Kopfläuse

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die zur Ordnung der Tierläuse und zur Familie der Menschenläuse gehören. Diese Insekten treten in Form von regelrechten Kleinepidemien auf, vor allem in Kindergärten und Schulen. Bei einer solchen Epidemie können mehr als 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen betroffen sein. In Deutschland besteht pro Jahr und pro 10.000 Kindern eine Häufigkeit von 600 bis 1.000 Neuerkrankungen.

Neben Erkältungen ist ein Kopflausbefall die am häufigsten vorkommende Infektionskrankheit. Das Auftreten eines Kopflausbefalls hängt wesentlich von der jeweiligen Jahreszeit ab, wobei es in der Zeit zwischen Januar und August regelmäßig, aber in geringer Anzahl, zu Neuerkrankungen kommt. Mit Beginn der Sommerferien steigt die Anzahl der Neuerkrankungen rasant an. Ihren Höchststand erreicht eine solche Epidemie dann in der Regel um die 37. Kalenderwoche herum. Danach geht die Anzahl der Neuerkrankungen wieder zurück. Kopfläuse ernähren sich ausnahmslos von menschlichem Blut, was sie alle zwei bis vier Stunden aufnehmen müssen, um überleben zu können . Ohne Blut sterben sie nach spätestens 2-3 Tagen. Die Läuse benötigen eine Umgebungstemperatur von 30 Grad. Genau diese Bedingungen finden sie am Haaransatz des Menschen vor. Unter optimalen Bedingungen leben weibliche Kopfläuse bis zu 30 Tage. In dieser Zeit produziert ein weibliches Tier etwa 150 -300 Eier.

Kopfläuse Ursachen

Kopflaeuse Symptome & UrsachenMangelnde Hygiene ist nicht, wie irrtümlich angenommen, die Ursache für einen Kopflausbefall. Kopfläuse kommen sowohl bei Kindern, die sich regelmäßig die Haare waschen als auch bei Kindern, mit deutlich weniger Körperpflege in gleicher Häufigkeit vor. In vergangenen Epochen wurde in Deutschland ein Befall mit diesen Insekten mit Armut assoziiert, was heute nicht mehr der Fall ist. Ein Befall hat auch nichts damit zu tun, ob es sich bei dem betroffenen Kind um eine Person mit oder ohne Migrationshintergrund handelt. Auch die Beschaffenheit der Haare, wie Dicke, Länge oder Farbe sind nicht ursächlich für einen Befall mit Kopfläusen. Übertragen werden diese Parasiten durch direkten Kopfkontakt von einer Person auf die andere. Dadurch kommt es zu weiteren Neuerkrankungen. Als Infektionsherd können gemeinsam benutzte Kämme, Kopfkissen, Kopfbedeckungen oder Handtücher infrage kommen.

Kopfläuse Symptome

Bei einem erstmaligen Befall treten erst nach etwa 3-5 Wochen die ersten Krankheitszeichen, wie Juckreiz auf. Innerhalb dieser Zeit kann diese Person bereits mehrere Personen angesteckt haben. Die ersten Symptome bei einem erneuten Befall zeigen sich bereits nach 48 Stunden. Kratzwunden, die auf einen Läusebefall hinweisen, sind bei betroffenen Kindern vor allem an den Schläfen, dem Nacken oder hinter den Ohren zu finden.

Kopfläuse Diagnose

Für eine Diagnose ist eine gründliche Inspektion der Haare und der Kopfhaut notwendig. Zum Nachweis oder Ausschluss eines Kopflausbefalls haben sich vor allem zwei Methoden bewährt, das ‚feuchte Auskämmen‘ und die ‚visuelle Inspektion‘. Bei der Methode des ‚feuchten Auskämmens‘ feuchtet man die Haare zunächst mit einer entsprechenden Haarspülung an, legt sie dann in Strähnen und kämmt dann Strähne für Strähne mit einem speziellen Läusekamm durch. Nach jedem Kämmen wird der Kamm auf einer weißen Unterlage ausgestrichen, wo man Läuse gut erkennen kann.

Bei der sogenannten visuellen Inspektion werden Kopfhaut und Haare mit einer Lupe bzw. einem Vergrößerungsglas genauestens untersucht. Für das Auffinden von Kopfläusen hat sich das feuchte Auskämmen bewährt. Nissen lassen sich dagegen besser mit der visuellen Methode aufspüren. Ein Kopflausbefall lässt sich in der Regel immer eindeutig diagnostizieren. Während junge Kopfläuse relativ schwer mit bloßem Auge zu erkennen sind, sind Eier und Nissen (leere Eihüllen) relativ leicht von Kopfschuppen und anderen Bestandteilen auf der Kopfhaut wie Haargel- oder Haarsprayresten zu unterscheiden.

