Krebs

Als Krebs wird in der Medizin ein bösartiger Tumor bezeichnet, der durch eine Gewebeneubildung entsteht. Tumore werden im engeren Sinne auch als Karzinome bezeichnet. Gutartige Tumore hingegen werden nicht als Krebs bezeichnet. Jedoch können auch solche, wie beispielsweise Muttermale gefährlich sein, sodass diese genau beobachtet werden sollten. Im Allgemeinen ist der Begriff Krebs ein Sammelbegriff für viele Krankheiten, bei denen Zellen im Körper in einem unkontrollierten Zustand gesundes Gewebe verdrängen, sich teilen und anwachsen. Spezialisten für bösartige Tumoren werden als Onkologen bezeichnet.

Jedes Organ kann vom Krebs befallen werden. Faktoren, wie das Alter, das Geschlecht, die geographische Region und Ernährungsgewohnheiten spielen bei der Häufigkeit des Auftretens eine große Rolle. Frauen leiden beispielsweise viel öfter an Brustkrebs als Männer. In Deutschland werden vor allem Krebserkrankungen im Dickdarm, an der Prostata bei Männern, in der Lunge und an den Brustdrüsen bei Frauen festgestellt.

Nach Erkrankungen am Herz-Kreislaufsystem ist Krebs die häufigste Todesursache in Deutschland. Jedoch muss nicht jeder Krebsverlauf zwangsläufig mit dem Tod enden. Die Therapiemöglichkeiten sind inzwischen ausgereift und relativ gut. Als heilbar gilt Krebs aber nach wie vor nicht. Menschen werden jedoch als geheilt bezeichnet, wenn diese mindestens fünf Jahre ohne Rückfall überleben. Allgemeingültige Aussagen über die Heilungschancen können nur schwer getroffen werden, da eine Krebserkrankung sich in verschiedenen Ausprägungen äußert. Das Risiko an Krebs zu erkranken steigt im Alter rapide an, wodurch Krebs als Alterserkrankung des Zellwachstums angesehen werden kann. Aber auch die familiäre Veranlagung, das Rauchen und Virusinfektionen zählen zu den Hauptursachen von Krebs.

Krebs – Entstehung und Verbreitung

Krebs Symptome / UrsachenBei den Patienten lässt sich im Nachhinein niemals genau feststellen, was genau die erste Zelle zur Krebszelle gemacht hat. Krebs entsteht nicht von heute auf morgen, sondern in mehreren Schritten. Die Eigenschaften gesunder Zellen gehen quasi verloren und schlechte Eigenschaften kommen hinzu. Bis aus einer völlig gesunden Zelle also eine bösartige Tumorzelle entsteht, vergehen oftmals einige Jahre. Es werden zwei Modelle betrachtet, die zum Verständnis dienen.

Zum einen wird das stochastische Modell von Darwins Evolutionstheorie in Betracht gezogen. In einer Zelle entsteht also eine zufällige Veränderung des Erbmaterials, die dieser Zelle ein schnelleres Wachstum ermöglicht. Durch ein zufälliges Ereignis erlangt eine abstammende Tochterzelle erneut einen Vorteil und so geht dies dann immer weiter. Hierdurch entsteht nach und nach ein Tumor, dessen Eigenschaften sich deutlich von denen des normalen Gewebes abgrenzen. Andererseits besagt das Modell der Tumorstammzelle, dass Tumoren durch schrittweise Veränderungen von körpereigenen Stammzellen entstehen. In der Regel sollten diese für die Erneuerung des Gewebes sorgen. Nach dieser Theorie sind es nur wenige Tumorstammzellen, die in der Lage sind neue bösartige Zellen zu bilden. In einem normalen Organismus werden die Gewebearten, die unterschiedliche Organe aufbauen, in einem Gleichgewicht gebildet. Danach werden diese regeneriert, wobei es ein Gleichgewicht zwischen dem Wachstum der Zelle und dem Zelltod gibt. Der Hauptanteil des Absterbens besteht hierbei aus „Selbstmord der Zellen“. Wenn eine Person an Krebs erkrankt ist, dann wird dieses Gleichgewicht gestört, da es so verändert, dass das Zellwachstum bevorteilt wird. Die Folgen eines bösartigen Tumorwachstums sind äußerst verschieden ausgeprägt. Es kann passieren, dass eine lokale Wirkung im Nachbargewebe stattfindet, es könnte jedoch auch sein, dass der Tumor eine systemische Wirkung verursacht.

