmittel angewendet, so dass die Untersuchung für den Patienten nicht übermäßig unangenehm ist. Bei Frauen kommt es dabei zu fast keinen Schmerzen, während Männer in der Regel ein wenig mehr Schmerz verspüren.

Eine mögliche Folge der Blasenspieglung kann der Verdacht auf die Vorstufe eines Blasenkarzinoms sein. In diesem Fall wird in der Regel eine Urinzytologie vorgenommen. Bei dieser mikroskopischen Urinuntersuchung können bösartige Zellen festgestellt werden. Bei niedrig differenzierten Tumoren, deren Zellen denen der gesunden Harnblase nur wenig ähneln, ist diese Untersuchung wesentlich sicherer, als bei hoch differenzierten Tumoren. Weiterhin kann auch ein Urogramm über das Bestehen eines Harnblasenkarzinoms Aufschluss geben. Bei dieser Untersuchung wir dem Patienten ein Kontrastmittel intravenös verabreicht, welches über den Urin ausgeschieden wird. Mit einer Serie von anschließenden Röntgenaufnahmen können bei diesem Verfahren Nieren, sowohl als auch Harnwege sehr deutlich dargestellt werden.

Auch mit einer Computertomographie kann ein Blasenkarzinom festgestellt werden. Diese Untersuchung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, umliegendes Lymphgewebe zu betrachten und eventuellen Befall festzustellen. Bei einer Krebserkrankung, die sich bereits in fortgeschrittenem Stadium befindet, ist der Krebs bereits in das Muskelgewebe der Blase eingedrungen und unter Umständen sind auch umliegende Organe befallen. Dabei sind besonders Lunge, Leber und das Skelett betroffen. Somit werden weitere Untersuchungen angestellt, um Blasenkrebs Metastasen festzustellen. Dazu gehört eine Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Ultraschalluntersuchung der Leber, als auch eine Knochenszintigraphie die dazu dient, Metastasen im Skelett aufzuzeigen. Eine moderne Diagnostik Methode, die heute noch nicht routinemäßig ausgeführt wird, ist die Proteinmuster-Analyse. Bei diesem Verfahren macht man sich die Tatsache zu Nutzen, dass die Krankheit auf bestimmte Eiweißstrukturen des Körpers Einfluss nimmt. Das geschieht schon lange bevor andere Symptome auftreten. Somit bietet diese neue Technik die Möglichkeit zur Früherkennung.

Blasenkrebs Therapie / Behandlung

Die Therapie, die der Arzt zur Behandlung des Harnblasenkarzinoms vorschlägt, hängt im großen Maße davon ab, wie weit die Krankheit im Körper des Patienten fortgeschritten ist. Auch die Lage des Tumors ist dabei maßgeblich. Man unterscheidet zwischen solchen Tumoren, die oberflächlich sind und Tumoren, die infiltrierend sind, also in das Gewebe hinein wachsen. Handelt es sich um einen oberflächlichen Tumor, so wird dieser entfernt. Dabei bedient man sich einer endoskopischen Operation, die wie eine Blasenspieglung abläuft, aber unter Narkose durchgeführt wird. Man spricht dabei von einer transurethralen Resektion. Es wird in starres Rohr durch die Harnröhre eingeführt, durch das der Operateur eine Schlinge führen kann, mit der das verdächtige Gewebe schichtweise abgetragen wird. Ebenfalls werden dabei Biopsien entnommen anhand derer man pathologisch feststellen kann, bis in welche Gewebeschichten sich der Tumor ausgebreitet hat. Daraufhin kann in einzelnen Fällen ein zweiter Eingriff nötig sein.