Kopfläuse Therapie / Behandlung

Kopfläuse lassen sich mit normalem Haarewaschen nicht entfernen. Es gibt drei Möglichkeiten, einen Befall mit Kopfläusen zu behandeln, die mechanische Entfernung mit einem Läusekamm, die örtliche Anwendung eines Kopflausmittels und die Einnahme entsprechender Substanzen. Eine Behandlung ist dann notwendig, wenn Eier mit entwicklungsfähigen Embryonen oder mindestens eine lebende Laus nachgewiesen bzw. entdeckt wurden.

Die Behandlung mit einem Läusekamm ist allerdings nur dann erfolgreich, wenn sie konsequent drei bis vier Wochen lang durchgeführt wird. Die Haare müssen während dieser Zeit zweimal wöchentlich mit dem Läusekamm ausgekämmt werden. Bei den Läusekämmen ist darauf zu achten, dass die Zinken hundertprozentig parallel stehen und der Abstand zwischen den Zinken maximal 0,2 mm beträgt.

Bei lokal wirkenden Substanzen handelt es sich in der Regel um frei verkäufliche Arzneimittel aus der Apotheke, medizinische Produkte aus Apotheke oder Drogerie sowie entsprechende Kosmetika aus Internet oder dem Fachhandel. Bei diesen Mitteln handelt es sich sowohl um chemisch und physikalisch wirkenden Substanzen als auch um Substanzen auf pflanzlicher Basis. Zudem gibt es Medikamente zur oralen Behandlung, die u. a. auch gegen blutsaugende Kopfläuse wirken. Bei Waschungen der Haare mit speziellen Shampoos ist es wichtig, diese nach einigen Tagen zu wiederholen, um alle Eier und Läuse abzutöten. Lokale Läusemittel sollte man vor allem bei Kindern und Säuglingen nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden, da diese Mittel giftig sind und über aufgekratzte Wunden in den Körper gelangen können. Bei Säuglingen wird eine stationäre Behandlung angeraten.

Kopfläuse Verlauf

Der Verlauf eines Läusebefalls ist abhängig von einem schnellstmöglichen Behandlungsbeginn. Die Läuse kleben ihre Eier mit einem Sekret unmittelbar an den Haarschaft und zwar dort, wo die Haare am dichtesten sind und die Temperatur relativ konstant ist. Zu diesen Stellen gehören die Schläfen, der Nacken und der Bereich hinter den Ohren. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Nymphen aus der Eihülle und nach weiteren acht Tagen haben sich geschlechtsreife Kopfläuse entwickelt. Diese leeren Eihüllen sind die sogenannten Nissen. Sie sind an einer gelb-braunen Farbe auf dem Kopf zu erkennen. Erstes Anzeichen eines Befalls ist meist eine juckende Kopfhaut. Das Immunsystem reagiert auf Läusespeichel, bzw. auf die Stiche der Läuse mit kleinen Schwellungen auf der Kopfhaut, die als Papeln bezeichnet werden. Diese Schwellungen verursachen einen starken Juckreiz, der zu dauerhaftem Kratzen führt.

Durch das ständige Kratzen kann die Kopfhaut geschädigt werden, was schlimmstenfalls zur Bildung von Geschwüren oder Ekzemen führen kann, die wiederum Eintrittpforte für Eitererreger sein können und zur Anschwellung regionaler Lymphknoten führen können. Wurde ein Befall festgestellt, ist es wichtig schnellstmöglich mit der Behandlung zu beginnen.

Kopfläuse Vorbeugen

Wirklich vorbeugen kann man einem Befall mit Kopfläusen nur, indem man besonders aufmerksam ist. Wer von einem Befall betroffen ist, sollte sämtliche Personen davon in Kenntnis setzen, die engen Kontakt zu dem Betroffenen haben. Das können Freunde, Familienmitglieder, die Schule oder der Kindergarten sein.

Bei einem Lausbefall in einer Wohngemeinschaft sollten immer alle Mitglieder der Wohngemeinschaft behandelt werden, das Gleiche gilt für Familien. Nur so kann eine Ausbreitung vermieden oder zumindest deutlich eingedämmt werden.

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