Für den Krankheitsverlauf ist in der Regel die Ausbildung von Tochtergeschwülsten entscheidend. Diese können nämlich in den erkrankten Organen zu einigen Funktionsstörungen führen. Wenn bösartige Tumoren wachsen, dann wird das gesunde Gewebe verdrängt, jedoch nicht zerstört. Andererseits kann es auch passieren, dass es zerstörend in das Nachbargewebe einwächst. Beide Formen können zu lokalen Schwierigkeiten führen. Durch expansives Wachstum der Zellen kann ein blutführendes Gefäß komprimiert werden, was Durchblutungsstörungen zur Folge hat. Diese Störung wiederum kann dazu führen, dass dieses Gewebe vollkommen abstirbt. Krebs kann jedoch den gesamten Organismus beeinflussen. Es können neben dem eigentlichen Tumor und weiteren Tochtergeschwülsten ebenso in anderen Organen Zellen erkranken.

Oftmals geschieht die Ausbreitung sehr schnell, wenn sich der Krebs besonders aggressiv verhält. Im Laufe der Krebserkrankung kommt es bei den meisten Patienten zu einem allgemeinen Gewichtsverlust und vor allem zu einem Verfall der Kraft. Man fühlt sich geschwächt und müde. Zu den systemischen Wirkungen von Tumoren werden aber auch paraneoplastische Syndrome gezählt. Es kommt zu charakteristischen Symptomen, die durch den Tumor verursacht wurden. Der Lungenkrebs kann zum Beispiel zu einer hormonellen Regulation des Wasserhaushaltes führen. In vielen Fällen sterben die Erkrankten nicht an dem eigentlichen Tumor, sondern an den Auswirkungen von den Metastasen, die sich über die Zeit bilden. Die Vermehrung findet unkontrolliert statt und schädigt oftmals lebenswichtige Organe, sodass diese ihre Funktion früher oder später nicht mehr erfüllen können. Zu den häufigsten Todesursachen zählen nicht mehr beherrschbare Infektionen und Gefäßverschlüsse.

Krebs Symptome

Generell gilt: Je früher Krebs entdeckt wird, umso höher stehen die Chancen auf Heilung. Nicht alle bösartigen Tumore rufen die gleichen Symptome hervor, weswegen Krebs oftmals erst viel zu spät erkannt wird. In vielen Fällen wird er auch nur durch Zufall entdeckt. In zahlreichen Fällen machen sich Tumoren bemerkbar, sodass auf Reaktionen des Körpers immer geachtet und zur Not der Arzt aufgesucht werden sollte. Diese Tumor-Symptome sind jedoch sehr verschieden und nicht spezifisch. Außerdem muss es nicht zwangsläufig Krebs sein, wenn eines der folgenden Symptome auftritt. Veränderungen müssen jedoch immer ernst genommen werden. Falls einige dieser folgenden Faktoren im Zusammenspiel auftreten, sollte man sich einer Untersuchung unterziehen.

Wer beispielsweise ungewollt mehrere Kilos verliert, der sollte vorsichtig sein. Für die meisten Menschen ist dies wahrscheinlich mehr Segen als Fluch, jedoch könnte eine Krankheit hinter dem Zauber stecken. Wenn ein Menschen ungewollt zehn Prozent seines Gewichtes in weniger als sechs Monaten verliert, so sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Natürlich könnten hierfür auch andere Krankheiten verantwortlich sein. In diesem Zusammenhang gibt es ein sogenanntes Symptombild, welches in vielen Fällen auf eine maligne Tumor Erkrankung schließen lässt. Es besteht aus Gewichtsverlust und starkem Schweißausfluss in der Nacht sowie Fieber.

In vielen Fällen wurde auch über Abgeschlagenheit geklagt. Weiterhin ist chronische Müdigkeit ein häufiges Symptom für eine Krebserkrankung. Es ist wichtig, dass sich die Müdigkeit auch dann nicht verbessert, wenn man sich viel Schlaf und Ruhe gegönnt hat. Dieses Symptom wird oftmals mit Leukämie verbunden. Aber auch der Dickdarm oder der Magen könnte befallen sein. Grund hierfür ist eine durch den Tumor verursachte Blutung, die folglich zu einer Blutarmut führt.

Auch Stuhlveränderungen werden in Verbindung mit der Müdigkeit beobachtet. Ein weiteres, häufig beobachtetes Symptom ist Fieber. Oftmals ist es eine physiologische und völlig normale Reaktion des Körpers, wenn man eine Grippe hat. Neben banalen Infekten kann es jedoch auch schwerwiegendere Ursachen haben. Krebskranke werden im Verlauf der Erkrankung mindestens einmal von hohem Fieber heimgesucht. Oft dann, wenn die Krebszellen das Immunsystem beeinflussen. Weiterhin können Schmerzen ein Zeichen von fortgeschrittenen Tumorerkrankungen sein.