Oft wird nach der Operation eine lokale Chemotherapie angewendet, die direkt in die Blase eingeführt wird. Bei dieser Methode wirken die angewendeten Zytostatika lediglich in der Blase, so dass Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Haarausfall und andere Symptome nicht zu verzeichnen sind. Auf die transurethrale Resektion folgt oft auch eine Immuntherapie, die darauf abzielt, die Immunfähigkeit der Blase zu stärken und auf diese Weise eine Rezidiv Erkrankung zu vermeiden. Handelt es sich jedoch um ein invasives Blasenkarzinom, das bereits im Muskelgewebe der Blasenwand eingewachsen ist, muss eine andere Therapieform gewählt werden. In diesem Fall wir die Blase und die umliegenden Organe oder Organteile entnommen. Dabei handelt es sich um die Lymphknoten des Becken, sowie bei der Frau um Gebärmutter und Eierstöcke, Eileiter und einen Teil der Scheidenwand, während beim Mann Prostata, sowie die Samenblasen entfernt und die Samenleiter durchtrennt werden. Dieser Eingriff wird radikale Zystektomie genannt.

Bei der Operation handelt es sich um einen großen Eingriff und die Mortalitätsrate in tabula liegt bei zwei bis drei Prozent. Natürlich muss die entfernte Harnblase ersetzt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Bei der kontinenten Methode kann der Arzt ein Stück aus dem Dünndarm entkoppeln und einerseits mit der Harnröhre und andererseits mit den Harnleitern verbinden. Auf diese Weise kommt es zu einer fast natürlichen Blasenentleerung, die durch spezielle Beckenbodenübungen begünstigt wird. Kommt diese Möglichkeit nicht in Betracht, kann der Chirurg aus einem Teil des Dünndarms oder des Dickdarms eine sogenannte Pouch bilden, die zu einer direkten Öffnung an der Bauchdecke angeschlossen wird. Diese Öffnung wird Stoma genannt und ist so konzipiert, dass sie abschließt und Urin nicht unkontrolliert aus dem inneren Pouch entweichen kann. Mittels eines Katheters kann die Pouch vom Patienten selbst entleert werden. Als dritte Möglichkeit kann der Harnleiter in den Mastdarm eingesetzt werden. Auf diese Weise wird der Urin gleichzeitig mit dem Stuhl abgesetzt und kann von dem Patienten durch den Schließmuskel des Afters kontrolliert werden.

Voraussetzung für alle drei kontinenten Methoden ist jedoch ein einwandfreies Funktionieren der Nieren, da durch den verlängerten Kontakt mit dem Darmgewebe einige Stoffe wieder ins Blut gelangen und erneut durch die Nieren geschleust werden. Eine andere Möglichkeit ist die inkontinente Harnableitung. Bei dieser Methode wird der Harnleiter mit einem kurzen Dünndarmstück verbunden, das zu einer Öffnung in der Bauchdecke führt. Bei dieser sogenannten Harnfistel ist das Stoma jedoch inkontinent, das heißt es fließt ständig Urin aus dem Inneren in einen äußerlichen Auffangbehälter. In verschiedenen Fällen kann jedoch auf Grund des Alters des Patienten, oder dessen Gesamtgesundheitsstand die radikale Zystektomie nicht durchgeführt werden. In diesen Fällen wird mit einer Kombination aus Strahlen – und Chemotherapie behandelt.

Hat der Blasenkrebs bereits in anderen Organen Metastasen gebildet, ist eine systemisch wirkende Chemotherapie nötig, die über eine Infusion in den Blutstrom gelangt und von dort aus Metastasen in den verschiedenen Organen erreichen und zerstören kann. Auch kann vor der Blasenkrebs Operation die sogenannte neoadjuvante Chemotherapie eingesetzt werden, deren Ziel es ist, den Tumor zu verkleinern und auf diese Weise die Operation zu erleichtern.

Blasenkrebs Verlauf

Wie bei den meisten Krebserkrankungen hängt auch bei Blasenkrebs der Verlauf der Krankheit hauptsächlich davon ab, in welchem Stadium die Krankheit diagnostiziert wird und die Behandlung beginnen kann. Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt und handelt es sich dabei um einen oberflächlichen Tumor, so kann der Arzt das Krebsgeschwür durch eine spezielle Darmspieglung entfernen, während der das Krebsgewebe vollständig abgetragen werden kann.