Mit Ausnahme von einigen Krebsarten, die sich im Knochenmark manifestieren, sind Schmerzen eher Spätsymptome einer Krebserkrankung. Der Tumor verdrängt gesundes Gewebe, sodass auf den Nerven ein Druck herrscht, wodurch dann die Schmerzen verursacht werden. Der Ort des Schmerzempfindens kann Auskunft über die Lokalisation des Tumors geben. Es gibt jedoch auch einen fortgeleiteten Schmerz, der nicht direkt am Ort der Entstehung wahrgenommen wird. Dieser geht von einer anderen Region des Körpers aus. Falls der Tumor einen Nerv einengt, der für eine bestimmte Körperregion zuständig ist meldet das Gehirn den Schmerz an diese Region weiter. Es treten zum Beispiel Schmerzen in der Hand auf, wenn sich der Tumor im Bereich der Halswirbelsäule angesiedelt hat. Er drückt dort auf die Nervenwurzel, die dem Rückenmark entspringt. Aber auch Schulterschmerzen werden oftmals bei Lungentumoren beobachtet. Tiefe Rückenschmerzen erfolgen oftmals in Zusammenhang mit Dickdarmtumoren und starke einseitige Kopfschmerzen begleitet von Übelkeit empfinden die meisten Menschen, die unter einem Gehirntumor leiden.

Darüber hinaus können Verdauungsstörungen ein Zeichen für Krebs sein. Veränderungen sollten genau beobachtet werden. Ein häufiger Wechsel von Durchfall und Verstopfung sowie Krämpfe in der Bauchregion, die länger als eine Woche andauern, sollten untersucht werden. Aber auch Blut im Stuhl, welches den Kot schwarz oder rot erscheinen lassen, sind Indizien für eine Krebserkrankung. Auch Anzeichen im Oberbauch sollten nicht ignoriert werden. Ein lästiges Völlegefühl, welches eine lange Zeit anhält oder Schmerzen nach dem Essen sind Abweichungen von der Norm.

Behandlung von Krebs

Damit ein Tumor erfolgreich behandelt werden kann, müssen aus den vorhandenen Möglichkeiten die Methode eingesetzt werden, die für den jeweiligen Tumor am effektivsten ist. Die Herangehensweise basiert auf der Identifikation der Herkunft innerhalb des Körpers. Wenn der Haupttumor gefunden wurde kann anhand von Leitlinien eine Therapie ausgewählt und festgelegt werden. Es wird generell davon ausgegangen, dass sich Tumoren gleicher Herkunft ähnliche behandeln lassen. Für seltene Formen von Krebs fehlen oftmals Leitlinien, an denen die behandelnden Ärzte sich richten können.

Der Arzt steht dann vor einer schweren Entscheidung, da er die richtige Methode wählen muss. Neben dem Verfahren nach der Herkunft des Tumors können Tumoren heutzutage noch weiter unterteilt werden. Jeder Mensch hat seine eigene Tumorbiologie. Die Therapie soll auf jeden Menschen genau abgestimmt werden, um die Heilungschancen zu verbessern. Bei manchen Krebsarten ist beispielsweise die operative Entfernung sehr sinnvoll. Hierbei müssen auch benachbarte Lymphknoten entfernt werden, da diese vom Krebs befallen sein könnten. Strahlentherapien können mit radioaktiven- und Röntgenstrahlen durchgeführt werden. Aber auch Neutronen, Elektronen und die Protonentherapie kann oftmals zu einer erfolgreichen Behandlung führen. Weiterhin werden einige Medikamente angeboten, die die Krebszellen an ihrer Vermehrung hindern bzw. stoppen.

Das Wohlbefinden des Patienten wird meistens mit einer speziellen Schmerzbehandlung gewährt, da während der Therapie einige Nebenwirkungen auftreten werden. Die richtige Ernährung spielt während einer Krebserkrankung eine wichtige Rolle. Derzeit werden Experimente zur Krebsbehandlung mit Viren durchgeführt. Oftmals kann eine vollständige Heilung nicht erreicht werden. Bei einem Menschen, der bereits 70 Jahre alt ist, kann es jedoch schon als durchaus gutes Resultat angesehen werden, wenn diesem Patienten noch 1 oder 2 Jahre durch diverse Behandlungsmöglichkeiten geschenkt wurden.

Die meisten Ängste werden durch die Nebenwirkungen und die unbefriedigte Heilungsrate ausgelöst. Diese Ängste führen womöglich zur Hinwendung unkonventioneller Behandlungsarten, denen jedoch der Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Die Grundlagen basieren meistens nicht auf einer naturwissenschaftlichen Überprüfung. Zu den alternativen Behandlungsmöglichkeiten zählt zum Beispiel die Misteltherapie, welche jedoch umstritten ist. Ein wissenschaftlicher und haltbarer Nachweis der Wirksamkeit wurde bisher nicht erbracht.

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