Jedoch tritt in den ersten fünf Jahren, die auf die Operation folgen, in weit mehr als der Hälfte aller Fälle ein erneutes Blasenkarzinom auf. Jedoch lässt sich auch dieses Rezidiv in der Regel durch einen erneuten Eingriff ausgezeichnet therapieren. Voraussetzung dafür ist es allerdings, dass der Patient regelmäßige Folgeuntersuchungen vornehmen lässt, so dass eine Neuerkrankung so schnell wie möglich festgestellt werden kann. Wird nach der Operation eine Chemotherapie vorgenommen, kann das Risiko für eine Neuerkrankung ganz erheblich gemindert werden. Komplizierter gestaltet sich der Krankheitsverlauf jedoch, wenn das Blasenkarzinom bereits über die Organgrenzen hinaus verbreitet ist und auch möglicherweise Metastasen gebildet hat. In diesem Falle ist die Operation im Rahmen der Darmspieglung nicht mehr möglich, da der Krebs auf diese Weise nicht mehr vollständig beseitigt werden kann. Zu diesem Zeitpunkt fühlt der Patient auch häufig die Begleiterscheinungen, die für die meisten Krebserkrankungen typisch sind: Abgeschlagenheit, Müdigkeit und oft auch Tumorschmerzen.

Besonders, wenn sich die Metastasen in das Knochenskelett ausweiten, kann dies zu erheblichen Schmerzen führen und auch den Knochen auf eine Weise schwächen, dass mit häufigen Knochenbrüchen zu rechnen ist. In vielen Fällen entscheidet man sich hier zu einer Operation, bei der die Blase, sowohl als auch die umliegenden Organe komplett entfernt werden müssen. Ist dies der Fall, muss sich der Patient nach der Operation an eine neue Lebensweise gewöhnen. Ist mit den kontinenten Methoden ein System zur Urinentleerung geschaffen worden, dass vom Patienten gesteuert werden kann, so muss man sich an diese neue Art des Harnlassens erst einmal gewöhnen. Dazu wird der Arzt auch eine Reihe von Beckenbodenübungen anordnen, die regelmäßig ausgeführt werden sollten, bis der Patient es gelernt hat, Inkontinenz zu vermeiden.

Ist ein Stoma gelegt worden, so bringt das natürlich für den Patienten außer den rein technischen Problemen des Wasserlassens auch eine ganze Reihe von psychologischen Problemen mit sich, die oft professioneller Betreuung bedürfen. Bei vielen Patienten kommt es im Anschluss an die Operation auch häufig zu Harnwegsentzündungen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen. Ebenso muss es gelernt werden, mit der Ersatzblase zu leben. Das Gefühl der vollen Blase wird von einem gewissen Druck im Unterbauch abgelöst. Auch das komplette Entleeren der Ersatzblase ist erst mit einiger Übung zu erreichen. In der ersten Zeit nach der Operation ist es deshalb ratsam, die Ersatzblase zunächst nach einem Zeitplan alle drei Stunden zu entleeren.

Bei Männern ist eine fast unabwendbare Begleiterscheinung der Operation eine erektile Dysfunktion, die durch eine Beeinträchtigung der an der Prostata entlanglaufenden Nervenstränge verursacht wird. Hier kann der Arzt jedoch mit etlichen verschiedenen Methoden dazu beitragen, dass eine Erektion mit medikamentöser Hilfe erreicht werden kann. Die Zeugungsfähigkeit des Mannes geht allerdings unwiederbringlich verloren. Wird die Operation bei einer Frau ausgeführt, die noch vor den Wechseljahren war, kommt es durch die Entfernung der hormonproduzierenden Geschlechtsorgane unmittelbar nach der Operation zu den typischen Wechseljahresbeschwerden: Hitzewallungen, Gewichtzunahme, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Unter Umständen kann durch die Operation auch die Vagina beeinträchtigt werden, was zu Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr führen kann.

Wenn der Blasenkrebs bereits Metastasen gebildet hat, wird der Patient mit eine systemischen Chemotherapie behandelt. Die Nebenwirkungen dieser Therapie fallen bei den meisten Menschen unterschiedlich aus. Jedoch ist immer die normale Blutbildung beeinträchtigt. Man ist sehr anfällig gegen Infektionen und sollte Situationen vermeiden, in denen man mit ansteckenden Krankheiten konfrontiert werden kann. Ebenso wird die Produktion von Blutplättchen vermindert, so dass man bei einer Verletzung schnell stark bluten kann. Kann bei einer Wunde die Blutung nicht gestoppt werden, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Ebenso sind die meisten Patienten von Übelkeit und Erbrechen betroffen.

Diese Begleiterscheinungen können jedoch in den meisten Fällen durch Medikamente kontrolliert werden. Haarausfall am ganzen Körper und auf dem Kopf ist ein anderes Begleitsymptom, das nicht zu vermeiden ist. Jedoch wachsen die Haare nach beendeter Behandlung wieder nach. Ist die Krankheit bereits so weit fortgeschritten, dass es keine Heilungsmöglichkeit mehr gibt, kann der Arzt eine palliative Therapie ansetzen, die dem Patienten für die verbleibende Lebenszeit eine höhere Lebensqualität gewährt. Es werden dazu Schmerzmittel verabreicht, welche die auftreten Tumorschmerzen weitgehend kontrollieren können. Dazu werden häufig Retardpräparate oder auch Schmerzpflaster mit einer Wirkung von zwei bis drei Tagen eingesetzt.

Blasenkrebs Vorbeugen

Jeder kann heute selbst viel dazu beitragen, um dem Blasenkrebs vorzubeugen. Durch eine bewusste, gesunde Lebensweise können viele Risikofaktoren vermieden werden. So gehört zum Beispiel das Rauchen in einer großen Zahl der Erkrankungsfälle zu den auslösenden Faktoren. Dabei ist das Risiko direkt proportional mit der Anzahl der Zigaretten, die man täglich konsumiert, sowohl als auch mit den Jahren, die man raucht.

Ein Verzicht auf den Tabakkonsum, sowohl als auch das Vermeiden von Passiv- Rauch schränken deshalb das Risiko ganz erheblich ein. Harnwegsinfektionen, die häufig wiederkehren können oft durch sexuell übertragene Krankheiten ausgelöst werden. Vor diesen oft chronisch werdenden Infektionen, die ebenfalls das Krebsrisiko fördern kann man sich schützen, indem man beim Kontakt mit wechselnden Sexualpartnern grundsätzlich ein Kondom anwendet. Aber auch ein Mangel an persönlicher Hygiene, sowohl die unsachgemäße Einnahme von Antibiotika können eine Reizung des Harntrakts hervorrufen, die zu Entzündungen führt.

Auch Blasensteine können Auslöser für den Krebs sein. Somit sollte man durch eine gesunde Ernährung, die viel Obst und frisches Gemüse enthält, den Blasensteinen vorbeugen. Ebenfalls ist eine ausreichende Wasserzufuhr empfehlenswert. Die Ernährung kann auch den ph-Wert im Urin beeinflussen. Frisches Gemüse hilft dabei, den ph-Wert in normalen Grenzen zu halten. Industriell verarbeitete Nahrungsmittel, ebenso wie rotes Fleisch und Nahrung, die reich an Fett und Kalorien ist, sollte so weit wie möglich vermieden werden. Mit dieser Ernährungsweise schützt man sich nicht nur gegen Blasenkrebs, sondern auch gegen andere Erkrankungen.

Auch regelmäßige Bewegung senkt das Krebsrisiko. Sogar Übergewicht und Stress werden in vielen Fällen mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht. Weiterhin sollte man immer wieder auf mögliche Symptome der Krankheit achten. Wer bei einem ersten Verdacht auf eine mögliche Erkrankung sofort zum Arzt geht, kann dazu beitragen, den Krebs bereits im Frühstadium zu erkennen. Auf diese Weise bestehen ausgezeichnete Aussichten auf eine komplette Heilung, die durch eine sanfte Therapie herbeigeführt werden kann, durch die die Lebensqualität des Patienten nicht gemindert wird.

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